Autor/in: K.Biesgen

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose, kurz MS genannt, gehört zu den häufigsten organischen Nervenerkrankungen.

Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung des ZNS.

Die Ausbreitung erstreckt sich über das Gehirn & Rückenmark.

Es kommt zu diffusen herdförmigen Schädigungen der Markschicht – der Myelinschicht,

die die Axone umkleiden.

Diese Entzündung führt zu sklerotischen, narbigen Veränderungen.

Dadurch wird die Leitfähigkeit der Axone behindert oder sogar aufgehoben (Lähmung).

Ursache:

  • unbekannt

man vermutet:

  • Autoimmunerkrankung
  • Virusinfektion

auffällig:

  • Erkrankung kommt viel häufiger in den nördlichen Gebieten der Erde vor Als in den südlichen.

Symptome:

  • beginn ist schleichend und zunächst uncharakteritisch
  • manche Symptome können wieder abklingen
  • andere treten auf und schreiten fort

zunächst werden

  • Missempfindungen (Paraesthesien) angegeben,
  • Kribbeln in den Extremitäten,
  • gestörter Tastsinn (Sensibilitätsstörungen),
  • Schnür- und Bandgefühl,
  • herabgesetzte Empfindlichkeit,
  • Berührungsreize werden kaum wahrgenommen
  • Typische Symptome Sehstörungen durch Entzündung der Sehnerven
  • Bewegungsstörungen an einzelne Gliedmaßen
  • es kommt zu spastischen Lähmungen (Paresen) mit deutlicher Tonuserhöhung
  • Bauchdeckenreflexe sind erloschen
  • Koordinationsstörungen durch Beteiligung des Kleinhirns man spricht von cerebellarer Ataxie (Gleichgewichtsstörungen)
    • dazu gehören Zielwackeln (Intensionstremor)
    • Gangstörung (torkelnder Gang)
  • skandierende Sprache (Sprache undeutlich, schlecht artikuliert)
  • Schluckbeschwerden treten auf » Aspiration

(Gefahr der Aspirationspneumonie oder Erstickung) »                                                          kann eine Sondenernährung notwendig werden

  • Nystagmus (Augenwackeln)
  • Blasenstörungen:
    • Inkontinenz (Blase kann das Wasser nicht halten)
    • Retentionsblase (Zurückhalten) Blase kann nicht vollständig entleert werden, es bleibt Restharn (Gefahr der chronischen Blasenentzündung und zum Nierenbecken aufsteigende Harninfektion) verursacht keine schmerzen » Schrumpfniere
Charakteristische Symptome:
  • spastische Lähmung
  • Intensionstremor
  • Nystagmus
  • skandierende Sprache
  • Psychische Auffälligkeiten
  • Euphorie (können die schwere ihres Krankheitsbildes nicht einschätzen)
  • später oft Depression

Krankheitsverlauf:

3 Verschiedene Verlaufsformen in Schüben:

  • eine kleine Gruppe, etwa 15%, zeigt nach einem oder mehreren Schüben eine Heilungstendenz.

Krankheitsprozess kommt zum Stillstand, wenige Narben, bzw. Sklerosierungen,        führen nur zu geringer Funktionsbeeinträchtigungen.

  • Wiederholte Schübe führen zu allgemeiner Verschlechterung

Motorische Störungen – Ataxie, Lähmungen- stehen im Vordergrund

Pflegerische Hilfe notwendig

  • Langsame aber kontinuierliche Verschlechterung

Nur noch Leben im Rollstuhl oder ständige Bettlägerigkeit

Gefahr bei allen Dauerliegern:
  • Dekubitus (Druckgeschwür)
  • Pneumonie
  • bei Schluckbeschwerden Gefahr der Aspiration (Aspirationspneumonie » Erstickungstod – in manchen Fällen kann die Ernährung nur durch eine Sonde vorgenommen werden )
  • Spastische Kontrakturen an den gelenken (Physiotherapie- Lagerung)
  • Bei Inkontinenz der Harnblase kann sich eine chronische Harnblasenentzündung

Entwickeln, bei aufsteigender Infektion über die Harnleiter bis in das Nierenbecken kann sich eine chronische Nierenbeckenentzündung entwickeln, die auf das Harn-Bildende Nierengewebe übergreift.
So entwickelt sich die Schrumpfniere

» Nierenversagen

» Dialyse wird notwendig

Besondere Gefahr sind keine Schmerzen & meist ohne Fieber bei chronischen Entzündungen.

Therapie & Pflege:

Da Ursache unbekannt ist eine gezielte Therapie nicht möglich!

Nur symptomatische Therapie findet Anwendung:
  • Kortison  …… ACTH (wirkt entzündungshemmend)
  • Immunsuppressiva – dämpft die Aktion der Immunkörper

(Verdacht dass Autoimmunkörper diese Krankheit auslösen)

BEACHTE:

  • Unterkühlung vermeiden
  • bei akuter Phase Bettruhe
  • vorsichtige Krankengymnastik – keine körperlichen Anstrengung
  • Überforderung vermeiden
  • Dekubitus- und Kontrakturenprophylaxe
  • Blasentraining
  • Gewöhnung an den Rollstuhl
  • Psychische Führung – Aufklärung der Angehörigen!!

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