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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Petra Schulz
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Inkontinenz

1. Inkontinenz: Was ist das?

Dies kann jeden Menschen wieder fahren. Inkontinenz bedeutet den unwillkürlichen Verlust von Urin oder Stuhlgang, d. h. man hat keine Kontrolle mehr über der Miktion(Wasser lassen) o. Verdauung.
Viele Menschen in verschiedenen Alter, werden davon betroffen. : Dies kann angeboren sein, oder durch Krankheiten ausgelöst werden, oder auch durch psychische Probleme hervorgerufen werden. Die Frauen sind meist mehr betroffen, wie die Männer. Meistens ist es bei Ältern Menschen, bei Jüngeren kann es jedoch auch auftreten. Inkontinenz ist in dem Sinne keine Krankheit für sich, sondern ein Symptom, das irgendwas im Körper nicht richtig funktioniert.
Man unterscheidet mehrere Arten von Inkontinenz, der Auslöser kann oft eine Kleinigkeit sein, die sehr schnell behoben werden kann. Aber noch häufiger ist Die Inkontinenz eine ernstzunehmende bleibende Angelegenheit. Es ist sehr
wichtig, dass die betroffenen Personenlernen, dies zu akzeptieren, u. lernen damit umzugehen.

2. Formen der Inkontinenz:

Es gibt verschiedene Arten, wobei die Urin Inkontinenz sehr viel häufiger auftritt, als die Stuhlinkontinenz. Wenn man schon die Form u, die Art der Inkontinenz erkennt u. weiß, ist es sehr viel einfacher, die Ursachen zu beheben.

» Stress Inkontinenz oft durch Muskelschwäche

Die häufigste Form!
Die Menge Urin ist hierbei sehr gering, manchmal nicht mehr wie ein paar Tropfen. Plötzliche kleine „Belastungen“, z. B. Niesen, Husten, Lachen . . . , können dies schon verursachen. Auch eine plötzliche Bewegung, z. B. das Umdrehen im Bett, kann zum unwillkürlichen Urin Verlust führen.
Es kommt bei Frauen in jedes Alter vor, besonders nach einer Entbindung. Die Ursache ist meist Erschlaffung der Blasenmuskulatur. Diese kann jedoch häufig durch Gymnastik behoben werden, z. B. „Kneifübungen“.
Die Stress- o. Muskelschwäche Inkontinenz wird sehr häufig wieder vollkommen normalisiert.

» Tröpfchen Inkontinenz:(Überlauf Inkontinenz)
(leicht bis schwer) bei Männer

Diese Form kommt fast nur bei Männern vor. Hierbei tropft der Urin mit regelmäßigen Pausen durch, da die Blase bei der normalen Urin Entleerung(Miktion)nicht vollständig geleert wurde. Dies kann durch eine Vergrößerung der Prostata verursacht werden. Die Restmengen nehmen zu, so dass man noch häufiger Harndrang
Verspürt. Wenn der Harndrang dann auch noch für längere Zeit unterdrückt wird, füllt sich die Blase, und „läuft über“. Ohne Behandlung entsteht eine ernsthafte Urin Inkontinenz. Therapeutisch ist dies oft nur durch eine Operation zu beheben, danach Gymnastik der Blasenmuskulatur.

» Drang Inkontinenz (Reflex Inkontinenz)
(mäßig bis schwerwiegend) bei Männer u. Frauen

Bei dieser Form kommt es nicht zur rechtzeitigen „Warnung“, dass heißt man spürt plötzlich Harndrang, doch dann ist es schon zu spät, bevor man die Toilette erreicht, entleert sich die Blase unwillkürlich ganz komplett, nicht nur ein paar Tropfen.
Diese Form der Inkontinenz kommt häufig bei ältren Menschen vor, die Ursache meist neurologisch. Durch Medikamente, kann man zumindest erreichen, dass der Harndrang rechtzeitig kommt, und man es bis zur Toilette schafft. Das Blasentraining ist auch eine vielbenutzte Methode(man schreibt die Zeiten auf, und richtet die Toilettengänge danach), welches vor allem nachts eine Erleichterung darbietet.

