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Mitglied im Pflegenetz
Autor: B. Pafel
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Soziologie Fragen und Antworten


a) Was heißt Soziologie von seinen Wortursprung und

b) womit befasst sich Soziologie als Wissenschaft?

a) Sozio » lat. : socius: Gefährte, Mitmensch, Bundesgenosse
Logie » griech: logos: Wort, Lehre, Wissenschaft

b) Die Soziologie beschäftigt sich als Wissenschaft mit menschlichen Zusammenleben und Zusammenwirken, wobei nicht das Verhalten des einzelnen Menschen betrachtet wird, sondern das Verhalten von Gruppen in der Gesellschaft. Mit Hilfe der Soziologie wird ein Einblick in Zusammenhänge im Bereich des alltäglichen menschlichen Zusammenlebens ermöglicht, sie liefert uns Erklärungen bzw. Erklärungsversuche für die Entstehung und Entwicklung bestimmter sozialer Sachverhalte. Der Soziologe arbeitet überwiegend in der Forschung. Eine vergleichbar praktische Funktion wie die des Mediziners, des Psychologen oder des Pädagogen in der Altenarbeit hat die Soziologie nicht, sie ist eher „theoretisch" und übernimmt die Grundlagenfunktion.

Beispiel:
Soziologische Untersuchung: Wohnsituation älterer Menschen
Wie wohnen ältere Menschen (ab 60 Jahre)? Wie ist der Bedarf an Einrichtungen Gibt es Handlungsbedarf?

Ältere Menschen, die in verschiedene Wohnsituationen leben, werden jeweils als Gruppe befragt; d.h. alle selbständig Lebenden, die in einer Wohnanlage leben (Betreutes Wohnen), Altenwohnheim, Altenheim, Pflegeheim. Es werden Zusammenhänge ermittelt in Hinblick auf z.B. Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, Familiensituation, Einkommenssituation, etc. Der Soziologe ermittelt Daten über diese Gruppen und deren Verhalten und kann somit z B Aussagen über Zusammenhänge zwischen der Wohn- und Lebenssituation älterer Menschenkind bestimmten Merkmalen (siehe oben) deutlich machen. » Röntgenbrille.

Nennen Sie die Forschungsmethoden der Soziologie und erläutern Sie eine näher.

Die Soziologie bedient sich der empirischen Sozialforschung. (konkrete Fragestellung )
Die empirische (konkrete) Sozialforschung muss von konkreter Fragestellung aus dem Bereich des alltäglichen sozialen Lebens sein. Sie untersucht mit Hilfe von Methoden die Umstände vor Ort. Die wissenschaftlichen Aussagen müssen widerspruchsfrei, objektiv und intersubjektiv (unabhängig von der überprüfenden) Person überprüfbar sein. Aus diesen Grund muss das Wissen der Wissenschaft – im Unterschied zum Alltagswissen- mit Hilfe bestimmter Erfahrungsweisen (=Methoden) gewonnen und kontrolliert werden. Nur wenn ein Forschungsprozess sorgfältig geplant und durchgeführt wird kann von gesicherten empirischen Ergebnissen gesprochen werden.

Das Experiment

Im Experiment wird versucht, eine bestimmte Situation künstlich herzustellen, um störende Umwelteinflüsse auszuschalten. So kann das Verhalten der am Experiment beteiligten Personen (= Versuchspersonen) genauer beobachtet werden als in der Realsituation. Zusätzlich versucht man auch, für verschiedene Personen verschiedene Arten von experimentellen Bedingungen herzustellen, so dass man eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe bekommt.

Beispiel:
Um den Einfluss eines neuen Medikamentes zu überprüfen, stellt man zwei Gruppen von Personen zusammen. Die eine bekommt das Medikament (Versuchsgruppe), die andere bekommt ein Placebo (Kontrollgruppe). Zusätzlich werden noch andere Bedingun- gen gleichgemacht: Alle Versuchspersonen müssen das Medikament zur gleichen Zeit ein- nehmen, alle müssen die gleiche Menge einnehmen usw. Dadurch werden Störfaktoren ausgeschaltet, und auftretende Wirkungsunterschiede können auf das Medikament zurück- geführt werden

Der Test:

Definition: Test — Tests werden heutzutage fast in allen Bereichen angewandt: in der Forschung (in der Gerontologie z. B. zur Messung der Fähigkeiten älterer Menschen), in Industrie und Wirtschaft, Arbeitsämtern, Ausbildungsstätten, in der Verwaltung, in Kliniken, in Beratungsstellen usw. Überall dort, wo man auf objektive Verfahren zur Ermittlung z. B. von:

  • geistigen Fähigkeiten
  • Begabungen
  • Interessen
  • Leistungen
  • Eigenschaften oder Persönlichkeitsmerkmalen

nicht verzichten kann, werden solche wissenschaftlichen Tests verwendet. Entsprechend diesen Kriterien lassen sich folgende Testarten nennen:

  • Intelligenztests
  • Begabungstests
  • Interessentests
  • Leistungstests
  • Persönlichkeitstests

Soll nun ein solcher Test als wissenschaftlich anerkannt werden, so muss er bestimmten Gütekriterien entsprechen:

  • Er muss objektiv sein. Ein Test gilt dann als objektiv, wenn verschiedene Testleiter mit demselben Test bei ein und derselben Person zum gleichen Ergebnis kommen.
  • Er muss zuverlässig sein. Ein Test gilt dann als zuverlässig, wenn er das, was er messen möchte, exakt misst.
  • Er muss gültig sein. Ein Test gilt dann als gültig, wenn er wirklich das misst, was er messen möchte.
  • Er muss standardisiert sein. Ein Test gilt dann als standardisiert, wenn er so geeicht ist, dass seine Ergebnisse zwischen einzelnen Testpersonen oder -gruppen verglichen werden können.

Fehlerquellen
Selbst wenn ein Test wissenschaftlich gut ausgearbeitet ist und allen Gütekriterien entspricht, können Fehler durch das Testverfahren nicht ausgeschlossen werden.

Bekanntheit des Tests Ein Test liefert dann keine genauen Ergebnisse mehr, wenn der Test der Testperson schon bekannt ist. Das Ergebnis ist nicht mehr mit anderen Testergebnissen vergleich bar.
Testangst Manche Testpersonen haben Angst und sind nervös. Das kann die Leistungsfähigkeit einschränken.

Fehlende Motivation Wenn eine Testperson am Testergebnis nicht interessiert ist, wird er eine nur geringe Leistungsmotivation aufweisen, was ebenfalls die Leistungsfähigkeit einschränkt.

Krankheit Ist eine Testperson krank oder fühlt sich nicht wohl, so kann auch dies ein falsches Bild ergeben.

