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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Barbara
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Fragen zur Arzneimimittel Lehre

1. Nennen Sie 10 verschiedene Arzneimittelformen


Tablette Drageés Suspension
Salbe Pulver  Emulsion
Zäpfchen Sirup Kapseln
Saft Implantat (Hormonstäbchen) Brech- / Glasampullen
Tropfen Mixturen Stechampullen
Pflaster (Morphium) Elixiere Trockenampullen
Gele Pasten Cremes
Spül- u. Gurgellösungen Sublingual u. Bukkaltabletten Zerbeißkapseln
Mundhöhlensprays Mundsalben Klistiere
Vaginalkugeln,-kapseln Suppositorien Inhalationsareosole
Zerstäuber Spritzen Infusionen

2. Was bedeutet Applikation?

Verabreichung

 

3. Nennen Sie fünf verschiedene Applikationsformen

Applikationsort

Applikationsart

Arzneiform

auf die Haut

Kutan

Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Schäume, Salben, Pasten , Pflaster, TTS

Mund- und Zungenschleimhaut

Bukkal, lingual, sublingual

Tabletten, Pastillen, Dragées, Gurgelwässer

Magen- und Darmschleimhaut

Enteral= (per) oral

Tabletten, Dragées, Kapseln, Lösungen, Suspensorien, Emulsionen

Rektumschleimhaut

Rektal

Suppositorien, Rektalkapseln, Salben

Nasenschleimhaut

Nasal

Tropfen, Salben, Gele, Sprays

Bronchial, Alveolarepithel

Pulmonal, per inhalationem

Aeroaole, Inhalate

Konjuktiva

Konjuktival

Augentropfen, -salben, -wässer

Schlaimhäute der Genitalorgane

Intravaginal

Vaginalkugeln, Salben

und ableitenden Harnwege

intraurethral

in das Herz

intrakardial

Injektionslösung

in eine Arterie

intraarteriell

Injektionslösung

in eine Vene

intravenös

Injektionslösung, Infusionslösung

in den Lumbalsack

intralumbal

Injektionslösung

in den Liquorraum

intrathekal

Injektionslösung

in die Haut

intrakutan

Injektionslösung

unter die Haut

subkutan

Injektionslösung, Implantate

in den Muskel

intramuskulär

Injektionslösung

in die Bauchhöhle

Intraperitoneal

Injektionslösung, Infusionslösung


4. Erklären Sie den Begriff Kausaltherapie, nennen Sie ein Beispiel.

Kausaltherapie = Ursachen bekämpfende Therapie.

z.B. eine Antibiotikergabe bei einer bakteriell bedingten Pneumonie.

5. Erklären Sie den Begriff Substitutionstherapie, nennen Sie ein Beispiel.

Substitutionstherapie = Ersatztherapie
Behandlung durch künstliche Zufuhr dem Körper normalerweise durch Organleistungen zur Verfügung stehender Substanzen bei Funktionsschwäche, - versagen des entsprechendens Organs

z.B. Insulingaben bei Diabetes mellitus, Flüssigkeitszufuhr als Volumen- oder Blutersatz zur Rehydratation

6. Erklären Sie den Begriff Symptomatische Therapie, nennen Sie ein Beispiel.

Symptomatische Therapie = die Behandlung der Symptome

z.B. Immunsupressiva bei einer HIV- Infektion

7. Erklären Sie den Begriff Plazebotherapie, nennen Sie ein Beispiel.

Plazebotherapie =  Therapie mit "Scheinmedikamenten"
Wirkstoff-freies, äußerlich nicht vom Orginal unterscheidbares "Leer"- oder "Scheinmedikament"
z.B. um das Verlangen nach einer nicht notwendigen Medikation zu befriedigen

8. Was bedeutet "First-Pass-Effekt"?

Ein Teil eines Arzneistoffs wird bei der ersten Leberpassage chemisch umgewandelt und gelangt somit nicht zur Wirkung. Veränderung der biologischen Verfügbarkeit eines Wiktoffs im Körper.

