Autor/in: Anna Ebner

Pflege alter Menschen

Wie erleben alte Menschen ihre Krankheit?

Grundsätzlich individuell. Die meisten haben aber Angst, weil sie nicht wissen was mit ihnen los ist oder von seitens der Ärzte zu wenig Aufklärung vorhanden ist. Man solle auf den Pat. eingehen, mit ihm reden, ihm es so gut wie möglich erklären und ihm dadurch seine Angst wegnehmen, bzw. reduzieren. Auch die Angehörigen gehören eingebunden.

Was verstehen Sie unter Verwirrtheit? (Erläutern Sie die Stadien)

Verwirrtheit = ein Symptom einer Erkrankung, eine Reaktion auf eine Erkrankung (oder auf psychisch verwirrende Faktoren), es ist eine Pflegediagnose. Bei Verwirrtheit ist die Orientierung gestört.
Dazu gehören: zeitliche, örtliche, persönliche und situative Orientierung
Zeitliche: Kann aktuelles Datum oder Jahreszeit nicht mehr angeben.
Örtliche: Kann nicht angeben, wo er sich im Moment befindet, Informationsmangel muss aber ausgeschlossen werden.
Persönliche: Kann nicht mehr sagen wann und wo er geboren wurde, ob er verheiratet ist oder Kinder hat, …
Situative: Kann nicht richtig angeben, was er gerade macht oder was gerade passiert
Aufmerksamkeit: wenn man sich seiner Umwelt nicht mehr aufmerksam zuwenden kann, entgehen einem wichtige Informationen.
Wahrnehmung: wer schlecht hört od. sieht, kann sich schlecht zurechtfinden.
Gedächtnis: wenn man sich nicht mehr alles merken kann, kann man sich schlecht orientieren.

Stadien der Verwirrtheit:

1. Stadium: leichte Verwirrtheit
Mangelhafte od. unglückliche Orientierung an der Realität; Menschen in diesem Stadium sind meist noch zu Hause. Sie sind ab und zu verwirrt und merken das, dadurch werden sie ängstlich und misstrauisch.

2. Stadium: zeitliche Verwirrtheit
Zeit- und Ortsverwirrtheit, leben in ihrer Vergangenheit. Sie vergessen Namen, Gesichter und Orte; Gefühle äußern sie ohne Hemmungen, reden gerne über ihre Erinnerungen, haben aber Schwierigkeiten die richtigen Worte zu finden. Spiele sind schwierig, weil sie die Spielregeln vergessen. Bewahren ihre Sachen oft am falschen Ort auf.

3. Stadium: wiederholte/ständige Bewegungen
Wie: klopfen, wischen, um Hilfe od. „Schwester, Schwester“ rufen; Die Fähigkeit, sich mit Worten zu verständigen, geht verloren. Die Betroffenen sprechen zwar noch, jedoch fällt es schwer sie zu verstehen. Gefühle drücken sie meist symbolisch aus. Das ständige wiederholen von lauten Worten und auch Bewegungen macht ihnen oft Spaß, sie haben oft Freude an Berührungen, Musik und Bewegung.

4. Stadium: vegetieren
totaler Rückzug nach innen. Diese Menschen sind pflegebedürftig. Sie bleiben oft im Rollstuhl oder im Bett. Von ihrem ICH ist nicht mehr viel übrig und die Umwelt dringt kaum mehr zu ihnen durch. Für diese Menschen ist die Aktivierung durch Sinnesreize geeignet. Dies bedeutet, dass man Gehör, Tastsinn, Geruch od. Geschmacksinn nutzt.

Wie erleben alte Menschen die Einweisung in ein Krankenhaus oder Pflegeheim?