Die Beobachtung

Von der Sprachbedeutung her Siegt jeder Beobachtung ein Akt der Interessiertheit zugrunde, ein „Darauf- Achten". Es ist also mehr ais ein bloßes Sehen oder Wahr nehmen. Die Beobachtung selber wird aber auch noch einmal unterschieden in:

  • Laienbeobachtung
  • Wissenschaftliche Beobachtung

Definition Wissenschaftliche Beobachtung:
Die wissenschaftliche Beobachtung ist eine geplante und zielgerichtete Wahrnehmung, die sich nur auf ganz bestimmte Teilaspekte des Geschehens richtet. Ihre Ergebnisse müssen objektiv, zuverlässig und überprüfbar (wiederholbar) sein,
Die wissenschaftliche Beobachtung geht gegenüber der laienhaften Beobachtung systematisch vor. Das soll ermöglichen, dass diejenigen Faktoren näher bestimmt werden können, die den Verlauf eines Ereignisses steuern. Es gibt nicht teilnehmende Beobachtung ( Der Wissenschaftler ist nicht am Geschehen beteiligt) und Teilnehmende Beobachtung (Der Wissenschaftler ist am Geschehen beteiligt)
Objektivität, Zuverlässigkeit, Gültigkeit, Standardisierung
Will man einen solchen Verlauf besser verstehen, muss man die Faktoren beschreiben können, die z. B. die Verhaltensweisen einer bestimmten Bewohnerin beeinflussen. Dabei kann man z. B. beobachten:

Verhalten z. B. der Bewohnerin, der Angehörigen, des Personals usw.
Situationen z. B, beim Frühstuck, bei Begrüßungen, beim Waschen usw.
Prozesse z, B. bei Beschäftigungen, in Diskussionen, bei Besuchen usw. Ein gezieltes Beobachten ist aber nur dann möglich, wenn vorher genau festgelegt ist, was man beobachten möchte. Man kann nicht alles in einer Situation gezielt beobachten, sondern nur bestimmte Teile des Gesamtverhaltens, die man Kategorien nennt. Will man z. B. die Kategorie „Aggressivität" dieser Bewohnerin beobachten, so muss definiert sein, welche Verhaltensweisen als aggressiv gelten sollen.

Wichtig: Die Beschreibung der beobachteten Bewohnerin darf keine Interpretation enthalten. Nur das tatsächlich beobachtbare Verhalten gilt hierbei, jedoch keine Folgerungen oder Erklärungen.

Der Fragebogen

Der Fragebogen ist das am häufigsten verwendete Instrument für die Erkenntnis- Gewinnung in den Sozialwissenschaften. Hierbei werden zu einem bestimmten Problem Fragen zusammengestellt, die mündlich oder schriftlich beantwortet werden. Um die Befragten hinsichtlich ihrer Antworten vergleichen zu können, müssen die Fragen für alle gleich sein, d. h. der Fragebogen muss standardisiert sein. Im Wesentlichen werden drei Formen von Fragen dabei benutzt:

Geschlossene Fragen:
Die Fragen sind so formuliert, dass der Befragte zwischen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu wählen hat.

Offene Fragen:
Hierbei werden keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Solche Fragen werden i. d. R. dann verwendet, wenn die Antwortmöglichkeiten vor der Untersuchung noch nicht abgeschätzt werden können.

Indirekte Fragen:
Die Fragen werden so formuliert, dass verborgen bleibt, was das eigentliche Erhebungsziel ist. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Befragte durch Vermuten oder Erkennen des Erhebungszieles bewusst oder unbewusst die Antworten verfälscht.

  • Erklären Sie warum der Mensch ein soziales Wesen ist.
  • In den ersten Lebensjahren kann der Mensch ohne den Mitmenschen nicht existieren, weil das Neugeborene und Kleinkind solch unfertige Anlagen besitzen, das die erst im menschlichen Miteinander zu lebensfähigen Lebewesen heranreifen müssen. Aber auch dem erwachsenen Individuum bringt der Zusammenschluss von Menschen in Gruppen und Gesellschaften Vorteile. Da alle Bedingungen die das Überleben einer Rasse sichern, an die Nachkommen weitergegeben werden, wurde das Zusammenleben im sozialen System als überlebensfördernd weitergegeben. Diese Entwicklung über Jahrtausende hat den Menschen zu einem gesellschaftlichen Wesen geformt, das selbst dann nicht ohne soziale Kontakte existieren kann, wenn es die Vorteile gar nicht in Anspruch nehmen will.

a) Erläutern Sie den Begriff Sozialisation und

  • nennen Sie soziale Verhaltensweisen, die etwa bis zum 10. Lebensjahr gelernt werden. (Insgesamt 5)
  • Sozialisation umfasst alle jene Prozesse, durch die ein neugeborener Mensch im Laufe seiner Entwicklung zum handlungsfähigen Partner einer Gruppe b.z.w. einer Gesellschaft wird.
  • Die Sozialisation ist ein wechselseitiger Prozess! (Veränderung der gesellschaftlichen Normen)
  • Sozialisation ist ein dynamischer Prozess in dem sich das Gesellschaftsmitglied auf der einen Seite und die Gesellschaft auf der anderen Seite wechselseitig beeinflussen.

Sozialisationsabschnitte:
primäre Sozialisation =
grundlegende Fähigkeiten und Vorraussetzungen zum sozialen Verhalten. Vertrauen, verbale und nonverbale Kommunikation, Anpassung der eigenen Bedürfnisse an die Umwelt, geschlechtstypisches Verhalten. Mit dem Herauswachsen aus der Familie endet die primäre Sozialisation. Beispiele der primären Sozialisation : grundlegende Fähigkeiten und Vorraussetzungen zum sozialen Verhalten. Vertrauen, verbale und nonverbale Kommunikation, Anpassung der eigenen Bedürfnisse an die Umwelt, geschlechtstypisches Verhalten.

sekundäre Sozialisation =
Es werden keine grundlegenden sozialen Fähigkeiten mehr erlernt, sondern die vorhandenen Fähigkeiten werden erweitert. Durch Schule ( lesen, rechnen, schreiben. Gruppenwerte von Gleichaltrigen werden erworben ( Kameradschaft, Solidarität. Das Individuum übernimmt Pflichten und erbringt Leistungen die dem Funktionieren und überleben der Gesellschaft dienen.
Kirche, Militär, Vereine, Parteien u.s.w. Bei Pensionierung weil dadurch Jüngeren die Chance zum Nachrücken geboten wird.
Man kann von einer lebenslangen Sozialisation sprechen, da in unserer komplexen Gesellschaft nicht alle sozialen Fähigkeiten in Kindheit und Jugendzeit gelernt werden können. Beispiele sekundäre Sozialisation : Durch Schule ( lesen, rechnen, schreiben. Gruppenwerte von Gleichaltrigen werden erworben ( Kameradschaft, Solidarität. Das Individuum übernimmt Pflichten und erbringt Leistungen die dem Funktionieren und überleben der Gesellschaft dienen.
Kirche, Militär, Vereine, Parteien u.s.w. Bei Pensionierung.

Warum ist die Wissenschaft von der Soziologie für uns als Altenpfleger wichtig?

  • Durch Erkenntnisse aus soziologischen Untersuchungen kommen wir (Pflegekräfte) von unserer subjektiven Alltagsperspektive zu einer objektiven soziologischen Ansicht. Soziologie vermittelt wichtige Infos und Kenntnisse über ältere Menschen und dem Prozess des Älterwerdens. Zusammenhänge zwischen Verhalten älterer Menschen und Gesellschaftliche Bedingungen und Erwartungen werden betrachtet. Solche wichtigen Erkenntnisse sind zum Beispiel: veränderte Altersstruktur, Heterogenität des alten / Menschen, Gesellschaftliche Bedingtheit von Altersprozessen.

Wie sieht die Sozialisation für einen Menschen zu Beginn seines Ruhestandes aus?

