Autor/in: K.Biesgen

Neurosen & Psychosen

Neurose

Unter einer Neurose versteht man eine auffällige Verhaltensweise,

die auf ein seelisches Trauma,

schwere Belastung oder

schwere ungelöste Konfliktsituationen zurückzuführen sind.

Diese negativen seelischen Erlebnisse – bzw. Belastungen- konnten nicht verarbeitet werden.

Man unterscheidet echte Neurose (unbekannte Ereignisse aus der Kindheit) und Neurotische Reaktion (bekanntes Ereignis aus der Jugend oder aus dem Erwachsenen Alter).

Symptome:

Angststörungen

  • Angstneurose

Es handelt sich um allgemeine Angstgefühle oder einen Angstzustand.

Die Angst ist nicht auf eine bestimmte Situation oder Sache bezogen.

Sie überkommt unmotiviert den psychisch kranken Menschen.

  • Phobien

Es handelt sich um ein Angstgefühl,

der sich auf eine bestimmte Situation oder Sache bezieht.

Man bezeichnet diese Art Angst als Phobie.

Angst kann sich in verschiedener Weise zeigen:

  1. Angst kann negative Erscheinungen auslösen:
    • Herzklopfen
    • schneller Puls
    • Angstschweiß
    • Zittern
    • beschleunigte Atmung
  • Angst kann sich in bestimmten Verhaltensweisen zeigen, die die Absicht haben, der angeblichen Gefahr zu entgehen:
    • Flucht
    • Weglaufen
    • sich Einschließen
  • Vermeidung von angstauslösenden Situationen
Beispiele von Phobien:
  • Tierphobien – Angst vor Spinnen, Hunden
  • Klaustrophobie – Angst vor verschlossenen Räumen
  • Agoraphobie – Angst vor großen & belebten Plätzen

Zwänge:

  • WaschzwangBetroffene waschen sich unzählige Male am Tag die Hände, sie können sich dagegen nicht wehren, auch wenn es ihnen bewusst ist, daß es unsinnig ist.
  • Zwangsgedankengesündigt zu haben, Blut ständig sehen, sexuelle Phantasien.

Organneurosen:

  • im Gegensatz zu den bisherigen psychischen Auffälligkeiten, werden hier Organbeschwerden angegeben.z.B. ähnlich einem HerzinfarktAtemstörungen ähnlich einer LungenentzündungFür den Arzt ist es oft sehr schwierig,

    ein wirkliches Organleiden auszuschließen.

Depressionen:

als Zeichen einer Neurotischen Reaktion und Neurose

Symptome:      –     traurig,

    • schwermütige Gemütsstimmung
    • Antriebsmangel
    • verlangsamtes Denken und Wahrnehmen
    • Angst und Selbstvorwürfe
    • mangelndes Selbstvertrauen
    • Schlaflosigkeit
    • organische Störungen, wie Verdauungsstörungen
    • Herzschmerz & Herzdruck
    • Schweißausbrüche
    • Potenzstörungen

Bei allen Formen der Depression muß immer an die Suizidgefährdung gedacht werden!

Psychosen

Man spricht von endogenen Psychosen (diese psychische Erkrankung kommt von „innen“).

Es führen also keine äußeren Ursachen zu diesem Krankheitsbild –

keine schweren Schicksalsschläge,

keine schweren seelischen Konflikte und auch

keine schweren körperlichen Erkrankungen (z.B. Erblindung, Lähmung).

Die Verhaltensweise ist für einen psychisch gesunden Menschen nicht verständlich,

nicht einfühlbar, es sind keine logischen Zusammenhänge zu erkennen.