Sie sind nervös, weil sie nicht wissen was auf sie zukommt, haben Angst vor der ungewohnten Umgebung, ob das Personal sympathisch ist, wie eine mögliche OP verläuft. Es kommt auch darauf an wie das soziale Umfeld ist, ob er ein intaktes Familienleben hat.
Gefahr:

  • Verluste der Lebensmotive
  • Seelische Versagensreaktion
  • Schwächung der körperliche Abwehrkräfte
  • Hospitalismus (kein Motiv nach Hause zu wollen)

Aufnahme: Eintrittsphase

  • Fehlen der gewohnten Umgebung
  • Ungewohnte Menschen
  • Verlust von seelischem Gleichgewicht
  • Angst, Verwirrtheit
  • Schlafstörungen

daher sollte man:

  • KH-Aufnahme nur bei absoluter Indikation
  • Vermeidung von Hospitalinfektionen u. Liegekomplikationen
  • Umgebung gestalten
  • Kommunikation u. Kontakte schaffen
  • Körperliche Aktivierung

Übersiedlung in ein Heim ist eine herausfordernde Situation, weil dieser Umzug mit hoher Wahrscheinlichkeit eine letzte, endgültige, irreversible Wohnentscheidung sein wird. Ein solcher Entschluss wird deshalb nicht von heute auf morgen getroffen, sondern ist das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses der Auseinandersetzung mit sich selbst, seinem Altwerden und seiner sozialen Umwelt.
Viele Menschen entscheiden sich dafür im Falle einer Gesundheitsverschlechterung, dass sie umfassend und zuverlässig umsorgt werden, oder sie wollen der Familie nicht zu Last fallen. Manche hoffen auf eine höhere Sozialität, neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle: zu wenig Hilfe und Unterstützung zu Hause oder gesundheitliche Faktoren: eine reduzierte geistige Leistungsfähigkeit, oder schwere Erkrankung.

Was verstehen Sie unter Gedächtnisstörung? (Erläutern Sie Warnzeichen, Ursachen)

Das Frischgedächtnis ist betroffen, später auch das Altgedächtnis. Gedächtnisinhalte aus der Zeit der Jugend bleiben am längsten bestehen. Die Symptome der Demenzen können bei jedem Patient unterschiedlich ausgeprägt sein, die Übergänge zw. den Stadien sind fließend. Die soziale Intelligenz bleibt oft am längsten erhalten
Ursachen können sein:

  • Erbfaktoren
  • Entzündliche Vorgänge
  • Umwelteinflüsse

Warnzeichen:

  • Vergessen von kurz zurückliegenden Ereignissen
  • Zurechtfinden in fremder Umgebung
  • Probleme bei der Ausführung von gewohnten Tätigkeiten
  • Nachlassendes Interesse an Hobbies
  • Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen

Erklären Sie die wichtigsten Pflegeprobleme bei alten Menschen!

  • Mangelnde Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme.
  • Sprachstörungen, meist in Form einer Verarmung der Sprache oder des Wortschatzes
  • Störungen im Kurzzeitgedächtnis, man ist vergesslich, Namen, Begebenheiten oder Lebensumstände werden nicht oder nur teilweise erinnert.
  • Orientierungsstörungen, in allen Qualitäten (örtlich – zeitlich –situativ – zur Person usw.)
  • Antriebsstörungen = Verlust von Initiative, Interesse und Spontanität.
  • Apraktische Störungen: ATLs können nicht mehr vollständig ausgeübt werden.
  • Ein- und Durchschlafstörungen: Altersphysiologisch sind diese verändert, so nehmen beispielsweise die Schlafunterbrechungen zu, dafür gibt es kürzere Schlafphasen wie das bekannte „Nickerchen“; für den alten Menschen ist dies dessen ungeachtet ein großes Problem.

Was kann ich als Pflegeperson mit biographischen Daten in einem Pflegekonzept anfangen (Ziele, Auswertung, Sinn und Zweck)?

7 Ziele der Biographie:

  • Unterstützung der Sinnfindung
  • Vertiefung der Selbsterkenntnis
  • Findung neuer Lebensziele
  • Motivation zur Klärung noch offener Fragen in der Biographie
  • Annahme veränderter Lebenssituation
  • Unterstützung in der Verarbeitung von Not- u. Krisensituation
  • Erarbeitung von Bewältigungsstrategien

Sinn und Zweck:

  • Kennen lernen
  • Pflege Ziele
  • Validation
  • Aktivierung

Auswertung:
Biographie ist Ausdruck des Individuellen und spiegelt den Reifungsprozess des Lebens wieder

Nennen Sie mind. 5 Ziele der Validation und was versteht man unter Validation?