  • Alte Menschen bekommen in dieser Gesellschaft keine positiven neuen Aufgaben, müssen keine neuen Fähigkeiten oder Fertigkeiten mehr entwickeln. Es läuft ein langsamer Prozess der Desintegration ab, ein Rückzug und eine Ausgliederung aus der Gesellschaft. Dieses ist im Interesse der Gesellschaft weil damit der Verlust durch Krankheit und Tod leichter ertragbar ist. Dieser Vorgang kann folglich als Desozialisation bezeichnet werden.

Erläutern Sie den Vorgehensweise von Längsschnitt und Querschnittsuntersuchung und nennen Sie Beispiele!

  • Querschnittsuntersuchung: Einmalige Untersuchung zu einem bestimmten Zeitpunkt, die Untersuchung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (Querschnitt) zu einem bestimmten Thema. Beispiele: Meinungsumfrage, Wahlprognose, Trendbefragung vor Wahlen.
  • Längsschnittuntersuchung: Untersuchung einer bestimmten Personengruppe, zu einem bestimmten Thema, aber über einen längeren Beobachtungszeitraum um Veränderungen bzw. das Beibehalten bestimmter Verhaltensweisen zu beobachten.

Beispiele: gerontologische Untersuchungen, Konsumentenforschung,
Entwicklungsfragen, Verhaltensveränderungen, Berufsgruppenentwicklungen

Geben Sie jeweils ein Beispiel für einen Interrollenkonflikt und einen Intrarollenkonflikt und erklären Sie näher.

  • Von einen Rollenkonflikt spricht man, wenn ein Positionsinhaber widersprüchlichen und miteinander unvereinbaren Erwartungen ausgesetzt ist.
  • Ein Rollenkonflikt besteht auch, wenn der Rolleninhaber an sich selbst und seine Rolle Erwartungen stellt, mit denen er sich überfordert.
  • Der Interrollenkonflikt ist ein Konflikt zwischen vorhandenen eingenommenen Rollen. Beispiel: Die Rollen Mutter und Ehefrau. Die Kinder und der Ehemann stellen unterschiedliche Anforderungen, z.B. bezüglich Aufmerksamkeit an die Mutter und Ehefrau. Die Mutter und die Ehefrau möchten, in den Rollen alle Anforderungen erfüllen. Da aber die Kinder und der Ehemann nicht gleichzeitig die geforderte Aufmerksamkeit bekommen können, kann es da zum sogenannten Interrollenkonflikt kommen.
  • Der Intrarollenkonflikt ist ein Konflikt innerhalb einer einzigen eingenommenen Rolle. Beispiel: Die Rolle als Pflegekraft. Die Heimleitung erwartet von der Pflegekraft eine rationelle, zeitsparende und kostengünstige Pflege. Die Bewohner erwarten von der Pflegekraft hingegen Zeit für Pflege und Gespräche. Dabei entsteht dann ein Intrarollenkonflikt, da beide Anforderungen nicht gleichzeitig erfüllt werden können.

Wie können Rollenkonflikte gelöst werden?

  • Prioritäten setzen = Aufgaben die wichtig sind und hinter denen ein Termin steht dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden
  • Konfliktgespräch, direkte Auseinandersetzung mit dem oder den Konfliktbeteiligten
  • Mit einem neutralen Dritten über den Konflikt und denkbare Lösungen sprechen.
  • Rollendistanz, d.h. die Verhaltenserwartungen der verschiedenen Positionen zu überschauen und seine eigenen Wertvorstellungen und Bedürfnisse davon getrennt zu betrachten.
  • Kompromisse schließen

Wann kommt es zu Sanktionen (im Sinne der Soziologie) und wie können Sanktionen aussehen?

  • Sanktionen (wertneutral) Gesellschaftliche Reaktion sowohl auf normgemäßes (= positives) als auch abweichendes (=negatives) Verhalten. Einerseits werden für die Erfüllung einer Norm Vorteile gewährt, andererseits'" dient die Sanktion bei deren Verletzung als Druckmittel zur Durchsetzung norm- bzw. rollengerechten Verhaltens - positive Sanktionen: Belohnung - negative Sanktionen: Bestrafung, z.B. Haft- und Geldstrafen, Gruppendruck, oder Ächtung - entsprechend der Hierarchie der Normen sind bei Nichtbefolgen die Sanktionen unterschiedlich stark bzw. streng
  • Weicht das Verhalten des alten Menschen von der Norm ab, so belegt die Gesellschaft ihn mit negativen Sanktionen. Beispiele: Ächtung, Verachtung und Ausgrenzung bei zu flippigen Aussehen oder schriller Kleidung.
  • Verhält sich der alte Mensch gemäß den Erwartungen der Gesellschaft, so erfährt er positive Sanktionen. Beispiele: Lob, Anerkennung oder Integration.
  • Erklären Sie den Begriff Normen aus soziologischer Sicht und erklären Sie, warum ältere Menschen oft als „nicht der Norm entsprechend", tituliert werden.
  • Normen sind Verhaltensanweisungen, also Verhaltensgebote und -verbote, die sich aus den Werten einer Gesellschaft ableiten lassen - Normen sind Erwartungen an die Mitglieder einer Gesellschaft, was man tut bzw. was man nicht tut, - Hierarchie von Normen (Gesetze, Gruppennormen, Sitte) - Zweckmäßigkeitsnormen: Hände waschen, anklopfen, etc. - Normen => Ordnung des gesellschaftlichen Lebens , Orientierung für das Individuum, aber auch Einschränkung.
  • Ältere Menschen werden oft als - nicht der Norm entsprechen - tituliert, weil die Gesellschaft andere Werte und Normen mit dem „Älter werden" verbindet, als der ältere Mensch selbst.Beispiel: Die Gesellschaft erwartet von den älteren Menschen, nach Erreichen des Rentenalters, einen langsamen aber erkennbaren Rückzug aus dem beruflichen Leben. Viele der heute „Alten" möchten sich diese Aktivität aber nicht so schnell aus der Hand nehmen und lassen und selbst entscheiden. Die älteren Menschen verhalten sich also nicht so, wie es die Gesellschaft erwartet, aufgrund ihrer Normen und Werte und gelten somit als „nicht der Norm entsprechend".

Erklären Sie den Begriff Werte aus soziologischer Sicht!

  • Werte einer Gesellschaft werden vermittelt. Werte sind allgemeine Urteilsmaßstäbe, mit deren Hilfe das Individuum Objekte, Einrichtungen, Handlungen und Ideen einschätzt - entscheidende Wertschätzung bereits in der Kindheit - bei Wertschätzung können frühkindliche Beeinflussungen aus der Herkunftsfamilie mitwirken - Veränderungen durch spätere Informationen möglich - Gruppenwerte wirken stärker als allgemeingültige Werte

Altern ist ein multidimensionaler Prozess. Erklären Sie!