9. Durch welche Applikationaformen können Sie den First-Pass-Effekt umgehen?

Interarteriell, rektal, intramuskulär, intrakutan, subkutan, intraperitoneal

10. Welches Organ spielt bei dem Firt-Pass-Effekt die Hauptrolle?

 

Die Leber

 

11. Was bedeutet der Begriff Resorption?

Membranen überwinden

Aufnahme eines Arzneistoffs in die Blutbahn durch Oberflächen des Körpers, wie Haut oder Schleimhäute, oder von begrenzten Stellen des Körperinneren, wie einem Muskl oder dem Unterhautgewebe. Die Membranen stellen dabei Resorptionsbarrieren dar. Die Resorption ist jedoch eine Voraussetzung für die Wirkung eines Arzneistoffs, sofern dieser nicht direkt an den wirkort appliziert wird. Meist überwinden die Arzneistoffe Resorptionsbarrieren (Membranen) durch passive Diffusion.
12. Was bedeutet der Begriff Resorptionsquote?

13. Erklären Sie den Begriff Indikation.

(Heil) Anzeige, Grund oder Umstand eine bestimmte (ärztliche) Maßnahme durchzuführen, die nach Abschätzendes möglichen Nutzens und Risikos - unter Beachtung etwaigerKontraindikationen - (für den Patienten) sinnvoll ist.

14. Erklären Sie den Begriff Kontraindikation.

Gegenanzeige; Umstände (z.B. Lebensalter, Schwangerschaft, eine bestimmte Krankheit bzw. Arzneimittelbehandlung), die eine an sich angezeigte -  Maßnahme verbieten (einer Indikation entgegenstehen)

15. Was ist ein Antagonist?

Gegenspieler des Agonisten eines Funktionspaares als Funktionsträger eines der Agonistenfunktion, -wirkung entgegengesetzten Effektes; z.B. innerhalb der typischen Paare Sympathikus/ Parasympathikus, Extensoren/ Flexoren, Adrenalin/ Insulin - Ferner als pharmakologischer Antagonist ein Arzneimittel mit Wirkung im sinne des pharm. Antagonismus, z.B. an andrenergen Rezeptoren; vgl. Antidot.

16. Was bedeutet der Begriff Synergismus, bezogen auf die auf die Wirkung von Medikamente?

pharm. die sich additiv oder überadditiv (suppraadditiv; Potenzierung) gegenseitig unterstützende Wirkung mehrerer Arzneimittel.

17. Was bedeutet der Begriff Kumulation , bezogen auf Medikament?

Anhäufung eines Arzneistoffs im Organismus und Gefahr toxischer Wirkungen bei wiederholter Dosis (Depomedikamente), wenn die Einzeldosen schneller zugeführt werden, als sie vom Organismus aufgrund ihrer Halbwertzeit eliminiert werden können. Besonders große praktische Bedeutung bei Wirkstoffen mit sehr langer Halbwertzeit (z.B. Digitoxin oder Diazepam); s.a. Summationsgifte (=Kumulationsgifte)

18. Was versteht man unter dem Begriff Therapetischer Breite eines Medikamentes?

Therapeutischer Konzentrationsbereich zwischen minimaler therapeutisher und minimaler toxischer Wirkstoffkonzentration.

19. Was bedeutet analgetisch?

schmerzstillend

20. Was bedeutet antiphlogistisch?

entzündungshemmend

21. Was bedeutet antipyretisch?

fiebersenkend

22. Durch welche Organe und auf welchem Weg werden Medikamente aus dem Körper ausgeschieden?

  • Niere (mit dem Urin = renal)
  • Leber und Galle (mit den Fäzes = biliär)
  • Lunge (mit der Atemluft = pulmonal)
  • Haut
  • Darmschleimhaut
  • Muttermilch (stillende Frau)

23. Welches ist das wichtigste Ausscheidungsorgan für Medikamente?

Niere

24. Nennen Sie fünf verschiedene Injektionsarten?

siehe Frage 3

25. In Ihrem künftigen Beruf dürfen Sie welche Injektionsarten durchführen?

subcutan, intramuskulär, intrakutan

26. Wann ist die verabreichung von Suppositorien besonders indiziert?

  • Magenunverträglichkeit
  • Bewußtlosigkeit
  • Säuglinge und Kinder
  • Dysphagie

