Autor/in: FSC

Apallisches Syndrom

Definition:

apallisches Syndrom = med. Begriff für Wachkoma
apallisch = ohne Mantel, ohne Rinde

Ursachen:
  • Massive Schädigung des Gehirns (z.B. Schädl-Hirn-Trauma)
  • Apoplex
  • Entzündliche Gehirnerkrankung (z.B. Meningitis)
Symtomatik:

Im Gegensatz zum med. Koma liegt der Patient scheinbar wach im Bett. Sind aber häufig nicht durch äußere Reize erreichbar. Der Blick ist starr und unfixiert ins leere. Man nimmt an, dass es zu einer Entkoppelung der Großhirnrinde vom restlichen Gehirn kommt.
Die vom Hirnstamm gesteuerte Funktionen Atmung, Herzkreislaufregulation, Schlafwachrhytmus, sowie Kau-, Schluck- und ungezielte Schmerzreflexe bleiben ganz oder teilweise erhalten. Dagegen sind wegen der Schädigung der Großhirnrinde zielgerichtete Muskelbewegungen, Empfindungsfähigkeit (Senorik) und die Weiterverarbeitung von Sinnesreizen (kognitive Fähigkeiten) ausgefallen oder schwer gestört.

Therapie:

Basale Stimulation

Durch die basale Stimulation wird versucht bei Menschen mit Wahrnehmungs- und Aktivitätsstörungen über sensorische Angebote die Wahrnehmungsfähigkeit anzuregen!

Somatisches Anregung: umfasst die gesamte Körperoberfläche mit allen Sinneseindrücken wie Temperaturen, Berührung, Bewegung, aber auch Bereiche der Tiefensensibilität also das Spüren von Druck und Zug.

Vestibuläre Anregung: durch die Veränderung der Körperlage möglichst vie Impulse vermitteln: Schauckelbewegungen.

Orale Stimulation: Aktivierung des Mundbereichs, Tupfer mit Lieblingssäften des Betroffenen.

Auditive Anregung: Aufnehmen von Reizen über das Gehör. Doch weniger ist mehr! Zu viele Geräusche verursachen einen Rückzug.

Taktil-haptische Anregung: mit Händen und Füßen fühlen, greifen. Handbewegungen und Denken haben oft einen Zusammenhang statt Handbewegungen zu stoppen, ist es sinnvoller, die Hände tasten, greifen fühlen lassen.

Pflegeschwerpunkte:

Zu beachten sind besonders die Bereiche, …

Kommunizieren können:
Bei einem Patienten mit apallischen Syndrom ist Wahrnehmung möglich, also ihn über alle Maßnahmen informieren, bei Hautkontakt und Berührung reden oder Vorspielen von leiser Musik.

Sich bewegen können:
Kontrakturen-, Dekubitus-, Thrombose-, Spitzfußprophylaxe, Mobilisation und Zusammenarbeit mit Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie.

Vitale Funktionen aufrechterhalten können:
Pneumonieprophylaxe, Aspirationsvermeidung, atemstimulierende Einreibung, Luftbefeuchtung, Kontrolle des Bewusstseinszustands, Absaugen, atemerleichternde Lagerungen.

Sich pflegen können:
Vollständige Übernahme nötig, Haut-, Nasen- und Augenpflege, spezielle Mundpflege, stimulierende Waschung/Einreibung.

Essen und trinken können:
Sorgfältige Bilanzierung von Nahrung/Flüssigkeit, Schutz vor Aspiration, spezielle Mundpflege, PEG-Pflege.

Ausscheiden können:
Sorgfältige Intimpflege, Schamverhalt der Patienten beachten, Versorgung des Dauerkatheters, Bilanzierung der Ausscheidung, Beobachtung der Ausscheidung.

Pflegekonzept:

Es wird entwickelt von dem Pflegeteam und wird auf der Basis eines Leitbildes erstellt und den laufenden Erfordernissen angepasst.
Dazu gehören:

  • Basale Stimulationen und Sinnesreize wecken (Augen, Haut)
  • Prophylaxen
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten
  • Kinästhetik

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