Autor/in: Luna5

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Definition:

Sauerstoff gelangt mit dem Blut in die Gewebe und Organe. Eine gute Durchblutung ist daher Voraussetzung für eine gute Versorgung mit Sauerstoff. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) handelt es sich um chronische Verengungen und Verschlüsse im Bereich der Becken- und/oder Extremitätenarterien, d.h. die Blutversorgung ist gestört. Die PAVK betrifft meistens Männer.

Ursachen:

Zugrunde liegt eine Einengung (Stenosierung) bzw. Verschluss der Gefäße. In etwa 95% der Fälle eine degenerative Gefäßveränderung (z.B. Arteriosklerose), ansonsten liegen Gefäßentzündungen zugrunde.

Symptome:

Folge der PAVK sind Durchblutungsstörungen, meistens sind die unteren Extremitäten betroffen. Typisch sind Schmerzen, die den Patienten zwingen, beim Gehen regelmäßige Pausen zu machen (Claudicatio intermittens), im Volksmund wird diese Krankheit auch oft die „Schaufensterkrankheit“, oder „Raucherbein“ genannt. Da die betroffenen Personen nicht selten die Erholungspausen durch einen unauffälligen Stop vor einem Schaufenster tarnen. Andere Krankheitsanzeichen sind Schwäche, Kältegefühl, sowie livide (blassbläuliche) Verfärbungen der Extremitäten.

Stadieneinteilung:

 

Stadium I :

  • Verengung der Arterien, aber keine Beschwerden

Stadium II :

  • Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit)
  • Belastungsschmerz
  • Schmerzfreie Gehstrecke mehr als 200 m = Stadium IIa
  • Schmerzfreie Gehstrecke unter 200 m = Stadium IIb
  • Risikofaktur im Stadium II sind nicht heilende Verletzungen

Stadium III :

  • Schmerzen, besonders wenn die Beine horizontal liegen

Stadium IV:

  • Ruheschmerz, offene Beine (Ulkus) Verlust von Gewebe (Nekrose)

Stadieneinteilung der PAVK nach Fontaine

Risikofaktoren:

  • Rauchen (Nikotin ist Gift für die Gefäße)
  • Diabetes (Diabetiker haben ein 3 bis 5mal größeres Risiko an PAVK zu erkranken)
  • Bluthochdruck (ständige Belastung für die Arterien)
  • Falsche Ernährung (fördert Entstehung v. Arteriosklerose)
  • Erhöhtes Cholesterin
  • Bewegungsmangel(Übergewicht ist ein wichtiger indirekter Risikofaktor)
  • Stress (Entstehung von Arteriosklerose kann begünstigt werden)

Therapie:

  • Konsequente Bekämpfung der Risikofaktoren und Grunderkrankungen:
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Korrekte Einstellung des Blutzuckers, event.Übergewicht reduzieren
  • Viel Obst und Gemüse essen, pflanzliche Öle und Fette bevorzugen
  • Regelmäßiges Gehtraining
  • Stress vermeiden

Stadium I und II :

  • Gehtraining und spezielle Gymnastik um die Beschwerden zu verringern. Beim Gehtraining bilden sich neue Blutgefäße, die Schmerzen nehmen ab.

Stadium III und IV :

  • Hier haben sich oftmals schon Nekrosen gebildet und die Amputation der betroffenen Gliedmaßen ist oft unumgänglich um das Leben des Patienten zu retten.

Medikamentöse Behandlung:

  • Thrombozytenfunktionshemmer(z.B. ASS)
  • Durchblutungsfördernde Medikamente ( z.B. Pentoxyfillin )
  • Antikoagulantien/Gerinnungshemmer

Operative Verfahren:

Hier werden die verengten Arterien wieder erweitert oder die Engstelle wird umgeleitet. Operative Verfahren kommen in der Regel nur bei fortgeschrittener PAVK in Betracht, wenn die Erhaltung der betroffenen Gliedmaßen gefährdet ist. Ballondilatation/PTA perkutane transluminale Angioplastie Auch Stentimplantationen sind möglich TEA/ Thrombendarteriektomie, Desobliteration(dabei wird der Thrombus „ausgeschält“ Die TEA bleibt kurzen Stenosen vorbehalten, da die Gefahr eines erneuten Verschlusses mit der Länge des operierten Gefäßabschnittes steigt. Bypass-Operationen sind bei langstreckigen Stenosen besser geeignet, dabei wird der verschlossene Gefäßabschnitt mit einer Prothese aus körpereigenem Material umgangen.

Pflege der Beine und Füße:

  • Auf kleinste Verletzungen, Blasen und Rötungen achten.
  • Zehenzwischenräume sorgfältig abtrocken.
  • Zehennägel nicht zu kurz schneiden, besser zur Fußpflege gehen.
  • Vermeiden von heißen Fußbädern, und Heizkissen
  • Keine engen Schuhe tragen(Drucknekrosen)
  • Beine beim Sitzen nicht übereinander schlagen, damit die Blutgefäße nicht abgedrückt werden.
  • Diabetiker müssen besonders vorsichtig sein: da die Zuckerkrankheit zu Schmerzunempfindlichkeit führen kann.TäglicheKontrolle ist daher besonders wichtig!

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