Beim Altern handelt es sich um einen Prozess, der aus verschiedenen spezifischen (eigentümlichen, sich gegenseitig beeinflussenden Vorgängen im Individuum und in gegenseitiger Auseinandersetzung des Individuums mit seiner sozialen Umwelt ergibt.
Üblicherweise wird zwischen biologischem, psychologischem und soziologischen Altern unterschieden. Dementsprechend gibt es in der Gerontologie die biologische, die psychologische und die soziologische Dimension!
Altern als multidimensionaler Prozess

  • biologisches Altern: - Reduktionsvorgänge, die die Anpassungsfähigkeit eines Organismus verringern
  • Multimorbidität
  • Leistungsminderung

Altern ausschließlich aus biologischer Perspektive zu betrachten, wäre ebenso falsch wie die Missachtung biologischer Tatsachen. In allen Phasen der biologischen Entwicklung, die qualitativ gleichwertig angesehen werden sollen, gibt es aufbauende und rückschreitende Vorgänge.

psychologisches Altern:
Entfaltung seelischer Eigenschaften und geistige Produktivität
Veränderung der psychisch-intellektuellen Leistungsfähigkeit
Veränderung der Persönlichkeitsstruktur
Widerlegung des Defizitmodells, veränderte Bedingung z.B. für Lernen
soziologisches/soziales Altern
Leben und damit Altern verläuft immer in gesellschaftlichen Bezügen. Der Mensch wird Zeit seines Lebens von "adäquaten" Ansprüchen be- gleitet, denen er Folge zu leisten hat, wenn er als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angenommen werden will. Aufgrund eines bestimmten kalendarischen Alters werden bestimmte Forderungen und Erwartungen an das Individuum gestellt. Es ist die Einstellung der anderen Menschen, die den Menschen zu "altersgerechten" Verhalten zwingt. (Fremdbild beeinflusst Selbstbild!) Der soziologische Alternsprozess, der durch Positions- und Rollen- Zuweisungen bestimmt wird, scheint ab einer bestimmten Alters- grenze abrupt zu vereinheitlichen. Der Mensch ist plötzlich auf die Rolle des "Alten" reduziert.

Nennen Sie die vier verschiedenen Altersbegriffe und

erläutern Sie eine näher!

Man unterscheidet:

  • Das biologische Alter
  • Das kalendarische Alter
  • Das soziologische / soziale Alter
  • Das psychologische / psychische Alter
  • Das biologische Alter geht von einer allgemeinen durchschnittlichen körperlichen und geistigen Entwicklungsnorm aus. Danach haben 30 jährige, eine 60 jährige oder eine 80 jährige Frau einen bestimmten Entwicklungsstand, d.h. sie verfügen über ein bestimmtes messbares, körperliches und geistiges Leistungsvermögen. Da das biologische Alter von einer durchschnittlichen Entwicklungsnorm ausgeht, kann eine 80 jährige Frau aufgrund von guter Gesundheit, Interesse und bewusster, altersgerechter Ernährung, die Vitalkapazität einer durchschnittlichen 70 jährigen Frau haben. Ihr biologisches Alter wäre demnach erst 70 Jahre.
  • Das kalendarische Alter ist die gängigste Altersbestimmung bei uns. Ich bin 65 Jahre alt!! Das ist eine eindeutige Altersbestimmung. Alle am gleichen Tag Geborenen sind gleich Alt, alle im gleichen Jahr geborenen, sind im gleichen Jahrgang (Die 65 jährigen), alle innerhalb bestimmter Altersgrenzen Geborenen, gehören zu einer bestimmten Altersgruppe (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren). Ausschlaggebend ist also nicht die körperliche oder geistige Verfassung / Reife eines Menschen oder sein altersadäquater Entwicklungsstand. Es wird automatisch vorausgesetzt, dass dies vorhanden ist. Mit dem Erreichen eines bestimmten Alters, erwirbt man Rechte und Pflichten, so zum Beispiel mit der Volljährigkeit, mit Vollendung des 18. Lebensjahres.
  • Das soziologische / soziale Alter Die Erwartung der sozialen Umgebung, dazu gehören z.B. Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, gesamte Gesellschaft, beeinflusst unser Verhalten. Soziales Alter bedeutet: ab einem bestimmten Alter darf / muss man bestimmte Verhaltensweisen zeigen, die von der sozialen Umgebung erwartet werden. Die soziale Umgebung gibt Rechte und fordert Pflichten in Abhängigkeit von dem Erreichen eines bestimmten Alters. In unserer Gesellschaft unterteilen wir in die vier Altersgruppen - Kind , Jugendlicher, erwachsener, alter Mensch. An jede Altersgruppe / Altersstufe sind typische Erwartungen geknüpft, jede Altersstufe hat bestimmte Aufgaben. Das soziale Alter ist also eng mit dem kalendarischen Alter verknüpft.
  • Beim psychologische / psychische Alter geht es um das innere Erleben eines Menschen. - „Man ist so alt, wie man sich fühlt". Die Selbstbeobachtung bestimmt das Alter, losgelöst vom kalendarischen, sozialen oder biologischem Alter. Trotz hohem kalendarischem alter, kann man sich jung fühlen. Es gibt vorzeitig gealterte Junge, genauso wie ewig jung gebliebene Alte. Einschränkende altersbedingte Ereignisse, wie beispielsweise die Verrentung verbunden mit einem Rollenverlust, Verlust des Ehepartners oder Übersiedlung in ein Altenheim, bewirken dass man sich selbst eher als „Alt" fühlt oder als „Alt" bezeichnet.

Womit beschäftigt sich die Gerontosoziologie als Teilgebiet der Gerontologie?

  • Gerontosoziologie, also die Soziologie des Alterns, untersucht gesellschaftliche Bedingungen des Alterns. Das bedeutet: Da in verschiedenen Gesellschaften Altem unterschiedlich verläuft, kann man herausfinden, inwieweit durch die Bedingungen der jeweiligen Gesellschaft der Altemsprozess beschleunigt oder verlangsamt wird. Diese Erkenntnis kann man dann im Sinne von Gesellschaftsveränderung einsetzen. So will Soziologie aufklären, Zusammenhänge aufzeigen, und über diesen Weg Planungen für die Zukunft beeinflussen. Damit versteht sich Gerontosoziologie eher als eine analysierende und weniger als eine auf praktische individuelle Hilfe bezogene Wissenschaft. Selbstverständlich will Gerontosoziologie auch helfen, jedoch weniger dem einzelnen Betroffenen als vielmehr der Gesamtheit alter Menschen. Beispiel: In vorindustriellen Gesellschaften verläuft die Berufsaufgabe in anderer Form als in industriellen Gesellschaften. Daher altert man in vorindustriellen Gesellschaften anders. Dort erfolgt z. B. die Berufsaufgabe nicht so abrupt. Diese Erkenntnis setzt die Soziologie in die Forderung um, dass auch in unserer industriellen Gesellschaft die Berufsaufgabe in kleinen Schritten wie z. B. durch Teilzeitarbeit erfolgen sollte.

Altern ist ein mehrfach dermentiertes Schicksal! Erläutern Sie diese Aussage!

Altern kann als mehrfach determiniertes Schicksal bezeichnet werden, weil Altern ein Prozess ist, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Indem die Lebensgeschichte (Vergangenheit), die aktuelle soziale Situation (Gegenwart) und die Zukunftsorientierung eines Menschen eine wichtige Rolle spielen.
Altern kann man als biologisches, soziales, finanziell-ökonomisches, als epochales und auch als ökologisches Schicksal bezeichnen.

