Autor/in: Nimue

Pneumonie Lungentuberkulose und Lungenödem

Pneumonie

Pneumonie ist eine Lungenentzündung, die im Alter lebensbedrohlich ist.

Primäre Pneumonie:         tritt ohne Vorerkennung beim Gesunden auf.

Sekundäre Pneumonie:   Folge von Vorerkrankung, z.B. Bronchitis, Herzinsuffizienz, Bettlägerigkeit, Abwehrschäche, Karzinom.

Es gibt folgende Risikofaktoren:

  1. Bettlägerigkeit, Immobilität
  2. Eingeschränkte, oberflächliche Atmung (Schonhaltung bei Schmerzen)
  3. Eingeschränktes Abhusten
  4. Schluckstörungen (Aspirationsgefahr)
  5. Schlechte Mundhygiene
  6. Bestehende Lungen- und Atemwegserkrankungen
  7. Herzerkrankungen (führen zu mangelnder Durchblutung der Lungen)

Symptome

Beim alten Menschen oft untypische Zeichen:

  1. Schwäche
  2. Schlechtes Allgemeinbefinden
  3. Atembeschwerden
  4. Geringe Temperaturerhöhung
  5. Desorientiertheit durch mangelnde O²-Versorgung des Gehirns

Aber auch klassische Leitsymptome:

  1. Plötzlicher Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl
  2. Hohes Fieber mit Schüttelfrost
  3. Vermehrtes Schwitzen
  4. Husten mit Auswurf: zunächst schleimig, eitrig später auch rot-braun
  5. Tachykardie, Hypotonie
  6. Flache und beschleunigte Atmung (Nasenflügeln)
  7. Zyanose bei ausgedehnter Pneumonie
  8. Thoraxschmerzen bei mit entzündetem Brustfell
  9. Atemgeruch: fade-süßlich bis faulig-stinkend

Therapie und Pflege

  1. Bettruhe in akuter Phase: Krankenhauseinweisung mit Arzt absprechen
  2. Medikamente, z.B. Antibiotika bei bakterieller Infektion
  3. Atemunterstützende Maßnahmen: Lagerung, abwechselnd Oberkörperhochlagerung, V-Lagerung, T-Lagerung usw. Produktives Abhusten, evtl. Sekret absaugen, Atemgymnastik mit KG absprechen. O²-Gabe bei Luftnot und Zyanose
  4. Sekret lösen: Medikamente, Brustwickel, rhythmische Einreibung, Luft befeuchten

Alle Prophylaxen durchführen:

  1. Ernährung. Leichte, vitamin- und kohlehydratreiche Kost, Wunschkost anbieten, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Flüssigkeitsbilanz
  2. Mobilisation nach individuellem Stufenplan und Arztabsprache

Krankenbeobachtung

  1. regelmäßig Temperatur kontrollieren
  2. RR und Puls kontrollieren
  3. Haut beobachten
  4. Sputum: Ist Abhusten möglich, Farbe, Konsistenz, Menge, Geruch, Beimengen
  5. Ausscheidungen beobachten: Schweiß, Urin, Stuhl, Sputum
  6. Allgemeinbefinden

Lungenödem

Austritt von Gewebsflüssigkeit der Lunge in die Alveolen (Wasser in den unteren Luftwegen). Meist Folge einer Linksherzinsuffizienz. Der Gasaustausch ist erheblich gestört.

Symptome

  1. Rasch auftretende schwere Atemnot
  2. Brodelnde und rasselnde Atemgeräusche, sog. „Kochen der Brust“
  3. Zyanose, Tachykardie, erniedrigter RR, Schweißausbruch
  4. Evtl. schaumiger Auswurf
  5. Angst, Unruhe, Todesangst, Sprechen meist nicht mehr möglich

Therapie und Pflege

! Erstmaßnahmen !

