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Indikation von Dialysebehandlung
Akutes Nierenversagen (ANV): plötzl. Funktionsausfall
der Niere bei vorher Nierengesunden
Ursachen: Herz / Kreislaufversagen
Volumenmangelzustände (RR ) Schockniere
Entzündung, Glommerulonephritis
Symptome: Oligurie und Anurie
WELH (Wasserelektrolythaushalt) entgleist Überwässerung
(Luftnot, Lungenödem)
Hyperkalämie (Herzrhythmusstrg.)
Metabolische Azidose (weniger H+ - Ionen - Ausscheidung)
Erhöhte harnpflichtige Substanzen (Harnstoff, Kreatin)
Therapie: Kurzzeitdialyse
Chron. Niereninsuffizienz / chron. Nierenversagen
langsam zunehmende Nierenfunktionsstörung auf dem Boden zahlreicher
Grunderkrankungen die zum völligen Verlust beider Nieren mit terminaler
Niereninsuffizienz und Dialysepflicht, fortschreitend
Ursache:
Chron. Glomerulonephritis
Diab. Nephropathie (diab. Glomerulosklerose - Morbus Kimmelstiel -
Wilson)
Chron. Pyelonephritis
Schmerzmittelbedingte Nierenschädigung (Analgetika - Nephropathie)
Zystenniere
Symptome:
H äufig sehr lange, ohne Beschwerden (Nieren haben hohe Leistungsreserve)
Symptomatik beginnt mit Abgeschlagenheit, Leistungsminderung
Anstieg der harnpflichtigen Substanzen
Auswirkung auf:
Herz-Kreislauf (Hypertonie, Überwässerung, Rhythmusstrg.,
Herzstillstand durch zu hohes K+)
Lunge (Lungenödem, Pneumoniegefahr bei allg. Abwehrschwäche,
vertiefte Atmung bei Azidose)
Magen-Darm-Trakt ( Mundgeruch, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle)
ZNS (Kopfschmerzen, Konzentrationsstrg., Verwirrtheit, Bewußtlosigkeit)
Haut ( Juckreiz, gräulich-gelbes Hautklorit, Uringeruch)
Blut (renale Anämie verminderte Produktion des Hormons EPO (Blutbildung)
in der Niere)
renale Osteopathie (Niere verliert Fähigkeit Vit D. in seine aktive
Form zu überführen, Kalzium wird zu wenig aus dem Darm aufgenomen
Blutspiegel , Parathormonsekretion der
Nebenschilddrüse , erhöhter Knochenumbau / abbau (Knochenschmerzen
und Entkalkungserscheinung)
Gefäßzugang (Shunt)
Voraussetzung für die Dialysebehandlung ist ein Shunt (Nebenschluß)
= subcutane, gefäßchirugisch angelegte Kurzschlußverbindeung
zwischen einer Armarterie und einer Vene (arterio - venöser - shunt
oder Fistel: amino - brescia - Fistel, meist A. radialis und V. cephalica)
Es kommt zu einer Arterialisierung der Vene, d.h. es kommt zu einer Erweiterung
der Vene und Gefäßwände werden dicker
Standartpflegeplan für Dialysepflichtige ältere
Menschen
| Problem |
Ziel |
Maßnahme |
- Aufgrund der Bettruhe während Dialyse Urin und Stuhlausscheidung
nur im Bett möglich ® Mangelnde Intimsphäre |
- Wohlbefinden |
- wenn möglich Urin und Darmentleerung vor der Dialyse |
- Erschöpfung, Müdigkeit nach der Dialyse |
- Klient kennt den Grund der Müdigkeit |
Informationsgespräch
Ruhepausen |
Kreislaufveränderung, Hypotonie, Brady / Tachykardie
(Aufgrund Flüssigkeitsentzug) |
- stabiler RR
- stabile Herzfrequenz |
- engmaschige RR
- Kontrolle
- Pulskontrolle |
- während Dialyse: Muskelkrämpfe (Wade) |
- Klient kennt den Zusammenhang zwischen Dialyse und Krämpfen |
- Informationsgespräch
- Salzhaltige Brühe, Wärmeanwendung |
- Flüssigkeitsüberschuß / Gewichtszunahme ® periphere Ödeme,
Lungenödem, Atemnot |