Einflussfaktoren auf das Leben im Alter

Altersstudie = Bonner Längsschnittstudie des Alters (BOLSA) Es wurden zu sieben verschiedenen Messzeitpunkten psychologische und medizinische Untersuchungen vorgenommen.
In dieser Studie konnte ein Wechselspiel zwischen endogener= genetischer und exogener = umweltbedingter Faktoren festgestellt werden die den Altersprozess bewirken und die Lebenslage alter Menschen bestimmen.

  • Der Vergangenheitsaspekt = Summe aller Erfahrungen und Erlebnisse wie individueller Lebensstil, die persönliche Lebensgeschichte u.s.w.
  • Der Gegenwartsaspekt = die momentane Lebenssituation Einkommen, Wohnen, Konsum, Freizeit, Gesundheit u.s.w.
  • Der Zukunftsaspekt = Hoffnungen, Wünsche, Ziele, Erwartungen u.s.w.

Nach Lehr und Thoma lassen sich diese Aspekte in verschiedene Einflussfaktoren aufgliedern. Demnach ist altern ein mehrfach determiniertes Schicksal. Determiniertes Schicksal = mehrfach bestimmtes Schicksal.
Folgende Faktoren sind demnach für das Alter bedeutsam:

Das biologische Schicksal (Faktor):

  • Hierzu gehört die genetische Ausstattung, die zu besserer Gesundheit oder eher zu Krankheit führt, Langlebigkeit usw.

Das soziale Schicksal (Faktor):

  • Die Gesellschaft und die in ihr geltenden Werte und Normen bestimmen, welchen Stellen- wert das Alter hat. Sind alte Menschen angesehen oder werden sie als Rentenlast an den Rand der Gesellschaft gedrückt und ausgegrenzt? Die gesellschaftlichen Werte und Normen entscheiden mit darüber, welcher Verhaltensspielraum alten Menschen zugestanden wird. Deutlich wird dieser Prozess beim Thema Liebe und Zärtlichkeit im Alter.

Das epochale Schicksal (Faktor):

  • Heute 60jährige haben andere geschichtliche Erfahrungen als 60jährige vor vierzig Jahren. Ihr Selbstverständnis ist ein anderes. Hierzu gehören z. B. zeitgeschichtliche Erlebnisse und Erfahrungen, die in Form von Normen und persönlichen Einstellungen verinnerlicht werden und zur Orientierung dienen.

Das finanzielle Schicksal (Faktor):

  • Das verfügbare Einkommen (Rente) garantiert im Alter einen bestimmten Lebensstandard, lässt bestimmte Freizeitaktivitäten und Konsumwünsche zu oder verhindert sie. Bei einer geringen Rente ist der Lebensstandard in der Regel eingeschränkt.

Das Ökologische Schicksal (Faktoren):

  • Günstige Umweltgegebenheiten, altengerechte Wohnungen, gute Begehungsmöglichkeiten sowie anpassungsfähige Wohnungen können ein Verbleiben bis ins hohe Alter in der Wohnung ermöglichen. Gute Verkehrsanbindungen können die Mobilität und damit die Partizipationsmöglichkeiten, d.h. Teilnahmemöglichkeiten am öffentlichen Leben fördern oder behindern. Die einzelnen Faktoren stehen in einem Zusammenhang zueinander und können sich gegenseitig positiv oder negativ verstärken.

Erläutern Sie, warum alte Menschen keine homogene Gruppe sind!

  • Alte Menschen sind eine heterogene Gruppe. Sie werden ab dem 60. Lebensjahram kalendarischem Alter gemessen Sie sind hinsichtlich Gesundheit, Intelligenz, Einkommen, Selbsteinschätzung und Aktivitäten individuell doch so unterschiedlich wie keine andere. Sie sind also heterogen.
  • Heterogen = unterschiedlich Diese Bevölkerungsgruppe ist hinsichtlich Gesundheit, Einkommen, Selbsteinschätzung und Aktivitäten so unterschiedlich wie keine andere. Sie ist also heterogen.
  • Homogenbedeutet „gleichartig", „von gleicher Herkunft", „einheitlich" oder „einförmig“. Homogene Strukturen sind aus gleichen oder ähnlichen Elementen zusammengesetzt.

Nennen Sie die 5 verschiedenen Alterstheorien und begründen sie inwieweit die Theorien heute allgemeingültig sind.

  • Defizitmodell: Abbau von körperlichen und geistigen Fähigkeiten - gleichbedeutend mit Abschiebung ( Ausgrenzung ), weil nutzlos für die Gesellschaft. Mit zunehmenden Alter grundsätzlicher Abbau von körperlicher Leistungsfähigkeit und Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit sowie Lernfähigkeit.
  • Disengagement- / Rückzugstheorie: Natürlicher Rückzug aus dem Erwerbsleben und Abbau von sozialen Kontakten und Einbindungen, weil nachlassen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Es besteht ein erhöhter Bedarf an Ruhe und Erholung. Dieser Rückzug ist von den „Alten" gewünscht, weil genug geleistet wurde und nun die Zeit der „Erholung und des Genießens" folgt.
  • Die Disengagement- / Rückzugstheorie trifft nur auf einzelne Menschen zu, reicht aber nicht aus um das Verhalten der alten Menschen zu erklären. Ausgliederung älterer Menschen aus dem Erwerbsleben als natürlicher u. unvermeidlicher Prozess, den sowohl die Gesellschaft als auch die Alten selbst sich wünschen. Im Alter entstehe ein natürliches Ruhebedürfnis, da de körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nachlasse. Der gesellschaftlich verordnete Rückzug der Alten wurde so zu deren eigenem Bedürfnis erklärt.
  • Aktivitätstheorie: Geht von der Annahme aus, das Senioren = Alte Menschen =, die größtmögliche Zufriedenheit erleben und genießen wollen, wenn sie im Maße ihrer größten Leistungsfähigkeit, auch die letzte Phase ihres Lebens verbringen.
  • Die Aktivitätstheorie hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie trifft nur teilweise zu. Höchstmaß an Zufriedenheit wird dann erreicht, wenn die älteren Menschen sich weiter so verhalten wie in ihren mittleren Jahren.
  • Ettiketierung / Labelling / Stigmatheorie: Ist keine sachliche, korrekte Beschreibung oder Feststellung eines kalendarischen Lebensalters, sondern stellt eine Ausgrenzung durch Hervorhebung, negativer Verallgemeinerung und Bewertung dar. „ALT" bedeutet in dieser Theorie gleich den Zustand von Langsamkeit, unbeweglich, starrköpfig, nicht anpassungsfähig bzw. -willig und Belastung für die Gesellschaft.
  • Die Stigmatisierung Theorie wird im Zusammenhang mit Randgruppen verwendet. Es wird besagt, das Menschen aufgrund seines Verhaltens ein ganz bestimmtes Ettiket angeheftet wird. Mit diesen Stempel ist eine gesellschaftliche Ausgrenzung verbunden, die nicht mehr rückgängig gemacht wird und das weitere Leben prägt. Der ältere Mensch passt sich den gesellschaftlichen Bild an. Der Begriff „Stigma“ besitzt eine negative Wertigkeit. Es beinhaltet alle defizitorientierten Wertungen diese Lebensphase: Alte Menschen gelten als halsstarrig, langsam, intolerant, nörglerisch, unbelehrbar.
  • Kompetenztheorie / Kontinuitätstheorie: In der Kompetenztheorie liegt das Hauptaugenmerk und die Betonung auf der positiven Hervorhebung von persönlichen Fähig-, Fertigkeiten und Kenntnissen, um adäquat auf die Anforderungen der Umwelt reagieren zu können. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, in späteren Lebensphasen neue Entwicklungen machen zu können. Wichtigster Aspekt ist hierbei die positive Herausstellung von Kompetenzen und Ressourcen. Der Mensch altert dann zufrieden, wenn er sich seine Kompetenz erhält, sein Leben selbst bestimmt, eigenverantwortlich organisiert und es möglichst kontinuierlich verläuft.
  • Kompetenz meint die grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeit eines Menschen und seine Fähigkeit auf Anforderungen der Umwelt zu reagieren. Das Kompetenzmodell vergleicht nicht mit den Leistungen jüngerer Menschen, sondern zeigt Entwicklungschancen im Alter auf. Sinnvolles Altern wird definiert als kontinuierliche Fortführung gewohnter Lebensweisen Es widerlegt so das Vorurteil vom allgemeinen Altersabbau (Defizit- Modell).