  1. Oberkörper erhöhen (sitzend), Beine tieflagern
  2. Nitroglyzerin nach Bedarfsanordnung RR messen: Systolischer Wert sollte mind. 110 mmHg betragen
  3. Arzt oder Notärztin verständigen
  4. Evtl. Atemwege absaugen
  5. Evt. O²-Gabe 2l/min.
  6. Zu Pflegenden beruhigen, nicht allein lassen
  7. Wenig Flüssigkeit trinken lassen (Entlastung)
  8. Krankenhauseinweisung vorbereiten

Ärztliche Therapie

Schmerzbekämpfung, Sedierung bei starker Unruhe, Stabilisierung der Herz- Kreislaufsituation, entwässernde Medikamente, Sauerstoff, evt. Beatmung

Tuberkulose

Tuberkulose (Tbc, Schwindsucht): Infektion durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis. Chronischer Verlauf. Lokalisation: hauptsächlich Lungen einschließlich Hilus und Atemwege, selten Hirnhaut, Knochen, Nieren und Gelenke. Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Insgesamt in Mitteleuropa seltene Erkrankung,  etwas häufiger jedoch bei alten Menschen durch wiederaufleben einer früheren Infektion.

Formen und Symptome

Primäre Tbc:  Ansteckung meist über Atemwege (Tröpfcheninfektion). Bildung von  Primärkomplex (Primärherd plus befallener Lymphknoten) in der Lunge. Primärherd verkalkt später, enthält aber noch lebende Tuberkelbakterien. Bei guter Abwehrlage ist der Erkrankte durch diese Abkapselung geheilt (geschlossene Tuberkulose, nicht ansteckend), ohne das Symptome erkennbar sind. Meist ohne Symptome, evtl. grippeähnliche Symptome, manchmal Fieber, Nachtschweiß, Husten, Auswurf, knotige Hautveränderung.

Postprimäre Tbc:   Kann dem Primärkomplex unmittelbar folgen oder später auftreten. Wiederaufleben alter Herde aufgrund einer Abwehrschwäche. Gründe können z.B. hohes Alter, Kortisontherapie, Diabetes mellitus, Alkoholismus, AIDS, Tumoren sein. Es können neben der Lunge auch andere Organe befallen werden. Durch Einschmelzung eines Lungenherdes entsteht eine Kaverne (Höhle) mit Kontakt zum Bronchialsystem. Person atmet Tuberkelbakterien aus (offene Tuberkulose, ansteckend!).

Symptome

Chronischer Husten, Nachtscheiß, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust (Schwindsucht), Leistungsminderung, Bluthusten, Thoraxschmerzen, Fieber.

Therapie und Pflege

Vorsorge: BCG-Impfung, Screening (Suchtest) von Kontaktpersonen.

  1. Kombinationstherapie mit 3-4 gegen Tuberkelbakterien wirksamen Antibiotika ( Tuberkulostatika)
  2. Bei offener Tbc Behandlung im Krankenhaus. Da infektiös: Isolation
  3. Im akuten Stadium Bettruhe; anschließend Schonung, stufenweise Mobilisation
  4. Frischluft
  5. Atemübungen (KG)
  6. Beim Abhusten unterstützen, hygienischer Umgang mit Sputum
  7. Im Kontakt mit Tbc-Kranken Mundschutz tragen, nicht anhusten lassen; Schutzkittel, Einmalhandschuhe bei möglichen Kontakt mit Sputum
  8. Medikamenteneinnahme überwachen, langzeitige Einnahme notwendig
  9. Vitalzeichen, Gewicht kontrollieren, Sputum und Husten beobachten

Tips, Tricks & Fallen

  1. Eine Tbc kann sowohl im Früh- als auch im Spätstadium offen, also ansteckend sein. Entscheidend ist, ob die Bakterien Anschluss an die Außenwelt haben, z.B. bei Lungenbefall über Ausatemluft, bei Nierenbefall über den Urin, oder abgekapselt sind.
  2. Tbc ist bei Erkrankung und Tod meldepflichtig (Gesundheitsamt).

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