27. Was müssen Sie bei der Legerung von Medikamenten und im Umgang mit ihnen beachten?

- immer Patientenbezogen                                - bei Tropfen, Name des Bew. und Anbruchsdatum
- Insulin im Kühlschrank 8° C              - Tropfen höchstens 30 Min. vor Gabe stellen
- Anbruchsdatum b. Salben                             - Salben geöffnet höchstens 14 Tage haltbar
- 6 R's                                                            - Augensalben niemals mit Auge in Kontakt
- Insulin vor Gabe Zi. Temp.                            - Insulinpen vor Gabe kippen
- Insulinampullevor Gabe rollen                        - alte Medikamente an Apotheke
- Medigabe mit genug Flüssigkeit                     - Medigabe bei Bettlägrigen bei OK 90°
- Med. mit erkennbaren Veränderungen           - BTM geschlossen aufbewahren
  nicht verabreichen                                         - Abgabe von Medis exakt dokumentieren
- kein Um- o. Abfüllen von Medis                   - Ohrentropfen dürfen nur bei intaktem
- bei Stechampullen Gummimembran     Trommelfell angewendet werden
  desinfizieren  

28. Wann werden Analgetika eingesetzt?

bei Schmerzen

29. Analgetika sind in zwei große Gruppen eingeteilt welche sind es?

Opioidanalgetika, die im Bereich des Zentralnervensystems die Schmerzempfindung unterdrücken
(Morphin-Typ)

Nicht-Opioidanalgetika, die die Schmerzübertragung im Bereich des peripheren Nervensystems unterdrücken.

30. Wo und wie wirken diese beiden Gruppen?

Opioidanalgetika hemmen durch Erregung der Opioidrezeptoren die Schmerzempfindung.

Nicht-Opioidanalgetika werden auch als peripher wirkende Analgetika bezeichnet. Sie hemmen die Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandine sind körpereigene Überträgerstoffe, die im Körper entsprechend dem Wirkort vielfältige Wirkungen haben.

Prostaglandinwirkungen


Wirkung

Wirkort

Schmerzrezeptoren
Magen

Hypothalamus
(Wärmeregulationszentrum)
Niere
Darm
Uterus
Thrombozyten
Gefäße

Erhöhte Empfindlichkei
Verminderung der Säureproduktion
Erhöhung der Magenschleimhautbildung
Erhöhung der Körpertemperatur

Erhöhte Na+-Ausscheidung
Verringerte Darmmotilität
Tonussteigerung
Aggregationssteigerung
Vasodilatation

 

31. Benennen Sie für beide Gruppen jeweils ein Wirkstoff.

1. Morphin
2. Acetylsalicylsäure

32. Welche Nebenwirkungen von ASS solten Sie im Hinblick auf OP's unbedingt beachten?

Verstärkung der Wirkung von Antikoagulanzien durch Plättchen-Aggregationshemmer.

33.Wofür steht die Abkürzung ASS?

Acetylsalicylsäure

Analgetikum und Thrombozytenaggregationhemmer

34. Was ist ein Transmitter?

Überträgersubstanz, die auf chem. Wege an einer Synapse (=Neuro T.) oder motor. Endplatte Nervenimpulse überträgt wird in präsynapt. Strukturen (v.a. Vesikeln) gespeichert, bei elektr. Nervenimpuls (mit Permeabilitätssteigerung der Speichermembran) freigesetzt, überquert den synapt. Spalt u. verbindet sich mit Rezeptoren der postsynapt. membran (deren Konformation sich dadurch ändert); anschl. Inaktivierung (meist hydrolytisch). es sind dies biogene Amine wie Acetylcholin und Noradrenalin (an cholin- bzw. adrenergen Neuronen), Dopamin (dopaminerge Neurone), γ-Aminobuttersäure (=GABA), Serotonin (trypaminerge Neurone); ferner Aminosäuren (glutaminsäure, Glycin, Asparaginsäure), wahrscheinlichauch Peptide (Substanz P; an peptidergen strukturen).

35. Was ist ein Prostaglandin?

Körpereigene Überträgerstoffe die unter anderem für Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren, der Körpertemperatur und den Ablauf entzünlicher Prozesse verantwortlich sind.

