Autor/in: Vera B.

Wiederholungsfragen- und Aufgaben zur Anatomie/Physiologie der Atmungsorgane

1.) Welche Abschnitte gehören zu den oberen, welche zu den unteren Atemwegen? Was ist der Totraum?

Zu den oberen Atemwegen gehören Nase und Rachen, zu den unteren Atemwegen gehören Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien. Der Totraum sind alle Hohlräume zusammen, die der Luftzu- und -ableitung dienen, nicht aber dem Gasaustausch (Nase oder Mund bis zu den Bronchien.)

2.) Welcher Vorgang wird als „äußere Atmung“, welcher als „innere Atmung“ be-zeichnet?

Als äußere Atmung wird der Gasaustausch in der Lunge bezeichnet und als innere Atmung wird der Gasaustausch im Gewebe (Zellatmung) bezeichnet.

3.) Nennen Sie die Bestandteile der Einatmungs- und Ausatmungsluft.

Die Einatmungsluft besteht zu ca. 78% aus Stickstoff, zu ca. 21% aus Sauerstoff, zu ca. 0,03% aus Kohlendioxid und zu ca. 1% aus Edelgasen, außerdem werden auch Schmutz-partikel und Schadstoffe eingeatmet.
Die Ausatmungsluft besteht zu ca. 78% aus Stickstoff, zu ca. 17% aus Sauerstoff, zu ca. 4% aus Kohlendioxid und zu ca. 1% aus Edelgasen, außerdem wird auch Wasserdampf ausge-atmet.

4.) Woraus besteht das Gerüst der Nase? Wodurch hat die Schleimhaut der Nase eine besonders große Oberfläche? Aus welchem Gewebe besteht die Schleimhaut?

Das Gerüst der Nase ist teils knöchern (z.B.: 2 Nasenbeine, Siebbein, Pflugscharbein) und teils knorpelig (z.B.: äußere Nase aus elastischem Knorpel, das Septum besteht z.T. aus hyali-nem Knorpel). Die Schleimhaut der Nase hat dadurch eine besonders große Oberfläche, weil von den Seitenwänden je 3 Nasenmuscheln in die Nasenhöhlen hinein ragen und diese Na-senmuscheln auch mit Schleimhaut überzogen sind. Das Gewebe der Schleimhaut besteht aus Flimmerepithel mit eingestreuten, schleimbildenden Becherzellen und kleinen Drüsen.

5.) Welches sind die Aufgaben der Nase? Wodurch kann sie die Aufgaben erfüllen?

– Die Anfeuchtung und Reinigung der Einatmungsluft. Sie kommt dadurch zustande, das das Gewebe der Schleimhaut aus Flimmerepithel mit eingestreuten , schleimbildenden Becherzellen und kleinen Drüsen ist.

  • Die Erwärmung der Luft, das kommt durch die gute Durchblutung der Schleimhaut zu-stande.
  • Grobe, chemische Prüfung der Einatmungsluft, dadurch das das Riechepithel im oberen Teil der Nase die Geruchsempfindungen aufnimmt.

6.) Was sind Nasennebenhöhlen? Welche Nasennebenhöhlen gibt es?

Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Inneren von Schädelknochen, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind und jeweils eine kleine Öffnung zu den Nasenhöhlen hin besit-zen. Die Nasennebenhöhlen sind Resonanzkörper, sie beeinflussen die Klangfarbe der Stim-me. Es gibt die Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen, die Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhle.

7.) Wie ist der Kehlkopf aufgebaut? Wo liegen die Stimmbänder?

  • Der Kehlkopf besitzt ein Knorpelgerüst aus hyalinem Knorpel, dessen größte Knorpel sind Schildknorpel und Ringknorpel.
  • Zwei Stellknorpel befestigen hinten die Stimmbänder. Durch Muskeln können die Stell-knorpel bewegt werden und dadurch die Stellung der Stimmbänder verändert werden.
  • Der Innenraum des Kehlkopfs ist – wie alle Atemwege – mit Schleimhaut ausgekleidet.
  • Der Kehldeckel (Epiglottis), ein elastischer Knorpel, der ebenfalls mit Schleimhaut be-deckt und vorn im Inneren des Schildknorpels befestigt ist, legt sich beim Schlucken über die Stimmritze.
  • Die Stimmbänder sind zwei von Epithelgewebe überzogene bindegewebige Bänder, die im Inneren des Kehlkopfs zwischen Schildknorpel und Stellknorpel von vorn nach hinten ausgespannt sind

8.) Woraus besteht der Rachen? Mit welchen Hohlräumen in seiner Nachbarschaft steht er in Verbindung?

