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Autor: Beer
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Struma

Definition: Tast- oder sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse oder knotige Schilddrüse, meist ist Jodmangel, seltener M. Basedow, Karzinom und Schilddrüsenentzündung die Ursache.

Ursache: Der Kropf ist die häufigste Schilddrüsenveränderung in Deutschland. Zur ausreichenden Synthese der Schilddrüsenhormone
ist Jod nötig. Bei Jodmangel, meist infolge unzureichender Zufuhr in der Nahrung, muss die Schilddrüse ihre Jodverwertung verbessern. Die Folgen ist eine Organvergrößerung, der Kropf. Aufgrund des unterschiedlichen Jodgehalts im Trinkwasser lassen sich regionale Unterschiede der Kropfhäufigkeit feststellen. In manchen Gegenden sind über 50% der Erwachsenen betroffen, Frauen 10-mal häufiger. Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit besonders knotiger Strumen zu.
Am häufigsten handelt es sich um eine euthyreote Struma d.h. es bestehen keine veränderten Schilddrüsenwerte, die Stoffwechsellage ist normal. Doch die Struma kann auch Ausdruck einer Hypothyreose oder Hyperthyreose oder gar eines Karzinoms sein.

Einteilung der Schilddrüsenvergrößerung

Stadium Ia: Einzelner Knoten bei normal großer Schilddrüse

Stadium Ib: Struma nur bei zurückgelegtem Kopf sichtbar

Stadium II: Struma bei normaler Kopfhaltung sichtbar

Stadium III: Struma mit lokalen Kompressionserscheinungen z.B. Einengung der Luftröhre, auf Distanz sichtbar

Symptome: Typisch ist die langsame Zunahme des Halsumfanges. Tastbar ist eine entweder diffus oder knotig vergrößerte Schilddrüse, die Patienten beschreiben ein Druck-, Kloß- oder Fremdkörpergefühl im Hals. Bei zunehmendem Wachstum der Schilddrüse kann es zur Einengung der Trachea oder des Ösophagus (Speiseröhre) mit Luftnot, Schluckbeschwerden oder einer oberen Einflussstauung bei Einengung der großen Venen kommen. Je nach Ursache der Struma kommen andere Beschwerden hinzu.

Diagnostik.
Blutabnahme
Sono: Größe, knoten, Zysten, Entzündung?
Szintigraphie

Therapie: Ist eine Schilddrüsenfunktionsstörung ausgeschlossen, wird bei Erwachsenen zur Kropfverkleinerung eine Kombination aus Jodid und Schilldrüsenhormon z.B. Jodthyrox verabreicht. Bei Beschwerden kann die Struma operativ entfernt werden: man führt eine subtotale Strumaresektion durch, bei der ein Teil der Schilddrüse und die Nebenschilddrüse belassen werden. Zur Verhinderung einer Rezidiv-struma ist im Anschluss an die OP die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen z.B. Euthoryx nötig.

Prophylaxe: Erwachsene benötigen täglich 200 µg Jod. Man kann diese in Tablettenform (z.B. Jodid 200) oder mit der Nahrung zuführen. Unerlässlich ist deshalb die Verwendung von jodiertem Speisesalz. Besonders viel Jod ist in Seefisch (z.B. Seelachs, Schellfisch, Scholle) enthalten.

1.Hypothyreose

Definition: Mangel an Schilldrüsenhormonen

Ursachen: Dank der Untersuchung aller Neugeborenen ist die angeborene Hypothyreose, früher Kretinismus genannt, infolge einer Anlagestörung der Schilddrüse zur absoluten Seltenheit geworden. Die Häufigste Ursache der Schilddrüsenunterfunktion ist die Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung). Nach einer operativen Schilddrüsenentfernung oder einer Radiojodtherapie kann sich eine Hypothyreose entwickeln. Auch Medikamente (z. B. Lithium oder Thyreostatika) können ursächlich sein.

Symptome: Da die Schilddrüse unseren „inneren Motor“ regelt, läuft dieser bei einer Unterfunktion der Schilddrüse auf „Sparflamme“, der Organismus arbeitet langsamer. Die Patienten fühlen sich matt, müde, antriebslos, zeigen Denkstörungen- häufig wird fälschlicherweise eine Depression diagnostiziert. Die Haut ist blass und teigig, das Haar trocken und es besteht eine erhöhte Kälteempfindlichkeit. Infolge des reduzierten Stoffwechsels sind die betroffenen oft Übergewichtig- häufig wird die Obstipation beklagt. Herzbeschwerden können auftreten, eventuell ist der Puls verlangsamt.

