Autor/in: B. Pafel

SHT = Schädelhirntrauma

Ist ein Sammelbegriff für alle Schädelverletzungen mit Gehirnbeteiligung. Man unterscheidet zwischen offenen und gedeckten Schädelhirntrauma. Bei den offenen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Man kann 3 Schweregrade unterscheiden:

  • Grad I = Gehirnerschütterung = Commotio cerebri
  • Grad II = Gehirnprellung = Contusio cerebri
  • Grad III = Gehirnquetschung = Compressio cerebri

Gehirnerschütterung

Vollständig rückbildungsfähig. Es handelt sich um eine Funktionsstörung. Alle Symptome bilden sich nach 4 – 5 Tagen zurück.

Symptome:

  • Nach dem Unfall maximal 5 Minuten Bewusstlosigkeit
  • Erinnerungslücke (Amnesie) zum Unfallereignis
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit, evtl. Erbrechen
  • Vorrübergehende Hinleistungsschwäche

Therapie:

  • Evtl. stationäre Aufnahme zur Beobachtung
  • Bettruhe ca. 1- 2 Tage
  • Analgetika (Kein ASS wegen Hirnblutungsgefahr)
  • Antiemetika gegen die Übelkeit und Erbrechen

Gehirnprellung

Am Ort der Gewalteinwirkung befindet sich der Stoßherd am Gehirn. Eine meist größere Verletzungsstelle befindet sich meistens auf der Gegenseite des Stoßherdes. Die Symptome bilden sich innerhalb 5 – 30 Tage wieder zurück.

Symptome:

  • Bewusstseinsverlust bis zu 30 Minuten
  • Erinnerungslücke (Amnesie) zum Unfallereignis
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit, evtl. Erbrechen
  • Pupillenstarre
  • Atemstörungen
  • Evtl. Paresen
  • Reflexunterschiede
  • Nackensteifheit
  • Vorrübergehende Hirnleistungsschwäche

Therapie:

  • stationäre Aufnahme zur
  • Bettruhe
  • Analgetika (Kein ASS wegen Hirnblutungsgefahr)
  • Antiemetika gegen die Übelkeit und Erbrechen
  • Diuretika
  • Evtl. Krampflöser
  • Oberkörperhochlagerung 300

Gehirnquetschung

Verletzung von Hirnteilen die in der Tiefe des Gehirns gelegen sind. Es können gravierende Schäden zurückbleiben, z.B. Wachkoma.

Symptome:

  • Bewusstseinsverlust über 30 Minuten, manchmal über Wochen
  • Erinnerungslücke (Amnesie) zum Unfallereignis
  • Evtl. Kreislaufstörungen
  • Gestörte Temperaturregulation
  • Hormonelle Störungen
  • Neurologische Ausfälle und Krämpfe

Therapie:

  • wie Hirnprellung
  • evtl. Hämatomausräumung
  • evtl. künstliche Beatmung

Epiduralhämatom

Ist eine arterielle Blutung zwischen harter Hirnhaut und dem Schädelknochen. Oft zunehmende Bewusstlosigkeit.

Diagnostik:

  • Meist CT

Therapie:

  • schnelle operative Hämatomausräumung und Blutstillung

Prognose:

  • Bei schneller Behandlung komplette Abheilung innerhalb weniger Tage

Subduralhämatom (= unter der harten Hirnhaut)

Akutes Subduralhämatom:

Blutung zwischen harter und weicher Hirnhaut. Ist eine venöse Blutung. Tiefe Bewusstlosigkeit schon am Unfallort. Schnell auftretende Hirnschwellung. Einklemmung des Hirnstamms, Halbseitensymptomatik.

Diagnostik:

  • CT

Therapie:

  • Trepanation (Aufbohren des Schädelknochens)

Prognose:

  • Sterblichkeitsquote über 50 %
  • Bei Überlebenden bleiben meistens neurologische Ausfälle zurück

Chronisches Subduralhämatom (= unter der harten Hirnhaut)

Über einen längeren Zeitraum immer wieder meist kleinere Einblutungen zwischen harter und weicher Hirnhaut. Dem kann eine kleine Verletzung 4 – 6 Wochen vorausgegangen sein. Evtl. auch ohne Trauma bei Behandlung mit Gerinnungshemmern. Meistens bei alten Menschen und Alkoholikern.

Symptome:

  • entwickeln sich langsam
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Kopfschmerzen
  • Verlangsamung
  • Zunehmende Halbseitensymptomatik

Diagnostik:

  • CT

Therapie:

  • Hämatomausspülung und Drainagen über mehrere Tage

Prognose:

  • neigt zum Wiederauftreten

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+