Der Rachen ist ein mit Schleimhaut ausgekleideter Muskelschlauch. Die Schleimhaut besteht im oberen Teil aus Flimmerepithel , sonst aus mehrschichtigem, unverhorntem Plattenepithel. Der Rachen steht in Verbindung mit der Nase, dem Mund, der Speiseröhre, dem Kehlkopf und vom Nasenrachen über die Ohrtrompete aus zum Mittelohr.

9.) Beschreiben Sie Lage und Wandaufbau der Luftröhre. Wie lang ist sie?

Lage: Die Luftröhre schließt an den Ringknorpel des Kehlkopfs an und verläuft teils im Hals, teils im Brustbereich. Sie liegt vor der Speiseröhre etwa in Höhe des 5. Brustwirbels gabelt sie sich in zwei Stammbronchien.
Wandaufbau: In der Wand der Luftröhre befinden sich hufeisenförmige Knorpelspangen durch die die Lichtung aufgehalten werden kann, sie sind mit elastischem Bindegewebe mit-einander verbunden. Auf der Rückseite ist die Luftröhre durch ein Membran aus Bindegewe-be mit eingelagerter glatter Muskulatur verschlossen, durch die glatte Muskulatur kann die Lichtung verengt werden. Die Schleimhaut, die die Luftröhre auskleidet besteht aus Flimme-repithel mit schleimbildenden Becherzellen.
Länge: Die Luftröhre ist ca. 10-12 cm lang, sie ist elastisch und kann bei Bewegungen von Kopf und Hals entsprechend gedehnt werden.

10.) Erläutern Sie die Bezeichnung „Bronchialbaum“. Aus welchen Abschnitten be-steht er?

Wegen der Ähnlichkeit mit einem Baum nennt man die Verästelungen der Bronchien „Bron-chialbaum“. Abschnitte:
Die zwei Stammbronchien (Hauptbronchien) verzweigen sich rechts in drei Lappenbron-chien, links in zwei Lappenbronchien. Ihre nächstfeineren Äste sind die Segmentbronchien, die feinsten Bronchien heißen Bronchiolen. Man kann davon noch die Endbronchiolen und Atembronchiolen unterschieden.

11.) Wie sind die Wände der Bronchien aufgebaut, wie die der Bronchiolen?

Die Wände der Bronchien besitzen reichlich elastische Fasern und glatte Muskulatur, darin befinden sich viel unregelmäßig geformte Knorpeleinlagerungen. Die Schleimhaut im Inneren besteht aus Flimmerepithel mit schleimbildenden Becherzellen und Bronchialdrüsen. Die Wände der Bronchiolen sind genauso aufgebaut wie die der Bronchien, außer das sich in ih-nen dagegen keine Knorpeleinlagerungen mehr befinden.

12.) Beschreiben Sie Lage und Form der Lunge(n).

Die beiden Lungenflügel befinden sich links und rechts vom Mediastinum in dem Raum zwi-schen Brustkorbwand und Zwerchfell. Die Lungenflügel sind kegelförmig, ihre Basis liegt auf dem Zwerchfell, die abgerundeten Spitzen bei den Schlüsselbeinen.

13.) In welche Abschnitte gliedern sich die Lungenflügel? Wo befindet sich der Lun-genhilus (Lungenwurzel)? Was tritt dort in die Lunge ein, was führt heraus?

Der linke Lungenflügel gliedert sich in zwei Lappen, der rechte Lungenflügel in drei Lappen. Jeder Lungenflügel besteht aus 10 Segmenten (Abschnitten). Die Lungenwurzel (Lungenhi-lus) liegt jeweils medial. Dort ist die Eintrittsstelle für Lungenarterien, Bronchien und Nerven. Und die Austrittsstelle für Lungenvenen und Lymphgefäße.

