Postoperative KrankenpflegeProbleme die postoperativ entstehen können und Maßnahmen (anhand der ATL´s)
Postcholezystektomiesyndrom» Definition: wenn die Patienten nach der Operation weiter über Beschwerden klagen, unabhängig davon, ob ein ursächlicher Zusammenhang zum Gallensteinleiden oder zur Operation besteht oder nicht » Ursachen z.B. eine falsche Indikationsstellung zur Operation, während der Operation übersehene Steine oder eine Papillenstenose sowie neu aufgetretene Krankheiten » Diagnostik: Ergeben Sonographie, ERCP und andere Untersuchungen keinen pathologischen Befund, wird von funktionellen Beschwerden ausgegangen. Choledocholithiasis» Steine in den Gallengängen sind überwiegend Folge einer Steinaustreibung aus der Gallenblase in die Gallengänge » 5-10% aller Patienten mit Gallenblasensteinen haben auch Gangsteine Pathogenese» Unklarheit: » Neubildung eines Steines im Gang? » Abwanderung eines Gallenblasensteines und Vergrößerung im Gang? » Wahrscheinlich stimmt beides » Gangsteine müssen auch ohne Beschwerden operiert werden, evtl. Versuch: endoskopische Steinentfernung oder Zertrümmerung Symptome» Koliken » Verschluss mit Entzündung(bei großen Gängen: Cholangitis, bei kleinen Steinen: Cholangiolitis) » Starker Druckschmerz im Oberbauch » Leucozytose » Fieber » Gallengangsenzyme » Bilirubin steigt » Bei Aufsteigen der bakteriellen Entzündung: eitrige Leberabcesse Diagnose» Sono » ERCP: Stein, Tumor, Papillensklerose (narvige Engstellung der Papille vateri) Therapie» Bei Ikterus: Entlastung: dann auf jeden Fall OP » Zustand nach CHE: Papillotomie und Steinentfernung » Steinauflösung (orale Litholyse: » Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) » . Komplikationen» Zystikusverschluss » Choledochuslithiasis Cystikusstein» Definition: Einklemmung eines Steines aus der Gallenblase im Ductus cysticus » Folge ist die Cholecystitis mit Eiterstau in der Gallenblase und Ausbildung eines Gallenblasenempyems » Hydrops: gestaute Gallenblase (gefüllt mit Flüssigkeit, Cysticusstein kein Eiter) » Symptome Empyem : rechtsseitiger akuter Oberbauch mit Druckschmerz und Abwehrspannung als Zeichen einer Peritonealreizung » Therapie : CHE AmpullensteinHepatikussteinGallenblasenperforationAls Komplikation eines Empyems in zwei Formen: Mit galliger Peritonitis nach freier Perforation Als gedeckte Perforation, wenn die entzündete Gallenblase schon vor der Perforation durch Netz bedeckt wird Die Gallenblase kann in andere Organe perforieren Bulbus duodeni: evtl. mit spontaner Steinentleerung In die rechte Colonflexur CholezystitisDefinition:» Entzündung der Gallenblase, meist bei bestehendem Gallensteinleiden (Reizung der Gallenblasenwand durch Steine oder Verlegung des Ductus cysticus) » Je nach zeitlichem Verlauf Unterteilung in akute und chronische Cholezystitis. Akute CholezystitisKrankheitsentstehung» meist bakteriell bedingt durch einen Stein bedingt » Entzündungen ohne Steine sind selten (z. B.: bei Intensiv-Pat unter parenterale Ernährung » häufige Erreger sind aus dem Darm aufsteigende E. coli und Streptokokkus faecalis Symptome» Schmerzen im rechten Oberbauch, evtl. mit Ausstrahlung in die rechte Schulter, teilweise mit vorausgegangener Kolik, Klopfschmerz, Druckschmerz mit