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Prostatahypertrophie
Symptome:
- Miktionsstörungen
- Verzögerter Miktionsbeginn
- Verminderter Harnstrahl
- Längere Zeit des Wasserlassens
- Nachträufeln
- Ständig vermehrter Harndrang (auch nachts)
- Restharnbildung => Infektionsgefahr
- Evtl. akuter Harnverhalt (in jedem Stadium möglich)
Verlauf:
Vermehrte Beanspruchung der Blasenmuskulatur
- Verdickung der Blasenmuskulatur
- Dadurch wird die Blase nicht mehr vollständig geleert => Restharnbildung
- Durch die Restharnbildung entsteht die Gefahr einer aufsteigenden Infektion
- Gefahr der Niereninfektion, -stau oder -versagen
Vorsorgeuntersuchung:
Therapie:
Je nach Stadium: TUR-P mit Einlage eines Katheters in die Prostataloge und ein Katheterballon in die Blase
Ballonkatheter in der Prostataloge:
- Nach der Prostataentfernung entsteht eine innere Wundhöhle (Prostataloge), die in der Regel mit dem Blockungsballon eines so genannten Tamponadenkatheters komprimiert wird
- Da es trotz dieser Komprimierung aus der Wundhöhle nachbluten kann, wird die Blase kontinuierlich gespült
- Somit wird mögliches Blut sofort verdünnt, dass es nicht gerinnen kann und es zu keiner Koagelbildung kommt
- Der Spülkatheter bzw. die gesamte Blase können durch Blutkoagel verstopfen (Blasentamponade)
- Dadurch wird die Blase überdehnt => der Pat. spürt einen fast unerträglichen Blasenfüllungsdruck => das Wundgebiet wird weiter aufgedehnt, es kommt zu weiteren Nachblutungen und zu einem schmerzhaften Rückstau in die Nieren
- Die Spülflüssigkeit kann auch über einen SPK angeschlossen werden
- Tropfgeschwindigkeit so einstellen, dass der Urin rosa- oder fleischwasserfarben ist
- Körperwarme Lösungen verwenden, um ein Auskühlen des Pat. zu verhindern
- Bei Zunahme der Blutung Arzt- Info (Blockungsvolumen d. Katheters erhöhen
- Der Katheter kann zusätzlich mit einem Gewicht von ca. 200 - 500 g unter Zug (mit Hilfe einer Extensionsvorrichtung am Katheterende) gesetzt werden, wenn die Blutung trotz max. Spülung und Katheterblockung nicht zum Stehen kommt. Dadurch wird der Kompressionsdruck im Wundgebiet verstärkt.
- Pat. hat Bettruhe (nach AO)
- Koagel, die nicht durch den Tamponadenkatheter passen, müssen manuell vom Arzt ausgespült werden (sterile Blasenspülung vorbereiten mit 50- 100ml Spüllösung, zügige Instillation um die Koagel zunächst aus d. Katheter in die Blase zurückzutransportieren und anschließend zügige Aspiration um sie aus Blase und Katheter zu entfernen)
Nierenfunktion
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion
- Die Blutungsgefahr, Kreislaufverhältnisse und Laufgeschwindigkeit der Spüllösung bestimmen das Zeitintervall der Kontrolle der Flüssigkeit (=Urin und Spüllösung), die aus der Blase wieder herausläuft
- Ein- und Ausfuhr Kontrollen
Katheterballon in der Blase
- Der transurethrale Blasenkatheter dient nicht nur der Urinableitung, sondern auch zur Schienung der Wundnaht zwischen Urethra und Blasenhals
- Zur Entlastung der Anastomose kann er zusätzlich unter Zug gesetzt werden
- Da die Zugkräfte auf den Blasenboden wirken, unterstützen sie die notwendigen Heilungsvorgänge um die ehemalige Prostataloge herum
- Weitere Unterstützung kann erreicht werden, indem der Pat. die Beine leicht anwinkelt
Katheterentfernung
- wenn die Nachblutung steht
- wenn das Blockungsvolumen bis auf ca. 10ml reduziert werden konnte
