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Nahrung und Mensch
Von je her kreisen die Gedanken eines Menschen um die Beschaffung
und Aufnahme von Nahrung. Nahrung dient nicht nur dazu, Hunger
zu stillen, es gibt etliche Gründe mehr, Nahrung aufzunehmen
um andere Bedürfnisse zu stillen:
- Um den Hunger zu stillen, satt zu sein
- Aus Appetit und Heißhunger/Gelüsten
- Zu Feiern, Festen, besonderen Gelegenheiten
- Aus Einsamkeit, Frustabbau, Stress, Langeweile, Kummer > also zum
Trost
- Um andere Personen zufrieden zu stellen > Gesellschaft erfahren, Sozialkontakte
schaffen
- Zu Zufuhr von Energie und Nährstoffen
- Zur Erhaltung oder Schaffung eines ausgewogenen Ernährungszustandes
Wie vieles im Leben ist auch das Essverhalten von jahrelang durchgeführten,
individuellen Verhaltensweisen durch sich selbst, aber auch durch
das Umfeld, indem man lebt, geprägt.
Essverhalten ist etwas, an dem man sich unbewusst festmacht, selbst wenn man
sein Umfeld, den Wohnort wechselt, mit anderen Religionen in Kontakt kommt,
den Partner wechselt.
Individuelle Einflüsse in der Entstehung des Essverhaltens haben also
einen immensen Einfluss auf dieses.
Als Beispiel seien spezielle Angewohnheiten aufgezählt: (religiös)
Freitags isst man Fisch, bzw man isst niemals Schweinefleisch, ich habe nie
gefrühstückt, bevorzugte Familienrezepte gegenüber internationaler
Küche, finanzielle Situation, überhaupt die eigenen Kochkünste
bevorzugen. Familieninterne Rituale wie gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen
zu bestimmten Uhrzeiten.
Dies alles sind Faktoren, die das Essverhalten eines Menschen
nachdrücklich prägen.
Dann steht plötzlich eine Erkrankung an, in der Einschränkungen darin
lebensnotwendig werden oder ein Heimeinzug, wo das Essverhalten ebenfalls nicht
mehr individuell strukturiert werden kann.
Hinzu kommt, dass die eine Gruppe Überernährt ist und die andere
Fehlernährt (durch falsches Essen), die dritte Gruppe durch Einschränkung
verursacht durch verschiedene Erkrankungen nicht mehr alles essen kann oder
sollte.
Diese Faktoren gehen mit unterschiedlichen Folgen einher:
Überernährung:
- Hypertonie
- Fettstoffwechselstörungen
- Arteriosklerose mit Herzinfarkt
- Gicht
- Gallensteine
- Skelettschäden, Gelenkbeschwerden
- Erhöhtes Unfallrisiko
- Erhöhtes Organkrebsrisiko
Fehlernährung:
- Untergewicht /Kachexie dadurch Kräfteverfall, Auszehrung, Gefahr
von Frakturen
- Vitaminmangel
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Erhöhtes Dekubitusrisiko
- Häufigere Stürze
- Die Letalität liegt prozentual höher als bei ausgewogen ernährten älteren
Menschen
Der Energiebedarf des Menschen:
Zunächst einmal braucht der Körper schon Energie um sich am Leben
zu erhalten, also für vielfältige Funktionen wie:
- Sämtliche Organfunktionen
- Alle Muskelbewegungen
- Aufrechterhaltung der Körpertemperatur
- Zur Infektabwehr
- Wachstum und Zellerneuerung
- Verdauung
- Fortpflanzung Ausscheidung
Als reine Maßeinheit für Energie werden Kilojoule oder
Kilokalorien benannt, wobei
1 kj gleich 0,24 kcal ist, bzw 1 kcal = 4,2 kj sind. Davon abgesehen, dass
jeder Mensch seinen eigenen Energiebedarf hat, kann man zunächst als Summen
des Gesamtenergiebedarfes die Faktoren Grundumsatz und Leistungsumsatz benennen.
