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Mitglied im Pflegenetz
Autor: N. Meier
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Herz und Gefäßkrankheiten

 

Durchblutungsstörungen des Herzens

Risikofaktoren für Herz- und Gefäßkrankheiten werden in zwei Gruppen unterschieden:

Vermeidbare Risikofaktoren

 Unvermeidbare Risikofaktoren

  1. Ordnung:
    • Hypertonie
    • Erhöhte Cholesterinwerte
    • Diabetes mellitus
  2. Ordnung
    • Adipositas
    • Bewegungsmangel
    • Stress
    • Gesteigerte Blutgerinnung
    • Erhöhte Blutfettwerte
    • Gicht
    • Verschlechterte Fließeigenschaften des Blutes
  • Alter
  • Geschlecht
  • Erbliche Belastung

Diese Risikofaktoren können zu einer Arteriosklerose führen:

» Ablagerungen an den Gefäßwänden folge sind Wandverdickungen und Einengung der Gefäße, Wandverhärtungen- Verkalkungen führen zur Abnahme der Gefäßelastizität

Folgen der Arteriosklerose:

Apoplexie

PAVK

Akute Durchblutungsstörung
des Gehirns mit neurologischen Ausfällen

Arteriosklerotische Verengung und Verschluss der Extremitätenarterie


Koronare Herzerkrankungen (KHK)
» Mangelhafte Versorgung des Herzmuskels


Angina pectoris (Brustenge)

Herzinfarkt

Herzinsuffizienz

  • Kurzfristige Unterbrechung
    der Sauerstoffversorgung
    des Herzmuskels
  • Dauerhafte Unterbrechung Der Versorgung des Herzmuskels
    Mit Gewebsuntergang
  • Herzmuskelschwäche
    Das Blutvolumen kann nur unzureichend befördert werden

KHK:
» Ischämie (Mangeldurchblutung)und infolgedessen Hypoxie (O²-Mangel) des Herzmuskels durch Einengung oder Verschluss von Koronararterien

Symptome:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinsuffizienz
  • Angina- pectoris Anfällen
  • Herzinfarkt
  • Plötzlicher Herztod infolge von Kammerflimmern

Krankheitsentstehung:

  • in der Regel eine fortschreitende arteriosklerotische Verengung der Herzkranzgefäße, führt zur Minderdurchblutung und somit zum Sauerstoffmangel des Herzmuskels

Risikofaktoren:

  • Hypercholesterinämie (v.a. LDL- Cholesterin)
  • Rauchen
  • Hypertonie
  • Diabetes mellitus
  • Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Adipositas, Hyperurikämie und Gicht

Leitsymptom:

Angina pectoris- Anfälle
» durch die Verengung der Herzkranzgefäße und somit der Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels

äußert sich in:

  • Sekunden bis Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb
  • Beklemmendes einengendes Gefühl, angstauslösend bis hin zur Todesangst
  • Strahlt meist in den linken Arm aus

Auslöser kann sein:

  • körperliche und psychische Belastungen
  • schwere Mahlzeiten

»stabile Angina pectoris, wenn Dauer, Häufigkeit und Schmerzcharakter gleich sind und die Beschwerden durch körperliche Ruhe und Medikamente nachlassen

» instabile Angina pectoris liegt vor, wenn Dauer, Häufigkeit und Intensität von Mal zu Mal zunehmen und Medikamente immer schlechter anschlagen
bedeutet immer ein hohes Herzinfarktrisiko !!!

Diagnostik

  • Ausschluss eines akuten Herzinfarktes » wiederholte Puls/ RR- Messung, Ruhe EKG, Blutentnahme zur Bestimmung der Herzmuskelenzyme

Behandlung:

Ziel ist eine Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzens, durch:

  • körperliche Ruhe
  • Vermeidung von Aufregung
  • Medikamentöse Herzentlastung
  • In der akuten Angina pectoris Phase Glyceroltrinitrat- Gabe ( Zerbeißkapsel, Spray sublingual gegeben)