- nach dem Entblocken verbleiben Wulstbildungen und Falten an der zuvor max. gedehnten Ballonmembran, sie reiben an der Harnröhrenschleimhaut => durch eine Restfüllung von ca. 1ml Blockflüssigkeit sind die Falten nicht mehr so unelastisch, die Entfernung atraumatischer, reibungsärmer und schmerzfreier
Unterstützung bei den ATL´s
Mann sein:
- Unsicherheiten in Bezug auf Intimität und Geschlechtsverkehr
- Auseinandersetzung mit der retrograden Ejakulation
- Durch die mögliche Einnahme von Hormonpräparaten kann es zur Gynäkomastie und zum Libidoverlust kommen
Maßnahmen:
- Gesprächsbereitschaft zeigen
- Gespräche mit dem Arzt anbieten
- Pat. versichern, dass die Richtungsumkehr des Samenflusses bei der Ejakulation keine Beeinträchtigung seiner Potenz oder des Orgasmus nach sich zieht => es unterbleibt lediglich der Samenerguss, der fließt in die Harnblase
- Selbsthilfegruppen
Für Sicherheit sorgen:
- Nachblutungen machen dem Pat. und den Angehörigen Angst
- Pat. hat in Bezug auf den Geschlechtsverkehr mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen, er wird evtl. Masturbationsversuche mit noch liegendem Tamponadenkatheter unternehmen
Maßnahmen:
- Pat. und Angehörige über die Färbekraft des Blutes informieren, um ihnen die Angst zu nehmen
- Pat. während seines Masturbationsversuches nicht beobachten (steht im Buch- hätte ich aber eh nicht vor)
- Bei 100%iger Sicherheit (Spermaflecken in der Bettwäsche, leichte Harnröhrenmündungsblutungen) Pat.- Info, dass die Manipulation die Wundheilung beeinträchtigt und es zur Nachblutung aus dem Wundgebiet und größeren Harnröhrenverletzungen kommen kann
Vor der Entlassung
- Durch mögliche Blasenschließmuskelverletzungen als Komplikation kann es zur Inkontinenz kommen
- Vor der Entlassung wird nochmals ein Uroflow mit anschließender Restharnbestimmung durchgeführt (Werte sollten 100 ml nicht überschreiten)
- Wird der Wert überschritten muss erneut Prostatagewebe entnommen werden
- Pat.- Info über die Untersuchung
- Auf Ängste des Pat. eingehen
- Über Ablauf der Untersuchung informieren
- Pat. sollte während der Untersuchung entspannte Sitzposition einnehmen, gefüllte Blase haben ohne unangenehmen Harndrang zu haben, geleertes Rektum
- Weitere Betreuungsangaben an die Ausprägung der einzelnen körperlichen Funktionsstörungen und an die Bedürfnisse des Pat. anpassen
- Schmerzen, Atmung, Körperpflege, Mobilisation, Zu- und Ableitungen (Wunddrainagen, Venenkatheter) erhöhte Aufmerksamkeit schenken
Beratung zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit zu Hause
- Wundheilungsvorgänge erst nach 6- 8 Wochen abgeschlossen
- Pat.- Info über die Ziele der Ruhigstellung des inneren Wundgebietes
- Körperliche Belastungen können Nachblutungen auslösen:
- Starke Erschütterungen z.B. durch Reiten, Dauerlauf, Arbeiten mit dem Presslufthammer, Trecker fahren
- Temperaturschwankungen: Sauna, Wechselbäder
- Muskelanspannungen: (hier insbesondere Blasenhals und Harnröhre) durch eine Erektion bzw. Ejakulation
- Abdomineller Pressdruck zur Darmentleerung
- Pat.- Info, dass bis zur vollständigen Wundheilung dysurische Beschwerden normal sein können
- Pat.- Ratgeber mitgeben und auf Selbsthilfegruppen verweisen
- Verlaufskontrollen empfehlen
- Bei Kinderwunsch des Pat. kann eine Samenaufbereitung hingewiesen werden
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