Validation ist einerseits eine Haltung der Wertschätzung sehr alten verwirrten Menschen gegenüber und andererseits eine Methode im Umgang mit sehr alten verwirrten Menschen.
Ziele: Wiederherstellung des Selbstwertgefühls
Reduktion von Stress und lösen von Konflikten
Verhinderung des Rückzuges ins Vegetieren
Verbesserung der Kommunikation
Verbesserung des körperlichen, sozialen und psychischen Verhaltens

Beschreiben Sie die von N. Feil beschriebenen Verwirrtheitszustände!

1. Stadium: leichte Verwirrtheit
Mangelhafte od. unglückliche Orientierung an der Realität; Menschen in diesem Stadium sind meist noch zu Hause. Sie sind ab und zu verwirrt und merken das, dadurch werden sie ängstlich und misstrauisch.

2. Stadium: zeitliche Verwirrtheit
Zeit- u. Ortsverwirrtheit, Verlust der kognitiven Fähigkeiten; leben in ihrer Vergangenheit. Sie vergessen Namen, Gesichter und Orte; Gefühle äußern sie ohne Hemmungen, reden gerne über ihre Erinnerungen, haben aber Schwierigkeiten die richtigen Worte zu finden. Spiele sind schwierig, weil sie die Spielregeln vergessen. Bewahren ihre Sachen oft am falschen Ort auf.

3. Stadium: wiederholte/ständige Bewegungen

Wie: klopfen, wischen, um Hilfe od. „Schwester, Schwester“ rufen; Die Fähigkeit, sich mit Worten zu verständigen, geht verloren. Die Betroffenen sprechen zwar noch, jedoch fällt es schwer sie zu verstehen. Gefühle drücken sie meist symbolisch aus. Das ständige wiederholen von lauten Worten und auch Bewegungen macht ihnen oft Spaß, sie haben oft Freude an Berührungen, Musik und Bewegung.

4. Stadium: vegetieren

Totaler Rückzug nach innen; Diese Menschen sind pflegebedürftig. Sie bleiben oft im Rollstuhl oder im Bett. Von ihrem ICH ist nicht mehr viel übrig und die Umwelt dringt kaum mehr zu ihnen durch. Für diese Menschen ist die Aktivierung durch Sinnesreize geeignet. Dies bedeutet, dass man Gehör, Tastsinn, Geruch od. Geschmacksinn nutzt.

Erläutern und benennen Sie mind. 4 Techniken der Validation, die im Verwirrtheitsstadium eins und zwei angewendet werden können!

Technik 1 – Stadium I + II:
Verwenden Sie eindeutige, nicht wertende Wörter, um Vertrauen herzustellen.
Fragestellung mit WER, WAS, WO und WANN, aber NIEMALS WARUM

Technik 2 – Stadium I + II:

Wiederholen
Für die Menschen in der Phase ist es ein Trost, ihre Worte noch einmal von anderen zu hören. D.h. den Sinn des gesprochen zu wiederholen mit möglichst den gleichen Schlüsselwörtern. Auf Klang, Sprachmelodie und Geschwindigkeit des Gesagten sollte eingegangen werden.

Technik 4 – Stadium I:

Sich das Gegenteil vorstellen
Dies führt oft dazu, dass man sich eine bereits bekannte Lösung des jeweiligen Problems erinnert. Voraussetzung ist, der alte Mensch vertraut der PP.

Technik 8 – Stadium II + III:

Klar, sanft und liebevoll sprechen » Erinnerung an bestimmte geliebte Personen werden dadurch ev. wieder wach. Es hilft auch dabei Stress abzubauen.
Ungeduldiges und unfreundliches Sprechen führt bei verwirrten oft dazu, dass sie zornig werden oder sich zurück ziehen. Hohe, sanfte Töne sind für alte Menschen schwer zu hören.

