Autor/in: Steffen

Thrombose mit ihren möglichen Ursachen, Thrombosearten und Prophylaxen

Einleitung

Thrombose kommt aus dem griechischen Thrombosis und heißt Verschluss des Gefäßvolumens durch ein Blutgerinnsel. Bei ganz alltäglichen Verletzungen kann man Beobachten, wie das Blut nach einer Weile gerinnt und die Wunde verschließt. Findet dieselbe Gerinnung innerhalb der Adern statt, so spricht man von einer Thrombose. In nur wenigen Stunden kann so ein kleines Gerinnsel zu einem Blutpfropf heranwachsen, der die Adern verstopft. Bevorzugt bilden sich solche Thrombosen in den Venen der Beine. Damit kann eine dramatische Entwicklung beginnen. Löst sich nämlich der Pfropfen aus den Beinen und wird über den Blutkreislauf in die Lunge transportiert, so bleibt er dort stecken und führt zu einer lebensgefährlichen Durchblutungsstörung der Lunge. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Sie setzt schlagartig mit starken Brustschmerzen, Atemnot und einem Schockzustand ein und macht sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Gefährlich ist eine Thrombose deshalb, weil sie zunächst nur selten Beschwerden verursacht. Gelegentlich können ein Spannungsgefühl in den Beinen, die sogenannten „schwere Beine“, und leichte ziehende Schmerzen in der Wade erste Hinweise für dieses lebensgefährlich Krankheitsbild sein.

» Thromboseursachen

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die sich begünstigend auf die Entstehung einer Thrombose auswirken wie beispielsweise Krampfadern, Übergewicht, Herzmuskelschwäche, Bettlägerigkeit, Geburten, Operationen, Verletzungen, Verbrennungen, bösartige Erkrankungen, Verhütungsmittel, andere Hormonpräparate, Nikotin, Alkohol, Langstreckenflüge und Medikamente. Die wichtigsten Entstehungsmöglichkeiten der Thrombose wurden vor über 100 Jahren von dem Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902) beschrieben und sind in der Medizin als VIRCHOW-Trias bekannt.

Drei Faktoren sind für die Entstehung einer Thrombose verantwortlich:

1. Verlangsamung des Blutstroms bei Venenerweiterung, Abflussbehinderung durch mechanische Ursachen, Herzmuskelschwäche u.s.w.

2. Änderung der Blutzusammensetzung bei erhöhter Blutgerinnung in den Gefäßen durch Änderung der blutgerinnungsbeteiligten Körperchen und Faktoren z. B. bei Knochenbrüchen, Operationen, Verletzungen, Verbrennungen u. s. w.

3. Veränderung an der Gefäßwand diese entstehen vor allem durch ver-kalkungsbedingte (arteriosklerotische) Ablagerungen und entzündliche Gefäßwandveränderungen sowie durch eine Sauerstoffverminderung oder auch Gefäßwandverletzung.

Thrombosearten

Je nach Entstehungsort, -art und Zusammensetzung unterscheidet man folgende Thromben: » Abscheidungsthromben oder Plättchenthromben (weis) entstehen durch die Ablagerung von Thrombozyten an den durch Verkalkung, Entzündung und andere Ursachen aufgeraute Arterienwände oder auf den Herzklappen. » Gerinnungsthromben (rot) entstehen bei einer Blutstromverlangsamung sowie bei einer erhöhten Blutgerinnung. Zwischen beiden kann ein Mittelteil aus weißen und roten Schichten bestehen, wenn sich der Thrombus in Schüben gebildet hat. Gemischte Thromben bestehen aus einem Abscheidungsthrombus als Kopfteil und einem Gerinnungsthrombus als Schwanzteil.

» Sogenannte hyaline Thromben, gleichmäßig aussehende, vermutlich vor allem aus Fibrin bestehende Thromben sind in den Kleinstgefäßen zu finden.

Arterielle Thrombosen

Wie bereits erwähnt, entstehen arterielle Thrombosen bei Arterienwandschädigung durch arteriosklerotischen Veränderungen, Entzündungen, Verletzungen, sauerstoffmangelbedingte Schäden. Auch Infektionskrankheiten oder beispielsweise bösartige Erkrankungen können zu arterielle Thrombosen führen. Bevorzugte Stellen sind Becken- und Beinarterien, die Körperschlagader (Aorta), linker Vorhof und linke Kammer des Herzens sowie die Herzkranzgefäße. Krankhafte Arterienausbuchtungen (Aneurysmen) sind ebenfalls von Thrombosen bedroht. Auch andere Organe wie z. B. das Gehirn, die Nieren, der Darm können von Thrombosen befallen werden. Beim Verschluss kleiner Arterien und bei sich langsam entwickelnden Verschlüssen großer Arterien sind die Krankheitszeichen (Symptome) häufig nicht ausgeprägt. Akute Verschlüsse gehen mit schwerwiegenden Symptomen und oftmals auch Folgen einher. So kommt es zu Abkühlung und Blässe der Haut sowie zu starken Schmerzen. Die Arterienpulse können an den betreffenden Stellen nicht getastet werden. Auch Empfindungsstörungen treten auf.

