Autor/in: Anonym

Klausurvorbereitung Verdauungssystem Anatomie

Organe des Verdauungssystems:

  • Mund (Os)
  • Rachen (Pharynx)
  • Speiseröhre (Ösophagus)
  • Magen (Ventriculus /Gaster)
  • Dünndarm (ca. 4-5m lang) Unterteilt in:
    • Zwölffingerdarm (Duodenum)
    • Leerdarm (Jejunum)
    • Krummdarm (Ileum) – Dickdarm (Colon) , 1-1,5m lang mit
    • Mastdarm (Rectum) ca. 20 cm lang und
    • After (Anus)

Mundhöhle (Cavum Oris):

  • Lippen
  • Rachen
  • Weichteilwände (wangen)
  • Harter & weicher Gaumen (Mundhöhlendach)
  • Weichteile & Unterkiefer (Mundhöhlenboden)

In der Mundhöhle liegen:

  • Mundschleimhaut
  • Speicheldrüsen
  • Zähne
  • Zunge
  • Gaumenmandeln (Tonsillen)

Speicheldrüsen:

  • 3 in der Mundhöhlenwand gelegene paarig angeordnete Speicheldrüsen
  • Unterteilt in:
    • Unterkieferdrüse
    • Unterzungendrüse
    • Ohrspeicheldrüse
  • sind zuständig für die Speichelproduktion
  • liefern einen serös-mukösen Schleim (bestehend aus vorwiegend Wasser, Schleimstoffen, und Kalksalzen)
  • bilden das Enzym Ptyalin welches Kohlenhydrate (Stärke, Zucker) in kleinere Zuckermoleküle / zweifache
  • Zucker (Disaccharide) spaltet.
  • Sekretion der Drüsen wird durch Duftstoffe von Speisen und vor allem durch das kauen angeregt.
  • Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse mündet in der oberen Wangeninnenfläche
  • Ausführungsgang der Unterkiefer- und Unterzungendrüse münden unter der Zunge.

Zähne:

  • Zähne sind in den Zahnalveolen des Ober- bzw. Unterkiefers verankert
  • Milchgebiss (kindliches Gebiss) besteht aus 20 Zähnen
    • Diese treten zwischen dem 6. und dem 24. Lebensmonat durch die Schleimhaut
    • Kinder haben pro Kieferhälfte:
    • • 2 Milchschneidezähne
      • 1 Milcheckzahn
      • 2 Milchmahlzähne
  • Das Gebiss des Erwachsenen besitzt 32 Zähne
  • Mittlere 20 Zähne ersetzten das ,,Milchgebiss’’ und treten ab dem 6.-7. Lebensjahr durch.
  • Erwachsene haben (Weißheitszähne mitgerechnet) pro Kiefer:
    • 2 Schneidezähne (Dentes Incisivi)
    • 1 Eckzahn (Dentes Caninus)
    • 2 Backenzähne (Dentes Praemolares)
    • 3 Mahlzähne (Dentes Molares)
  • Schneide und Mahlbewegungen zerkleinern Nahrung mechanisch
  • Zähne sind eine Hilfe bei der Wort- und Sprachlautbildung
  • Zähne sind (gepflegt und vollständig) Teil des persönlichen Schmucks
  • Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers und eine Schutzschicht
  • Zahnbein (Dentin) ist knochenähnliches Gewebe und die Hauptmasse des Zahns
  • Schleimhautepithel und Schleimhautbindegewebe bilden zusammen das Zahnfleisch (Gingiva)
  • Zahnzement entspricht Knochengewebe
  • Wurzelhaut und Haltebänder sind aus Bindegewebe und befestigen den Zahn im Kiefer
  • Die Pulpahöhle ist ein kanalartiger Hohlraum im Zahn und enthält Blut- und Lymphgefäse sowie Nerven

Aufgaben der Zunge:

  • Geschmackssinnesorgan
  • Nahrungstransport
  • Mundhöhlenverschluss gegen außen beim Schluckakt
  • Sprechhilfe
  • Unterstützung bei der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung
  • Schutzfunktion aufgrund sehr feiner Tast-, Schmerz- und Temperaturwahrnehmung
  • Reinigung der Mundhöhle

Speiseröhre (Ösophagus):