Beschreiben Sie mind. 3 körperliche, 3 psychische und 3 soziale Problembereiche im Alter?

Körperlich:

  • Erkrankung
  • Leiden
  • Leistungsabnahme
  • Sterben
  • Tod
  • Biologische Altersveränderungen

Psychische:

  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Negative Selbsteinschätzung
  • Verminderte Flexibilität
  • Vereinsamung
  • Regression

Soziale:

  • Pensionierung
  • Verluste des Ansehens
  • der Anerkennung
  • Freizeitveränderungen

An welche Gefahren müssen Sie bei der Aufnahme eines alten Menschen im Krankenhaus denken? Geben Sie mind. 5 Kriterien bekannt!

  • Verlust der Lebensmotive u. Motivation
  • Verlust der Selbständigkeit (vor allem bei längeren Aufenthalten, oder Komplikationen)
  • Seelische Versagensreaktion
  • Schwächung der körperlichen Abwehrkräfte und körperlichen Funktionen mit Auswirkung auf das psychische Befinden der Patienten
  • Hospitalismus (kein Motiv nach Hause zu wollen)

Dazu kommt, dass bei älteren Personen bei einer Aufnahme ins Spital immer Ängste bzw. sogar Verwirrtheit auftreten können. Bei längeren Aufenthalten ist auch die Schlafumkehr Rücksicht zu nehmen. Wege zur Minderung des Risikos = aktivierende bzw. reaktivierende Pflege!!
Aktivierende Pflege: es ist bei allen Personen möglich, die keinen geistigen Abbau haben.
Es wird versucht, die Eigenständigkeit und die Eigenverantwortung des Patienten zu erhalten bzw. zu aktivieren. Es sollten auch keine Verrichtungen abgenommen werden, die der Patient selber machen kann.
Die Ressourcen des Patienten müssen erkannt und wenn nötig mit motivierender Unterstützung aktiviert werden. (z.B. es ist nicht wichtig wie schön sich ein Patient rasiert, sondern, dass er es selbst tut.)
Reaktivierende Pflege: ist für Menschen mit geistigem Abbau gedacht, wo das kognitive Denken eingeschränkt ist.
Unter reaktivierender Pflege versteht man einen Impuls zur Wiederbelebung der Altersseele, aber auch wieder aufrufen, was einmal aktive Funktion im Leben des zu betreuenden Menschen war.
Reaktivieren bedeutet, dass alle Pflegehandlungen mit (An-)Reizen gespickt werden. Es werden so oft wie möglich Reize gesetzt und dadurch die Patienten zum Denken und Mitleben gebracht. Die Reize sollen den Patienten in der Gefühlsebene treffen.

Was sind Ziele der Übergangspflege?

Langzeitpatienten soweit als möglich wieder in ihr gewohntes häusliches Umfeld zu reintegrieren.
Das Ziel der Übergangspflege ist es zu Verhindern dass alte Menschen in eine Regression verfallen. Die Übergangspflege ist ein Beitrag zur Entlassung des Pat. aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung.

  • Verkürzung der Verweildauer im Krankenhaus
  • Möglichst frühe Entlassung
  • Vermeidung des Drehtüreffektes
  • Vermeidung von Wiedereinweisung
  • Qualifizierung von ambulanten Diensten und Angehörigen.

Die Übergangspflege soll für den Patienten eine Brücke aus dem Krankenhaus in den Alltag sein.

Erklären Sie die Philosophie hinter der Übergangspflege?

Philosophie hinter der Übergangspflege

Die Erlernung der Copings erfolgt in den ersten 25 Lebensjahren. In der Regression erreicht man seine eigenen unteren Copings wieder.
Copings = erlernte Lebensmuster, was oft zum Erfolg geführt hat, verfestigt sich.
Deswegen vertritt Böhm die Auffassung, dass die meisten im Alter auftretenden Reaktionen aus unserer „Prägungszeit“ stammen.
Alles, was wir bis zum 25. Lebensjahr erlebt haben, auf unsere Festplatte (Gedächtnis) gespeichert haben (» Prägung) und dass wir im Alter, vorwiegend bei einem dementiellen Prozess, auf das gespeicherte Material zurückgreifen, da es ja auch Sicherheit bietet.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein um Übergangspflege zu machen?

