Autor/in: Cordula

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche): Unvermögen des Herzens, das zur Versorgung des Körpers erforderliche Blutvolumen zu fördern.

Unfähigkeit den Blutauswurf. den in Ruhe (Ruheinsuffizienz) oder bei Belastung (Belastungsinsuffizienz) für den Stoffwechsel bzw. den Energiebedarf der Organe und Körpergewebe erforderlichen Blutauswurf aufzubringen („Vorwärtsversagen“)   bzw. den venösen Rückfluss aufzunehmen („Rückwärtsversagen“)

Stellt keine eigenständige Krankheit dar!!!

Formen:

  • Örtlichkeit
  • Linsherzinsuffizienz
  • Rechtsherzinsuffizienz
  • Globalinsuffizienz
    • Zustand
  • Der Mediziner spricht von einer kompensierten Herzinsuffizienz, wenn die Pumpleistung des Herzens durch Gegenregulationen wie Herzmuskelhypertrophie, Steigerung der Herzfrequenz, Erhöhung des Gefäßtonus und Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus so weit verbessert wird, dass ein ausreichendes Herzminutenvolumen gefördert werden kann
  • Bei der dekompensierten Herzinsuffizienz reichen diese Mechanismen nicht mehr aus.
  • zeitlicher Verlauf
    • akute Herzinsuffizienz:

Entwicklung in Stunden bis Tagen, symptomatisch durch den abrupten Abfall des       Herzminutenvolumens

  • chronische Herzinsuffizienz.

Entwicklung oft über Monate bis Jahre, die kompensiert oder dekompensiert sein      kann

Ursachen einer chron. Herzinsuffizienz

Ursachen einer akuten Herzinsuffizienz

  • KHK
  • Hypertonie (chronisch)
  • Herzklappenfehler (Spätstadium)
  • Dilatative Kardiomyopathie
  • Z. n. Peri-/Myokarditis
  • Z. n. konstriktiver Perikarditis
  • Herzrhytmusstörungen
  • Pulmonale Hypertonie
  • Hypovolämie
  • Schwere Anämie
  • Große Arteriovenöse Fisteln
  • Thyreotoxische Krise
  • akute Ischämie des Myokards
  • Myokardinfarkt
  • Myokarditis
  • Hochdruckkrise
  • Perikardtamponade
  • Lungenembolie
  • Herzrhytmusstörungen
  • Intoxikatioenen
  • Medikamente

 

Komplikationen:

  • Herzrhytmusstörungen und plötzl. Herztod
  • Lungenoedem
  • Thrombosen
  • Kardiogener Schock

Einteilung nach New York Heart Association:

Stadium 1: Keine Symptome » keine Einschränkung der körperlichen Aktivität Stadium 2: Beschwerden bei starker körperlicher Belastung » leichte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit Stadium 3: Beschwerden bereits bei leichter körperlicher Belastung » deutliche Einschränkung Stadium 4: Beschwerden in Ruhe (kardiale Dekompensation und Bettlägerigkeit) » hochgradige Einschränkung der Leistunsfähigkeit

Symptome:

Linksherz- insuffizienz

Klinische Symptome

Rechtsherz- insuffizienz

Klinische Symptome

Lungenstauung („Rückwärtsversagen“BelastungsdyspnoeRuhedyspnoe

Orthopnoe

Asthma cardiale

Lungenödem

Zyanose

HalsvenenstauungStauungsleber

Stauungsmagen

Stauungsniere

Öedeme, Anarsaka

Aszites

Druckgefühl im OberbauchÜbelkeit, Erbrechen

Proteinurie

Nykturie

Gespannter Leib

Pleuraerguss

„Vorwärtsversagen“Hypotonieausgeprägteste Form » kardiogener SchockDyspnoe

Bei der globalen Herzinsuffizienz bestehen die Symptome einer Rechts- / oder Linksherzinsuffizienz!