Abwehrspannung » Übelkeit, Erbrechen » Fieber über 38,5 ºC, Schüttelfrost » evtl. einen Ikterus (Verschluss des Ductus choledochus) » Diagnostik» Klinik » Gallenblase ist druckschmerzhaft. » Sonographie: Organvergrößerung, Steine, verdickte Gallenblasenwand (3-Schichtung mit Flüssigkeitssaum) » Blutuntersuchung (BSG-Erhöhung, Leukozytose, Leberwertanstieg: AP, gamma-GT, Bilirubin) » ERCP: » Bei hohem Fieber sind zusätzlich Blutkulturen erforderlich. Komplikationen» Perforation der Gallenblasenwand mit Gefahr einer galligen Peritonitis, Penetration z.B. in die Leber, Gallenblasenempyem und Sepsis » Gallenblasenperforation in den Darm (biliogest. Fistel): Gallensteinilieus » gedeckte Perforation: pericholezystitischer Abszeß » freie Perforation: gallige Peritonitis » Gangräniöse Cholezystitis » Übergang in eine chronische Cholezystitis ist möglich. BehandlungsstrategieKonservativ:
chirurgisch
Krankenbeobachtung und Dokumentation» Temperatur, Puls, Blutdruck » Schmerzen, Bauchdeckenspannung » Pankreatitiszeichen, Darmtätigkeit. Chronische Cholezystitis» Folge einer akuten Cholezystitis oder einer (evtl. symptomlosen) Cholezystolithiasis » Gallenblasenwnd chronisch entzündet und verdickt » Mesit abakteriell durch mechanische Reizung Hauptsymptome» Beschwerden nach bestimmten Nahrungsmitteln (v.a. nach fettreichen Speisen), » Oberbauchdruck oder -schmerz sowie Koliken und Meteorismus. » Die Beschwerden können abklingen (und später rezidivieren), aber auch in eine akute Cholezystitis übergehen. Therapie» Die Behandlung besteht in der Cholezystektomie, ggf. mit Choledochusrevision Komplikationen» Schrumpfgallenblase » Porzellanblase (Kalkeinlagerungen in der Wand) » Gefahr eines Gallenblasencarzinoms Cholangitis nur Innere Primär Cholangitis Definition: Entzündung der Gallenwege, ohne erkennbare Ursache Primär sklerosierende Choanfitis (PSC) » Manifestiert sich an den größeren Gängen. » Aufgrund nicht bekannter Ursachen kommt es zu Schrumpfungen im Bereich der Bifurkation des Ductus hepaticus » In der Folge stauen sich bestimmte Areale des Gallenbaumes auf und werden bakteriell besiedelt » Die Krankheit verläuft über 5 - 8 Jahre schubweise, im weiteren Verlauf verkürzen sich die freien Intervalle, die Schübe häufen sich Symptome im Schub» Fieber » Ikterus » Eosinophilie » Oberbauchschmerzen ERCP : völlig unkonturierter Gallenbaum mit Wandunregelmässigkeiten Therapie» Tannenbaumprothese » Unbehandelt geht die Krankheit nach ca. 8 Jahren in die sekundäre biliäre Lebercirrhose über » Ansonsten wenig aussichtsreiche Therapie mit biliodigestiver Anastomose, Cortison gegen diffuse Veränderungen und Antibiotika gegen Begleitinfekte Primär chronische (nicht eitrige destruierende) Cholangitis (CHC) Sekundär = akute eitrige Einteilung» Akut eitrige = sekundäre » Nicht-eitrige chronisch-destruierende Cholangitis und primär biliäre Zirrhose Akut eitrige Cholangitis Definition:Entzündung der Gallenwege, in der Regel durch Aufsteigen von Bakterien bei einer Gallenabflussstauung. Ursache ist meist ein Abflußhindernis » Es kommt zur bakteriellen Sekundärbesiedlung » Abflussstörungen durch » Steine » Tumore » Post-operative Strikturen (nach CHE) » Papillensklerose Symtpome» Typische Dreifach-Symptomkombination = Charcot-Trias