  • Verbindungsrohr zwischen Rachen und Magen
  • Größter Teil liegt im Mittelfellraum hinter der Aorta und der Luftröhre (Trachea)
  • Tritt durch eine Öffnung im Zwerchfell in den oberen Bauchraum ein und mündet in den Magen
  • Hat eine Länge von 20-25 cm
  • Hat 3 physiologische Engstellen:
    • 1. auf Höhe des Kehlkopfes (Kehlkopfenge)
    • 2. auf Höhe der Luftröhrengabelung (Bifurkation) und der Aorta (Aortenenge)
    • 3. beim Zwerchfelldurchtritt (Zwerchfellenge)
  • ist von Schleimhaut (Mucosa) ausgekleidet
  • transportiert die geschluckte Nahrung mit peristaltischen Bewegungen in den Magen
  • große Bissen bleiben beim verschlucken häufig an den Engstellen hängen

Schluckakt:

  • Transport der Speise vom Mund zum Mageneingang (Cardia) dauert etwa 5-6 Sekunden und verlüft teils willkürlich, teils unwillkürlich in 3 Phasen
  • 1. Vorgang im Mund (willkürlich)
    • Zunge wird an den harten und weichen Gaumen gepresst. Dadurch entsteht in der Mundhöhle ein stärkerer Druck
    • Dieser Druck und die Zungenbewegung befördern den Bissen bzw. den Schluck zum Rachen
  • 2. Vorgang im Rachen (unwillkürlich)
    • Speise wird peristaltisch weiter transportiert
    • Sobald der Speisebrei den unteren Speiseröhrenabschnitt erreicht, erschlafft die Muskulatur des
  • Mageneingangs (Cardiamuskulatur) und der Speisebrei gelangt in den Magen

Wandaufbau des Verdauungssystems:

  • Mucosa (Schleimhaut) mit eigener dünner Muskelschicht
  • Submucosa (Verschiebeschicht) auch Bindegewebeschicht
  • Muscularis (Muskelschicht) im oberen Drittel quergestreift (willkürlich), in den unteren 2 dritteln glatt (unwillkürlich)
  • Adventitia (Verbindungsschicht) meist Bindegewebe mit Bauchfell (= Serosa)

Aufbau des Magens:

  • Schleimhaut ist zur Oberflächenvergrößerung in Falten gelegt
  • Entlang der Kurvaturen verlaufen Blut- und Lymphgefäse des Magens
  • Längs der kleinen Kurvaturen bilden Längsfalten die sog. ,, Magenstrasse’’ dies ist die kürzeste Verbindung zwischen Mageneingang (Cardia) und dem Magenausgang (Pylorus)
  • Der Magen ist unterteilt in:
    • Magenmund / Eingang (Cardia)
    • Magenblase (Fundus) diese ist meist mit Luft gefüllt und befindet sich im oberen Teil des Magens
    • Magenkörper (Corpus)
    • Magenstraße
    • Kleine Kurvatur (Curvatur minor) (an der Magenstraße)
    • Große Kurvatur (Curvatur Major) (gegenüber der Magenstraße)
    • Magenhöhle (Antrum Pylori) (Vor dem Magenpförtner)
    • Magenpförtner (Pylorus)
  • In der Schleimhaut des Magengrundes und des Magenkörpers liegen Drüsenschläuche die zur Sekretproduktion unterschiedliche Zellen enthalten:
    • Hauptzellen
    • Belegzellen
    • Nebenzellen

Bildung von Magensaft:

  • Magensaft besteht aus Salzsäure, Schleim, Pepsin und wenig Lipasen
  • Die Bildung wird angeregt durch:
    • Das vegetative Nervensystem (durch psychische Reize z.B. der Anblick von Speisen, Gerüche, Geschmack, Appetit und Phantasie)
    • Gastrin (Hormon der Pylorusdrüsen) welches ausgeschüttet wird, sobald Nahrung in den Magen tritt
  • In 24 Std. werden 1-2 Liter Magensaft gebildet
  • Der PH-Wert des nüchternen Magens schwankt zwischen 1 und 1,5 ist also sauer
  • Der PH-Wert im gefüllten Magen beträgt 3-5

Einteilung des Dünndarms:

! der Dünndarm ist 3,5 -5 m lang und hat einen Durchmesser von 2,5-3 cm !