Diagnose:

  • Anamnese: Vorerkrankungen
  • Klinik: Bläasse, Zyanose, dritter Herzton, Oedeme, Aszites
  • Echo: Ventrikelgröße und –funktion
  • Röntgen-Thorax: Herzvergrößerung, Randwinkelergüsse, Klappenverkalkungen
  • Rechts-/Linksherzkatheter: Bestimmung der Drücke und O 2- Sättigung im großen und kleinen Kreislauf
  • EKG: ST-Änderung bei myokardialer Ischämie, Vorhofflimmer mit tachykardialer Überleitung bei Schilddrüsenerkrankungen….
  • Labordiagnostik: BGA, Blutbild, Serumelektrolyte, Serumkreatinin + TSH-Bestimmung liefern nur unspezifische Hinweise
  • Sprio-Ergometrie: max. O 2-Aufnahem des Herzens unter Belastung wird bestimmt
  • PET (Nuk Sache?)

Arbeitsblatt: Ursachen der Herzinsuffizienz, chronische Herzinsuffizienz, Lungenödem, Stoffaustausch

Kompensationsmechanismen (bin ich mir nicht sicher mit mangels Nachschlagemöglichkeit)

  • neuroendokrinologische Mechanismen (Katecholamine)

Sympathicus bewirkt Ausschüttung von RAAS und ADH » Flüssigkeitsauscheidung

  • Herzhypertrophie

Akut » Dilatation (Herzmuskelzellen „rücken“ auseinander, Muskel wird größer bei gleichbleibender Anzahl an Zellen » Fiederung)

Chronisch »   konzentrische Muskelverdickung (gleichmäßig)

Exzentrische Muskelverdickung (nur eine Seite verdickt)

Therapie:

Behandlungsziele sind:

  • Entlastung des Herzens
  • Stärkung der Kontraktionskraft des Herzmuskels
  • Elimination auslösender/unterhaltender Faktoren

Kausaltherapie (Therapie der Ursache):

  • Einstellung der Hypertonie
  • Therapie der KHK
  • der Myokarditis, Kardiomyopathie
  • der Herzrhytmusstörungen, gegebenenfalls. Schrittmacherimplantation
  • operative Korrektur von Klappenvitien, einer konstriktiven Perikarditis, Revaskulierungsmaßnahmen
  • Herztransplantation

Symptomatische Therapie:

allgemeine Maßnahmen ; körperl. und seelische Entlastung, vorsichtiges Ausdauertraining, Gewichtsnormalisierung, Thromboseprophylaxe, kochsalzarme, Kalium-   und Magnesiumreiche Ernährung, Stuhlregulation, Flüssigkeitsbilanzierung

Medikamentöse Therapie:

  • ACE-Hemmer : ACE-Hemmer (z.B. Lopirin®, Pres®) wirken gefäßerweiternd und werden bei der Herzinsuffizienz oft zusammen mit Diuretika gegeben. Im Gegensatz zu früher werden ACE-Hemmer heute bereits bei einer leichten Herzinsuffizienz gegeben, da sich in Studien eine erhebliche Prognoseverbesserung gezeigt hat
  • Diuretika: Diuretika schwemmen die Ödeme aus und entlasten so durch Senkung der Vor- und Nachlast das geschwächte Herz
  • β-Blocker: Sie verhindern ein Herunterregulieren der Katecholaminrezeptoren am Herzmuskel, d.h. die Zahl der b-Rezeptoren am Herzmuskel und damit auch die Ansprechbarkeit des Herzens auf Katecholamine bleibt bestehen
  • Digitalisglykoside: Digitalisglykoside wirken kontraktionsverstärkend am Herzmuskel. Ihre Anwendung wird durch zahlreiche, auch schon in therapeutischer Dosierung auftretende Nebenwirkungen eingeschränkt
  • Nitrate: Nitrate erleichtern die Herzarbeit durch ihre gefäßerweiternde Wirkung
  • Phosphodiesterasehemmer (z.B. Perfan®, Wincoram®) und Katecholamine (z.B. Dobutrex®, Dopamin) sind Substanzen, die – intravenös gegeben – auf Intensivstationen für kürzere Zeiträume überbrückend (etwa bis zu einer Herztransplantation) eingesetzt werden können, um die Schlagkraft zu verbessern. Bei längerer Behandlung kommt es zu einem weitgehenden Wirkungsverlust.

Pharma-Info: Digitalisglykoside

Digitalisglykoside (Herzglykoside, herzwirksame Glykoside):

  • Steigern die Kontraktionskraft des Herzmuskels (positive Inotropie)
  • Verlangsamen die Herzschlagfrequenz (negative Chronotropie)
  • Verzögern die Erregungsleitung (negative Dromotropie)
  • Steigern die Reizbildung (positive Bathmotropie).