Langzeitbehandlung erfordert einen Verminderung der Risikofaktoren

Medikamentöse Langzeitbehandlung:
  • Nitrate ( nicht nur in der Akutphase)
  • Beta- Blocker, reduziert den myokadialen O²- verbrauch und somit senkt es die Anfallshäufigkeit und schwere
  • Reichen Nitrate nicht aus, werden Kalziumantagonisten gegeben, diese wirken direkt erweiternd auf die Herzkranzarterien
  • Ass niedrig dosiert
  • Ace- hemmer

Notfall!!! Erstmaßnahmen bei aktuter Angina pectoris

Da die KHK die Vorstufe zum Herzinfarkt ist, ist alles zu unternehmen um einen Herzinfarkt zu vermeiden:

  • Alarm auslösen
  • Betroffenen nicht allein lassen
  • Ruhe
  • Oberkörperhochlagerung
  • Beengende Kleidung entfernen
  • RR, Puls, Atmung kontrollieren
  • Nach Arztanordnung Sauerstoff geben
  • Bei einem diastolischem RR-Wert von  > als 100mmHg Nitro- Spray verabreichen
  • Schmerzbekämpfung nach Arztanordnung, Schmerz = erhöhter O²- Bedarf
  • Ggf. Verlegung ins Krankenhaus
Pflege bei KHK:
  • nach Angina pectoris – Anfall zunächst Bettruhe, anschließen Mobilisation nach äA
  • Obstipationsprophylaxe, um Pressen bei Defäkation zu vermeiden
  • Vor Kälte schützen, da Kälte einen Angina pectoris- Anfall auslösen kann
  • Ggf. Reduktionskost und/ oder cholesterinarme Kost
  • Blähende Speisen vermeiden
  • Mehrere kleine Mahlzeiten

Herzinfarkt (Myokardinfarkt):

» akute und schwerste Ausprägung der KHK, mit Nekrose des Herzmuskelgewebes infolge der Ischämie

Der nekrotische Myokardbezirk ist nicht mehr funktionstüchtig, demzufolge können Herzrhythmusstörungen, Nachlassen der Pumpfunktion oder Riss in der Herzwand entstehen.

Krankheitsentstehung:
  • Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien oder ihrer Äste ( infolge von Thrombusbildung in arteriosklerotisch veränderten Gefäßabschnitten)
  • Das dahinter liegende Myokard wird nicht mehr ausreichen oder gar nicht mit O² versorgt
  • Hält dieser Zustand länger als 3- 6Std an, sind die Schäden irreversibel
  • Herzmuskelzellen sterben ab, es bildet sich nekrotisches Gewebe

Vordewandinfarkt» LINKE  Koronararterie ist betroffen
Hinterwandinfarkt» RECHTE  Koronararterie ist betroffen

Hauptsymptome des Herzinfarktes:

  • retrostenale Schmerzen , starkes Engegefühl, Todesangst, Unruhe
  • bei Diabetikern und älteren Menschen tritt häufig ein „stummer Infarkt“ auf = wenig oder gar keine Schmerzen
  • sich häufende Angina pectoris – Anfälle sind bei 60% Vorstadium des Herzinfarkts
weitere Symptome:
  • anhaltender Brustschmerz kann ausstrahlen in Arme, Bauch, Schulterblätter, Unterkiefer
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blässe
  • Kalter Schweiß
  • Durch Todesangst verzerrte Mimik
  • Dyspnoe
  • Plötzlicher RR- Zusammenbruch ggf. mit Bewusstlosigkeit und kardiogenem Schock

Keine i.m.- Injektionen bei Verdacht auf Herzinfarkt, kann Blutuntersuchung verfälschen !