Stabiles Flüssigkeitsvolumen
Klient kann Flüssigkeitszustand überwachen
Klient äußert Verständinis für Flüssigkeitseinschränkung |
Tgl. Gewichtskontrolle
Erlaubte Flüssigkeitsmenge ausnutzen, Exikose vermeiden
Versteckte H2O-Gehalt in Speisen beachten
Getränke in kleinen Tassen anbieten
Salzhaltige Lebensmittel meiden
Süße, scharfe Speisen meiden
Lutschen von Eiswürfeln |
Eiweißverluste bedingt durch Dialyse |
Klient kennt Zusammenhang
Ausreichende Eiweißzufuhr |
Informationsgespräch
1g Eiweiß / Tag |
Ödembildung / Durstgefühl
(hohes Durstgefühl) |
Kontrollierte Salzzufuhr |
Speisen nicht nachsalzen
Auf salzhaltige Lebensmittel verzichten
Kein Na-armes Salz |
Verwirrtheit, Bradykardie,
Herzstillstand durch Hyperkalämie |
Stabiler Kaliumspiegel
Verständnis für Essenseinschränkung |
Begrenzung d. kaliumreichen Nahrungsmittel
Spez. Vorbereitung von Lebensmittel um K-Gehalt zu vermeiden |
Knochenveränderung, Knochenschmerzen durch erhöhten
Phosphatspiegel des Blutes |
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Jeweils zu den mahlzeiten phosphatbindende Medis
Phosphatreiche Nahrungsmittel meiden |
Problem |
Ziele |
Maßnahmen |
Abmagerung / Schwäche
Infektionsanfälligkeit |
Ausreichend Kalorien und Vit. / Ballaststoffzufuhr
Verhltensänderung um Gewicht wieder herzustellen |
Ausreichend Kalorienzufuhr
Hochkalorische Lebensmittel
Substitution von Vit. |
Obstipation (wenig Ballaststoffe und Flüssigkeit) |
Regelmäßig, mühelose Verdauung |
Milde Laxanzien (Milchzucker)
Supposition |
Trockene Blasse, gelblich-graue Haut (Ablagerungvon Harnpflichtigen
Substanzen)
Juckreiz (Infektionsgefahr d. Kratzen) |
Intakte Haut ohne Juckreiz |
Reizarme Körperpflegemittel
Langes Baden und duschen meiden (keine hohe Temp.)
Regelmäßige Ganzkörper-Ölbäder
Leichte Absenkung der Raumtemp.
Keine Wärmestauende Kleidung tragen |
Permanente Durstgefühl mit Mundtrockenheit
Urämischer Geschmack im Mund |
Klient hat kein Durstgefühl, intakte Mundschleimhaut |
Regelmäßige Mund und Zahnpflege, evtl. speichelflussanregende
Zusätze
Regelmäßiges Auswichen der Mundhöhle |
Erhöhte Infektneigung, Respirationsschleimhaut trocknet
aus, Harnwegsinfekt bei fehlender Ausscheidung |
Keine Infektionen
Klient kennt Maßnahmen u. das Infektionsrisiko |
Kontakte zu Personen mit Erkältung u. Infektionen meiden
Häufiges Waschen d. Genitalbereichs mit H2o
u. pH-neutraler Seife |
Shuntkomplikationen
® Thrombosierung
® Blutungen
® Aneurysmabildung
® Infektionen |
Intakter Shunt |
Systematische Beobachtung u. tägl. Prüfung des Shunts(Auskultation,
Palpation), Inspektion auf Rötung, Schwellung, Schmerz
Kontrolle auf Blutungenu. Hämatombildung
Shuntarm keiner erhöhten Verletzung aussetzten
Keine RR- Messung
Keine einschnürende Kleidung
Keine zirkulären, stark komprimierenden Wundauflagen
Tgl. Waschen (H2O
Mehrmals tgl. Pflege der Haut im Shuntbereich
Klient / Angehörige zur Kontrolle anleiten und anregen
Veränderungen melden |
Problem |
Ziel |
Maßnahmen |
Psych. Veränderung (Stimmungsschwankung, aggressives
Verhalte |
|
Geduld, Zuwendung, Aufmerksamkeit
Zu Aktivitäten anregen
Kontakte aufbauen
Unterstützung der Angehörigen |
Harnwegsinfektion
Def.:
Meist bakteriell - selten viral oder parasitär - dedingte Entzündung