Therapie» Intensivüberwachung mit Kontrolle von Blutdruck, Puls, Ausscheidungen und Atmung » Unter intravenöser Antibiotikatherapie wird schnellstmöglich eine ERCP mit Papillotomie und Steinextraktion oder eine Cholezystektomie mit Choledochusrevision durchgeführt. » Die übrige Therapie entspricht derjenigen bei einer akuten Cholezystitis Hauptkomplikation» septischer Schock Nicht-eitrige chronisch-destruierende Cholangitis und primär biliäre ZirrhoseDefinition: (destruieren = zerstören) » Chronisch-progrediente, nicht-eitrige Entzündung der kleinen intrahepatischen Gallengänge. » Wahrscheinlich autoimmunologisch bedingt » Betrifft zu 90% Frauen, meist im mittleren Lebensalter. » Endstadium ist die primär biliäre Zirrhose, kurz PBC, eine Sonderform der Leberzirrhose. Symptome» lange Zeit nur uncharakteristische Oberbauchbeschwerden und Juckreiz » Eine Beteiligung extrahepatischer Organe, beispielsweise in Form von Gelenkentzündungen, ist häufig. DiagnostikWichtigster Laborbefund ist der Nachweis antimitochondrialer Autoantikörper. Sind andere Erkrankungen durch Sonographie und ERCP ausgeschlossen, kann die Diagnose durch eine Leberbiopsie gesichert werden. Behandlungsstrategie» kausale Therapie ist nicht bekannt. Daher wird erst bei Einsetzen von Symptomen behandelt: » Ursodesoxycholsäure (z.B. Urofalk®) regt den Gallefluss an und wirkt günstig auf Cholestase und Juckreiz » Bei starkem Juckreiz wirkt am ehesten Cholestyramin (z.B. Quantalan®), das die Gallensäureausscheidung mit dem Stuhl erhöht. Es wird im Abstand von 1 - 2 Stunden zu anderen Arzneimitteln gegeben, da es sonst zu Resorptionsbeeinträchtigungen kommt » Wegen der Resorptionsstörungen infolge der Cholestase müssen die fettlöslichen Vitamine ersetzt werden. Als Nahrungsfett eignen sich mittelkettige Triglyzeride (MCT-Fette, z.B. Ceres®-Margarine), da sie auch ohne Gallensäuren resorbiert werden » Bei Versagen der konservativen Therapie ist frühzeitig eine Lebertransplantation zu erwägen. PrognoseEine Prognoseabschätzung ist anhand des Bilirubinwertes möglich. Bei einem Bilirubinwert über 6 mg/dl liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei unter zwei Jahren. Bei Lebertransplantation beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 75 %, Rezidive sind jedoch möglich. Gallenblasen- und Gallengangkarzinom fragt in der mündlichen Bopp nicht nachgutartige Tumoren: Gallenblasenpolypen » Diagnostik: Meist sonographische Zufallsbefunde Arten» Cholesterolpolypen: Cholesterineinlagerungen in der Schleimhaut, keine echten Tumoren » Adenome Therapie » Die Größe der Polypen bestimmt das weitere Vorgehen:
» Gefahr: Gallenblasenkarzinome entsehen meist aus Polypen Bösartige TumorenGallenblasencarzinom/Gallengangskarzinom» Selten » metastasieren frühzeitig in die Leber » Histologie: meist AdenokarzinomRisikofaktoren » Cholelithiasis » Chronische Cholezystitis/Porzellangallenblase » Gallenblasenpolypen Symptome, Befund und Diagnostik
Diagnose
Behandlungsstrategie
Prognose ist mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 2 % infaust. Sonderform: Klatskin-Tumor: Carzinom der Hepaticusgabel Erkrankungen von Gallenblase und Gallenwegen
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| Autor: Julia Kott |