Welche Konsequenzen können aus der Disengagement-Theorie und dem Stigmatisierungsansatz für die Praxis der Altenhilfe abgeleitet werden?

  • In der praktischen Altenpflege wirkt sich dies als eine Verhaltensstrategie aus, die alte Menschen nur zu bemuttern weiß. Das wiederum hemmt den älteren Menschen bei seinen Bestrebungen nach Selbständigkeit und Selbstverwirklichung. Sein Selbstwertgefühl sinkt, die Abhängigkeit von anderen steigt.

20)Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum einer Bevölkerung ?

Das Wachstum einer Bevölkerung hängt von drei Faktoren ab, dem Anstieg der Lebenserwartung von Menschen, der Geburtenrate und der Bevölkerungswanderung.

  • Lebenserwartung: Die Lebenserwartung der Menschen ist den letzten Jahrhunderten stark angestiegen. Dies hängt zum einen mit der verringerten Säuglingssterblichkeit zusammen und damit verbunden, mit dem Älterwerden der Menschen allgemein, Entscheidend dafür, dass die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen ist und die Lebenserwartung gestiegen, sind eine bessere medizinische Versorgung, gesündere/bessere Ernährung, mehr Hygiene, bessere Wohnbedingungen, besserer Schutz vor Krankheiten und Infektionen durch Medikamente
  • Geburtenrate: Dieser Faktor ist der wichtigste, er besagt, wie hoch die Anzahl der Kinder pro Elternpaar ist. In der vorindustriellen Gesellschaft war die Geburtenrate sehr hoch, dies hing mit der hohen Säuglingssterblichkeit zusammen und der Angst der Familien im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Deshalb wurden viele Kinder gezeugt, in der Hoffnung, dass wenigstens zwei überleben. Da sich durch den medizinischen Fortschritt die Säuglingssterblichkeit aber verringerte, überlebten mehr Kinder und es kam zu einer Geburtenexplosion. Zwar gab es schnell Kondome und die Pille, um der hohen Kinderzahl entgegen zu wirken, doch es dauerte lange, bis dieser Boom zurückging. Mittlerweile hat in den Industrienationen ein Umdenken stattgefunden es werden im Durchschnitt nur noch 2 Kinder pro Elternpaar geboren, wodurch die Zahl der Kinder stark rückläufig ist.
  • Bevölkerungswanderungen: In Deutschland kamen nach dem Krieg (in den 60 er Jahren) viele Gastarbeiter um hier eine Arbeitsstelle zu finden. Sie halfen dem Staat die damaligen Renten für Pensionäre zu sichern. Heute sind diese Gastarbeiter auch alt und müssen unterstutzt werden. Dafür kommen neue Gastarbeiter und der Kreis schließt sich erneut.

Nennen Sie die drei Aspekte der aktuellen demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft in Bezug auf die ältere Bevölkerung und erläutern Sie die gesellschaftlichen Folgen.

Demografie untersucht die Entwicklung unserer Bevölkerung im Hinblick auf die Altersverteilung
Im Bezug auf die demografische Entwicklung lassen sich drei wichtige Aspekte feststellen:

  • Absolute (Zahlenmäßige) Zunahme an älteren Menschen (Zahl, um die 20 Millionen)
  • Relative (Prozentuale)Zunahme an älteren Menschen (Prozentanteil 25 %)
  • Zunahme an Hochaltrigen (Anteil der über 90jährigen)

Überalterung der Gesellschaft: Der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu , der Anteil der Kinder nimmt ab. Die BRD wird immer älter. Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr alte Menschen ernähren. Folgen: Die heute noch Erwerbstätigen, müssen für ihr Alter Vorsorge treffen und die Rentner heute, müssen mit weniger Rente auskommen.

Was sind die Konsequenzen aus der aktuellen demographischen Entwicklung?

  • Von 2012 an wird die derzeit noch steigende Bevölkerungszahl kontinuierlich abnehmen. Gleichzeitig wird das Durchschnittsalter weiter steigen. Das hat Folgen für nahezu alle Lebensbereiche, für den Arbeits- und Wohnungsmarkt genauso wie für Bildungs- und Sozialsysteme oder das menschliche Miteinander.
  • Eine abnehmende Zahl von Erwerbstätigen muss immer mehr Geld für Pflege und Rente abführen.
  • In Deutschland drohen bei dieser niedrigen Geburtenrate Deflation, Wirtschaftskrise, Niedergang und Verarmung in den kommenden Jahrzehnten.
  • Die heute fehlenden Kinder fehlen in spätestens 30 Jahren als Konsumenten, Ingenieure, Facharbeiter, Dichter und Denker.
  • Immer weniger Wohnungen, öffentliche Gebäude und Straßen werden gebaut werden.
  • Rückgang und Alterung der Bevölkerung werden auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt haben. Die Konkurrenz der Arbeitgeber um die immer weniger werdenden Berufsanfänger wird größer werden, was sich wahrscheinlich auch auf die Anfangslöhne und -gehälter auswirken und zu einer Verringerung des Abstands zum Endeinkommen führen wird. Die mittleren Jahrgänge werden weniger Aufstiegschancen vorfinden, da höhere Positionen immer länger von älteren Arbeitnehmern blockiert werden dürften. Diese werden weiterhin in besonderem Maße von Arbeitsmarktrisiken betroffen sein
  • Je mehr das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer ansteigen und je weniger jüngere Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt vorzufinden sein werden, um so wichtiger werden Fort- und Weiterbildung werden. Dies bedeutet, dass sich die Wirtschaft auch von Vorurteilen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte trennen muss.
  • Die Alterung der Gesellschaft wird zu einem rasch wachsenden Bedarf an sozialen Einrichtungen und Diensten für ältere und hochbetagte Menschen führen. Dazu gehören Begegnungs-, Freizeit-, Kultur-, Service- und Beratungsstellen für Senioren. Vor allem kranke und pflegebedürftige Senioren werden zunehmend auf öffentliche Unterstützung angewiesen sein, da immer häufiger Partner oder erwachsene Kinder fehlen werden, die bisher überwiegend diese Aufgabe übernahmen. So werden mehr geriatrische und gerontopsychiatrische Abteilungen und Pflegebetten in Krankenhäusern, mehr Alten- und Pflegeheime, mehr Tages- und Kurzzeitpflegeplätze sowie mehr Sozialstationen, pflegerische, hauswirtschaftliche und Mahlzeitendienste benötigt werden. Die Ausgaben für soziale und medizinische Einrichtungen und Dienstleistungen für Senioren werden also noch erheblich zunehmen.
  • Da die Kosten für die Versorgung (chronisch) kranker, behinderter und pflegebedürftiger Senioren überwiegend von der Kranken- und der Pflegeversicherung übernommen werden, ist hier mit stark ansteigenden Kosten und damit auch höheren Beiträgen zu rechnen.