Der Grundumsatz ist die Energiemenge, die der Körper in völliger
Ruhe zur Aufrechterhaltung seiner Körperfunktion bei einer Raumtemperatur
von 20 Grad benötigt. Abhängig ist er auch von Alter, Geschlecht,
Körpergröße und Klima. Er macht ungefähr 60 bis 70% des
Gesamtenergiebedarfes aus, was bei einem gesunden Erwachsenen einen Bedarf
von durchschnittlich 20 – 25 kcal/Kg Körpergewicht ergibt.
Der Leistungsumsatz ist die Energiemenge, die der Körper zu jeglicher
Art der Bewegung benötigt und er ist abhängig von der Dauer der Bewegung
und ihrer Art.
Der Gesamtenergiebedarf ist also abhängig von vielen Faktoren, wie die
Art der Berufstätigkeit, die ein Mensch ausübt, seine Freizeitaktivitäten
und viele Faktoren mehr. Er lässt sich weitaus schwieriger bestimmen und
wird als reine Durchschnittsangabe wie folgt empfohlen: 30-35 kcal/kg Körpergewicht
in 24Std.
Mit zunehmendem Alter geht der Energiebedarf zurück, was
meist auf den Rückgang der Muskelmasse und dem vermutlich
langsameren Ablauf von Stoffwechselvorgängen, sowie niedriger
Körpertemperatur zurück zuführen ist. Dieses gilt
jedoch nur für den gesunden älteren Menschen. Eine Reihe
von Erkrankungen bedingt jedoch einen erhöhten Energiebedarf,
wie zum Beispiel:
- Unterernährung
- Fieber
- Krebs
- Morbus Parkinson
- Nach Operationen
- Multiple Frakturen
- Schwere Infektionen, Sepsis
- Und viele Erkrankungen mehr, die nun nicht erwähnt werden
Die 7 Säulen der Ernährung:
Folgende Nahrungsstoffe sind für den Menschen essentiell, darüber
hinaus gibt es noch Inhaltsstoffe, die unerwünscht oder gar schädlich
sind (zum Beispiel Alkohol, Konservierungsstoffe…..)
Nährstoffe: Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate
Schutz und Regelstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Wasser.
Das Verhältnis zueinander wird als Nährstoffrelation
bezeichnet und wird wie folgt grob definiert:
| Nährstoffe |
Junge Erwachsene |
Senioren |
| Eiweiß |
10-12 % |
15 % |
| Fette |
30 % |
30 % |
| Kohlenhydrate |
60 % |
55 % |
Eiweiß - Proteine
Alle Eiweiße setzen sich zusammen aus über 20 verschiedenen Aminosäuren,
von denen 9 essentiell sind. Sie müssen zugeführt werden, da der
Körper sie nicht selber herstellen kann. Nichtessentielle Aminosäuren
dagegen kann der Körper selbst herstellen
Eiweiß hat im Körper verschiedene Funktionen und jede Zelle hat
ungefähr 4000 bis 5000 verschiedenen Eiweiße. Diese dienen
- Dem Aufbau und Erhalt von Organen, Nägeln und Haaren
- Als Bestandteil des Blutes als Transportprotein
- Als Enzyme, also Stoffwechselregulatoren
- Als Botenstoffe (Hormone)
- Als Abwehrstoffe (Immunglobuline)
Der Tagesbedarf eines gesunden erwachsenen (und auch gesunden
Senioren) liegt bei ungefähr 0,8 g pro Kg Körpergewicht.