Grundvoraussetzung dafür ist, das der Patient den Alltagsanforderungen gewachsen ist oder extramural betreut werden kann.
Um einen Patienten möglichst sanft entlassen zu können bedient sich Böhm der Möglichkeiten von Mehreren Mitteln:

  • Differentialdiagnostischer Ausgang
  • Nachtausgänge
  • Wochenendausgänge
  • Ambulantes Setting und Case-Managment

Differentialdiagnostischer Ausgang
Es geht darum zu überprüfen, wie der Patient in seinem gewohnten Umfeld handelt und reagiert. In der Praxis sollte der Ausgang von einer Pflegeperson durchgeführt werden, da sie die unmittelbare Bezugsperson darstellt. Böhm legt sehr viel Wert darauf, dass der Patient entscheiden darf, ob er mit dem dafür vorgesehenen Begleiter kann oder will.

Die Bezugsperson muss:

  • in die Pflegeplanung einbezogen werden
  • den Patienten möglichst früh kennen lernen
  • ihn über ihre Rolle und die gemeinsame Aufgabe aufklären
  • eine Vertrauensbeziehung aufbauen
  • die einzelnen Schritte planen und gemeinsam mit dem Patienten durchführen

Nachtausgänge
Der Patient wird am Nachmittag nach Hause geschickt oder gebraucht. Er sollte am nächten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder auf der Station sein bzw. er wird abgeholt.

Dabei ist auf die folgenden Punkte zu achten:

  • Ist er pünktlich wieder zurück
  • Nimmt er seine Medikamente zu sich
  • Traut sich der Patient den Nachtausgang alleine zu

Er wird informiert, dass er zu jederzeit telefonischen Kontakt zur Station aufnehmen kann.

Ambulantes Setting und Case-Management
In Bezug auf soziale Hilfen (z.B. Heimhilfe) übernimmt die Übergangspflege die Rolle einer Begleitung für den Patienten.

Welchen Stellenwert haben alte Menschen in unserer Gesellschaft?

Das Bild ist grundsätzlich negativ gezeichnet. Älter werden bedeutet einen Verlust seelisch-, geistiger Fähigkeiten, einen Abbau psychischer Funktionen.
Älter werden geht mit zunehmender Gebrechlichkeit, Isolation und sogar mit zunehmender „Unzurechnungsfähigkeit“ einher.

Physiologische Veränderungen im Alter:

  • Haare
  • Haut
  • Augen
  • Geschmack – nimmt ab. Gestört sind die Empfindungen süß / sauer.
  • Geruch
  • Zähne – Kieferknochen schwindet, Zähne fallen aus, Speichelproduktion ist vermindert, daher Trockengefühl im Mund.
  • Gehör – Verschlechterung der Gehörschwelle
  • Körpergröße – man wird kleiner, es kommt zum Kyphose-Buckel
  • Knochen – bei Frauen oft Osteoporose
  • Thoraxumfang – wird größer. Alte Leute werden kurzatmig
  • Muskeln – Reduktion der quergestreiften Muskulatur, relative Vermehrung des Fettgewebes
  • Herzfunktion

Was zeichnet alte Menschen und Alter aus?

  • Reife und Erfahrung, finanz. Situation ist oft besser
  • gewisse emotionale Abhängigkeit, Angst v. Tod, Sturz, Überfällen
  • viel Zeit und Ruhe, tlw. auch Einsamkeit, führt ev. zu Depressionen
  • auf Enkelkinder aufpassen
  • Krankheit, umsorgt sein, hilfsbedürftig sein

Wodurch kann es im Alter zu Elektrolytstörungen kommen und welche Faktoren können zur Inkontinenz beitragen?