Prostaglandin E 2 hemmt die Magensäureproduktion

Prostaglandine werden durch nicht-opioide Analgetika im Körper verringert, wodurch Analgetika wirken können.
Durch die Verminderung an Prostaglandinen wirken diese Analgetika wie folgt:

                        Schmerzstillend                        - analgetisch
                        entzündungshemmend   - antiphlogistisch
                        fiebersenkend                          - antipyretisch

36. Bei welchen Erkrankungen werden Neuroleptika eingesetzt?

Neuroleptika behandeln die Symptome, wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, nicht die eigentliche Psychische Erkrankung. Die Symptome bestimmen die Wahl des Neuroleptikums.

Schizophrenien, Manien, exogene Psychosen, Erregungs- und Angstzustände, Alkoholdelirium

37. Wie wirken hochpotente Neuroleptika?

Stark und sehr stark wirkende Neuroleptika haben eine starke antipsychotische und nur schwach sedierende Wirkung. Sie sind bei Halluzinationen und chronischen Schizophrenien indiziert. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die regelmäßige Einnahme des Neuroleptikums über eine längere Zeit. Bei in dieser Hinsicht unzuverlässigen Patienten empfielt sich eine intramuskuläre Verabreichung sog. Depot-Neuroleptika im Abstand von ca. 3 Wochen.
Haloperidol (Haldol ®) Pipamperon (Dipiperon ®)

38. Wie wirken niederpotente Neuroleptika.

Sogenannte schwach wirkende Neuroleptika wirken schwaxch antipsychotisch und stark sedierend. Sie sind vor allem bei psychomotorischer Erregbarkeit und ängstlicher Agitiertheit indiziert.
Promethazin (Atosil ®)

39. Welche Nebenwirkungen von Neuroleptika kennen Sie?

  • extrapyramidale, vegetative und hormonelle Störungen, Sedation, Dyskinesen sowie allergische Reaktionen.
  • Neuroleptika antagonisieren die Aufnahme von folgenden Stoffen durch die entsprechenden Rezeptoren, sie blockieren diese:
    • Dopamin je nach Gehirnbezirk, dadurch als Nebenwirkung: extrapyramidale Störung oder antiemische Wirkung (Parkinsonähnliche Erscheinung)
    • Noradrenalin in α-Adrenorezeptoren, dadurch als Nebenwirkung blutdruckregulationsstörung und Tachykardie
    • Acetylcholin, dadurch als Nebenwirkung atropinartige Effekte wie Trockenheit der Schleimhäute, Akkomodiationsstörung, Schweißausbrüche, Obstipation.

Es ist zu beachten, daß bei eienr Therapieunterbrechung Wirkung und Nebenwirkung nur langsam zurückgehen.

Neuroleptika steigern die Wirkung zentral dämpfender Pharmaka - z.B. von Narkosemitteln, Schlafmitteln, stark wirkenden analgetika, Alkohol - sowie von Mitteln, die gegen die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin gerichtet sind (sog. Anticholinergika = Parasympatholytika, z.B. Atropin). Auch die Wirkung von β - Rezeptorenblockern wird verstärkt.

40. Welcher Therapieform wird der Einsatz von von Neuroleptika zugeordnet?

 

41. Wann besteht eine Indikation für Antidepressiva?

Bei schweren Depressionen zur Unterstützung einer Psychotherapie.

42. Auf was müssen Sie besonders achten bei Beginn einer Behandllung mit Antidepressiva?

Die Medikamente müssen im Rahmen eines Behandlungsplanes sehr sorgfältig ausgewählt werden, um z.B. nicht einem ängstlichen Suizidgefährdeten durch die Behandllung mit einem Antidepressivum die letzte Hemmung zu nehmen, was ihn dann den Suizid vollenden läßt.

43. Es gibt zwei Wirkstoffgruppen, die bei der Parkinson`schen Erkrankung eingesetzt werden. Wie heißen diese beiden Wirkstoffgruppenund wie wirken sie?

