Autor/in: Nicole Fischer
Hinweis: Teile des Textes stamme von http://www.onmeda.de/

Symptome bei Depressionen?

Depressionen können sich in unseren Gedanken, in unserem Körper, in unseren Gefühlen und unserem Verhalten bemerkbar machen.

Gedanken bei Depressionen:

  • Endloses Grübeln
  • KonzentrationsschwierigkeitenHoffnungslosigkeit: Wir sehen unsere Situation und unsere Zukunft als ausweglos, und uns selbst als wertlos. Wir machen uns
  • Selbstvorwürfe.
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Entscheidungsschwierigkeiten

Körperliche Reaktionen bei Depressionen:

  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Nacken, in den Schultern
  • Unruhe, Kribbeln, Ziehen im Körper
  • Herzstechen und Rasen
  • Schwindel, Augenflimmern
  • Zittern, kalte Hände oder Hitzewallungen
  • Druckgefühl in der Brust
  • Kloßgefühl im Hals
  • Magendruck
  • Durchfall, Verstopfung
  • Das sexuelle Verlangen nimmt ab

Gefühle bei Depressionen:

  • Antriebslosigkeit
  • Verzweifelung
  • Angst
  • Einsamkeitsgefühle
  • Lustlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Pessimismus
  • Gereiztheit
  • Unfähigkeit sich zu freuen

Unser Verhalten bei Depressionen:

  • Antriebsmangel
  • Rückzug von anderen
  • Weinen
  • Kleinste alltägliche Verrichtungen fallen schwer
  • Hobbys werden vernachlässigt
  • Verminderter Appetit

Wann sind Depressionen krankhaft?

Es ist ganz normal, auf Enttäuschungen, Verletzungen und Verluste (Partner, Arbeitsplatz, Gesundheit) mit einer vorübergehenden depressiven Verstimmung zu reagieren. Alarmierend wird es dann, wenn wir chronischen Selbsthass verspüren und anhaltend unfähig sind, unseren Alltag zu meistern, wenn starke Selbstmordgedanken auftauchen, wenn wir zu Alkohol oder Beruhigungsmitteln greifen.

Ursachen von Depressionen

Wir können verschiedene Depressionsformen unterscheiden:

  1. Psychogene Depressionen
  2. Endogene Depressionen
  3. Somatogene Depressionen

Psychogene Depressionen:

Diese Form depressiver Verstimmung ist am weitesten verbreitet. Psychogene Depressionen treten dann auf, wenn wir Ereignisse wie den Verlust des Partners oder der Arbeitsstelle, eine berufliche Enttäuschung, finanzielle Probleme oder eine Ablehnung seelisch nicht angemessen verarbeiten. Es sind nicht die Verlust- und Trennungserlebnisse als solche, die uns depressiv machen, sondern die Art und Weise wie wir mit Ihnen umgehen.

Das heißt, die Gefühle der Hoffnungslosigkeit sind kein Beweis, dass alle hoffnungslos sind. Sie sind nur der Beweis dafür, dass wir denken, alles sei sinn- und hoffnungslos. Bei psychogenen Depressionen hat sich die Verhaltenstherapie als sehr wirksam erwiesen.

Die negativen und depressiven Gefühle weisen uns darauf hin,

  1. dass wir etwas verloren haben, wovon wir überzeugt sind, es zu brauchen,
  2. dass wir im Augenblick keine Lösung und Hoffnung für unsere Lage sehen,
  3. dass wir uns ablehnen und verurteilen
  4. dass wir  von uns oder anderen etwas erwarten, was unrealistisch ist.

Endogene Depressionen:

Bei ihnen sind keine zugrundeliegende Krankheit und kein auslösendes Ereignis feststellbar. Als Ursache nimmt man chemische und hormonelle Faktoren an. Sie werden im Allgemeinen mit Medikamenten behandelt.

Somatogene Depressionen:

Sie gehen hauptsächlich auf Erkrankungen des Gehirns, des Körpers oder auf Medikamentennebenwirkungen zurück.

Therapien

Weil Depressionen auf biologische und psychologische Ursachen zurückzuführen sind, beläuft auch die Behandlung meist auf zwei Ebenen: Es kommen medizinische und psychotherapeutische Behandlungsmethoden zum Einsatz, häufig werden die beiden auch parallel angewendet.

