Autor/in: Cordula

Psychoanalyse nach Sigmund Freund

Stelle das Instanzenmodell der Persönlichkeit als Schaubild dar. Gehe dabei bitte auf alternative Bezeichnungen, Entstehung und Funktion der einzelnen Instanzen ein!

ES » älteste Instanz » Lustprinzip

Forderungen

  • ererbt
  • Trieb, Eros, Destrudo, Libido
  • Befriedigung der Triebansprüche und Bedürfnisse.
  • Es gelten keine Gesetze des logischen Denkens.
  • Es gibt keine Wertung, kein Gut/Böse, keine Moral.

ICH » zweitälteste Instanz » Realitätsprinzip

  • Entwickelt sich aus dem ES unter Einfluss der Außenwelt.
  • Vermittelt zwischen ES, ÜBER-ICH und Realität.
  • Verwirklicht zugelassene Wünsche, wehrt nicht zugelassene Ansprüche ab.
  • Denken, Steuern, Planen, Wählen, Handeln, Entscheiden, Selbstbehauptung.
  • Bewusste Auseinandersetzung mit der Außenwelt.

ÜBER-ICH » drittälteste Instanz » Moralitätsprinzip

Forderungen

  • Entwickelt sich innerhalb des ICHS unter Einfluss von Elternhaus und sozialem Milieu.
  • Gebote und Verbote.
  • Wertorientierung
  • Bewertet, beurteilt.
  • Gewissen.

Gesunde Persönlichkeit » Alle Instanzen sind im Gleichgewicht.

Wann würde Freud von einer psychisch gesunden Persönlichkeit sprechen?

Wenn alle Instanzen im Gleichgewicht sind.

Wie würdest Du einen Menschen beschreiben, dessen ÜBER-ICH zu stark ausgeprägt ist?
  • Moralapostel
  • Kein Spaß am Leben, Spielverderber.
  • Spießer

Wie würdest Du einen Menschen beschreiben, dessen ÜBER-ICH zu schwach ausgeprägt ist?

  • leichtsinnig
  • Man kann sich auf ihn nicht verlassen.
  • Charakterschwach

Wie würdest Du einen Menschen beschreiben, dessen ES zu stark ausgeprägt ist?

  • „Triebtäter“
  • kindisch
  • Trotzkopf

Wie würdest Du einen Menschen beschreiben, dessen ES zu schwach ausgeprägt ist?

  • Zu ernst, humorlos.
  • Phantasielos
  • Gefühllos, kann sich nicht in andere hineinversetzen.

In einer gut „funktionierenden“ Persönlichkeit wirken die drei Instanzen ES, ICH und ÜBER-ICH zusammen. Stehen jedoch einzelne Persönlichkeitsinstanzen in einem Ungleichgewicht zueinander, dann treten Ängste auf. Welche Grundformen der Angst unterscheidet Freud?

1. Angst vor der Realität (Realitätsangst)

Das ICH fürchtet sich vor den Konsequenzen der Realität, die auf die Befriedigung von
Wünschen folgt, bzw. folgen würde. Angst vor tatsächlichen Folgen.

2. Angst vor den Forderungen des ÜBER-ICHS (moralische Angst)

Das ICH fürchtet sich vor den Forderungen des ÜBER-ICHS, was mit Schuldgefühlen
und Gewissensbissen, Selbstvorwürfen verbunden ist. Angst davor, wie z.B. die
Eltern reagieren.

3. Angst vor den Ansprüchen des ES (neurotische Angst)

Das ICH fürchtet, von den Ansprüchen des ES überwältigt oder sogar vernichtet
zu werden.

Definiere den Abgriff „Abwehrmechanismus“!

Schutzmechanismen des ICH, um Ängste abzubauen.

Verdeutliche die drei Grundformen der Angst an einem Beispiel!

1. Realitätsangst

2. Moralische Angst

3. Neurotische Angst

Welche Funktion hat Angst?

Sie warnt uns vor Bedrohungen, ist eine Warnfunktion.

Welche zwei Hauptwege gibt es für das ICH, Ängste abzubauen?

Angriff » bewusste Entscheidungen treffen.
Flucht » Abwehrmechanismen (unbewusst).