Nennen Sie die 5 Trends in Bezug auf die ältere Bevölkerung und erläutern Sie einen Trend näher.

Tews spricht von 5 Trends:
  • Verjüngung des Alters Positive Effekte und negative Effekte
  • Entberuflichung des Alters
  • Feminisierung des Alters Quantitativer Aspekte und Qualitative Aspekte
  • Singularisierung im Alter
  • Hochaltrigkeit

Verjüngung des Alters Positive und negative Effekte

Positive Effekte:

  • Alte fühlen sich jünger als sie tatsächlich sind;
  • Die Mehrheit der über 70jährigen schätzten sich vor 20 – 30 Jahren als „alt“ ein
  • 1/3 der bis 75jährigen schätzten sich in einer neuen Repräsentativbefragung nach Tews 1993, 1995 als „alt“ ein
  • das Aussehen und das Erscheinungsbild der älteren Menschen hat sich verjüngt
  • Heutzutage hat die körperlich schwere Arbeit abgenommen, was der vorzeitigen Alterung entgegenwirkt
  • Heute kann man durch Mode und Kosmetika sein Äußeres erheblich verjüngen
  • Sportliche Aktivitäten halten zusätzlich jung

Negative Effekte:

  • 40 – 45jährige zählen zu den älteren Arbeitnehmern
  • Personen in diesen Alter nehmen seltener an Qualifikationsmaßnahmen teil, da sie zu alt sind
  • 40jährige und älter finden sehr schwer einen Arbeitsplatz, daher gibt es unter ihnen eine Zunahme der Langzeitarbeitslosen
  • eine Vorverlegung des Altersproblems erfordert eine Auseinandersetzung der Betroffenen mit dem eigenen Älterwerden
  • Lebensphasen zwischen 50 und 60 Jahren bedeuten eine entscheidende Veränderung, sowohl in historischer, als auch struktureller und individueller Hinsicht.

Entberuflichung des Alters

  • Quote der erwerbstätigen hat sich drastisch verringert
  • Trend, dass viele über 65jährige Rentner Rentner sind nimmt besonders in Industrieländern zu
  • Ein großer Teil geht früher in Rente, was zu einer höheren Lebenserwartung und Verlängerung der Altersphase führt
  • Es ist wichtig, wie und unter welchen Zwängen oder Wahlmöglichkeiten man in den Ruhestand geht
  • Es gibt zwar aufgrund gesetzlicher und tariflicher Regelungen mehr Wahlmöglichkeiten wann man in Rente geht, aber praktisch gesehen sind die Auswirkungen im Hinblick auf die nachberufliche Lebensphase gleich
  • Dies betrifft gerade die 50jährigen die mit einer früheren Berufsaufgabe zurechtkommen müssen
  • Vor allen für Frauen ist die Alterssicherung weitaus problematischer
  • Viele Paare versuchen heute gleichzeitig in den Beruf einzusteigen und auch gleichzeitig wieder aufzuhören, damit sie mehr Zeit gemeinsam verbringen können
  • Deshalb hat sich in Westdeutschland der Wunsch nach einer früheren Berufsaufgabe verstärkt
  • In Ostdeutschland dagegen sind viele über den Arbeitsverlust traurig, da Arbeit, Betrieb und Kollegen einen anderen Stellenwert haben als im Westen

Feminisierung des Alters Quantitativer Aspekt und 3 Qualitative Aspekte

Quantitativer Aspekt:

  • vor 100 Jahren gab es gleich viele Männer und Frauen
  • wird heute ein Mensch über 60 Jahre alt, ist es in zwei von drei Fällen eine Frau
  • wird ein Mensch über 75 Jahre alt, ist es in drei von vier Fällen eine Frau. Das liegt zum einen daran, das Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und zum anderen an den Nachwirkungen des Krieges
  • das Geschlechtsmissverhältnis wird bis ins nächste Jahrhundert unausgeglichen bleiben

Es gibt 3 Qualitative Aspekte:

Partizipation ( Teilnahme)

  • Frauen sind zugänglicher für Kommunikationsangebote als Männer. Sie nehmen häufiger an Angeboten der Altenhilfe, Bildungsveranstaltungen u.s.w. teil

Altersarmut

  • auch wenn die absolute Altersarmut abgenommen hat, gehören Frauen am ehesten zu den „armen Ältern.“ Begründet ist dies durch ihre Biographie, da die meisten Frauen nicht berufstätig waren und dadurch keinerlei Rentenansprüche erworben haben

Abhängigkeit von Hilfsangeboten

  • Da ältere Frauen mit zunehmenden Alter alleine leben, sind sie beim Verlust ihrer Selbstständigkeit von ambulanten und stationären Hilfen abhängig. Frauen wohnen eher in Heimen, wo sie von Frauen gepflegt und unterstützt werden

Singularisierung im Alter

  • Anteil von Alleinstehenden nimmt in Verbindung mit Verwitwung und gestiegener Scheidungsrate im hohen Lebensalter tendenziell zu
  • Grundsätzlich stellen die Zwei- Personen Haushalte die größte Gruppe von Wohnformen dar
  • Absolute Rückläufigkeit ist die Variante der Zwei-, Drei- und Mehrgenerationen Haushalte
  • Generell gibt es keine Singularisierung die sich aus diesen Lebensstil in jüngeren Jahren ableiten lässt
  • Zwischen 1978 und 1988 reduzierte sich der Anteil derer, die sich oft als „einsam“ bezeichnen stetig von 15 % auf 10 %
  • Männer kommen mit dem Alleinleben weniger gut zurecht als Frauen
  • 67 % geben an, sich mit dem Alleinleben abgefunden zu haben oder darunter zu leiden
  • Gerne alleine zu leben gaben 14 % an
  • 43 % haben sich daran gewöhnt
  • 6 % der Alleinlebenden Frauen könnten sich einen neuen Partner vorstellen
  • Daraus folgt, das das Alleinleben von vielen älteren Menschen als nicht mehr änderbarer Zustand angesehen wird

Hochaltrigkeit
Wie bei allen Altersfragen ist eine chronologische Definition
wenig hilfreich, selbst wenn aus pragmatischen Gründen heute oft die Grenze von 80 Jahren verwendet wird.

  • Bei den jüngeren Alten spricht man von den 60 – 75 jährigren das sie im dritten Lebensalter sind
  • Das vierte Lebensalter betrifft die Hochaltrigen über 75 Jahren
  • Zwischen 80 und 85 Jahren erreicht man den Schwellenwert, das bedeutet Altersabbau (menschliche Funktionen und Systeme verringern sich). Darunter fallen:
  • Multimorbidität oder chronische Erkrankungen
  • Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab (Demenz)
  • Pflege- und Hilfsbedürftigkeit nimmt zu
  • Eventueller Heim- und Krankenhausaufenthalt oder Rehabilitation
  • Isolierung und Einsamkeit können auftreten
  • Die negativen Seiten überwiegen bei ungefähr 30 % der Hochaltrigen über 100 Jahre jedoch nicht, da sie oft noch rüstig, das heißt physisch und psychisch in guter Verfassung sind.