» Venenthrombose

Je nach Entstehungsort unterscheidet man auch hier verschiedene Thrombosen. Dies kann z. B. bei Hirn-, Nieren- oder Darmvenen der Fall sein. Am häufigsten kommen Thrombosen in den Venen des Beckens und der Beine vor. Die Beinvenenthrombose werden in oberflächliche und tiefe Thrombosen eingeteilt. Die oberflächliche Venenthrombose wird auch als Thrombophlebitis bezeichnet (griech.: phlebitis= Venenentzündung), weil sie infolge einer Venenwandentzündung entsteht. Außerdem können Verletzungen, langangelegte Infusionsbestecke, auf Venen übergehende Entzündungen von Nachbargebieten u. a. Ursachen sein. Bei Krampfadern kommen Thrombosen häufiger vor. Da die oberflächliche Beinvenenthrombose im Zusammenhang mit Entzündungen steht, wird sie sich durch Symptome einer Entzündung bemerkbar machen: Rötung, Hitze, Schmerz und durch einen tastbaren Venenstrang. Normalerweise heilt die oberflächliche Venenthrombose ohne Folge ab. Sie kann sich jedoch auch in tieferen Venen fortsetzen, was zu folgeschweren Komplikationen führen kann. Tiefe Venenthrombose (Phlebothrombosen) sind meistens Komplikationen ver-schiedener Krankheiten wie Infektionen, Herzinfarkt, bösartige Krankheiten u. s. w. sie kommen bei Operationen und bei bettlägerigen Patienten gehäuft vor. Wie bereits erwähnt, können sie auch Folge von oberflächlichen Beinvenenthrombosen sein. Die tiefen Beinvenenthrombosen beginnen meistens in Wadenvenen, also im Unterschenkel, und können sich in den Oberschenkel fortsetzen. Krankheitszeichen sind nicht immer ausgeprägt

Thromboseprophylaxen

Ziel der Thromboseprophylaxe ist, den Blutrückfluss in den Venen zu unterstützen und dadurch einer Thromboseentstehung entgegenzuwirken. Die Mitarbeit des Erkrankten ist dabei sehr wichtig. In der Langzeitbehandlung nach Thrombose, sollten regelmäßige Gymnastik im Liegen mit Hochlagerung der Beine und sportliche Betätigung (Wandern, Radfahren oder Schwimmen) einen festen Stellenwert einnehmen. Eine Kompressionsbehandlung mit einem entsprechenden medizinischen Kompressionsstrumpf oder Strumpfhose ist dauerhaft notwendig. Vor längeren Reisen mit dem Auto oder Flugzeug kann die einmalige Heparinspritze sinnvoll sein. Besondere Vorsicht in der Vorbeugung von Thrombosen ist bei bettlägerigen Patienten und bei geplanten Operationen geboten. Hier kann durch eine tägliche Thrombosespritze (Heparin) am besten in Verbindung mit Kompressionsstrümpfen die Thromboserate gesenkt werden. Diese Maßnahmen sind unumstritten. Unterbleiben sie, wird von einem ärztlichen Kunstfehler ausgegangen. Das tragen von Antithrombosestrümpfe, Kompressionsstrümpfen und das Anlegen eines Kompressionsverbandes sind die häufigsten prophylaktische Maßnahmen. Durch den Kompressionsdruck auf die Venen wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt. Nach Art und Erkrankung der Thrombose gibt es vier verschiedene Kompressionsklassen, je höher diese sind, desto größer ist der Kompressionsdruck (ca. 22 mmHg – 60 mmHg). Bei Bettlägerigen sind Bewegungsübungen wie Fuß kreisen, Fuß strecken und beugen (Pedaltreten) oder ein Bettfahrrad von großer Wirkung. Durch Verabreichung von Antikoagulantien ist die intravasale Gerinnung gehemmt und die Fibrinolyse gefördert. Auch das einfache Hochlagern der Beine bewirkt einen besseren venösen Rückfluss.

Quellennachweis

  • Seel Mechthild: Die Pflege des Menschen im Alter, Brigitte Kunz Verlag, 1997;
  • Köther Ilka / Gnamm Else: Altenpflege in Ausbildung und Praxis, Thieme Verlag, 2000;
  • Pschyrembel Medizinisches Wörterbuch 257. Auflage 1994, Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg

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