Therapie. Lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen z. B. Euthyrox

2.Hyperthyreose

Definition: Erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen

Ursachen: Die häufigste Ursache einer Hyperthyreose beim alten Menschen ist das autonome Adenom (heißer Knoten), während bei jüngeren Patienten nicht selten die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow vorliegt.

Autonomes Adenom: Autonom bedeutet „ unabhängig“, und so handelt es sich hier um eine Zellgruppe (Adenom), die unabhängig von dem oben beschriebenen Regelkreis ungehemmt Schilddrüsenhormone produziert. Die genaue Entstehungsursache ist unklar, doch zumeist entwickeln sich diese Ademone in seit vielen Jahren bestehenden Jodmangelstrumen. Deshalb nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu.

Morbus Basedow
Aus ungeklärter Ursache werden vom Körper „Autoantikörper“ gebildet, die sich gegen Oberflächenstrukturen der Schilldrüse (TSH Rezeptoren) richten. die Folge ist eine vermehrte Hormonproduktion mit Kropfbildung und Hyperthyreose. Bei 60% der Patienten kommt es zusätzlich zu einer endokrinen Orbitopathie- aufgrund der Einwanderung von Lymphozyten in den Augenhinterraum treten die Augen hervor. Folgen sind ein verstärkter Tränenfluss, Rötung und Brennen der Augen bis hin zu Sehstörungen (Doppelbilder). Nicht selten findet sich durch Bindegewebseinlagerung auch eine weiche Verdickung im Schienbeinbereich (prätibiales Ödem).

Symptome: Im Gegensatz zur Hypothyreose läuft der Organismus bei der Schilddrüsenüberfunktion „ auf Hochtouren“: Zeichen sind zarte, weiche, warme Haut, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, vermehrtes Schwitzen, Fingerzittern, Gewichtsabnahme, Durchfall. Schlimmstenfalls kommt es zu thyreotoxischen Krise. Diese maximale Stimulierung des Organismus führt in 30- 50% der Fälle zum Tod durch Herzversagen.
Bei alten Menschen sind besonders kardiale Beschwerden (plötzliche Herzinsuffizienz, Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen) typisch.

Diagnostik: Neben der Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut führt die Schilddrüsenszintigrafie zur Diagnose. Über die Vene wird eine schwach radioaktive Substanz verabreicht, die sich in der Schilddrüse anreichert. Kameraaufnahmen geben Aufschluss über die Stoffwechselaktivität der Hormondrüse.

Therapie: Die Überfunktion der Schilddrüse lässt sich medikamentös durch Thyreostatika (z.B. carbimazol, Favistan) unterdrücken. Hierbei ist die regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte und des Blutbildes wichtig, da Blutbildveränderungen (Agranulozytose) auftreten können. Meist wird das erkrankte Gewebe operativ entfernt. Auch beim älteren Menschen ist die Methode der Wahl die Radiojodtherapie. beim Morbus Basedow ist ein abwartendes Verhalten angezeigt, denn bei ca. 50% der Patienten kommt es innerhalb eines Jahres zur vollständigen Rückbildung der Symptome

3.Euthyreote (blande) Struma

Definition: Vergrößerung der Schilddrüse bei normaler Hormonproduktion. Ursache ist meist Jodmangel

Symptome:

  • Tastbare, eventl. sichtbare Schilddrüsenvergößerung im Halsbereich
  • Enge-, Kloßgefühl
  • Eventl. Druck auf benachbarte Strukturen

Diagnostik:

  • Blutabnahme
  • Sono: Größe, Knoten, Zysten, Entzündungung
  • Szintigraphie

Therapie:

  • Jodid-Substitution um ursächlichen Jodmangel auszugleichen z.B. Jodetten
  • Alternative Gabe von Schilddrüsenhormonen

4. Schilddrüsenkarzinom

Definition: Das Schilddrüsenkarzinom ist eine der seltenen Krebsarten. Die Hingt zwischen dem 4. und 5. Lebensjahrzehnt, Frauen sind ca. 3- mal häufiger betroffen.

Symptome: Rasche Vergrößerung der Schilddrüse, Wachstum eines derben, harten, nicht verschieblichen Knotens in der Schilddrüse, plötzliche Heiserkeit, tastbar vergrößerte Halslymphknoten sind karzinomverdächtigt.

Diagnostik: Im Szintigramm ist ein kalter Knoten, der keinerlei Stoffwechselaktivität aufweist, immer karzinomverdächtigt. Weiteren Aufschluss liefert die Sonografie sowie eine Feinnadelbiopsie.

Therapie: Das Karzinom wird operativ entfernt. Bei Metastasen wird im Anschluss ein Radiojod- oder Chemotherapie durchgeführt.

Quellenverzeichnis

  • Klinikleidfaden Pflege
  • Pflege Heute
Autor: Beer
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