Bestimmte Erkrankungen jedoch, die auch besonders bei Senioren
auftreten, ergeben einen höheren Eiweißbedarf wie zum
Beispiel:
- Dekubitus
- Schweren und lang anhaltenden Infektionen
- Operationen
- Krebsleiden
- Bestimmte Nierenerkrankungen
Er beträgt dann je nach schwere der Erkrankung 1,2 – 1,5
g/kg Körpergewicht
Eiweißmangelerscheinungen bei Senioren mit besonderen
Erkrankungen:
- Schwäche
- Leistungsminderung
- Blutarmut
- Verschlechterte Wundheilung mit Dekubiti als Folge
- Verfärbung der Haare nach rötlich blond
- Ödeme
- Verlust von Organprotein, bis zum Verlust von Herzmuskelprotein mit Todesfolge
Vorkommen von Eiweißen in Nahrungsmitteln:
Pflanzlich: Getreide, Mehl, Back- und Teigwaren, Grieß, Müsli, Haferflocken,
Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte
Tierisch: Fleisch , Wurst, Geflügel, Wild, Fisch, Schalen und Krustentiere,
Ei, Milch sowie Milchprodukte wie Käse, usw
Fette - Lipid
Fette sind Stoffe, die sich aus dem Molekül Glycerin und daran hängenden
Fettsäuren zusammensetzen. Es gibt drei Arten von Fettsäuren:
- gesättigten Fettsäuren zB Palmitinsäure, Stearinsäure
- einfach ungesättigte Fettsäuren z.B. Ölsäure
- mehrfach ungesättigte Fettsäure zB Linolsäure, Linolensäure,
Arachidonsäure
Fette werden im Bindegewebe als Energiereserve eingelagert
und im Notfall aufgebraucht zum Beispiel bei:
- sehr großer körperlicher Anstrengung wie ein Marathonlauf
- im Hungerzustand
- bei Krankheiten wie schweren Infektionen oder Krebs
- nach Operationen
- nach schweren Unfällen
Weiterhin zur:
- Isolation gegen Kälte
- Zur Polsterung der Niere
- Zur Aufnahme der fettlöslichen Vitamine
- Als Träger von Geschmacksstoffen und Aromastoffen
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben spezielle
Aufgaben wie:
- Zum Aufbau der Zellmembran
- Zur Herstellung von Gewebshormonen (zB Prostaglandine) und Fettbegleitsubstanzen
Sie nehmen entscheidenden Einfluss auf:
- Den Blutdruck
- die Zusammensetzung der Blutfette
- die Blutgerinnung
- auf die Bildung von Stoffwechselmediatoren bei entzündlichen Prozessen
( Rheuma, Schmerz) und allergischen Reaktionen
Es gibt keinen eigentlichen Bedarf an Gesamtfetten, da der Organismus in der
Lage ist, dieses auch aus Kohlenhydraten herzustellen. Dagegen liegt der Bedarf
an ungesättigten Fettsäuren bei etwa 10g/Tag und ist im Alter weder
erhöht noch erniedrigt.
Kohlenhydrate
Es gibt drei verschiedene Arten von Kohlenhydraten:
Einfachzucker = Monosaccharide = Traubenzucker = Glukose
= Fruchtzucker = Fruktose
= Schleimzucker = Galaktose
Sie schmecken süss.
Zweifachzucker = Disaccharide = bestehen aus zwei miteinander
verbundenen Einfachzuckern:
Sie schmecken süss.
Rohr- und Rübenzucker = Saccharose= Traubenzucker + Fruchtzucker
= Glukose + Fruktose
Milchzucker = Laktose = Traubenzucker + Schleimzucker
= Glukose + Galaktose
Malzzucker = Maltose = Glukose + Glukose
Mehrfachzucker = Polysaccharide bestehen aus vielen hundert miteinander
verbundenen Einfachzuckerbausteinen.
Sie schmecken nicht süss.
Aus Kohlenhydraten kann der Körper am schnellsten Energie
gewinnen, sie sind daher der wichtigste Brennstoff für den
Menschen. Diese Energie wird zur Aufrechterhaltung aller Lebensvorgänge
wie jeglicher Muskelarbeit benötigt. Sie sind Bausteine zahlreicher
Verbindungen im Körper und auch beteiligt an einer gesunden
Darmflora und der Calciumresoprtion.