» Stuhl Inkontinenz

Die wenigste vorkommende Form der Inkontinenz, jedoch die unangenehmste!!
Die analen Schließmuskeln arbeiten nicht mehr richtig, bzw. gar nicht mehr. Diese Art der Muskelschwäche kann selten behoben werden.

3. Was kann man selber daran tun?

Es fängt ja langsam an:
-Tröpfchen beim Husten, Lachen, Niesen. . . .

-kleines „Missgeschick“
Eigentlich nicht der Mühe wert darüber nachzudenken! Im Gegenteil darüber sprechen sollte man!!! Aber mit wem? Leider wird auch in der heutigen Zeit darüber geschwiegen, es ist Tabu! Darüber hinaus entsteht dann
Angst und Unsicherheit

Nicht darüber sprechen, und hoffen dass es nicht schlimmer wird. Aber wenn es nun doch passiert? Bemerken die anderen es? Riechen sie es sogar? Diese unsicheren Fragen werden immer wichtiger für die Betroffenen Personen. Verständlich! Also ist am besten es kommt zum

» Durchbruch

Der Durchbruch zum Schweigen ist bei Inkontinenten Menschen sehr wichtig. Denn es sind sehr viele Menschen davon betroffen. Das Reden mit vertrauten Personen im Umfeld ist sehr sehr wichtig. Auch dass es für dieses „Problem“ Lösungen gibt, ist für die inkontinenten Menschen wichtig zu erfahren. Also auch mit Personen sprechen, die professionelle Hilfe bieten, z. B. der Hausarzt, der Apotheker, Krankenschwester. . . . . Eigentlich „Helfer“ genügen.

» Vertrauen

Wird genügend um Hilfe gebeten?? Leider NEIN . Und doch sind genügende erfahrende Kräfte, die gerne und hilfsbereit mit diesem Problem, den betroffenen Personen, mit Rat u. Hilfe zur Seite stehen. Ein Gespräch ist sehr wichtig, und der 1. Schritt zur Hilfe. Die Gespräche sind sowieso vertraulich und die benötigten Hilfsmittel können unauffällig mitgegeben werden. Aber: Es muss darüber gesprochen werden. . . . .

» Also, was kann man selbst noch mehr machen

Ein erwachsener Mensch produziert ca. 2L. Urin am Tag. Die
Blase kann ca. 0, 5 L. beinhalten, d. h. 4 x Täglich muss man
Mindestens zur Toilette.
Natürlich hängt dies aber auch von der Ernährung und von der
Trinkmenge ab. Einige Getränke wie z. b. Kaffee, Bier, Tee, . . . .
fördern die Produktion von Urin. Auch Nahrungsmittel können eine vermehrte Produktion hervorrufen. Jemand der Inkontinenz ist,
sollte damit vertraut sein. Und doch ist es sehr wichtig genügend zu trinken, um den Feuchtigkeitsgehalt im Körper im Gleichgewicht zu
halten, damit keine Austrocknung des Körpers entsteht.
Eine Beratung mit dem zuständigen „Helfer“ wäre sinnvoll.

» Medikamente

Es ist sehr wichtig, den Hausarzt zu informieren, da sehr viele Medikamente noch mehr zum Harndrang, b. z. w. Harnproduktion
Führen, z. b. Blutdruckmedikamente.
Um die richtige Dosierung zu finden, muss also der behandelnde
Arzt informiert werden.
Auch starke Schlaftabletten haben negative Nebenwirkungen. Falls
Jemand gewohnt ist nachts zur Toilette zu gehen, können die Schlaftabletten den Harndrang unterdrücken und es kommt zur Inkontinenz.

