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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Anonym
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Delir

(akute Verwirrtheit, akute Psychose)

Wann spricht man von einem Delir?

Symptome:

  • Motorische Unruhe (auf und nieder, an- und ausziehen)
  • Teilweise verbal aggressiv
  • Teilweise aber auch völliger ängstlicher Rückzug
  • Aufmerksamkeitsstörungen (Kurzzeitgedächtnis unter 2 Min)
  • Ggf können Halluzinationen vorkommen
  • Konzentrationsstörung
  • Desorientierung

Vegetative Symptome

  • Hypertonie <-> Hypotonie
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Hoher Puls
  • Amnesie ( x weiß nicht, was mit ihm ist, aber an das Verhalten der ihn umgebenden Personen erinnert er sich im Empfinden sehr wohl!)

Ein Delir ist immer potentiell lebensgefährlich!!

Was kann es auslösen?

Psychosoziale Ursachen

Körperliche Ursachen

  • Umzug (egal ob Heimeinzug oder innerhalb des Heimes)
  • Tod im Umfeld
  • Besuchsstress( ebenfalls egal ob das Erscheinen oder Nichterscheinen es auslösen kann)
  • Alle Stressfaktoren
  • Kleine Ursache - große Folgen wenn gewohnte Hilfsmittel wie Brille, Hörgerät oder Gehhilfen plötzlich fehlen
  • Exsiccose
  • Kreislauf-Durchblutung
  • Hypertonie - Hypotonie
  • Apoplex, Embolie
  • Herzinfarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • Stoffwechselstörungen wie zB BZ-Schwankungen, u/o Entgleisungen
  • Hormonstörungen wie zB Schilddrüsen Unter- Überfunktionen
  • Temperatur (Über und unter) [Merke: Neuroleptika senken die Körpertemperatur]
  • Traumata (Unfälle)
  • SHT
  • Stürze
  • Überlaufblase beim Mann
  • Medikamente ( zu hoch, zu niedrig dosiert)
  • Drogen
  • Alkohol
  • Zustand nach Narkose und es kommt nicht auf die Dauer der Narkose an
  • Schlafstörungen, Schlafentzug
  • Schmerzen (zB bei Infarkt, Embolie, Magengeschwüren)

Was kann das Delir ausgelöst haben ist die wichtigste Frage, die gestellt sein sollte. Man kann dem Menschen nicht ansehen, was dahinter steckt. Uncharakteristischer Symptomenkomplex, Umgang und Therapie laufen parallel. Hinweise sind nicht zwingend feststellbar.

Es folgt eine dreigleisige Therapie:

  1. Betreuung
  2. Ursachenforschung
  3. konkrete Maßnahmen gegen das Delir

ad 1: Wie betreut man einen Deliranten?

  • Einzelbetreuung durch möglichst feste Bezugsperson
  • Ruhe bewahren - Voll auf Profi schalten - völlige Ruhe ausstrahlen und Aufmerksamkeit entgegen bringen
  • Gewohnte Umgebung ermöglichen
  • Kontakt immer aufrecht erhalten (wenn X nicht ins Zimmer möchte, zB gemeinsam spazieren gehen)
  • Trinkangebot machen ( auch egal was, vielleicht, och lassen Sie uns eine Tasse x zusammen trinken)
  • Stimme ganz ruhig, einfacher Satzbau. Man darf alles fragen aber niemals WARUM
  • Nach Möglichkeit geschlossene Fragen stellen,   nicht Überfordern
  • Nach Möglichkeit niemals fixieren

Ad 2 Ursachenforschung:

  • Vitalzeichenkontrolle plus BZ
  • Mundschleimhaut kontrollieren - Trinkpläne einsehen
  • BZ-Kontrolle auch Pläne einsehen
  • Atemrhythmus
  • Dokumentation auf besondere Anlässe durchsehen
  • Medikamentenänderung in den letzen Tagen??
  • Fragen nach Schlafqualität und Schmerzen
  • Stürze oder Unfälle vorher? (subdurales Haematom?)
  • Blasenentleerungsstörung (Überlaufblase kann beim Mann zum Delir führen)
  • Obstipation

Ad 3 Konkrete Maßnahmen:

  • Je nach Ursache
  • Wenn der Bedarf geklärt ist sei es Akutmedikation, Traubenzucker oder Insulin, wenn also Ursache und Maßnahme bekannt sind, sofort handeln
  • Wenn nicht, sofort Arztinfo zur Einholung von Anweisung
Autor: Anonym
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