Der Tagesbedarf liegt etwa bei 55 – 60% der Gesamtenergie.
Vitamine:
Vitamine sind für den Stoffwechsel essentielle Verbindungen,
die dem Körper mit der Nahrung regelmäßig zugeführt
werden müssen. Sie liefern keine Energie haben jedoch einen
steurnden und schützenden Einfluss auf Funktionen im Körper.
Heutzutage werden die Vitamine in wasserlösliche und fettlösliche
Vitamine unterteilt.
Fettlöslich sind:
A = Retinole
D = Caciferole
E = Tocopherole
K = Phyllochinone
Wasserlösliche Vitamine:
B 1 = Thiamin
B2 = Riboflavin
Niacin
B6 = Pyridoxin
Folsäure
Pantothensäure
Biotin
B12 = Cobalamin
C = Ascorbinsäure
Die Vitamine B1, B6, Naicin, Folsäure, Pantothensäure,
B12, Biotin und K finden sich vorwiegend in den Zellen vor und
steuern den Stoffwechsel von Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten.
Sie spielen eine wesentliche Rolle als Bestandteile der Enzyme,
als so genannte Co-Enzyme, ohne die das Enzym unvollständig
wäre und seine Aufgabe nicht erfüllen könnte.
Die Vitamine A,E,C, und D haben keine Funktion als Co-Enzym. Sie kommen vorwiegend
im Blut und in speziellen Zellen vor.
Durchschnittlich ist der Vitaminbedarf bei der Bevölkerung
in der BRD gut gedeckt, verschiedene Aspekte, Einflüsse jedoch
können zu Mangelerscheinungen bei Senioren führen.
Da seien beispielhaft die ggf einseitige Ernährung durch Kau- und Schluckbeschwerden
erwähnt, schwerwiegende, langanhaltende Infektionen, Operationen, Immobilität,
lange Bettlägerigkeit, Lichtmangel, Rauchen, hoher Alkoholkonsum sowie
vor allem auch der Einfluss durch verschiedenen Medikamentegruppen: Antazida,
Antibiotika, Antihypertensiva, Antirheumatika, Chemotherapie, Cholesterinsenker,
Diuretika, Laxantien, Psychocharmaka sowie Schlafmittel.
Vitaminmangel äußert sich in relativ unspezifischen
Symptomen wie Antriebsminderung, Appetitlosigkeit, erhöhtes
Schlafbedürfnis, Anfälliger für Infekte sein, Konzentrationsstörungen
und vieles mehr, das diesen Rahmen nun sprengen würde. Es
sollte jedoch immer, bevor solche Symptome einfach nur dem Alterungsprozess
zugeschrieben werden, die Art der Ernährung, die Krankheitsbedingten
Einflussfaktoren, Art der Medikamente mit in die Überlegung,
die Suche nach der Ursache mit einbezogen werden.