  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)
  • Ileozäkalklappe (Valva Ileocaecalis / Bauhinklappe)

Krypten des Dünndarms:

  • Krypten von ca. 0,2 bis 0,4 mm Größe liegen in der Schleimhaut zwischen den Zotten
  • Krypten sind Drüsenschläuche so genannte Leberkühn-Krypten
  • Zwischen den Resorptionszellen liegen einzelne schleimbildende Becherzellen

Zotten des Dünndarms:

  • dienen der Oberflächenvergrößerung und der Resorption
  • sind kontrahierbare Ausstülpungen der Schleimhaut
  • in sie mündet eine kleine Arterie, die sich in viele Kapillaren aufspaltet, die wiederum in wenige abfließende Venen münden
  • in der Zottenmitte liegt ein blind beginnendes Lymphgefäß, das Chyliusgefäß
  • Venen und Chyliusgefäß werden durch die Zottenpumpe entleert, indem glatte Muskulatur die Zotte zieharmonikaartig Kontrahiert und so die Gefäße ,, leer drückt’’. Der Blutdruck in der Arterie bringt danach die Zotte wieder zur Streckung
  • Bei Verdauungsaktivität kann die Zotte mehrfach pro Minute kontrahieren

Verdauungsenzyme:

– Eiweiß Trypsinogen und Chymotrypsinogen werden im Duodenum in ihre aktive Form Trypsin und Chymotrypsin umgewandelt. Sehr aggressive Enzyme spalten Vielfacheiweise (Polypeptide)

  • Kohlenhydrate
    • Amylase spaltet Kohlenhydrate in zweifachzucker (Disaccharide)
    • Saccharase spaltet Rohrzucker in Einfachzucker (Monosaccharide, Fruktose und Glukose)
    • Maltase spaltet Malzzucker in Glukose
    • Laktase splatet Laktose in Glukose und Galaktose
  • Fett
    • Lipase wandelt Fetttröpfchen in Glyzerin (Alkohol) und Fettsäuren um
    • Gallensäure aus dem Gallengang über die Papilla Vateri bewirkt die Umwandlung der schwer angreifbaren Fette

Dickdarm (Colon):

  • Tänien

Längs verlaufende Muskelbänder ( insgesamt 3) an denen zahlreiche Fettläppchen hängen. Diese Fettgewebsanhängsel zählen mit zum Fettspeicherorgan des Körpers [!! Bei Fettleibigen kommt es hier zu erheblichen Ansammlungen von Fettgewebe !! ]

  • Haustren

Ausbuchtungen der Darmwand des Colon. Im Mastdarm (Rectum) sind keine Tänien und Haustren mehr vorhanden

Aufgaben des Colons:

  • Eindickung des Stuhls (ca. 70-85% des Wassers wird resorbiert)
  • Elektrolytresorption
  • Restverdauung (verbliebene Nährstoffe werden mit dem Wasser rückresorbiert)
  • Schleimproduktion ( aus zahlreichen Becherzellen wird dem Kot Schleim beigemengt)
  • Gärungs- und Fäulnisprozesse. Mit Hilfe von Kolibakterien kommt es zur Zerstörung der unverdaulichen Bestandteile:
    • Kohlenhydrate
    • Eiweiße
    • Fette
  • Peristaltik (Durch Bewegung der Muskulatur, Ringschicht und Tänien wird der Darminhalt zum Mastdarm befördert, wo er in der Ampulle, die als Reservoir dient, auf die Ausscheidung wartet.
  • Ausscheidung über den Mastdarm und Anus

Darmflora:

  • unterer Dünndarmabschnitt + Dickdarm enthalten zahlreiche physiologische Bakterien (Koli- Bifidus- Bacteroidesbakterien) diese erhöhen die intestinale Immunabwehr. Außerdem spalten Sie die unverdaulichen Nahrungsreste aus dem Dünndarm (z.B. Zellulose)
  • Antibiotikabehandlung kann die Darmflora stören, was eine Durchfallerkrankung zur Folge haben kann.
  • Pro-Biotika und Joghurt können dem vorbeugen

Speisebrei Verweildauer:

  • schwankt zwischen 20 und bis zu 80 Stunden je nach Beschaffenheit und aufgenommener Nahrung
  • Magen: 2-4 Std.
  • Dünndarm: 6-8 Std.
  • Dickdarm: 12-70 Std.

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+