1) Erhöhung der Dopamin-Konzentration an zentralen Dopamin-Rezeptoren durch Gabe der Dopamin-Vorstufe Levodopa (meist zusammen mit Decarboxylasebloker)

2) Hemmung des enzymatischen Dopamin-Abbaus durch Gabe des Monoaminoxidase-Hemmers Selegilin
3) Stimulation von zentralen Dopamin-Rezeptoren mit Bromocriptin, damit "Restbetände" aktiviert werden

4) Blockade von zentralen Rezeptoren der Glutaminsäure mit Amantadin, um die Bewegungsarmut zu verbessern

5) Hemmung der überschießenden cholinergen Reaktionen mit zentral wirksamen Anticholinergika (früher mit Belladonna-Produkten, Heute Biperiden.

I) Zentral wirksame Anticholinergika

Wirken gegen das Übergewicht an Acetylcholin und beeinflussen vorwiegend Rigor und Tremor.
Indikation: Dämpfung der cholinergen Symptomevon Parkinsonismus
Unerwünschte Wirkung: stark   substanzspezifisch, häufig treten Müdigkeit, Übelkeit sowie vegetative Störungen auf. Um die unerwünschten Wirkungen möglichst gering zu halten muß der geeignete arzneistoff individuell ermittelt werden und die Dosierung einschleichend bis zum Dosierungsoptimum erfolgen.

II) Arzneimittel zur Aktivierung des dopaminergen Systems.

Die Verabreichung von Dopamin zur Herstellung eines Gleichgewichtes zwischen Acetylcholin und        
Dopamin ist deshalb nicht möglich, weil Dopamin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. Mit dem Auffinden der biologischen Vorstufe von Dopamin, dem Levodopa, wurde ein bedeutender Fortschritt in der Therapie der Parkinson`schen Krankheit erzielt. Im Gegensatz zur Dopamin kann Levodopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Durch das Enzym Decarboxylase wird im Organismus levodopa zu Dopamin umgewandelt. Um ausreichende therapetische Effekte zu erzielen, muß Levodopa relativ hoch dosiert werden (2 bis 6 Gramm pro Tag), weil der größte Teil von levodopavor der Durchdringung der Blut-Hirnh-Schranke bereits zur Dopamin umgewandelt wird. Um die Umwandlung von Levodopa zu Dopamin nur außerhalb des Zentralnervensystems zu unterbinden, wird Levodopa ein Decaboxylasehemmer beigemischt. Dieser kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, wodurch die Umwandlung von Levodopa zu Dopamin nur außerhalb des Zentralnervensystems gehemmt wird. Dank dieser Kombination kann eine wesentlich geringere Menge an Lovodopa verabreicht werden und es wird möglich die unerwünschten Wirkungen zu verringern.
Neben dem Abbau von  Levodopa  durch die Decaboxylase gibt es noch einen zweiten Abbauweg: Levodopa kann sowohl peripher als auch zental durch das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT) in 3-O-Dopa umgewandelt werden. Bei Hemmung der Decarboxylase läuft dieser Weg verstärkt ab, zudem konkurrieren Levodopa und 3-O-Methyldoopa um den Transport durch die Blut-Hirn-Schranke. Dieser Abbauweg kann durch einen COMT-Hemmer (Tolcapone) sowohl peripher als auch zentral blockiert werden; dadurch steigt die Konzentration von Levodopa im ZNS deutlich. So empfielt sich die Gabe einer Dreierkombination:
Levodopa + Decaboxylase-Hemmer +  COMT-Hemmer, um eine möglichst hohe Levodopa-Konzentration im ZNS zu erreichen.
Durch Levodopa können Rigor und Tremor weniger gut beeinflusst werdenals mit den Anticholinergika. dafür lassen sich Bewegungsarmut und psychische Störungen günstig beeinflussen.
Neben Levodopa können Substanzen wie Amantadin und Bromocriptin, die eine dopaminartige Wirkung besitzen eingesetzt werden. Amantadin wirkkt bei Rigor und Bewegungsarmut. Bromocriptin, welches ursprünglich als Prolactinhemmer verwendet wurde, hat dann eine günstige Wirkung, wenn Levodopa nicht mehr genügend wirkt.
Selegilin hemmt irreversibel die Monoaminoxidase B, wodurch der Dopamin-Abbau verlangsamt wird. Es wird nur in Kombination mit Levodopa-Präparaten eingesetzt, weil seine Wirkung auf einer Beschleunigung und Verlängerung der Levodopa-Wirkung beruht. 