Welche Wohnformen gibt es für ältere Menschen ?

Wohnen: Menschliches Bedürfnis, die eigenen 4 Wände, Schutz , Rückzug, Privatsphäre, Selbstständigkeit.

Es gibt altengerechte Wohnungen. Betreutes Wohnen und institutionalisierte Wohnformen.

  • Betreutes Wohnen Neben der altengerechten Ausstattung werden noch verschiedene, frei wählbare Dienstleistungen angeboten (je nach Vereinbarung):Pflege und Hilfe. Mahlzeitendienst Notrufbereitschaft etc., auf die der ältere Mensch zurückgreifen kann. (Betreuungspauschale)
  • Altengerechte Wohnungen: Darunter werden abgeschlossene Wohnungen verstanden, die an den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen orientiert sind (z.B. Ausstattung ohne Schwellen, Haltegriffe, breite Türen,...). Sie sind entweder eingestreut in gewachsene Stadtviertel oder konzentriert in Altenwohnanlagen.
  • InstitutionalisierteWohnform: In der institutionalisierten Wohnform sind alle Formen der Hilfe unter einem Dach zusammengefasst, ihre Benutzer verlassen ihre bisherige Wohnung mit samt den sozialen Umfeld um sich für einen meist dauerhaften Aufenthalt in eine von versorgende Einrichtung begeben zu müssen.

Hier wird unterschieden zwischen:

  • Altenwohnheim
  • Altenheim
  • Pflegeheim

Wobei heute diese verschiedenen Typen meist in Form mehrgliedriger Einrichtungen zu finden sind.

Welche Bedeutung kommt dem Wohnen im höheren Alter zu ?

  • Wohnen ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das im Allgemeinen für jeden Menschen und im Besonderen für den „älteren" Menschen von existentieller Bedeutung ist Da sich der Bewegungsradius eines älteren Menschen verringert, kommt die Wohnung und dem näheren Wohnumfeld eine besonders große Bedeutung zu. Die Wohnung oder das Haus, sowie das angrenzende Nachbarschaftsgebiet werden zu dem wichtigsten räumlich - sozialen Zusammenhang. Die Wohnung wird intensiver genutzt. sie ist der Handlungsort einer Vielfalt innerhäuslicher Lebensvorgänge, rund um die Gestaltung des Alltags.

Nennen Sie drei Daten aus den historischen Überblick und erläutern Sie welche Stellung die Alten in dieser Zeit hatten!

  • ca. 30.000 vor Christus » Jäger und Sammler » keine hervorragende Stellung der Alten » Vernachlässigung, Aussetzung, Tötung
  • ca. 4.000 vor Christus » Ackerbauer und Viehzüchter » Alte waren Führungspersönlichkeiten » Wertvolle Erfahrung = Macht, wurden als Ratgeber geschätzt waren für die Schließung von Heiratspakten, für die Streitschlichtung und als Ratgeber in allen Lebensfragen zuständig.
  • 1618 – 1648 Dreißigjähriger Krieg » Verrohung der Sitten und Rückgang des Mitleids für Alte, Kranke und Schwache

Von welchen Faktoren hing der Stellenwert der älteren Menschen im vergangenen Jahrhundert ab?

  • Welchen Stellenwert ältere Menschen hatten und wie sie lebten, welche Bedeutung ihnen zugute kam, hing von ihrem Stand/Schicht ab. Hatten sie Vermögen, Eigentum waren gebildet, war ihre Stellung relativ positiv, da die Jüngeren auf die Übergabe des Besitzes angewiesen waren.

Welchen Stellenwert bzw. welches Ansehen hat der Altenpflegeberuf in unserer Gesellschaft ? Begründen Sie Ihre Antwort

  • In unserer Gesellschaft die Leistungs- und Wertorientiert ist, hat der Beruf des Altenpflegers keinen hohen gesellschaftlichen Rang. Alt ist gleichzusetzen mit senil, krank keinen gesellschaftlichen Nutzen und nicht jeder möchte diesen Beruf ausüben. In der Hierarchie der sozialpflegerischen Berufe steht er ganz unten. Er wird als Anhängsel des Berufsbildes Krankenpflege gesehen.

In wieweit hat sich das Berufsbild des Altenpfleger / in von Früher bis Heute geändert und wie haben sich die Schwerpunkte der Pflege/Betreuung verändert?

  • Früher wurde die Hilfe/ Versorgung durch Klöster, Armen und Siechhäuser abgedeckt. Durch den medizinischen Fortschritt, Altenforschung und der gesellschaftlichen Anspruchshaltung, wächst auch die Forderung nach qualifizierter Pflege und Betreuung der alten Menschen Antwort.
  • Früher reichte Mildtätigkeit, Idealismus und christliche Motivation aus um alte Menschen zu betreuen/versorgen. Heute ist es so, dass detaillierte Kenntnisse im medizinischen, Grund und Behandlungspflege in Rechtsfragen, Rehabilitation und Aktivierung zur Ausbildung des Altenpfleger / in gehören um den Bedürfnissen der alten Menschen gerecht zu werden. Die Zielsetzung ist, zu Aktivieren, Rehabilitieren und Therapieren. Das heißt: Aktivierende Pflege, Hilfe zur Selbsthilfe

Was verbindet die Gesellschaft mit der Berufsbezeichnung Altenpfleger/in?

  • Die Gesellschaft verbindet mit der Berufbezeichnung Altenpflege immer noch: pflegen, Betreuen Versorgen. Pflegen kann jeder. Alter ist gleichgesetzt mit nutzlos Krankheit, Tod.

Diskutieren Sie Möglichkeiten, wie das öffentliche Image des Altenpflegeberufs zu verbessern ist. Nennen Sie Ideen und machen Sie Vorschläge. Welche Möglichkeiten haben Sie als zukünftige Altenpfleger/innen an den bestehenden Strukturen etwas zu ändern ?

  • Der Berufliche Status ist von Gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Der Status hängt davon ab, wie alte Menschen in der Gesellschaft angesehen werden. Immer mehr ältere Menschen sind heute auf die außerfamiliäre Pflege und Betreuung angewiesen. Durch den medizinischen Fortschritt, Altenforschung und der Gesellschaftlichen Anspruchshaltung, wächst auch die Forderung nach qualifizierter Pflege und Betreuung der alten Menschen. Es muss für diesen Beruf ein allgemeinverbindliches professionelles Pflegeverständnis entwickelt und verbreitet werden, durch Medien/Öffentlichkeitsarbeit. Antwort
  • Der Altenpfleger/in muss versuchen die Einstellung der Gesellschaft zu alten Menschen zu beeinflussen, um selbst einen höheren Status für seinen Beruf zu erzielen. Dies könnte erreicht werden mit mehr Öffentlichkeitsarbeit. Haus der offenen Tür, Veranstaltungen, Seminare über das Berufsbild.

Autor: B. Pafel
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