Erkläre den Abwehrmechanismus „Projektion“ und gibt zur Verdeutlichung zusätzlich ein Beispiel an.
Ich erkenne an mir Fehler, will sie aber nicht wahrhaben und sehe diese Fehler an einen andern Menschen.

Beispiel:
Eine Altenpflegerin hat bei der Intimpflege eines an MS erkrankten, bettlägerigen Bewohners häufig erotische Gefühle, die in ihrer Phantasie auch von diesem erwidert werden. Sie kann diese Vorstellung jedoch nicht zulassen, sondern erzählt, eine Kollegin habe wohl ein Verhältnis mit diesem Bewohner.

Erkläre den Abwehrmechanismus „Verdrängung“ und gibt zur Verdeutlichung zusätzlich ein Beispiel an.
Ich „schiebe“ etwas zur Seite, bzw. in mein Unterbewusstsein. Unlösbare Konflikte werden vollständig ins Unbewusste „gebeamt“, da sie, wenn sie bewusst sind, ein Unlustgefühl oder Angst hervorrufen („Vergessen aus Angst“). Dieser Mechanismus hat eine besondere Bedeutung bei der Verarbeitung von Kindheitskonflikten, da das kindliche Ich zu rationalen Lösungen oft nicht in der Lage ist.

Beispiel:
Ein Altenpfleger geht völlig in seinem Beruf auf. Er stellt an sich und andere höchste Anforderungen. Er macht freiwillig Überstunden, kann Privat- und Berufleben nur unzureichend trennen. In seiner Kindheit musste er hilflos mit ansehen, wie seine Mutter an einem Krebsleiden starb. An diese schwere Zeit kann er sich jedoch ebenso wenig erinnern wie an die damit verbundenen Ohnmachts- und Schuldgefühle.

Erkläre den Abwehrmechanismus „Verschiebung“ und gibt zur Verdeutlichung zusätzlich ein Beispiel an.
Unangenehme oder feindselige Gefühle werden nicht gegen die als bedrohlich empfundene Person gerichtet, der sie eigentlich gelten, sondern gegen eine andere, schwächere bzw. weniger bedrohliche Peson, oder gegen sich selbst (=Autoaggression).

Beispiel:
Eine Heimbewohnerin bekommt am Wochenende nicht den erwarteten Besuch ihrer Tochter. Sie ist enttäuscht und fühlt sich vernachlässigt. Sie kann der Tochter ihre Enttäuschung und die in ihr aufkeimende Wut nicht mitteilen, weil sie Angst hat, dass diese sie dann gar nicht mehr besuchen kommt. Statt dessen macht sie der Altenpflegerin Vorhaltungen und fordert von ihr mehr Zuwendung.

Erkläre den Abwehrmechanismus „Sublimierung“ und gibt zur Verdeutlichung zusätzlich ein Beispiel an.
Befriedigung nicht erfüllter (sexueller) Bedürfnisse und Wünsche durch Ersatzhandlungen, die von der Gesellschaft akzeptiert oder sogar hoch bewertet werden.

Beispiel:
Der Wunsch, Macht über andere Menschen zu haben, wird dahingehend umgeändert, dass man einen helfenden Beruf ergreift.

Nach plötzlicher Heimeinweisung reagieren die betroffenen alten Menschen häufig mit regressivem Verhalten.

a) Erkläre den Begriff Regression
» Rückzug in frühere Verhaltensweisen.

b) Wie kann regressives Verhalten konkret aussehen?
Verlust der bis zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Fähigkeit zur Selbstversorgung.
Inkontinenz
Embryonale Lage im Bett.

c) Helfer verstärken Regression, wenn sie

  • Dem Bewohner alles abnehmen.
  • Es zu „gut“ meinen, ihn ständig „verwöhnen“.
  • Bei der Grundpflege zu schnell die Pflege übernehmen, weil sie „keine Zeit“ haben.
  • Behandeln wie ein Kind.
  • Verniedlichung der Sprache.

d) Was können regressionsfördernde Maßnahmen seitens des Pflegepersonals beim betroffenen Bewohner bewirken?

  • Selbstwertgefühl geht verloren.
  • Konzentrationsfähigkeit nimmt ab.
  • Ein Abrutschen ins „vegetieren“ droht.
  • Selbständigkeit geht verloren.
  • Aggressives Verhalten.

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