44. Was bedeutet der Begriff Tranquilizer?

Der Name kommt aus dem lateinischen "Tranquillus" und bedeutet "ruhig, ausgeglichen", die wichtigste Eigenschaft dieser Substanzgruppe.

45. Wann werden Tranquilizer eingesetzt?

Es sind Substanzen, die keinen antipsychotischen Effekt besitzen. Statt dessen wirken sie beruhigend, bauen übermäßige Angst und Spannungen ab und rufen einen Zustand der Ausgeglichenheit hervor, wobei sie Denkvermögen und Leistungsvermögen nur wenig beeinflussen. Ebenfalls günstige körperliche Auswirkung: Muskelspannung und Krampfbereitschaftsinkt, die Schlafbereitschaft steigt.

Bei neurovegetativen Störungen, die mit:
Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit und Muskelverspannungen einhergehen.

Neurosen (Störungen der Konfliktlösung), Unruhe, Angst, Spannungszuständen, psychosomatischen Beschwerden.
funktionale Schlafstörungen, Muskelspasmen (muskelrelaxierende Wirkung) z.B. bei Querschnittsgelähmten, bei Muskelverspannungen sowie bei Epilepsie und zur Narkosevorbereitung.

Nebenwirkungen:
Gefahr der Gewohnheitsbildung, deshalb keine Dauerverordnung, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Einschränkungen des Denkvermögens und der Leistungsfähigkeit.
Bei älteren Pat.:
gelegentlich Koordinationsstörungen, Halluzinationen, paradoxe Erregungs- und Verwirrheitszustände.

46. Nennen Sie die Wirkstoffgruppe die hauptsächlich als Tranquilizer eingesetzt wird.

Benzodiazepine
Oxazepam (Adumbran®), Lorazepam (Tavor®), Diazepam (Valium®)

47. Bei welcher Erkrankung wird Lithium eingesetzt?

manisch-depressive Psychosen
Sie mildern die manischen Phasen und verlängern die krankheitsfreien Intervalle.

48. Wie wirkt Lithium bei der Erkrankung?

siehe Frage 47.

Für einen Therapieerfolgist es notwendig, ithium während Jahren konsequent einzunehmen. Die Plasmahalbwertszeit von Lithium ist individuell sehr verschieden (7-35h) Darum und wegender geringen therapeutischen Breite muß die Dosierung von Lithiumsalzen individuell festgelegt und durch regelmäßigeBlutspiegel-Bestimmungen überwacht werden.

49. welche Nebenwirkungen können bei Einsatz von Lithium auftreten?

erste Zeichen einer Überdosierung:
grobschlägiger Tremor, Muskelzuckungen, Erbrechen

Unerwünschte Wirkungen:
feinschlägiger Fingertremor, Durst,  Harndrang und Nierenschädigungen

50. Nennen Sie eine Kontraindikation für den Einsatz von Lithium

Kontraindikationen:
Niereninsuffizienz, schwere Herzkreislauferkrankungen, Schwangerschaft

Interaktionen:
Saluretika und nichtsteroidale Antirheumatika können zu einer Erhöhung des Lithium-Blutspiegels führen und eine Lithiumintoxikation auslösen.
Lithiumcarbonat (Hypnorex retard®), Lithiumsulfat (Lithium-Duriles®), Lithiumacetat (Quilonum®)

51. Was bewirken Antileptika?

  • erhöhen die Krampfschwelle im Gehirn.
  • beeinflussen dagegen die normale motorische Erregbarkeit dagegen kaum?

52. Nennen Sie einen Wirkstoff der als Antiepileptikum eingesetzt wird.

Valproinsäure (Ergenyl®, Orfiril®), Phenobarbital (Luminal®), Primidon (Liskantin®, Mylepsinum®)

53. Nennen Sie zwei Indikationen für den Einsatz von Hypnotika und Sedativa

Schlaf- und Durchschlafprobleme, Unruhe, Angstzustände

54. Nennen Sie drei Wirkstoffgruppen für Hypnotika und Sedativa.

Pflanzliche Mittel (Valeriana (Baldrian®), Antihistaminika (Diphenhydramin), Benzodiazepine(Flurazepam (Dalmadorm®)

55. Was sind Diuretika?

 

Entwässerungsmittel

 

56. Woher haben Schleifendiuretika ihren Namen?

Furosemid (Lasix)
weil sie in der Henleschen Schleife in der Niere wirken.