Beispieltabelle für Vitaminmangel:
Einseitige Ernährung
|
Mangel bei allen Vitaminen möglich |
| Lichtmangel oder bettlägerige Menschen |
Vitamin D |
| Hoher Alkoholkonsum |
B1, Niacin |
| Rauchen |
C |
| Lebererkrankungen |
A,D |
| Langanhaltende Infektionen |
Alle Vitamine |
| Erhöhte Schilddrüsentätigkeit |
Alle B-Vitamine |
Medikamenteneinfluss:
| Antazida |
B1, D |
| Antibiotika |
B12, Folsäure, K |
| Antihypertensiva |
B6 |
| Antirheumamittel gegen Schmerzen |
C |
| Chemotherapeutika |
Folsäure |
| Cholesterinsenker |
A, K, B12 |
| Diuretika |
C, B-Vitamine |
| Laxantien |
Wasserlösliche Vitamine |
| Psychopharmaka |
C, D, B2, Folsäure |
Schlafmittel |
C,D |
Mineralstoffe:
Sind in kleinsten Mengen für den Organismus essentiell, müssen
deshalb zugeführt werden, liefern keine Energie
Wirken steuernd, schützend und aufbauend im Organismus
Mineralstoffe haben keine einheitliche Funktion und werden für
verschiedene Aufgaben benötigt wie zum Beispiel:
- zum Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen Calcium-Fluor-Phosphor
Bindegewebe – Mangan Hämoglobien und Myoglobin
- – Eisen
- zum Aktivieren und als Bestandteil von Enzymen: Magnesium-Molybdaen, Mangan,
Zink Kalium
- als Bestandteil des Schilddrüsenhormons Jod
- zur Aufrechterhaltung des osmotischen Druckes, des ph-Wertes, der Gewebespannung.
Ursachen und Auswirkungen bei Mangelerscheinungen liegen ähnlich
wie bei den Vitaminen. Medikamente beeinflussen den Mineralstoffwechsel
ebenso wie bei den Vitaminen und es sind vorwiegend Medikamentengruppen,
die Senioren recht häufig benötigen.
Beispieltabelle:
| Ursachen: |
Auswirkung/ Mangel wo: |
| Einseitige Ernährung, Verzicht auf Fleisch, Vollkornprodukte,
Hülsenfrüchte, Gemüse, Salate |
Auf alle Mineralstoffe |
| Meiden von Milch, Milchprodukten |
Calcium |
| Zu geringe Bildung von Magensäure |
Eisen, Zink |
| Erhöhte Phosphataufnahme (zB viel Wurstwaren, Colagetränke) |
Calcium |
| Erhöhter Alkoholkonsum |
Zink |
Medikamentengruppen
| Analgetika |
Eisen |
| Antazida |
Calcium, Phosphat, Eisen |
| Cortison |
Calcium, Kalium |
| Diuretika |
Calcium, Kalium, Zink, Magnesium |
| Laxantien |
Calcium, Kalium |
| Phsychopharmaka |
Calcium |
| Schlafmittel |
Calcium |
Ballaststoffe:
Ballaststoffe sind Anteile von Pflanzenfasern, die vom menschlichen Verdauungsvorgang
nicht aufgespaltet werden können. Daher gelangen sie unverändert
in den Dickdarm. Einige Ballaststoffe werden dort zu Gasen und Fettsäuren
abgebaut.
Je natur belassener ein Nahrungsmittel ist, je höher ist sein Ballaststoffanteil
erhalten.
Die Einteilung der Ballaststoffe ist wie folgt:
| Füllstoffe |
Quellstoffe |
| - lösen sich nicht in Wasser auf |
sind wasserlöslich und bilden zusammen
mit dem Wasser eine zähe Flüssigkeit |
| - binden das Wasser an sich und bleiben selbst dabei erhalten |
- werden im Darm abgebaut
|
| - werden im Darm kaum abgebaut |
|
| Vorkommen: |
Vorkommen: |
| Cellulose in Weizen |
Hemicellulose in Hülsenfrüchten
|
| Lingin in Mais |
Pektin in Obst, besonders Äpfel, Quitten,
Zitrusfrüchte |
| |
ß -Glucane in Hafer, Gerste, Roggen |
| |
Gummi arabicum in Algen |
| |
Agar-Agar in Algen |
| |
Carubin in Johannisbrotkernen |
Ballaststoffe haben ganz verschiedene Funktionen im Magen-Darm-Trakt.
Sie verzögern die Magenentleerung, was zu einem längeren
Sättigungsgefühl führt. Sie verzögern die Kohlenhydratverdauung,
was sich positiv für Diabetiker auswirkt. Ballaststoffe binden
die Gallensäure an scih, was sich positiv auf den Cholesterinspiegel
auswirkt, da Gallensäuren aus Cholesterin gebildet werden.