Das geschwächte Herz kann mehr Blut auswerfen, d.h. es arbeitet ökonomischer, und alle peripheren Organe werden besser durchblutet. Die Digitalisglykoside unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Resorption und Ausscheidung. Allen gemeinsam ist aber die geringe therapeutische Breite, d.h. das Auftreten ernster Nebenwirkungen bereits bei geringfügiger

Überdosierung:

  • Übelkeit und Erbrechen können bereits bei therapeutischen Dosierungen auftreten
  • Sehstörungen (v.a. Farbensehen, Augenflimmern), Kopfschmerzen und Halluzinationen oder Verwirrtheit sind Zeichen einer Digitalisüberdosierung und zwingen zum Absetzen des Präparates
  • Das Auftreten von (vor allem bradykarden) Herzrhythmusstörungen wird durch die Digitalistherapie begünstigt.

Zur Vermeidung einer Digitalisintoxikation dienen regelmäßige EKG-Kontrollen, Kontrolle von Serum-Kreatinin und -Kalium sowie des Digitalisspiegels im Blut.

Nebenwirkungen treten vermehrt bei Hypokaliämie, Hyperkalzämie und Hypomagnesiämie auf. Ältere Menschen reagieren empfindlicher als jüngere. Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Gabe von β-Blockern oder Theophyllinen angezeigt.

Meist wird zu Beginn der Digitalisbehandlung eine Mehrfachdosis zur „Aufsättigung“ gegeben, um schnell einen wirksamen Digitalis-Spiegel im Blut und damit einen schnelleren Wirkungseintritt zu erzielen. Danach wird die Dosis auf die Erhaltungsdosis abgesenkt: Digitoxin (z.B. Digimerck®) wird am wenigsten über die Niere ausgeschieden. Deshalb wird es von vielen Ärzten bei älteren Patienten bevorzugt, da bei diesen praktisch immer eine zumindest latente Niereninsuffizienz vorliegt. Allerdings braucht es am längsten, bis es seine Wirkung erreicht hat, und bei einer Überdosierung klingen die Erscheinungen aufgrund der langen Halbwertzeit von ca. einer Woche nur langsam ab Digoxin und -abkömmlinge (z.B. Methyldigoxin, etwa in Lanitop®, oder Acetyldigoxin, etwa in Novodigal®) werden vor allem über die Nieren ausgeschieden. Ihre Wirkung tritt schneller ein und klingt auch rascher wieder ab als die des Digitoxins. Daher ist die Behandlung mit Digoxinpräparaten besser steuerbar, aber für Patienten mit Einschränkungen der Nierenfunktion wegen der Kumulationsgefahr ungeeignet.

Pflege bei Therapie mit Herzglykosiden

  • Pulsfrequenz und -qualität (regelmäßig? Extrasystolen?) kontrollieren und dokumentieren
  • Arzneimittelwirkung beobachten: Dyspnoe, Zyanose und Ödeme sollten zurückgehen
  • Auf Nebenwirkungen achten: Allergische Reaktionen (Erythem? Urtikaria?), Störungen des ZNS und der Psyche (z.B. Alpträume, Verwirrtheit, Depressionen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit), Störungen des Verdauungstraktes (Inappetenz, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Diarrhoe).

Überwachung der Symptome und der medikamentösen Therapie

  • Pat hinsichtlich Wirkung/NW beobachten, bewerten und der Medi´s aufklären,
  • Atmung: Dyspnoe, Stauungsbrochitis, Sputumbeobachtung
  • Blutdruck und Puls: in angemessene Abständen messen
  • Flüssigkeitshaushalt. Öedeme (mobile: an unteren Extremitäten, Bettlägrige Patient: Sakralödeme; später Anasarka = Unterhauöedeme); Bilanziernung, Nierenfunktion » Urinausscheidung; ZVD 2 mal täglich
  • Bewusstseinslage: Orientierung

Pflegerische Ziele und Maßnahmen:

      Ziele:

  • Linderung der Atemnot
  • Unterstützung bei körperlicher Tätigkeiten
  • Notsituationen beherrschen
  • Angst nehmen, Schmerzen linder
  • Überwindung von Lebensbedrohlichen Situationen
  • Vitalzeichenkontrolle, dadurch Früherkennung von Rhytmusstörungen, Blutungen etc.
  • Remobilisierung

            Maßnahmen:

