HormoneHormone sind chemische Botenstoffe, die von den Hormondrüsen (endokrine Drüsen) ins Blut abgegeben werden. Durch das Blut werden Hormone im ganzen Körper verteilt und gelangen so zu ihren Zielzellen. Sie binden sich an den passenden Rezeptor der Zielzelle (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Dadurch weiß die Zielzelle, dass sie bestimmte Aufgaben erfüllen muss. Schilddrüsenhormonregelkreis:Hypothalamus bildet TRH ―› regt die Hypophyse an Übersicht über die verschiedenen Hormone
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Hormondrüse |
Hormon |
Wirkung |
Hypophyse - Hinterlappen |
ADH (= Anti-Durst-Hormon) Oxytocin
2. direkt wirkende H.:
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fördert Wasserrückresorption in der Niere (Wasser bleibt im Körper, wird nicht ausgeschieden) Schilddrüsen-Stimulation fördert Wachstum, erhöht BZ-Spiegel |
Epiphyse |
Melatonin |
Tag-Nacht-Rhythmus |
Schilddrüse |
Schilddrüsenhormone Kalzitonin |
Wirken im ganzen Körper: |
Nebenschilddrüsen |
Parathormon |
fördert Kalziumfreisetzung aus Knochen und Aktivierung von Vitamin D in den Nieren |
Haut, Leber, Niere |
Vitamin D-Hormon |
fördert Kalziumresorption im Darm und Kalziumeinbau in Knochen |
Nebennierenrinde |
Mineralokortikoide Glukokortikoide Androgene |
hemmt Natrium- und Wasserausscheidung der Nieren ―› RR steigt |
Nebennierenmark |
Adrenalin Noradrenalin |
unterstützt den Sympathikus, wirkt über α- und β-Rezeptoren |
Langerhans´sche Inseln des Pankreas |
Glukagon Insulin |
fördert Glukosefreisetzung der Leber |
Keimdrüsen: - Hoden |
Östrogene Gestagene Testosteron |
Aufbau der Uterusschleimhaut, Ausbildung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, Geschlechtstrieb, Knochen- und Eiweißaufbau |
Gewebshormone: - Verdauungstrakt |
Renin Erythropoetin Gastrin, Sekretin, u.a. |
RR steigt über Angiotensin (―› Vasokonstriktion) und Aldosteron |
Euthyreose/euthyreot = normale Schilddrüsenfunktion
Hyperthyreose/hyperthyreot = Schilddrüsenüberfunktion
Hypothyreose/hypothyreot = Schilddrüsenunterfunktion
Unabhängig von der Hormonlage kann die Schilddrüse normal groß oder vergrößert sein.
Struma = Kropf = Schilddrüse vergrößert
Struma diffusa = gleichmäßiger Kropf
Struma nodosa = Kropf mit Knoten
- Tastbefund
- Sonographie
- Laborwerte (T3, T4, TSH)
- Szintigraphie (= Darstellung der Schilddrüse mit radioaktiven Strahlen)
- Biopsie
= vergrößerte Schilddrüse mit normaler Hormonbildung
- Jodmangel
Durch den Jodmangel ist die Hormonbildung erschwert, die vergrößerte Schilddrüse kann das Jod besser aus dem Blut filtern und dann ausreichend T3 und T4 bilden.