der ableitenden
Harnwege, die sich durch schmerzhaftes und häufiges Wasserlassen sowie
evtl. durch
Fieber, allgemeines Unwohlsein und Nierenlagerklopfschmerzen zeigt. Gehört
bei
Frauen zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen
Arten
- untere / obere Harnwegsinfektion (untere Harntrakt: Urethritis, Zystitis;
oberer Harntrakt: akute, chron. Pyelonephritis)
- akute~ / chronische~
- primäre~ / sekundäre~ (ohne äußere Erkrankung /
als Folge)
- nicht obstruktive~ / obstruktive~ (Verengung, Harnaufstau)
- aszendierende~ / deszendierende~ (auf / absteigend)
Es gibt keine einheitliche Einteilung der Harnwegsinfektionen
Ursache / Häufigkeit
- Erreger in erster Linie Bakterien der Darmflora (meist Keime der Escherichia-Coli-Proteus-Gruppe)
- Schädigende Substanzen (z.B. Chemotherapie)
- Harnwegsinfektionen sind die häufigsten Infektionen anbulanter und
stat. Kliniken. Frauen > Männer
Risikofaktoren
- Harnabflussstörungen (Steine, Engstellen, Stenosen)
- Abwehrschwäche durch allgemeinerkrankungen
- Chem. Ursachen: Stoffwechselstörungen (D.m.)
- Blasenkatheter
- Kälte, Nässe, Streß
Symptome
Die klein. Zeichen einer Zystitis können sich innerhalb weniger Stunden
entwickeln, lass. Symptomkombinationen
- Pollakisurie
- Dysurie
- Krampfartige Schmerzen oberhalb des Schambeins
- Evtl. blutiger, übelriechender eitriger Urin
- Bei Infektionen des oberen Harntraktes (akute / chron Pyelonephritis)
- hohes Fieber, Flankenschmerzen, Dysurie, starke Beeinträchtigung
des AZ
Diagnostik
Anamnese
- Urinstreifentest (Leukozyten, Nitrit, Erythrozyten positiv)
- Keimnachweis in der Urinkultur
Komplikationen
Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Erkennung und Behandlung
der Risikofaktoren und der Begleiterkrankungen in den Harnwegen. Bei einer
vorliegenden Harntransportstrg. kann infizierter Urin zum Nierenabszess
und zur Blutvergiftung (Urosepsis) führen.
Therapie
- reichlich Flüssigkeitszufuhr
- regelmäßige Blasenentleerungen (um ein Aufsteigen der Infektion
zu vermeiden)
- lokale Wärme (Beschwerdelinderung)
- krampflösende Schmerzmittel
- Antibiotika
- Vitalzeichenkontrolle und ständ. Kontrolle / Beobachtung
- Zeichen des sept. Schocks
- Schüttelfrost
- Fieber
- Tachykardie
- Hypotonie
- Tachypnoe
- Bewußtseinsstörungen
- Oligurie Anurie
Besonderheiten bei liegendem Blasendauerkatheter
Ziel Maßnahmen
- Schädigung durch Kathetermaterial vermeide
- Handwerklich einwandfreies katheterisieren - Kriterien berücksichtigen
aseptischer Eingriff
- infektionsfördernde Diskonnektion vermeiden - beibehalten des
geschlossenen System
- korrekte Intimpflege - klares Wasser, bei Bedarf
häufiger
- kurze Lagedauer - regelmäßig Wechseln
- Urinstau vermeiden - einklemmen vermeiden
| Ziel |
Maßnahmen |
| Schädigung durch Kathetermaterial
vermeiden |
|
| Handwerklich einwandfreies katheterisieren
- Kriterien berücksichtigen |
aseptischer
Eingriff |
| infektionsfördernde Diskonnektion
vermeiden |
beibehalten des geschlossenen System |
| korrekte Intimpflege |
klares Wasser, bei Bedarf
häufiger |
| kurze Lagedauer |
regelmäßig Wechseln |
| Urinstau vermeiden |
einklemmen vermeiden |
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