Komplikationen:

» besonders in den ersten Stunden und Tagen

  • Herzrhythmusstörungen
  • Linksherzinsuffizienz
  • Herzwandaneurysma und Myokardruptur ( Narbenbildung im bereich des nekrotischem Gewebes, können dann nach außen gedrückt werden und eine Aussackung bewirken)
  • Re- Infarkt
  • Kardiogener Schock ( Herz pumpt zu wenig Blut „Pumpversagen“, Lebensbedrohliches Kreislaufversagen, mit schwerem O²-Mangel des Körpers)

PAVK ( periphere arterielle Verschlusskrankheit):
»Arteriosklerotische Verengungen und Verschlüsse der Extremitätenarterien, in über 90% der unteren Extremitäten

Symptome und Untersuchungsbefund:
  • typisch ist die claudicatio intermittens (intermittierendes Hinken)

ischämiebedingter Beinschmerz tritt schon nach kurzen Strecken auf, lassen beim Stehen wieder nach, da dann der Energie- und damit der Sauerstoffbedarf verringert ist

  • belastungsabhängige Schwäche der betroffenen Extremität
  • Kältegefühl                       „                     „      
  • Gefühlsstörungen              „                     „
  • Trockene, rissige Haut
  • Kalte Füße
  • Schlanke, atrophische Füße
  • Schwache oder keine Fußpulse
  • Livide Hautfärbung (Blaufärbung)
  • Vermindertes Nagelwachstum
  • Infekte steigen an z.B.: Nagelpilz
  • Gang- und/oder Ruheschmerzen
Im weiteren Verlauf :
  • Ruheschmerzen
  • Nekrosen
  • Ulzera
 Behandlung:
  • Therapie richtet sich nach dem Ausmaß
  • Grundsätzlich gilt, dass unabhängig vom Stadium der pAVK Grunderkrankungen bzw. Risikofaktoren behandelt werden müssen

» die pAVK wird aufgeteilt in:

  • Stadium 1
  • Stadium 2a
  • Stadium 2b
  • Stadium 3
  • Stadium 4

» beschreibt den Schweregrad = Stadieneinteilung nach Fontaine

Herzinsuffizienz ( Herzmuskelschwäche)

» Unvermögen des Herzens, das zur Versorgung des Körpers erforderliche Blutvolumen zu fördern ( Verminderte Auswurfleistung)

  • ist Folge von Herz. Kreislauferkrankungen
Wird unterschieden in:
  • Linksherzinsuffizienz ( Auswurfleistung der li. Herzkammer herabgesetzt)
  • Rechtsherzinsuffizienz ( Auswurfleistung der re. Herzkammer herabgesetzt)
  • Globalinsuffizienz ( Kombination aus re und li Insuffizienz)

» nach der Zeitdauer die zur Entstehung der Herzinsuffizienz geführt hat, wird in akut oder chronische Herzinsuffizienz unterschieden

Rechtsherzinsuffizienz

  • Auswurfleistung der rechten Herzkammer ist herabgesetzt
  • Blut staut sich im Körperkreislauf, wird normalerweise über die rechte Herzkammer dem Lungenkreislauf zugeführt, wo der Gasaustausch stattfindet
» es kommt zu:
  • Ödeme ( bauch , Unterschenkel, Füße)
  • Gestauten, erweiterten Halsvenen
  • Gewichtszunahme
  • Aszitis
  • Leber - u. Milzvergrößerung
  • „Magenbeschwerden“
des weiteren:
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit, schwäche, Ermüdbarkeit
  • Nykturie
  • Tachykardie bei Belastung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzvergrößerung
  • Pleura- und Perikarderguss
  • Später Blutdruckabfall
Ursachen:
  • Linksherzinsuffizienz
  • Herzklappenfehler v.a. des rechten Herzens
  • Lungenerkrankungen

Linksherzinsuffizienz

  • Auswurfleistung der linken Herzkammer ist herabgesetzt
  • Blut staut sich im Lungenkreislauf, wird normalerweise über die linke Herzkammer dem Körperkreislauf zugeführt, O²- angereichert versorgt es den Körper mit Sauerstoff
» es kommt zu:
  • Lungenödem
  • Zyanose
  • Ruhe- Belastungsdypnoe
  • Rasselgeräusche der Lunge , Husten
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
Des weiteren:
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Schwäche, Ermüdbarkeit
  • Nykturie
  • Tachykardie bei Belastung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzvergrößerung
  • Pleura- und Perikarderguss
  • Später Blutdruckabfall
Ursachen:
  • arterielle Hypertonie
  • Klappenfehler v.a. des linken Herzens
  • KHK
  • Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen

Autor: N. Meier
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