14.) Wie sind die Lungenbläschen (Alveolen) aufgebaut?

Ein Lungenbläschen mißt im ungedehntem Zustand ca. 0,25 mm im Durchmesser. Seine Wand besteht aus besonders dünnem einschichtigem Plattenepithel, das umgeben ist von vie-len elastischen Fasern und einem Netz aus Blutkapillaren.

15.) Aus welchen Abschnitten besteht die Pleura (Brustfell)? Beschreiben Sie Lage die-ser Abschnitte.

Die Pleura besteht aus dem Lungenfell, von dem die Lunge umhüllt ist und das sich auch zwi-schen den Lungenlappen fortsetzt. Außerdem besteht sie aus dem Rippenfell, das im Bereich des Lungenhilus umschlägt und eine Verdoppelung bildet, die Zwerchfell und Brustwand überzieht.

16.) Durch welche Muskeln kommen die Atembewegungen zustande? Beschreiben Sie die Atembewegungen. Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Pleu-raspalt?

Die Atembewegungen kommen durch das Zwerchfell und die inneren und äußeren Zwischen-rippenmuskeln zustande und z.B.: bei Atemnot kommen zur Unterstützung noch die Atem-hilfsmuskeln dazu.
Bei der Einatmung kontrahieren sich die äußeren Zwischenrippenmuskeln und heben die Rip-pen an. Außerdem flacht das Zwerchfell durch Kontraktion ab und dadurch vergrößert sich die Bauchhöhle. Zur Unterstützung können die Atemhilfsmuskeln (kleiner und großer Brust-muskel und Sägemuskel) betätigt werden, die die Rippen anheben bzw. fixieren.
Bei der Ausatmung erschlaffen die äußeren Zwischenrippenmuskeln (zusätzlich können die inneren Zwischenrippenmuskeln kontrahiert werden), dadurch senken sich die Rippen. Au-ßerdem erschlafft das Zwerchfell und wölbt sich hoch, so wird die Brusthöhle verkleinert. Zur Unterstützung können Atemhilfsmuskeln (Bachmuskeln) betätigt werden.
Durch die Flüssigkeit im Pleuraspalt können sich Lungenfell und Rippenfell bei der Atmung gegeneinander verschieben, durch den Unterdruck bleibt die Lunge entfaltet und kann nicht zusammenfallen.

17.) Nennen Sie die Steuerungszentrale der Atmung und ihre Lage. Welche Informati-onen übermittelt das Blut dorthin? Welche dieser Informationen bewirkt am schnellsten eine Beschleunigung der Atmung?

Die Steuerungszentrale der Atmung ist das Atemzentrum und liegt im verlängerten Mark. Durch das Blut werden Informationen wie O2-Gehalt, CO2-Gehalt und pH-Wert an das Atem-zentrum übermittelt. Ein CO2-Anstieg führt am schnellsten zur Beschleunigung der Atmung.

18.) Nennen Sie einige weitere Faktoren, die die Atmung verändern können und welche Veränderung sie jeweils bewirken.

Hormone z.B.: Adrenalin und psychische Befindlichkeiten wie Angst bewirken das die At-mung beschleunigt wird. Reflexe wie Husten, Niesen und Schlucken bewirken das die At-mung unterbrochen wird und Schmerzen z.B.: bei Bauchverletzungen bewirken das die At-mung verlangsamt wird (Schonatmung).

19.) Erklären Sie den Begriff „Vitalkapazität“. Aus welchen Größen setzt sie sich zu-sammen? Nennen Sie auch jeweils die ungefähre Luftmenge.

„Vitalkapazität“ ist die Luftmenge, die nach stärkster Einatmung durch maximale Ausat-mung abgegeben wird. Sie setzt sich zusammen aus dem Atemzugsvolumen von ca. 500 ml, aus der Einatmungsreserve (Inspiratorisches Reservevolumen) von 2100-3000 ml und aus der Ausatmungsreserve (Exspiratorisches Reservevolumen) von ca. 1200 ml.

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