Fördern ebenfalls die Natrium-, Kalium-, und Chloridausscheidung bereits in der Henleschen Schleife. Charakteristisch für die Schleifendiuretika ist die rasch einsetzende Wirkung, die allerdings nur wenige Stunden anhält.

57. Bei welchen Erkrankungen werden Diuretika eingesetzt?

akute Herzinsuffizienz (Schleifendiuretika Furosemidtyp Lasix), chronische Herzinsuffizienz alle Diuretikatypen (Besserung der Stauungssymptome, Abnahme des peripheren Wiederstandes, Steigerung der Belastbarkeit)

  • akute Ödeme (Lungen-, Hirnödem)
  • chronische Ödeme (kardialen, renalen, hepatogenen Ursprungs)
  • Hypertonie
  • Herzinsuffizienz

Unerwünschte Wirkung:

  • Störungen des Wasser- und Elektrolytehaushaltes (Kaliumverluste --> Hypokaliämie)
  • vermehrte Ausscheidung von Magnesium
  • bei Pat. mit Disposition zur Gicht --> akuter Gichtschub (Senkung der Glukosetoleranz)
  • einen latenten Diabetes manifestiert werden lassen
  • den Fettstoffwechsel beeinflussen
  • Erhöhung der Blutviskosität --> erhöhte Thromboseneigung

Interaktionen:
Wirkungsverstärkung von Herzglykosiden (durch Kaliummangel)

58. Bei welcher Erkrankung werden Antidiabetika eingesetzt?

Diabetes mellitus Typ I (absoluter Insulinmangel)

59. Bei welcher Erkrankung werden orale Antidiabetika eingesetzt?

Diabetes mellitus Typ II (relativer Insulinmangel)

60. Welche Voraussetzung muss für den Einsatz von oralen Antidiabetika erfüllt werden?

Eine Verminderung der Insulinproduktion, wenn diätetische Maßnahme keine Normalisierung des BZ's zu Folge haben,

61. Bei welchen Erkrankungen werden Insuline eingesetzt?

Diabetes mellitus Typ I, Diabetes mellitus Typ II wenn eine Diät, sowie die Gabe von oralen Antidiabetika nicht ausreichen.

62. Was ist der Vorteil beim Einsatz von Altinsulin?

Nahrungsaufnahme und Altinsulingaben lassen sich variabler gestalten. Der Spritz-Eß-Abstand variiert je nach Insulinart von 1/4 Stunde Altinsulin bis 1 Stunde (reines Depotinsulin).

Wirkung setzt bereits nach kurzer Zeit (ca.15 Min.) ein und hält höchstens 8 stunden an.

63. Was ist der Vorteil beim Einsatz vom Depotinsulin? (Verzögerungsinsulin)

Depotinsulin. ist indiziert bei Erst- oder Neueinstellungen, diabetischem Koma oder Präkoma sowie schweren Infektionen. Depotinsuline werden beim stabilem Diabetes eingesetzt. Sie können gut für die Nacht eingesetzt werden.

64. Durch welche Zugaben wird der Depot-Effekt beim Insulin hergestellt?

eine Depotwirkung kann erreicht werden, indem das Insulin an bestimmte Eiweiße (Protamin, Humanglobin oder Aminochinurid) gebunden wird oder indem Insulin-Zink-Suspensionen hergestellt werden.

65. Nennen Sie eine Nebenwirkung die beim Einsatz von Insulinen auftreten kann?

Hypoglykämie (Hypoglykämischer Schock)

66. Was sind Laxantien?

Abführmittel (beschleunigen die Stuhlentleerung)

67. Indikationen für den Einsatz von Laxantien?

kurzfristig:

  • Röntenuntersuchungen, operative Eingriffe
  • schmerzhafte Stuhlentleerung (Analfissuren)
  • versehentliche Einnahme von toxischen Stoffen
  • medikamentös bedingte Obstipation langfristig:
  • nur bei neurologischen Störungen (Paraplegie)

68. Vor Einsatz von Laxantien sollten Alternativen ausprobiert werden, nennen Sie fünf davon.

  • körperliche Bewegung
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Leinsamen
  • Weizenkleie mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme

