Autor/in: B. Pafel

Myocardinfarkt (Herzinfarkt)

Ursache:

Meistens kommt es auf dem Boden einer Koronarsklerose zur Bildung eines gefäßverschließenden Thrombus, dies führt zum Absterben des Herzmuskelgewebes, das von dieser Arterie versorgt wird

= Nekrose.

Symptome:

  • Lang anhaltende intensive Angina pectoris- Beschwerden, die durch Ruhe und Nitroglycerin kaum zu beeinflussen sind.
  • Dispnoe = Atemnot
  • Eventuell Zyanose = Blauverfärbung der Haut durch O2 = Sauerstoff- Mangel
  • Vegetative Begleitsymptomatik: Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Schneller oder langsamer und / oder unregelmäßiger Puls
  • RR kann erhöht, normal oder niedrig sein
  • Todesangst

Maßnahmen:

  • Lagerung: Oberkörper erhöht
  • Notarzt rufen
  • Dabei bleiben, beruhigen
  • Vitalzeichen engmaschig kontrollieren (Puls, RR, Atmung, Bewusstsein)
  • Beengende Kleidung öffnen

Haupttodesursachen:

  • Herzrhythmusstörungen » Herzstillstand
  • Kardiogener Schock = Herz- Kreislaufversagen durch mangelnde Pumpleistung

Komplikationen:

  • Häufigste Todesursachen sind Herzrhythmusstörungen, die zum Herzstillstand führen und der kardiogene Schock.
  • Herzinsuffizienz (Myokard wird durch Narbengewebe ersetzt, das nicht an der Kontraktion teilnimmt).
  • Reinfarkt, d.h. ein erneuter Infarkt.

Diagnostik:

  • Krankheitszeichen
  • EKG (Ruhe-EKG)
  • Blutuntersuchung auf Herzenzyme (Troponin, CK, GOT und LDH)
  • Koronarangiographie
  • Echokardiographie

Therapieprinzipien:

Akute Phase:

  • Behandlung auf der Intensivstation mit engmaschiger Überwachung der Vitalzeichen, Schmerzbehandlung und Behandlung der Komplikationen.
  • Lysetherapie, d.h. man löst den gefäßverschließenden Thrombus mit einem Medikament auf z.B. t-PA oder Streptokinase.
  • Evtl. Akut -PTCA (Ballonkatheterweiterung) mit Stenteinlage.
  • Bei Stabilisierung Verlegung auf die Normalstation.
  • Medikamente die die Prognose des Herzinfarktes verbessern: ACE-Hemmer (entlasten das Herz durch RR-Senkung, Betablocker => entlasten ebenfalls das Herz durch RR- Senkung und mindern das Risiko für Herzrhythmusstörungen), ASS zur Vorbeugung eines weiteren Infarktes.

Danach:

  • Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik mit Gesundheitsbildung (Abbau von Risikofaktoren für die Arteriosklerose), Koronarsportgruppen, psychischer Betreuung => Abbau von Ängsten.
  • Falls noch nicht erfolgt, Überprüfung ob eine invasive Methode angezeigt ist (z.B. Bypass) um die Durchblutungssituation am Herzen zu verbessern.

Wiedereingliederung in den Alltag:

  • Koronarsportgruppen
  • Ausschalten aller Risikofaktoren
  • Fettarme, ballaststoffreiche Kost, Zufuhr mehrfach ungesättigter Omega- 3- Fettsäuren
  • Mediterrane Kost: regelmäßige Verwendung von Obst; Gemüse, Olivenöl, Fisch, mäßiger Weinkonsum.
  • Vermeidung von Stress

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