Autor/in: Cordula

Anal- und Rektumprolaps

Analprolaps

= Vorfallen und äußerliches Sichtbarwerden der Analschleimhaut.

Ursache

  • Hämorrhoiden.
  • Der Sphinkterapparat ist meist intakt, der Sphinktertonus jedoch vermindert.

Hauptbeschwerden

  • wiederholte Blutungen
  • evtl. eine leichte Inkontinenz

Diagnose

  • Inspektion (Patienten pressen lassen) gestellt

Therapie

  • Beseitigung der Hämorrhoiden

Rektumprolaps

= Vorfallen und äußerliches Sichtbarwerden des Rektums.

Ursache

  • Schwäche des Beckenbodens bedingt

» Demzufolge sind ältere Frauen u. Frauen, die mehrere Geburten hatten, bevorzugt betroffen.

  • Der Sphinkterapparat ist geschädigt.
  • Leitsymptom des Rektumprolaps ist die Inkontinenz.Blut- und Schleimabgang
  • Nässen sowie ein Schleimhautödem und Druckulzera sind möglich.

Diagnose

  • Inspektion

Therapie

  • ist nach manueller Reposition eine operative Fixierung des Rektums an der Beckenwand mit Beckenbodenstraffung nötig.

Analabszesse und Analfisteln

Analabszess ( anorektaler Abszess, periproktitischer Abszess)

=Abszess im Analbereich

Analfistel

= Krankhafte, röhrenförmige Verbindung zwischen der äußeren Analregion (äußere Fistelöffnung) und dem Analkanal/ Rektum (innere Fistelöffnung).

Über den Fistelkanal entleert sich eitriges Sekret, evtl. mit Stuhl vermischt, nach außen. Gehäuftes Auftreten bei Morbus Crohn.

Krankheitsentstehung

Analfisteln u. Analabszesse

Ursache

  • immer eine Entzündung der um den inneren Sphinkter herum gelegenen Proktodealdrüsen. Von hier aus breitet sich die Entzündung weiter aus ( Periproktitis) » Abszessbildung
  • Abszesse können spontan perforieren » Fisteln
  • Das sich entleerende Sekret ruft weitere Entzündungen und einen narbigen Umbau hervor, wodurch sich bindegewebige, stabile Fistelgänge zwischen Analkanal und äußerer Analregion ausbilden (komplette Fisteln).
  • Mitunter verschließt sich die Fistelöffnung, so dass der Fistelkanal blind endet ( inkomplette Fisteln).
  • Bei langjähriger Krankheitsdauer » evtl. Gangsystem aus Fistelgängen

Eingeteilt werden die Fisteln und Abszesse der Analregion entsprechend ihres Bezugs zur Schließmuskulatur.

Symptome und Diagnostik

  • sehr schmerzhaft
  • gehen mit Schwellung, Rötung und evtl. Fieber » Abszess
  • Hat sich eine Fistel gebildet, verschwinden die Schmerzen
  • äußere Fistelöffnung macht sich durch entsprechend verschmutzte Unterwäsche bemerkbar und ist bei der Inspektion sichtbar » Sekretion
  • innere Fistelöffnung lässt sich bei der rektalen Untersuchung manchmal als kleines Knötchen mit dem Finger tasten

Therapie

  • Rectoskopie in narkose
  • Inzision des Abszesses (= Durchtrennung körpereigenen Gewebes/Eröffnung eines path. Entstandenen Hohlraums)
  • Fistelspaltung

» unter Schonung des Sphinkterapparates (Beibehaltung der Stuhlkontinenz).

  • Die Wundtaschen werden bis zur vollständigen Abheilung offen gehalten

Pflege

  • tgl . gespült und mit locker aufgeschüttelten ( unsterilen) Kompressen austamponiert
  • Mind. 1xtgl. nimmt der Pat. ein kurzes Sitzbad
  • duschen nach jeder Defäkation.

Analkarzinom

= Seltenes Karzinom im Analkanal / Analrand.

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 50%.

Symptome

Leitsymptome des Analkarzinoms sind:

  • Schmerzen
  • Fremdkörpergefühl
  • Juckreiz im Analbereich
  • Änderungen der Stuhlgewohnheiten
  • Blutauflagerungen auf dem Stuhl
  • Kontinenzstörungen .

Diagnose

  • erfolgt wie beim kolorektalen Karzinom.

Therapie

  • kombinierte Strahlen- und Chemotherapie
  • nach Abschluss der Behandlung noch ein Resttumor nachweisbar » Rektumamputation mit Anlage eines Enterostomas erforderlich.
  • Das Analrandkarzinom wird chirurgisch behandelt, wobei die Größe des Eingriffs v. d. Tumorausdehnung abhängt.

Analekzem

= Akute/ chro., entzündl. Rötung der Haut um die Analregion mit quälendem Juckreiz und Brennen.