69. Beschreiben Sie das Hauptwirkprinzip von Laxantien?

Beschleunigen die Stuhlentleerung durch folgende Wirkungsweise:

Quellstoffe:
quellfähige, nicht verdauubare Polysaccharide, Flohsamen, Leinsamen, und Weizenkleie, sie lassen den Stuhl quellen und formen ihn weich. Dadurch wird auf natürliche Weise der Stuhlreflex ausgelöst. Bei ihrer Einnahme muss viel Wasser oder Fruchtsaft getrunken werden, weil sonst das Gegenteil erreicht wird, was bis zu einem Ileus führen kann. Der Erfolg setzt manchmal erst nach 12 Stunden ein.

Osmotisch wirkende Laxantien:
Setzt man dem Wasser, das ja gut resorbiert wird, schwer resorbierbare Stoffe (bestimmte Salze und Zucker) zu, so verflüssigt sich durch zusätzliche Aufnahme von Wasser aus dem umliegenden Gewebe der Darminhalt. Je nach Salz- bzw. Zuckerkonzentration setzt die Wirkung schon nach wenigen Stunden oder einem halben Tag ein. Lactulose wirkt auch dadurch laxierend, dass sie im Darm z.B. zu Propionsäure vergärt wird, die einen Reiz auf die Peristaltik ausübt. Bei Seniorenist, insbesondere beim Einsatz von Salzen darauf zu achten, daß keine Dehydration auftritt, die sich zurerstdurch Krämpfe, Verwirrtheit und unregelmäßigen Herzschlag zeigen kann.

Die Wasseraufnahme hemmende Mittel:
Sie hemmen die Natriumionen und die Wasseraufnahme aus dem Darm durch Blockade eines speziellen körpereigenen Transportsystems. Sie fördern deen Einstrom von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen, indem sie dessen Durchlässigkeit erhöhen. Dadurch kommt es zu einer Volumenzunahme und Auslösung eines Fäkalreizes. Beispiele sind Rizinusöl, Sennesblätter und synthetische Mittel wie Bisacodyl.

Gleitmittel:
Gleitmittel (engl. lubricans) - vor allem Paraffin - "überziehen" den Szuhl mit einem wasserdichten  Film. Dies hält ihn weich und erleichtert den Abgang.

Rektale Anwendung von Laxantien:
Zäpfchen, Klistiere und Einläufe lösen den Fäkalabgang in kurzer Zeit aus. Es kommen verschiedene Wirksubstanzen wie Kohlensäure, hyperosmotisch wirkende Salze, Glyzerin, Paraffin und Bisacodyl zum Einsatz.

70. Welche Hauptgruppen gehören zu den Chemotherapeutika?

 

71. Was bedeutet bakterizid?

Bakterienabtötend

72. Was bedeutet Bakteriostatisch?

Bakterienwachstum wird gehemmt

73. Was bedeutet fungizid?

pilzabtötend

74. Was bedeutet zytostatisch?

Zellenabtötend

75. Wie hieß das erste Antibiotikum?

Penicillin 1928 entdeckt durch Alexander Fleming (Schottland) / großtechnisch erst ab 1948

76. Bei welcher Erregergruppe wird ein Antibiotikum eingesetzt?

antibios = gegen Leben = gegen Bakterien

77. Was besagt der Begriff Breitbandantibiotikum?

Es ist gegen eine breite Menge von Bakterien wirksam.

78. Was sind Antitussiva?

Arzneimittel, die den Hustenreflex durch Hemmung des Hustenzentrums unterdrücken und dadurch die Häufigkeit und Intensität der Hustenstöße reduzieren.

79. Wann werden Antitussiva gegeben?

nur bei trockenem Reizhusten, da sie sonst das Abhusten des Bronchialsekrets verhindern und eine Sekretstauung hervorrufen können.

80. Nennen Sie eine Kontraindikation für Antitussiva?

  • Hustenlöser (Expektorantien) ACC
  • tricyclische Anntidepressiva
  • MAO-Hemmer (Minderung der Atmung)

81. Wie heißen die Mittel, die bei starker Verschleimung der Atemwege gegeben werden?

Expektorantien

Autor: Barbara
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