Auf die Gallensäure haben Ballaststoffe einen ganz besonderen Einfluss:
- sie binden toxische und cancerogene Abbaustoffe im Dickdarm, also vorbeugend
gegen Dickdarmkrebs
- durch ihr Quellvermögen und ihre Wasserbindungsfähigkeit vergrößern
sie das Stuhlvolumen, der Stuhl wird aufgelockert und weich, was vorbeugend
gegen Verstopfung wirkt.
- Einige Ballaststoffe haben positive Effekte auf das Immunsystem.
Als Tagesbedarf wird eine Aufnahme von ca 30 g empfohlen. Äußerst
wichtig ist die ausreichende Wasseraufnahme /Trinkmenge begleitend
zur Aufnahme von Ballaststoffen!!
Wasser:
Wasser ist das lebensnotwendigste für den Körper überhaupt.
Ohne Nahrung kann ein Mensch mehrere Wochen je nach Fettreserven überleben,
ohne Wasser jedoch nur wenige Tage.
Der Wasserbestand des menschlichen Körpers liegt in % des Körpergewichtes
etwa bei:
Neugeborenen bei 70 – 80 %
Erwachsenen bei 60%
Bei über 60-jährigen bei 50-55%
Bei über 85-jährigen bei 45-50%
Das Gesamtkörperwasser setzt sich zusammen aus 2/3 im Intrazellulärraum,
also in Muskeln, Skelett, Organen und Fettgewebe sowie 1/3 im Extrazellulärraum,
also Im Zwischenzellraum im Magen und Darmsaft, in der Gallenflüssigkeit,
im Urin.
Wasser ist also absolut essentiell und erfüllt verschiedene
Aufgaben wie zum Beispiel:
- ist Zellbaustein jeder Zelle
- ist Transportmittel für Nährstoffe
- Transportmittel für Ausscheidungsstoffe
- Lösungsmittel für Salze und Mineralstoffe
- Lösungsmittel für Auerstoff und Kohlendioxid im Blut
- Zur Bildung von Harn
- Zur Wärmeregulation durch Schwitzen
Unter ganz normalen Bedingungen benötig der Körper etwa
20-45 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Bedarf
ist jedoch von vielen Faktoren wie Klima, Art und Ausmaß von
Betätigung, Art und Aufnahme von Nahrung sowie Art und Menge
aufgenommener Salze abhängig.
Die Wasserregulation erfolgt durch das Durstzentrum im Hypotalamus.
Die dort gebildeten Hormone steuern zusammen mit der Niere das Durstgefühl.
Wenn der menschliche Körper etwa 0,5% seines Wassers verliert entsteht
im Normanfalle ein Durstgefühl. Dies nennt man Durstschwelle.
Ein Wasserverlust von 10% des Köpergewichtes bedingt schwere Krankheitserscheinungen
wie Bluteindickung, Kreislaufversagen, Verwirrtheit. Ein Defizit von 15-25%
ist tödlich.
Chronischer Wassermangel ist an folgenden Symptomen erkennbar:
Obstipation
- Vermehrte Infektanfälligkeit
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Gestörte Temperaturregulation
- Schwäche, Schwindel, Apathie, Verwirrtheit
- Trockene Zunge
- Trockene Schleimhäute
Ebenso wirkt die Gabe verschiedener Medikamente wie Diuretika
und Abführmittel stark beeinflussend auf den Wasserhaushalt.
Ein generell erhöhter Wasserbedarf besteht bei Diabetes mellitus
Typ 2 und Morbus Parkinson.
Bei verschiedenen Nierenerkrankungen sowie Dialysepflicht wiederum ist die
genau Kontrolle der nicht zu hohen Wasserzufuhr zu beachten.
-Quelle: Ernährungslehre für die Altenpflege,
Stam- sowie Notizen aus dem Unterricht
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