- Verdickung des Halses
- später Engegefühl, Luftnot, Schluckbeschwerden und Entstehung von Knoten
- Gabe von Jod
- Gabe von Schilddrüsenhormonen
z.B. Euthyrox®, L-Thyroxin®
- bei großer Struma evtl. OP (Teilentfernung der Struma)
―› Gefahr: Verletzung des Stimmbandes
- kann nicht operiert werden, kann man das Schilddrüsengewebe mit Radiojodtherapie verkleinern
1. autonome Adenome (= sog. „heiße Knoten“)
= unabhängige, gutartige Schilddrüsentumore, die ungehemmt T3 und T4 bilden
- bilden sich meist in einem bestehenden Jodmangelkropf
2. Morbus Basedow
= Autoimmunerkrankung, bei der TSH-ähnliche Stoffe entstehen, die die Schilddrüse stimulieren
3. (seltener) Schilddrüsenentzündung (= Thyreoiditis), Schilddrüsenkrebs, Überdosierung von T3 und T4 durch Medikamenteneinnahme
- leichter Kropf
- Nervosität, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit
- Tachykardie, Tachyarrhythmie
- Gewichtsverlust (trotz gutem Appetit und reichlicher Ernährung)
- häufige Stuhlgänge bis zu Durchfällen
- warme Haut, vermehrtes Schwitzen
- Muskelschwäche, Zittern (Übererregung)
- bei Morbus Basedow zusätzlich Glotzaugen (durch abgelagerte Stoffe im Augapfel tritt Auge hervor),
evtl. mit Entzündungen und Sehstörungen
- bei älteren Patienten häufig symptomarm, d.h. nur mit Schwäche, Gewichtsverlust und
Herzrhythmusstörungen
- autonome Adenome möglichst operativ entfernen
- bei Morbus Basedow Medikamente, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen (= Thyreostatika)
- Radiojodtherapie oder OP (bei Krebs)
- Hypophyseninsuffizienz
- nach Thyreoiditis (durch Gewebezerstörung und Narbenbildung)
- nach ausgedehnter Schilddrüsen-OP (zu viel Gewebe entfernt, Funktion nicht überprüft)
- nach Radiojodtherapie
- Antriebsarmut, Müdigkeit, Verlangsamung, Desinteresse („Depression“)
- Gewichtszunahme und teigig geschwollene Haut
- Obstipation
- kühle Haut, Kälteempfindlichkeit
- Bradykardie
- „wirken verwahrlost“ ―› struppige Haare, trockene schuppige Haut, raue Stimme
- Dauergabe von Schilddrüsenhormonen z.B. Euthyrox®, L-Thyroxin®
―› Einnahme: 30 Minuten vor Mahlzeiten und nicht mit anderen Medikamenten zusammen
- Kropf mit Knotenbildung
- Atemnot, Schluckbeschwerden, Heiserkeit
- Schwäche
- Beschwerden (Schmerzen) durch Hirn-, Knochen-, Lungenmetastasen
- vollständige Entfernung der Schilddrüse (und Halslymphknoten)
- anschließend Radiotherapie
- Dauergabe von Schilddrüsenhormonen
Nerven verbinden alle Körperteile mit dem ZNS. Sie bestehen aus Bündeln von Nervenfasern. Die Nervenfasern leiten die Signale entweder vom ZNS zu einem Gewebe (Organ) oder von einem Gewebe zum ZNS.
Das Nervensystem steuert alle Vorgänge im Organismus als oberste Schaltzentrale. Es ist auch Sitz des Denkens, des Bewusstseins, des Gedächtnisses, des Antriebs und der Gefühle. Vorgänge im Nervensystem können bewusst oder unbewusst ablaufen.
1. bewusst (Bsp.): - Willkürmotorik (Bewegung der Skelettmuskulatur)
- Sensibilität (Wahrnehmung von Reizen)
- Denken
2. unbewusst (Bsp.): - vegetatives Nervensystem (steuert zusammen mit den Hormonen die Funktionen der
inneren Organe)
Das Nervensystem besteht hauptsächlich aus Nervengewebe. Das Nervengewebe besteht aus Gliazellen und Neuronen (= Nervenzellen).
(Buch S. 85 Abb. 2.50)
Neuronen nehmen mit Dendriten Signale auf, verarbeiten diese im Nervenzellkörper und bilden dort neue Signale („Befehle“). Das neue Signal wird über den Neurit weitergeleitet und an dessen Ende auf die nächste Zelle übertragen. Der Ort der Signalübertragung heißt Synapse. Die Signalübertragung erfolgt mit Hilfe von Botenstoffen.
Synapse:
(Buch S.87 Abb. 2.53)
An den Synapsen werden Nervensignale von einer Nervenzelle zu einer anderen weitergegeben. Synapsen verbinden Nervenzellen miteinander (in der Regel das Axon einer Nervenzelle mit dem Dendriten oder Zellkörper einer anderen Zelle), aber auch Nervenzellen mit Muskel- oder Drüsenzellen. Neurotransmitter treten im synaptischen Spalt von einer Zelle zur anderen über.