3 Formen der endogenen Psychose:

1.   Schizophrenie                         Spaltungsirresein (Persönlichkeit gespalten in 2 Personen)

  1. Manie                                     gehobene, heitere Stimmung, vor nichts Angst haben-

Blick für die Realität verloren

  1. Endogene Depression            Gegensatz von Manie- Suizidgefahr!!

Schizophrenie

Ursache:

endogene Psychose ist ein Erbleiden

bestehen hormonelle Einflüsse, Frauchen erkranken häufiger als Männer

die ererbte Krankheit tritt häufig als typisches Krankheitsbild mit typischen Symptomen auf:

  • bei hormonellen Umstellungen
  • Pubertät
  • Schwangerschaft – Wochenbett – Stillzeit
  • Wechseljahre
  • beginnender Alterungsprozeß (55.- 60. Lebensjahr)

Verlauf:

  • Krankheit verläuft in Schüben
  • d.h., daß die Symptome schubweise, phasenweise auftreten
  • dazwischen liegen relativ beschwerdefreie Zwischenzeiten
  • man beobachtet in den meisten Fällen, daß jeder Schub eine Schädigung hinterlässt, die sich über Monate und Jahre in einem Persönlichkeits- und Intelligenzabbau zeigt.

Symptome:

  • normale oft überdurchschnittliche Intelligenz
  • Denkstörungen
  • Wahn
  • Sinnestäuschungen
  • Affektstörungen
  • Autismus
  • Antriebs- und Bewegungsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen

Erläuterungen der Symptome:

  1. Denkstörungen
    • Denkvorgänge sind nicht nachvollziehbar
    • die Gedanken überstürzen sich und haben keinen Zusammenhang,
    • sind plötzlich blockiert, wechseln das Thema ohne den Gedanken zu beenden
    • es fehlt ein logischer Zusammenhang
    • es zeigen sich auch Wahnvorstellungen- „die Gedanken würden von unbekannten Mächten aufgezwungen“
    • dabei kann es zu neuen Wortbildungen kommen „Welternährungsapotheke“
  1. Wahn
  • Beeinflussungswahn– Radiowellen, unterirdische Strahlung beeinflusst das denken
  • Verfolgungswahn- Geheimpolizei, Außerirdische, Betroffener wagt sich nicht aus dem haus, Auf die Straße oder in ein Lokal
  • Größenwahn- Betroffener glaubt Paps zu sein oder der Erlöser, der die Menschheit rettet –Begnadungswahn
  • Vergiftungswahn- glauben werden vergiftet, nehmen keine Medikamente, essen ist vergiftet, Leitungswasser ist vergiftet
  • Eifersuchtswahn
  1. Sinnestäuschungen
  • Trugwahrnehmungen, Sinnestäuschungen
  • es werden Stimmen gehört oder Sachen gesehen, die nicht vorhanden sind- Menschen, Tiere, Märchenwesen
  • gleiches bezieht sich auch auf Fühlen, Schmecken und Riechen
  • Leibhalluzinationen- z.B. spürt man wie, das Gehirn ausgesaugt wird

wie die Leber von Würmern zerfressen wird

  1. Affektstörungen (Störungen des Gefühlslebens)
  • übertriebene Traurigkeit (unmotiviert) mit Verzweiflung und     Selbstmordgedanken
  • ein Grund ist nicht vorhanden
  • oder ekstatische Glücksgefühle ohne Grund
  1. Autismus
  • Betroffene ziehen sich in sich selbst zurück
  • schließen sich von der Außenwelt völlig ab
  • kein Kontakt möglich
  • sie leben in ihrer Wahn- Welt und kennen die reale Welt nicht mehr

6.  Antriebs- und Bewegungsstörungen

  • Antriebslosigkeit- Betroffene sitzen teilnahmslos in ihrem Zimmer
  • keinerlei Interesse, sprechen und essen nicht
  • kann zum Extrem kommen, keine Regelung der Stuhl- und Urin- Funktion

7.  Persönlichkeitsstörungen

  • glauben nicht mehr Sie selbst zu sein,
  • Körperteile gehören nicht mehr zu ihnen
  • sie sind Christus und müssen die Welt erlösen
  • Verschrobenheit
  • Haltlosigkeit & Intelligenzverlust