Bei der medizinischen Behandlung der Depression steht der Einsatz von Medikamenten im Vordergrund. Es kommen verschiedene Antidepressiva zum Einsatz; gemeinsam ist ihnen, dass sie auf das gestörte Gleichgewicht der Hirnbotenstoffe einwirken. Die Wirkung dieser Medikamente setzt erst nach etwa zwei bis drei Wochen ein. Da Antidepressiva zu Nebenwirkungen führen können (z.B. Übelkeit, verschwommenes Sehen), fällt es vielen Patienten schwer, diese erste Zeit durchzustehen. Um aber feststellen zu können, ob das Medikament anschlägt, ist es wichtig, die Tabletten kontinuierlich zu nehmen. Meist lassen die Nebenwirkungen auch mit der Zeit nach. Bei anhaltenden starken Nebenwirkungen, oder wenn die Wirkung auch nach drei Wochen ausbleibt, ist der Wechsel zu einem anderen Präparat sinnvoll. Auch wenn die Symptome abklingen, sollten Antidepressiva noch eine zeitlang weiter eingenommen werden, um Rückfälle (Rezidive) zu vermeiden (Erhaltungstherapie). Allerdings können nach dem Absetzen der Medikamente die Symptome wieder auftreten. Auch Schlafentzug (bei starken Schlafstörungen) und Lichttherapie (meist bei Depressionen, die in der dunklen Jahreszeit auftreten) werden in der medizinischen Depressionsbehandlung eingesetzt.

Psychotherapeutische Behandlung

Die psychotherapeutische Behandlung nähert sich mit unterschiedlichen Methoden den Bereichen, die durch die depressive Erkrankung beeinträchtigt sind: Um gegen den Aktivitäts- und Interessenverlust und den damit einhergehenden Mangel an positiven Erfahrungen anzugehen, wird in der Therapie gemeinsam mit dem Erkrankten eine aktivere Tagesstruktur erarbeitet. Dabei werden bewusst gewählte angenehme Tätigkeiten mit eingebaut. Dadurch soll der zunehmende Rückzug des Betroffenen aufgehalten werden, der auch dazu führt, dass immer weniger positive Dinge erlebt werden und so die Depression verstärkt wird .Anfangs fällt es depressiven Menschen oft schwer, ihr Leben wieder aktiver zu gestalten, mit der Zeit wird aber meist spürbar, dass sich dies positiv auf ihre Stimmung auswirkt. Um auch im sozialen Umfeld wieder befriedigendere Beziehungen herstellen zu können, wird mit den Betroffenen auch in Kommunikationsübungen und Rollenspielen der positive Umgang mit anderen Menschen geübt. Ein wichtiger Ansatzpunkt in der Psychotherapie sind auch die negativen Denkmuster, welche die Sicht des Depressiven auf sich und die Welt prägen. Zunächst geht es darum, herauszuarbeiten, mit welcher Einstellung die jeweilige Person sich und ihrem Umfeld begegnet und wie sich diese auf das eigene Befinden auswirken.

Diese Haltung wird dann in der Therapie hinterfragt und gemeinsam hilfreichere Denkmuster entwickelt. Gegen Ende der Therapie geht es darum, Strategien zu erarbeiten, wie zukünftig Rückfälle vermieden werden können: Der Betroffene soll danach in der Lage sein, Anzeichen für eine mögliche Verschlechterung zu erkennen und rechtzeitig (z.B. wieder durch eine bewusste Tagesstrukturierung) gegenzusteuern. Nach dem Abklingen der akuten depressiven Symptome kann es auch sinnvoll sein, in einer tiefenpsychologischen Behandlung den Ursachen der Erkrankung genauer auf den Grund zu gehen. Dabei werden in erster Linie Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend bearbeitet und Störungen in aktuellen sozialen Beziehungen besprochen.

Verlauf

Depressionen verlaufen individuell sehr unterschiedlich. Entscheidenden Einfluss haben dabei die Anzahl der bereits erlebten depressiven Episoden, deren Dauer und Intensität sowie die Dauer der beschwerdefreien Zeit zwischen den depressiven Phasen.

Die Dauer einer depressiven Episode beträgt in der Regel etwa fünf Monate, die Zeit zwischen den depressiven Phasen liegt durchschnittlich bei etwa vier bis fünf Jahren. Bei bis zu zwei Drittel der Betroffenen kann eine weitgehende Verbesserung erreicht werden, sodass ihr Alltag – wenn überhaupt – nur noch wenig durch die depressiven Symptome beeinträchtigt wird. Das Risiko, dass eine Depression chronisch wird, beträgt 10 bis 20 Prozent, die Selbsttötungsrate liegt bei etwa 15 Prozent.

Die Prognose wird von folgenden Faktoren beeinflusst: Frauen sowie Menschen, die früh erkrankt sind oder schon früher depressive Episoden erlebt haben, haben ein erhöhtes Risiko, erneut depressiv zu werden. In diesem Zusammenhang kommt der Vorbeugung von Rückfällen durch eine medikamentöse Erhaltungstherapie und psychotherapeutische Strategien eine besondere Bedeutung zu.

Zu den Komplikationen bei Depressionen gehört, dass in über 75 Prozent der Fälle gleichzeitig andere Beschwerden vorliegen: Neben körperlichen Erkrankungen wie Asthma und Herzerkrankungen sind auch begleitende psychische Störungen wie Angsterkrankungen, Essstörungen und Substanzmissbrauch häufig. Dabei ist in manchen Fällen die Depression Ursache für weitere Erkrankungen, in anderen eher die Folge.

Quelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/depression.html

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