Beispiele für Neurotransmitter (= Botenstoffe der Nerven):
- besteht aus zwei Hemisphären (rechte und linke Großhirnhälfte), die in verschiedene Lappen eingeteilt
werden: Stirn-, Scheitel-, Schläfen-, Hinterhauptslappen
- außen liegen die Hirnrinde mit Windungen und Furchen
- innen liegen der Balken, Kerngebiete, Verbindungsbahnen und das lymbische System
- bewusste Empfindungen und Handlungen, Denken und Gedächtnis, Antrieb und Kreativität
- für bestimmte Funktionen gibt es jeweils ein bestimmtes Rindenfeld, z.B. Sehen, Hören, Sprachbildung,
Sprachverständnis, Lesen, Fühlen, Gedächtnis, Willkürmotorik
- verbindet die rechte und linke Hemisphäre
- u.a. Feinsteuerung von Bewegungen
- verbinden verschiedene Hirnteile miteinander
z.B. Pyramidenbahn
―› Verlauf: motorisches Rindenfeld ―› Zwischenhirn ―› Mittelhirn ―› Rückenmark
―› Aufgabe: Sie leitet die Befehle der Willkürmotorik bis ins Rückenmark und kreuzt dabei auf die
Gegenseite (rechte Pyramidenbahn ―› linke Körperhälfte und umgekehrt).
- Sitz von Trieben und Instinkten
- Übergang vom Großhirn zum Zwischenhirn
- besteht aus Thalamus und Hypothalamus mit Hypophyse
- schützt das Großhirn vor Reizüberflutung
- Filterung von Wahrnehmungen
- übergeordnetes Zentrum des Hormonhaushalts und des vegetativen Nervensystems
- kontrolliert viele andere Körperfunktionen, z.B. Temperatur, Durst, Hunger, Sättigung
- wichtige Hormondrüse
Es besteht aus drei Teilen:
- Mittelhirn: enthält Kerne/Zentren für die Extrapyramidalmotorik (außerhalb der
Pyramidenbahn- Bewegung) = wichtig für die Feinsteuerung/Koordination der Bewegung
- Brücke: verbindet das Kleinhirn mit den anderen Hirnteilen
- verlängertes Mark: - enthält Zentren für Atmung, Kreislauf, Schlucken, Husten, Niesen,
Erbrechen
- schafft Verbindung zum Rückenmark
- steuert viele unbewusst ablaufende Lebensvorgänge, z.B. Atmung, Kreislauf, Bewusstseinslage, Schlaf-
Wach-Rhythmus
- ist Ursprung der meisten Hirnnerven
- Bewegungskoordination (= Bewegungen aufeinander abstimmen)
- Gleichgewicht
- Muskelspannung
- Feinmotorik
Das Rückenmark ist ein bleistiftdicker Strang aus Nervengewebe. Es liegt in der Wirbelsäule im Wirbelkanal, zwischen erstem Halswirbel und zweitem Lendenwirbel. Aus dem Rückenmark entspringen 31 Paare Rückenmarksnerven.
Unterhalb des zweiten Lendenwirbels laufen im Wirbelkanal nur noch Nervenfasern der tiefer austretenden Rückenmarksnerven. Eine Lumbalpunktion in Höhe LWK 3/LWK4 oder LWK4/LWK5 kann das Rückenmark daher nicht verletzen.
(Buch S. 95 Abb. 2.62)
- verbindet das Gehirn mit den Rückenmarksnerven
- ist Umschaltzentrale für viele Nervenleitungen
- kann Reflexe auslösen
Reflexe sind schnelle, zum Teil lebensnotwendige, unwillkürliche Reaktionen auf einen Reiz.
Reflexe laufen über einen Reflexbogen:
Reizaufnahme
―› sensibler Nerv
―› Rückenmark
―› motorischer Nerv
―› Muskelreaktion (= Reflexantwort)
Reflexe können auch über Hirnnerven laufen.
Die Stärke eines Reflexes wird vom Gehirn kontrolliert.
Es gibt Eigen- und Fremdreflexe:
a) Eigenreflexe: Reiz und Reaktion erfolgen im selben Organ
z.B. PSR = Patellarsehnenreflex
BSR = Bizepssehnenreflex
ASR = Archillessehnenreflex
Blasenreflex
Mastdarmreflex
b) Fremdreflexe: Reiz und Reaktion erfolgen in unterschiedlichen Organen
z.B. Fluchtreflex
Husten-, Nies-, Schluckreflex
Kornealreflex (Hornhautreflex)
Pupillenreflex
Ursachen von Reflexstörungen: Schädigung von Gehirn, Rückenmark, Nerven oder Muskeln
| Autor: Unbekannt |