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Empathie
Ich liege in einem Bett
und starre an die Zimmerdecke.
Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen,
meine Arme sind steif und schmerzen.
Ich kann nicht mehr sprechen,
nur noch hören, sehen und denken.
Jemand hat einen Schlauch in meine Blase gelegt,
jemand hat einen Schlauch in meinen Magen gelegt.
„Guten Morgen, haben Sie gut
geschlafen?“
Jemand zieht die Decke von mir weg,
fährt mir mit einem nassen Lappen durch das Gesicht,
ü ber Brust und Arme,
ein Handtuch trocknet notdürftig die Nässe,
ich werde zur Seite gekippt, kalter Schaum wird auf meinen Po
gesprüht
und mit eiligen plastikbehandschuhten Händen wieder abgewischt,
ich werde auf den Rücken gerollt und grobe Hände
legen sich unter meine Achseln und ziehen mich nach oben,
die Decke wird hastig über mich geworfen.
Fremde Finger öffnen meinen Mund,
bohren sich mit einem feuchten Stück Tuch
in meine Wangentaschen,
Zitronengeschmack auf meiner Zunge
- ich mag keine Zitronen.
Eine Flasche mit Nahrungsbrei hängt über mir,
der anonyme Brei tropft langsam in meinen Magen.
Ich liege in einem Bett
und starre an die Zimmerdecke
niemand spricht
mit mir.
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