Autor/in: Michael N.

Praxisauftrag zum Thema Ernährungsanamnese

  1. Vorstellen der Bewohnerin

Frau XXX ist 80 Jahre alt und ist die jüngste von 3 Geschwistern. Sie wuchs im XXXXXXXX (der heutigen Tschechei) auf. Nach Kriegsende flüchtete die Familie nach XXXXXXXX nach, XXXXXX. Hier heiratete Frau XXX und zog zwei Töchter groß. Ihr Mann verstarb 2008. Frau XXX ist auf Grund einer Demenzerkrankung seit 2009 in der geschlossenen Einrichtung des XXXXXXXXXXXXXXXXX. Für Frau XXX hat eine Zuckerintoleranz und es wird kein Trinkprotokoll geführt, da sie ausreichend trinkt. Essstörungen liegen bei ihr nicht vor. Ihr BMI ist im Normalbereich.

  1. Ernährungsgewohnheiten früher und heute

Früher: Im Anlauf des Gespräches war nicht zu überhören, wie es früher mit dem „Essen und Trinken“ gehalten wurde. „Früher“ gab es auf jeden Fall mehr Traditionen hinsichtlich des Speiseplans sagt sie. Es gab mehr heimisches Obst- und Gemüse, die ausländischen Früchte und Gemüse gab es nicht. Das meiste kam aus eigenem Anbau. Es gab Hühner, eine Ziege und ein Schwein, das war alles. „Vor allem wurde nichts weggeworfen, so wie heutzutage. Zum Geburtstag war uns was zu Essen lieber, als das was die Kinder heute bekommen.“
Am Montag gab es die Mittagsreste vom Sonntag (z.B. eingeschnittene Klöße ausgebraten). Da Frau XXX evangelisch geprägt aufwuchs, war Fisch das traditionelle Freitagsgericht. Auch sonst waren die Speisen an den kirchlichen Jahreslauf geknüpft. Mehlspeisen, Suppen und Kartoffeln waren überwiegend die Bestandteile der Hauptmahlzeiten. Im Vordergrund stand das „Sattwerden“ nicht die medizinisch gesunde Ernährung. Frau XXX hat von ihrer Zuckerintoleranz erst bei Aufnahme in der jetzigen Einrichtung erfahren.

Heute: Frau XXX nimmt regelmäßig an den Mahlzeiten teil und achtet mit Unterstützung des Pflegepersonales und ihrer medikamentösen Verordnungen auf eine ausgewogene Ernährung. Durch ihre Rüstigkeit isst und trinkt Frau XXX sehr gut und selbstständig. Auch heute noch mag Sie die Gerichte aus ihrer Jugend. In der Einrichtung wird der wöchentliche Speiseplan durch die zuständige Hauswirtschafterin der Pflegeleitung und den Bewohnern geplant und erstellt. Hierbei werden die Gewohnheiten und Vorlieben der Bewohner stets mit berücksichtigt. Der Speiseplan hängt in übersichtlicher Größe weit sichtbar aus. “ Ich freue mich immer, wenn ich beim Essen zubereiten mit helfen kann. Das erinnert mich immer an meine Familie sagt Frau XXX mit einem Lächeln auf en Lippen“. Die Zubereitung der Mahlzeiten mit den Bewohnern zusammen ist ein wichtiger Bestandteil der Einrichtung da hier nicht nur der Appetit sondern auch so manches schöne Gespräch angeregt wird. Auch der Duft von gekochten Speisen ist ein guter Appetitanreger. Es dient auch dazu die Biografiearbeit und die Vorlieben der einzelnen Bewohner zuzuordnen.
Sie würde sich gar nicht mehr auskennen mit diesen ganzen modernen Sachen und ist froh darüber so gut und liebevoll versorgt zu werden. Frau XXX bedauert es manchmal, auf die Süßen Dinge des Lebens verzichten zu müssen, da sie doch so gerne Süßspeisen mag.
„Aber manchmal nasche ich in meinem Zimmer doch ein Stück Schokolade auch wenn ich am nächsten Tag wieder das „Jucken“ habe“ sagt Frau XXX.

  1. Meine Einschätzung des Gespräches

Ich habe Frau XXX als eine mit ihrer jetzigen Lebenssituation sehr zufriedene Frau kennengelernt. Sie hat ihr eigenes Zimmer in das Sie sich zurückziehen kann. Da der Küchenbereich frei zugängig ist, fühlt sich Frau XXX für diesen auch zuständig und achtet auf Ordnung und Sauberkeit in diesem Bereich. Die Zubereitung der Speisen und deren gemeinsamer Verzehr mit den neun Mitbewohnern sind ihr sehr wichtig. Dadurch wird nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern auch die Kommunikation angeregt. Frau XXX geht jeden Donnerstag in Begleitung einer Betreuerin auf den hiesigen Wochenmarkt um Einkäufe für die Mahlzeiten der Bewohner zu tätigen.

  1. Erklärung

Die vorliegende Aufgabe wurde von mir selbst ohne fremde Hilfe erarbeitet. Der Inhalt entspricht dem geführten Gespräch und dessen Zusammenhänge. Ich stimme einer weiteren Verwendung für den Schulgebrauch zu.

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