Elektrolytenstörung kann durch folgendes entstehen:

  • Fieber, Erbrechen, Durchfall
  • nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • mangelndes Durstempfinden (Die Trinkmenge muss Überwacht werden!!!)
  • Mangel an Vitaminen und Spurenelementen
  • Laxantien, wenn sie über einen längeren Zeitraum gegeben werden.

Faktoren die zu Inkontinenz beitragen:

  • Mangelndes Beckenbodentraining
  • Schließmuskel erschlafft
  • Mehrere Geburten bei Frauen
  • Morbus Parkinson ® Aufgrund von Bewegungsstörungen
  • Demenz
  • Harnwegsinfektion
  • Überlaufblase
  • Refluxinkontinenz
  • Drang- und Stressinkontinenz
  • MS – ZNS versagt allmählich

Erläutern Sie die Gefahren im Umgang mit depressiven alten Menschen!

Pflegende sollten vermeiden:

  • Den Kranken zu etwas zwingen
  • Den Patient alleine lassen
  • Dem Patient überfürsorglich alles abzunehmen oder ihn zu bemitleiden
  • Ihn zu trösten
  • Etwas zu versprechen („Morgen geht´s besser“)
  • Zu appellieren („Reißen Sie sich zusammen“)
  • Zu kritisieren oder zu überfordern
  • Zu raten, sich endlich zu entscheiden
  • Suizid zu tabuisieren statt offen anzusprechen

Was ist Gerontopsychiatrie? Beschreiben Sie die Lösungswege bei schwer aktivierbaren Personen!

Gerontopsychiatrie = („Seelenheilkunde“) Fachgebiet der Medizin, das alle Maßnahmen zur Diagnose nichtoperativen Therapie, Prävention, Rehabilitation und lebensbegleitenden Versorgung von alten Klienten mit psychischen Störungen umfasst.
Im Zentrum der Pflege stehen weder Körperpflege noch Behandlungspflege. Schwerpunkt pflegerischer Tätigkeit ist der Beziehungsaufbau zum Klienten.
Besonders wichtig dabei die Soziotherapie, zu der folgende Teilbereiche gehören:

  • Milieutherapie und -gestaltung: Im Idealfall werden eigene Wünsche und Vorstellungen verwirklicht und dadurch die gesunden Anteile gestärkt. Maßnahmen werden individuell angepasst. VORSICHT: zu frühe Verantwortungsübergabe kann der Patient überfordern!!!
  • Training der Alltagsbewältigung: z.B.: pünktlich aufstehen, waschen, kochen. etc.; Grundlage ist ein „sinnvoller“ Tagesablauf
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapie: Maßnahmen wie Alltagsbewältigung
  • Sozialarbeit: z.B. Planung der Wohn- und Lebenssituation, Klärung finanzieller Probleme

Nennen Sie Gründe, die zur Überbelastung der Angehörigen in der Altenpflege führen!

                                    Ursache                                                Folge/Angehörige

  • Pat. ignoriert Ratschläge
    → Frustration und Hilflosigkeit
  • Pat. jammert und ist unruhig
    → werten genervt ab
  • Pat. ist fordernd, anklagend
    → aggressive Reaktion aufgrund von Schuld-Gefühlen
  • Pat. ist hoffnungslos, depressiv
    → Angst selbst depressiv zu werden
  • Pat ist hilflos
    → überbesorgt, überfürsorglich
  • Im gemeinsamen Haushalt
    → massive Lebensveränderung
  • Wird von Tochter/Sohn betreut
    → Familie fühlt sich vernachlässigt
  • Sohn/Tochter gibt Beruf auf
    → finanzielle Einschränkungen
  • Fehlende Entlastung/Hilfe
    → Erschöpfung
  • Wenig Sozialkontakte
    → Isolation des Pflegenden

Generell besteht die Gefahr, dass die Angehörigen aufgrund der Anstrengungen sowohl psychische als auch physische Probleme bekommen.

Warum ist die Erhebung der Biographie in der Altenpflege wichtig? Erläutern Sie mind. 5 Gründe!

