Akute Verwirrtheit
Ist eine qualitative Bewusstseinsstörung. Meist reversibel
Ursachen
- Flüssigkeitsmangel
- Medikamenten bedingt
- Hypo~ / Hyperglykämie
- O2-mangel /Apoplex
- RR-Schwankungen
- Alkohol / Drogen
- Verletzung des Gehirns / Erkrankungen
- Infektionen verbunden mit Fieber
- Psycho - soziale Faktoren
- Störung der Wahrnehmung (sehen, hören, fühlen)
- Urämie
Symptome:
- Wahrnehmungsstörungen / Halluzinationen
- Schläfrigkeit Unruhe / Angst /Aggressivität
- Eingeschränkte Reaktionen
- Merkfähigkeit ist eingeschränkt
- Leistungsabfall
Pflegeschwerpunkte bei akuter Verwirrtheit
Beobachtungen eines Verwirrten
Pflegende sollten das Befinden, Verhalten und Erleben des Verwirrten
bewußt wahrnehmen. Zusätzlich richten sie ihre Beobachtungen
gezielt auf die Zeichen einer möglichen Ursachen
1. liegt eine Exikose vor?
1.1. trockene Zunge / Mundschleimhaut, Haut?
1.2. Konzentrierter Urin? Oligurie?
1.3. Ausgeprägtes Durstgefühl
1.4. Hohe Flüssigkeitsverluste durch Schwitzen,
Erbrechen, Diarrhoe?
2. Trinkt der Verwirrte zu wenig?
2.1. Trinkverhalten beobachten,
ggf. Trinkplan bzw. Ein und Ausfuhrkontrolle
2.2. Gründe für zu geringe
Flüssigkeitsaufnahme hinterfragen, z.b Angst vor
verschlucken, vergißt man das Trinken, nicht
in dernLage selbständig
zu trinken
3. Leidet der Verwirrte nachts /
frühmorgens an einer Hypoglykämie?
3.1. ist die Zeitspanne zwischen
Abendessen und Frühstück zu lang?
3.2. Wird keine Zwischenmahlzeit
angeboten
3.3. BZ-Kontrolle
4. Sind Vitalzeichen verändert?
4.1. RR , RR , Blutdruckschwankungen?
4.2. Herzrhythmusstörungen,
Bradykardie?
4.3. Atemnot, Schonatmung, Tachypnoe?
4.4. Temperaturerhöhung, Fieber?
5. ist die Sinneswahrnehmung beeinträchtigt?
5.1. Hörschwäche und ausreichende
Kompensation
5.2. Sehschwäche
5.3. Verliert der betroffene bei
Dunkelheit die Orientierung?
5.4. Ist der Verwirrte besonders
vielen Reizen oder extrem wenigen Reizen
ausgesetzt
6. Werden Medikamente korrekt eingenommen
und wie werden sie vertragen?
6.1. Nimmt der Verwirrte die richtigen
Medikamente in der korrekten Dosierung
zum richtigen Zeitpunkt ein
6.2. Tritt die Verwirrtheit in Zusammenhang
mit der Medigabe auf
6.3. Gibt es neben der Verwirrtheit
weitere Zeichen die auf Nebenwirkungen
/ Überdosierung eines bestimmten Medikaments hinweisen
z.B. Übelkeit, Diarrhoe, Bigemismus und Kopfschmerzen bei
Digitalisüberdosierung
7. ist der Verwirrte einer psychosozialen
Streßsituation ausgesetzt?
7.1. Verlust eines geliebten Angehörigen
7.2. schlechte Nachrichten
7.3. depressive Gefühle
7.4. Gefühl der Überforderung
7.5. Hilflosigkeit, Einsamkeit
8. Gibt es Hinweise
auf eine Infektion?
8.1. Fieberzeichen
8.2. Schnupfen, Husten, Heiserkeit
8.3. Atembeschwerden
8.4. Kopfschmerzen
8.5. Allgemeines Krankheitsgefühl
8.6. Dysurie
9. Sind weitere Krankheitszeichen
zu beobachten oder liegen gewisse Diagnosen
vor (Anämie, Niereninsuffizienz, Leberzirrhose,
Hirntumor, cerebrale Durchblutungsstörungen)
9.1. Blasse Schleimhäute, Haut,
Müdigkeit?
9.2. Kopfschmerzen
9.3. Ödeme?
9.4. Foeter uramicus oder hepatikus
9.5. Veränderungen des Bewußtseins
Beseitung bzw. Kompensation der ursächlichen Störung
- bei Hypogykämie wird eine Spätmahlzeit gegeben
- bei nächtlicher RR evtl. abends Kaffee geben
- bei Exikose wird eine stationäre infusionstherapie veranlasst
- bei ungenügendem Trinkverhalten wird die Ursache hinterfragt
- bei psychosozialem Streß Stressoren ausschalten bzw. reduzieren,
der Betroffene erfährt Zuwendung und Aufmerksamkeit,
- Kontakte werden gefördert
- Störungen der Wahrnehmung weren behoben, Reperatur des Hörgerätes
und Anpassung der Brille
- Abbau von Unruhe, Vermittlung von Sicherheit
Der verwirrte Mensch soll sich in seiner veränderten Situation
so sicher und geborgen fühlen wie möglich und vor tatsächlichen
Gefahren beschützt werden
- Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, geduldig sein, Geborgenheit vermitteln
- Körperliche Aktivitäten anregen und fördern, z.B. Spaziergänge
- Pflege / Betreuung so organisieren, dass sich der Verwirrte auf möglichst
wenige Bezugspersonen einstellen muß
- Die Umgebung möglichst vertraut belassen /gestalten
- Reizüberflutung vermeiden
- Selbstbestimmung zulassen und ermöglichen
- Angemessen auf unrealistische Wahrnehmungen und Äußerungen reagieren
- Ängste nehmen
- Berühren und Blickkontakt herstellen
- Für Begleitung und Beaufsichtigung bei Selbst oder Fremdgefährdung sorgen
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