» Kleidung

Feuchtes Wetter und Kälte sind besonders schlecht für inkontinente
Menschen. Auch große Temperaturunterschiede sollten vermieden werden, z. b. von ein warmes Wohnzimmer nach draußen in die Kälte.
Da „Muss“ man oft schon, - oder umgedreht.
Es ist wichtig, warme Kleidung zu tragen. Dabei sind mehrere dünne
Kleidungsstücke sinnvoller als ein dickes Kleidungsstück.
Wichtig sind leichte Sachen die nicht zum Schwitzen führen, d. h.
Baumwolle und keine Synthetik. Bei inkontinenten Menschen ist es
Auch wichtig Kleidung zu tragen, die beim Toilettengang leicht
Abzulegen sind, z. b. Klettverschluss und Reißverschluss, die häufig
Noch nachher unauffällig hinzugefügt werden können.

» Hygiene

Inkontinente Menschen müssen ihre Haut sehr viel mehr pflegen
da Urin über längere Zeit auf der Haut zu roten Irritierungen führt.
Nach dem Waschen also die Haut gut trocken halten. Eine persönliche Hygiene ist maßgebend, damit man keine Hautirritierungen
bekommt.
Seife braucht nicht immer benutzt zu werden, wenn doch klares Wasser genügt, da Seifenreste auch zu Hautirritierungen führen.
Hautfalten, die normal immer feucht und warm sind, benötigen eine
spezielle Pflege. Nach dem Waschen sollte man die Haut nicht
trocken reiben, da Reibung zu noch mehr Irritation führt. Die Haut
lieber mit dem Handtuch Trocken „drücken“. Vorbeugend, damit die Haut nicht austrocknet, sollte man milde Lotion, z. b. Babylotion,
gebrauchen. Also die Haut sanft eincremen – nicht reiben - .
Auch nicht zu dick auftragen, da sonst die Poren verschließen.
Falls man Talkpuder gebraucht, dann muss die Haut ganz trocken
vor dem Auftragen sein, sonst wird der Puder „Körnig“ , welches wiederum zu Hautirritationen führt.
Puder und Lotion dürfen nicht gleichzeitig benutzt werden.

4. Welche Hilfsmittel gibt es für inkontinente Menschen?

Am besten mit Produkte die sicher, diskret und komfortabel zu tragen sind. Man unterscheidet zwischen drei feuchtigkeitsabsorbierenden (aufnehmende) Hilfsmitteln:

A. Einteiliges System (kurz Wegwerfbinden)
- natürliche Passform
- Wegwerfsystem
- Verschiedene anpassende Größen
- Außenseite, b. z. w. Unterseite mit Plastik

B. Zweiteiliges System mit Binden
(Stretchhose mit Binden)
- anatomisch geformt
- Wegwerfbinden in der Stretchhose
- Standartgrößen
- Außenseite mit Plastik

C. Edet-Kanga System
( ein normaler Slip, mit einem Beutel für die Binde an der Außenseite)
- besteht aus Material , dass den Urin durchlässt aber nicht nass wird, so dass die Haut trocken bleibt. (100% atmungsaktiver Polyester)
- Damen und Herrenslips

» Was bietet Ihnen Edet-Kanga?

Für inkontinente Menschen ein sehr angenehmes Hilfsmittel. Da man nicht immer die Kleidung zu wechseln braucht, sondern Nur die Binden im Beutel wechselt. Die Slips können bei 60° Gewaschen werden. (nicht wärmer) Diese Slips sind sehr komfortabel zu tragen und sehr sicher. Es ist maßgebend, dass man die dazugehörenden Binden gebraucht, um einen optimalen Schutz zugewährleisten. Edet-Kangasystem ist sehr unauffällig im Tragen und kaum von den anderen Slips zu unterscheiden. Muss aber genau angepasst werden auf die Größe.

6. Kostenübernahme der Inkontinenz hilfsmittel und Inkontinenz Produkte

Je nach Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen
Werden viele Hilfsmittel von der Krankenkasse ersetzt, - also auf
Rezept vom Arzt verschrieben.

Autor: Petra Schulz
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