Biographiearbeit ist die Einbeziehung individueller Erfahrungen, Potentiale und Ressourcen des Patienten und stellt somit die Grundlage einer individuellen, bedürfnisorientierten Pflege dar.
Die Gründe:

  • Unterstützung der Sinnfindung
  • Vertiefung der Selbst-Erkenntnis
  • Findung neuer Lebens-Ziele
  • Annahme von veränderten Lebens-Situationen
  • Unterstützung in der Veränderung von Not- und Krisensituationen
  • Erarbeitung von Bewältigungs-Strategien

Erläutern und benennen Sie mind. 4 Techniken der Validation, die im Verwirrtheitsstadium zwei und drei angewendet werden können!

Technik 5 – Stadium II + III:“Ehrlichen, engen Augenkontakt halten“
Alte Leute fühlen sich geliebt u. sicher, wenn PP ihnen tief in d. Augen blicken, ohne falsch dabei zu sein. Auch wenn sie nicht mehr so gut sehen, fühlen sie die Echtheit.
Die Technik 6 – Stadium II + III: „Mehrdeutigkeit – setzen sie unbestimmte Fürwörter ein, die mehrere Lösungen zulassen“
Dadurch, dass oft unverständliche Wörter in einem Satz sind, die PP nicht versteht, ersetzt man diese mit „er, sie, es, etwas, jemand“ in einer Fragestellung. Dadurch bleibt die Kommunikation aufrecht u. Pat. kann nicht dahin vegetieren.
Die Technik 8 – Stadium II + III: „Klar, sanft und liebevoll sprechen“
Hier werden ev. Erinnerungen an einen geliebten Menschen wach. Hohe Stimmfrequenzen, ungeduldiges od. unfreundliches Sprechen verursacht oft Zorn od. Rückzug.
Die Technik 9 – Stadium II + III: „Beobachten – die Gefühle und Bewegungen der Person spiegeln“
Pat. teilen ihre Gefühle oft ohne Hemmung mit. Durch Nachahmung, bzw. spiegeln, kann ein Vertrauensverhältnis hergestellt werden. Dadurch kann Pat. d. Umgebung wieder besser wahrnehmen. PP beobachtet u. spiegelt Pat. genau u. achtet dabei auf seine Augen, Art, wie er geht, wie er sitzt, od. steht. Können aber nicht alle PP, da es sehr emotional ist u. man viel Zeit dafür braucht.

Definieren Sie die Begriffe Geriatrie, Gerontologie und Gerontopsychiatrie und beschreiben Sie das Validationsstadium eins (mangelhafte Orientierung)?

Geriatrie: die Lehre von den Krankheiten des alten Menschen
Gerontologie: Altersforschung; Wissenschaft, die sich mit den somatischen, psychischen und sozialen Vorgängen des Alterns beschäftigt.
Gerontopsychatrie: Seelenheilkunde; Fachgebiet der Medizin, das alle Maßnahmen zur Diagnose nicht operativen Therapie, Prävention, Rehabilitation und Lebensbegleitenden Versorgung von alten Klienten mit psychischen Störungen umfasst.
Validationsstadium eins: mangelhafte od. unglückliche Orientierung an der Realität, meist sind die Menschen noch zu Hause. Sie finden sich immer weniger zurecht und beschuldigen Angehörige oft, dass sie sich nicht kümmern, halten oft Nachtträume für Realität, verlegen Gegenstände und behaupten dann, dass diese gestohlen wurden. Hier ist es dann wichtig nicht gereizt zu sein, denn umso mehr wird der „alte“ Mensch starrköpfig und aggressiv. Man darf keine Fragen wie WARUM oder WIESO Fragen stellen, denn da ist er überfordert und verteidigt sich. Einfach auf ihn eingehen und die Fragestellung mit WER, WAS, WO, WANN gestalten.

Nennen Sie Qualitätsmerkmale für eine altersgerechte Wohnung (und Wohnungsanpassung)?

