Durchführung einer Gestaltungsarbeit
(Türschild Basteln)
Teilnehmer:
eine desorientierte Bewohnerin
Ort:
im Bewohnerzimmer
Motivationsidee:
Bewohnerin findet häufig ihr Zimmer nicht
1. Vorbereitung:
Thema der Maßnahme:
Türschild gestalten aus verschiedenen Materialien (Moosgummi, Wellpappe
und Tonpapier),
gestalten durch aufzeichnen, schneiden und kleben
Zielgruppe:
Desorientierte BW
Frau F. ist 87 Jahre alt. Nach der Realschule erlernte sie den Beruf der Krankenschwester.
Mit 38 Jahren heiratete sie und schenkte zwei Söhnen das Leben. Nach der
Geburt ihres ersten Sohnes widmete sie sich ganz dem Haushalt und der Erziehung
der Kinder.
1985 verstarb plötzlich ihr Mann. Seit dessen Tod lebte sie allein in ihrem
Haus. Als sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, kam sie am 31. 01.03 ins
Heim. Die BW leidet an einer Herzinsuffizienz und an leichter Altersdemenz (hirnorganisches
Psychosyndrom.) Sie ist zeitweise örtlich und zeitlich desorientiert, ist
noch nicht im Heim eingegliedert, weglaufgefährdet und findet sich im Heim
nicht zurecht. Der Allgemeinzustand ist gut; sie ist mobil und uneingeschränkt
bewegunkungsfähig.
Zielsetzung:
- Grobziele:
- Fördern und Trainieren des motorisch funktionellen Bereiches;
- Fördern und Trainieren des Kognitiven Bereiches;
- Fördern und Trainieren des Perspektiven Bereiches;
- Förderung des sozio-emotionalen Bereiches
- Feinziele:
- Trainieren der groben und feinen Motorik;
- BW soll Hand und Fingergefühl trainieren durch das aufzeichnen und ausschneiden
der Schablonen, aufkleben der Motive;
- Koordination von Hand und Auge beim Ausschneiden der Motive
- Eigene Kreativität des BW trainieren; indem selbstständig Motiv
ausgesucht und angeordnet werden.
- BW soll Zuwendung erfahren
Begründung:
Das Türschild dient für die BW als Orientierungshilfe. Dadurch soll
sie ihr Zimmer besser finden. Indem sie das Schild überwiegend selbst gestaltet,
lernt sie es von Anfang an kennen und kann es nach ihrem Geschmack kreieren.
Frau F. macht das Türschild alleine. Andere BW sind körperlich nicht
in der Lage an dieser Gestaltungsarbeit teilzunehmen.
Material und Hilfsmittel:
- Zeitung als Unterlage
- Moosgummi, verschiedene Farben
- Wellpappe, verschiedene Farben
- Tonpapier, verschiedene Farben
- Schere, Kleber, Bleistift
- verschiedene Schablonen, wie Henne, Ente, Gans, Blüten, Blumen
- Marienkäfer und Schmetterlinge zum Aufkleben
- Filzstifte
- Posterstrips
- Arbeitsplatzbedingungen:
- Gearbeitet wird im Zimmer von Frau F.; somit ist sie in ihrer gewohnten Umgebung
und es stört uns niemand. Das Zimmer ist sehr hell. Am Fenster steht ein
kleiner Tisch, der für diese Gestaltungsarbeit gut geeignet ist
2. Durchführung:
Ich komme ins Zimmer von Frau F. und begrüße sie. Da sie die letzten
Tage ihr Zimmer öfters nicht fand, habe ich sie schon darauf vorbereitet
mit ihr ein Türschild zu machen. Die mitgebrachten Materialien sind in einen
Karton angeordnet. Ich ermuntere Frau F. sich die Sachen anzusehen und frage
sie, ob sie heute das Türschild machen möchte. In kurzen Sätzen
und mit einfachen Worten erkläre ich der Bewohnerin kurz den Ablauf der
Gestaltungsarbeit. Sie darf sich selbst aussuchen welche Farbe und welches
Material sie verwenden will. Sollte sie sich bei der Entscheidung schwer tun,
gebe ich
ihr Tipps.
Ich decke den Tisch wird mit der Zeitung ab, um Verschmutzungen zu vermeiden.
Zuerst frage ich Frau F. wie groß sie das Türschild haben möchte
und welche Form ihr gefällt; Dabei mache ich ihr verschiedene Vorschläge.
Ist dies geklärt, kann sie das Schild aufzeichnen und ausschneiden. Wo sie
Hilfe benötigt, werde ich sie unterstützen.
Aus der Schablonenauswahl kann sie sich ein Motiv aussuchen. Dieses wird mit
Bleistift auf Tonpapier oder Wellpappe aufgezeichnet und ausgeschnitten.
Bei den ausgeschnittenen Motiven zeige ich ihr, wie sie diese auf der Unterlage
anordnen und aufgeklebt kann. Mit den Filzstiften darf sie ihren Namen auf das
Schild schreiben.
Zum Dekorieren des Schildes dienen die Käfer und Schmetterlinge, die sie
selbst anordnen darf, wie es ihr gefällt.
Am fertigen Schild hinten bringen wir vier Posterstrips an und kleben es außen
an die Zimmertür. Zum Schluss betrachten wir gemeinsam das fertige Werk
und ich lobe Frau F. für die gute Arbeit.
3. Abschließende Bemerkungen
Frau F. war mit der Arbeit und den Ablauf sehr zufrieden, soweit sie dies beurteilen
kann, sie sagte auch, ihr habe es gut gefallen und ist bereit wieder einmal etwas
zu gestalten.
Auch ich war mit der Gestaltung zufrieden. Da ich nur eine BW hatte, konnte
ich mich ihr ganz besonders widmen und auf sie eingehen; aus diesem Grunde
habe ich
die Maßnahme als leicht empfunden.
Es ist wichtig, für solche Maßnahmen mit Demenzkranken viel Zeit einzuplanen.
Meine Erfahrung war, dass die Bewohnerin gerne bei der Arbeit erzählte und
auch oft abschweifte. Vor allem, wenn mehrere Teilnehmer sind könnte dies
viel Zeit in Anspruch nehmen.
Die Kollegen äußerten sich positiv über die Maßnahme und
lobten Frau F. für die gelungene Arbeit. Mir wurde gesagt, es sei schön,
wenn sich jemand für solche Gestaltungsarbeiten Zeit nehme.
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