Formen der Schizophrenie:

man unterscheidet 3 Formen

  1. Hebephrenie
    • beginnt in jungen Jahren (Pubertät bis 20.Lebensjahr)
    • erste Symptome: Antriebsarmut, Wahnideen, heiteres läppisches Benehmen
    • handelt häufig um intelligente Schüler, die dann plötzlich in der Schule versagen
    • Verlauf ist schubweise
    • bei jedem Schub bleiben Schäden zurück, die dann über Monate und Jahre       zu Persönlichkeits- und Intelligenzabbau bis hin zur Depression führen
    • ganz selten kommt es zur Selbstheilung
    • Heilungs- Chancen sind am schlechtesten
  1. Katatone Schizophrenie
  • beginnt etwa um das 25. Lebensjahr
  • auffällig ist das motorische Verhalten
  • akute Erregung mit entsprechenden Bewegungsabläufen und
  • plötzliche Bewegungssperre
  • es können auch Wahnideen und Halluzinationen auftreten
  • Heilungs- Chancen sind am günstigen
  1. Paranoide (wahnbildene) Schizophrenie
  • beginnt erst um das 35. Lebensjahr, oft auch später
  • im Vordergrund stehen Wahnideen, treten auch Denk- und Affektstörungen auf
  • es tritt kein Persönlichkeitsverfall, kein Intelligenzabbau auf
  • Heilungs- Chancen sind relativ günstig

Therapie:

Medikamente» Neuroleptika: – wirken besonders bei Erregungszuständen

– dämpfen auch Wahnideen und Halluzinationen

Neuroleptika  können die Aktivität der Bewegung derartig dämpfen, dass das Krankheitsbild einem Parkinson ähnelt (Tremor, Speichelfluss, fehlende Mimik, Gangstörungen)

Man muß in derartigen Fällen Antiparkinson- Medikamente geben.

Elektroschock

Pflege:

  • besondere Zuwendung
  • Gefühl der Sicherheit geben
  • Geduld
  • Bezugsschwester
  • Beschäftigungs- & Arbeitstherapie

Aggression

Die Grundstimmung ist Angst, Versagensangst die der Bewohner aber nicht zugeben mag.

Zu Aggressionen führen:

  • eine angeborene Neigung (Charaktereigenschaft)
  • ein erlerntes Verhalten
  • sie sei notwendig für die Abwehr und Selbstverteidigung des Menschen
  • durch Erziehung und gesellschaftliche Regeln sei dieser Aggressionsbetrieb beeinflussbar, bzw. regulierbar

2.   „Wenn einer nicht bekommt, was er will, fühlt er sich frustriert!“

  • Frustrations- Aggressions- Theorie
  • Frustration entsteht, wenn Menschen daran gehindert werden, ihre Bedürfnisse zu                      befriedigen, bzw. ihre Wünsche nicht erfüllt werden.

Unabhängig von den genannten Ursachen ist die Aggression in der Hauptsache-

in ihrem Grundmotiv- eine Methode, sich in der Umwelt zu behaupten.

Äußerungen und Formen der Aggression:

Eine Aggression ist wie erwähnt, eine Methode, sich in der Umwelt zu behaupten.

So gesehen ist die Aggression nicht immer falsch, ungesund oder unerwünscht.

Die Art und Weise, wie diese Aggression ausgetragen wird,

kann aber falsch sein, kann unerwünscht oder gar gefährlich sein.

Kann weitere Aggressionen bei anderen wecken » Schlägerei

Eine erwünschte Aggression kann auch eine Selbstverteidigung sein.

Formen: man unterscheidet 2

  • nach außen gerichtete Aggression
  • nach innen gerichtete Aggression

nach außen gerichtete Aggression

  • verbale Aggressionen

=  Aggressionen mit Worten

    • schimpfen
    • fluchen
    • schreien
    • toben
    • obszöne Worte
    • Androhung von Gewalt
    • Worte können nicht körperlich wehtun, aber kränken, erstrecken

Körperliche Aggression

  • schlagen
  • treten
  • kratzen
  • stechen
  • zwicken
  • zerstören von Gegenständen

es gibt auch versteckte Aggressionen, bei denen heimlich und versteckt Mitmenschen „gepiesackt“ = geärgert werden, gedemütigt, nicht beachtet.

Die Aggressionen richtet sich gegen Mitmenschen, Familienangehörige, Heimbewohner, Pflegepersonal…..

nach innen gerichtete Aggression

  • Aggression richtet sich nach innen, richtet sich auf die Person selbst
    1. zeigt sich als Depression (auch Suizid- Gefahr)
    2. kann auch zu „Selbstverletzungen“ kommen (Schnittverletzungen)

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