Hier gilt der Grundsatz: So viel Sicherheit wie nötig – soviel Autonomie wie möglich. Mit allen baulichen Maßnahmen die Unfallgefahr zu reduzieren und auch die Gewissheit, dass jemand zur Stelle ist, wenn ein Notfall eintritt.
Ist der alte Mensch nicht mehr in der Lage, allein zu wohnen, erfolgt oft der Einzug in die Wohnung der Tochter/Schwiegertochter – die sich zur Pflege bereit erklärt. Häufig muss sich der alte Pat. mit dem ehemaligen Kinderzimmer begnügen.
Es gilt vor allem physiologische Defizite und Behinderungen zu mildern, das psychologische Wohlbefinden und die individuelle Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern. Zudem sollte die Wohnung subjektiv sicher, anregend und stimulierend sein.
SUBJEKTIVE SICHERHEIT: Der Patient hat das subjektive Gefühl vor häuslichen Unfallgefahren ausreichend gesichert zu sein.
OBJEKTIVE SICHERHEIT: Haltegriffe, rutschfeste Böden, Türsprechanlage, Beleuchtung der Wege ins Haus, verkehrsarme Wohnstraßen, helle Treppenhäuser – die den Bewohner-Kontakt fördern.

Beschreiben Sie genaue Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems im Alter und deren Komplikationen!

Versagenbereitschaft des alternden Herzens: Der Herzmuskel arbeitet an der Grenze der Dekompensation. Symptome der Insuffizienz können schon bei leichteren Belastungen auftreten

  • Herzdekompensation: ist durch Hypertonie und Kardiosklerose bedingt. Es kommt zu arteriellen Durchblutungsstörungen. Auch Verwirrtheitszuständen und Schlaganfälle können die Folge einer gestörten Hirndurchblutung bei Herzversagen sein.
  • Linksherzinsuffizienz: Kann über eine Lungenstauung mit Reizhusten zum ausgeprägten Asthma kardiale und auch zum Lungenödem führen.
  • Rechtsherzinsuffizienz: Mit Stauung im Bauchraum kann es zu Vergrößerungen der Leber(Hepatomegalie) und eventuell der Milz (Splenomegalie) kommen. Das führt zu Funktionseinschränkungen dieser Organe. Häufig wird der Gallefluss behindert. Es kann auch zu Wasseransammlungen im Bauchraum kommen. Der Bauch ist dann stark aufgebläht. Der Fachbegriff dafür ist Aszites.

Besonders typisch bei Rechtsherzinsuffizienz aber sind die Wassereinlagerungen in Armen und Beinen. Knöchel- und Unterschenkelödeme sind auf beiden Seiten gleich ausgeprägt und werden als Diagnosekriterium der Rechtsherzinsuffizienz angesehen.

  • Stenokardien, Angina pectoris: Infolge Arteriosklerose der Koronargefäße
  • Herzinfarkt: Funktionelle Einschränkung der Kapillargefäße
  • Bluthochdruck: Verhärtung und Erstarrung der Arterien. Dadurch Verengung und schlechte Blutzufuhr in den Organen.

Varizen: an den unteren Extremitäten – Folge:

  • Arteriosklerose / ASKL: Die häufigsten und folgenschwersten Durchblutungsstörungen findet man am Herzen, am Gehirn, an den Nieren sowie den unteren Extremitäten.

Ursachen:

  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, usw.)
  • Fehlernährung, Alkohol- und Nikotinmissbrauch,
  • Ungenügend körperliche Bewegung und Stress
  • Altershochdruck: im Laufe des Lebens steigt der Blutdruck. Ursachen » Erbfaktoren und Arteriosklerose. Erst beim Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ohrensausen ist die Notwendigkeit einer Therapie gegeben.
  • Hypotonie im Alter: Durch die arteriosklerotischen Gefäßveränderungen kommt es zu Durchblutungsstörungen der Organe und der Peripherie. In der Nacht kommt es leicht zu zerebraler Minderdurchblutung » Nachlassen der Herzkranzgefäße. Dies kann Unruhe und Verwirrtheit zur Folge haben.
  • Peripherie arterielle Durchblutungsstörungen

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