Krankheitsentstehung

Ursache

  • Schädigung des oberflächlichen Fettfilms u. des Säuremantels d. Haut zugrunde liegen
  • bei anhaltender Nässe, z.B. bei Fisteln o. bei Inkontinenz
  • entzündlichen Begleitreaktionen von Hämorrhoiden
  • mangelnder Analhygiene
  • chro . Diarrhoe
  • wiederholtem Kratzen, z.B. bei Juckreiz in der Analregion, der Fall
  • Außerdem können Analekzeme bei Pilzinfektionen der Analregion, bei Diabetes mellitus o. seltener als allergische Reaktion wie auf Waschmittel auftreten.

Symptome, Befund und Diagnostik

  • Inspektion der Analregion
  • Im akuten Stadium ist die Haut stark gerötet u. ödematös geschwollen
  • Später sind oft kleine Hauteinrisse ( Rhagaden) u. Kratzspuren sichtbar.
  • Kann die auslösende Ursache nicht eindeutig geklärt werden, erfolgt eine Testung auf Pilzbefall o. selten auch eine PE aus der perianalen Haut.

Pflege

  • Aufklärung des Patienten über die sorgfältige Analhygiene
  • Dabei sollten die Pat. auf die Benutzung von Toilettenpapier verzichten u. stattdessen die Analregion mit klarem, lauwarmen Wasser (ohne Seife) reinigen und sich hinterher sorgfältig abtrocknen.
  • Wechselbäder fördern die Durchblutung der Haut und können so den Heilungsprozess beschleunigen.
  • Evtl. kann die Haut mit zinkhaltiger (z.B. Multilind) oder bei chronischem Ekzem auch mit teerhaltiger Salbe abgedeckt werden.

Analfissur

= Schleimhauteinriss im   Analkanal

  • in Steinschnittlage meist bei 6 Uhr

Ursache

  • wesentlich mitbedingt durch einen erhöhten Sphinktertonus.

Symptome

 

Man unterscheidet:

  • Die frische/akute Fissur mit glatten und gut durchbluteten Wundrändern
  • Die chronische Fissur mit verdickten, wallartigen Rändern.
  • Die Pat. haben bei der Defäkation und auch noch 1/2 – 1 Stunde danach stechende Schmerzen
  • Mitunter finden sich Blutauflagerungen auf dem Stuhl

Diagnose

  • Inspektion
  • Proktoskopie
  • Immer muss ein Analkarzinom ausgeschlossen werden.

Therapie

  • akuten Fissur :
  • subkutanes Einspritzen eines Lokalanästhetikums, durch anästhesierende Salben und entzündungshemmende Zäpfchen.
  • Der Stuhlgang wird medikamentös
  • entsprechende Ernährung weich gehalten .

Bei Erfolglosigkeit dieser Maßnahmen und bei

  • chronischer Fissur:
  • Sphinktermyotomie =wird unter Narkose der innere Sphinktermuskel bei 9 Uhr eingekerbt.

Auf diese Weise wird der Schließmuskeltonus herabgesetzt, die Durchblutung der Analschleimhaut verbessert und so die Fissur zum Abheilen gebracht.

Die konservative Sphinkterdehnung ist wegen der Gefahr eines Sphinkterrisses mit nachfolgender Inkontinenz weitgehend verlassen worden.

Perianalthrombose

= thrombosiert eine perianale Vene beim Benutzen der Bauchpresse auf der Toilette akut. Es bildet sich ein extrem schmerzhafter, bläulicher, harter Knoten. Rasche Linderung bringt die chirurgische Stichinzision, nach der der Thrombus ausgedrückt werden kann. Anschließende Sitzbäder beschleunigen die Heilung. Gelingt die Stichinzision nicht, kann das thrombosierte Gefäß auch unterbunden und reseziert werden. Unbehandelt hinterlässt die Perianalthrombose eine Mariske, d.h. eine schlaffe Hautfalte im Analbereich, die ohne Krankheitswert ist und nur bei Juckreiz oder Ekzem entfernt wird.

Pilonidalsinus / sTeißbeinfistel

= Enzündl. Schwellung mit kleinen Fistelöffnungen über den Kreuz-bzw.Steißbein

  • Hauptsächlich bei Männern im 20. – 30. Lebensjahr
  • akuten Entzündung :Schmerzen, u. in d. Steißbeinregion sind entzündl. Rötung u. Schwellung
  • Evtl. Abszess
  • Chronisch: Juckreiz u. Fistelsekretion.
  • In der Regel ist eine Blickdiagnose möglich.

Bei einem akuten Geschehen wird der Abszess zuerst inzidiert und erst nach 3 -7 Tagen radikal exzidiert. Bei reizlosem Pilonidalsinus kann sofort die Radikalexzision bis auf die Steißbeinfaszie durchgeführt werden. Lässt der Chirurg die Wunde offen, entspricht die weitere Pflege derjenigen bei Hämorrhoidektomie, verschließt er die Wunde, wechseln Arzt und Pflegende den Wundverband nach den üblichen Richtlinien. ( offene Wundbehandlung)

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