  • Oberkörper hochlagern
  • Beine tief lagern, Verminderung der Vorlast
  • Bettruhe nach AO, keine körperlichen Anstrengungen
  • Prophylaxen
  • Hilfe bei Körperpflege, gegebenenfalls. Bei Nahrungaufnahem
  • Gewichtskontrolle!!!
  • Flüssigkeitsbilanzierung
  • Überwachung der medikamentösen Therapie
  • Darmtätigkeit anregen
  • ATS nur nach AO, Beine nicht wickeln!
  • Überwachung der Vitalzeichen(Puls, Blutdruck, Atmung, ZVD)
  • Hautbeobachtung
  • Schlafregulierung (Nykturie, Dyspnoe)
  • Darmtätigkeit anregen, z.B. mit Laktulose oder Weizenkleie
  • Lang andauernde Kälteeinwirkung vermeiden, da Kälte zu einer Verengung der peripheren Gefäße führt und damit den Widerstand erhöht, gegen den das Herz arbeiten muss
  • Körperliche Schonung ermöglichen, evtl. Bettruhe (Arztanordnung), um den Sauerstoffbedarf zu reduzieren. Besteht keine strenge Bettruhe, darf der Kranke sich entsprechend seiner Leistungsfähigkeit belasten. Patienten je nach seiner Belastbarkeit und Mobilität bei den täglichen Verrichtungen unterstützen, ggf. die entsprechenden Prophylaxen (wie Thrombose-, Pneumonie- und Dekubitusprophylaxen) durchführen
  • Patienten nötigenfalls mit erhöhtem Oberkörper lagern, optimale Schlafbedingungen schaffen (frische Luft, angenehme Raumtemperatur, Dunkelheit, Ruhe, keine schwere Mahlzeit vor dem Schlafengehen), da Atemnot und Nykturie den Schlaf des Betroffenen schon genug stören
  • Durch Anteilnahme (Zuhören und Gespräche) auf die Nöte und Sorgen des Patienten eingehen und dadurch psychisch stützen, insbesondere vor einer Herztransplantation.

Einleitung von Sofortmaßnahmen bei Auftreten eines Lungenödems:

  • Arztinfo
  • O 2-Gabe
  • Herzbettlagerung
  • Arme mit Kissen poltern » Schultergürtel ist entlastet » Atemhilfsmuskulatur kann arbeiten
  • Kurze, prägnante Basisinfo´s, z.B. das Arzt kommt
  • Absauggerät + Intubationsbesteck in Reichweite

Krankenbeobachtung bei chronischer Herzinsuffizienz

  • Vitalzeichen
  • ZVD
  • Flüssigkeitsbilanz
  • Körpergewicht
  • Sputum
  • Haut.

Unterstützung der ATL

Wach sein und schlafen: Diuretikagabe nicht am Nachmittag; Absprache wann Pflegeverrichtungen am kräftesparendsten sind (Duschen am Abend)

Sich bewegen: Überwachung der Vitalzeichen vor Mobilisationsübungen

Dekompensierte Herzinsuffizienz » keine thromboseprophylaktischen Maßnahmen im Sinne einer venösen Rückflussfördern » keine ATS

Sich waschen und kleiden: kräfteschonende Körperpflege; Angehörige die Patient zu Hause pflege frühzeitig miteinbeziehen

Essen und trinken:

  • Na reduziert, max. 6g täglich
  • Gewichtsreduktion
  • Häufige kleine Mahlzeiten
  • Verzicht auf schwer verdauliche + blähende Mahlzeiten
  • Flüssigkeitseingeschränkt (bei ballaststoffreicher Nahrung leicht erhöht)
  • Keine späten Mahlzeiten
  • Kein Nikotin, Alkkoholabusus
  • Tee und Kaffe in Maßen
  • Besser hilfreiches HDL (kurzkettiges Cholesterin) als lausiges LDL (langkettiges Cholesterin)

Vorbereitung auf häusliche Situation:

  • Patient, Angehörige über Zweck, Dosierung + Zeitpunkt der verordneten Medikamente aufklären
  • Nicht selbständig absetzen!!! Speziell bei Diuretika hinweisen! Weil häufige Toilettengänge
  • Absprache der Krankheitszeichen die PP oder Ärzten sofort mitgeteilt werden müssn
  • HilfsmittelberatuNG

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