Autor/in: Bärbel

Riechkim
„Das erkennen von Gewürzen + Kochzutaten“

a. Thema der Gruppenstunde

Das Thema der Gruppenstunde lautet: Riechkim – Das erkennen von Gewürzen (Gewürznelke, Gewürzvanille, Knoblauch).

Bedingungsanalyse

Ich arbeite in einem Alten- und Pflegeheim mit 42 Bewohnern. Das Heim ist in Erd- und Obergeschoss unterteilt. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer mit Nasszelle. Es gibt einen Speisesaal, ein Foyer im Erdgeschoss und im Obergeschoss gibt es den sogenannten Treffpunkt. Im Treffpunkt ist eine Einbauküche, wo von Zeit zu Zeit Beschäftigungen fürs kochen stattfinden.

Das Riechkim werde ich im so genannten „Geburtstagszimmer“ durchführen. Dieses Zimmer ist ein separater Raum. Da die Bewohner sich beim riechen konzentrieren müssen und man auch Ruhe benötigt, habe ich diesen Raum gewählt.

Ich wählte für die Beschäftigung 3 Bewohner aus. Bei dieser Anzahl halte ich den Überblick und ich kann mich in eventuell stattfindende Gespräche mit einbringen.

Die Bewohner die ich ausgesucht habe, sind weder dement noch verwirrt.

Herr G. ist an Morbus Parkinson erkrankt. Er ist Neuem immer sehr aufgeschlossen. Tagsüber zieht Herr G. sich oft in sein Zimmer zurück. Er hat wenig mit den anderen Bewohner zu tun. Ihn habe ich ausgewählt, damit er in Kontakt mit anderen Bewohnern treten kann.

Frau K. leidet an Morbus Parkinson und an Osteoporose. Auch sie hat nicht sehr viel Kontakt zu den anderen Bewohnern. Des weiteren sind ihre Sinne durch ihre Krankheiten etwas eingeschränkt und ich möchte versuchen, dass diese wieder etwas aktiviert werden.

Frau R. leidet an Osteoporose. Sie ist 101 Jahre alt. Ich habe Frau R. ausgewählt, da sie ein sehr kontaktfreudiger Mensch ist und gerne an Beschäftigungen teilnimmt.

Didaktische Überlegungen

Geplante Durchführung der Gruppenarbeit

Man kann bei einem Riechkim auf verschiedene Art und Weise vorgehen und man kann sehr viele verschiedene Arten Sachen nehmen die gerochen werden sollen.

Für ein Riechkim können z. B. Gewürze, Blumen oder verschiedene Arten von Parfüms benutzt werden.

Die Vorgehensweise bei einem Riechkim ist auch sehr unterschiedlich.

Man könnte z. B. den Bewohnern die Gewürze in Schalen füllen und dann können sie daran riechen. Auch könnten den Bewohnern die Augen verbunden werden und dann werden ihnen die Sachen zum riechen gereicht.

Das Riechkim soll als Schwerpunkt haben, die Sinneswahrnehmung des Riechens zu unterstützen und zu fördern.

3.2 Didaktische Reduktion

Ich werde das Riechkim – Erkennen von Gewürzen und Kochzutaten – wählen, da sich die Bewohner für die geplante Gruppenstunde aus zwei ehemaligen Hausfrauen und einem Mann der viel gereist ist und sehr gerne gegessen hat zusammensetzten.

Bei diesem Riechkim wird das Langzeitgedächtnis gefördert sowie die Kommunikation.

Als Gewürze und Kochzutaten habe ich die Gewürznelke, die Gewürzvanille und das Knoblauch gewählt, weil diese Sachen einen eigenen Geruch haben und sehr intensiv riechen. Alle Bewohner kennen diese Gewürze und Kochzutaten.

Die Gewürznelke war ursprünglich auf den Molukken/Gewürzinseln beheimatet. Trotz ihrer deutschen Bezeichnung als Nelke gehört sich nicht zu den Nelken- sondern zu den Myrtengewächsen. Die Pflanze ist immergrün und kann mehr als 10 Meter hoch werden. Geerntet werden die Blütenknospen des Baumes und dann als getrocknete Nelken verkauft. Hauptbestandteil der Gewürznelke ist ätherisches Öl, Hauptkomponente ist Eugenol.

Gewürzvanille ist eine Orchideenpflanze. Die Gattung Vanilla umfasst etwa 100 Arten. Doch es dienen nur einige zur Gewürz- bzw. Duftstoffherstellung (für Parfüms).

Die Gewürzvanille ist eine Kletterpflanze. Sie kommt ursprünglich aus Süd-Mexico.

Die Vanille-Schoten müssen zur Vanillegewinnung monatelang bearbeitet werden. Dazu gehört die Trocknung und die Fermentation in geschlossen Kästen. Dadurch wandeln sich Vorstufen des Vanillins in Vanillin um, das der Hauptaromastoff der Vanille ist.

Der Name Knoblauch leitet sich aus dem althochdeutschen „chlobi” ab, was soviel heißt wie ein gespaltener Stock. Hier sind allerdings die gespaltenen Knoblauchzwiebeln gemeint, also die Zehen. Knoblauch ist eine Gewürz- und Heilpflanze in der Familie der Zwiebelgewächse.

Ziele der Gruppenarbeit

Bei dem Bewohner soll die Sinnesorgan „Nase” angesprochen werden. Das Langzeitgedächtnis soll aktiviert werden. Des weiteren soll die Kommunikation gefördert werden.

Richtziel: Die Bewohner sollen sich an eigene Erfahrungen zum Thema Kochen und Essen erinnern und diese Erinnerungen in der Gruppe schildern.

Grobziel: Die Bewohner sollen andere Gewürze die sie zum Kochen benutzt haben nennen und erklären, für welche Gerichte sie die benutzt haben.

Methodische Überlegungen

Für das Riechkim habe ich überlegt, dass man bei den ausgewählten Bewohnern verschiedene Sachen zum Kochen bzw. Zusätze zum Essen nehmen kann, da die Bewohner sich aus 2 ehemaligen Hausfrauen und einem Mann der viel gereist ist und somit auch die ausländische Küche kennt zusammensetzt.

Die Gewürze Gewürznelke, Gewürzvanille und Knoblauch habe ich in leere Filmdosen gefüllt. Darüber habe ich jeweils Watte gelegt, damit die Bewohner nicht sehen, was sich in der Dose befindet.

Der Gruppenleiter erklärt zum Anfang den Bewohnern langsam und verständlich worum es in der Gruppenstunde geht. Hierbei nehme ich meine Materialen zur Hand um die Vorgehensweise zu veranschaulichen. Dies mache ich, damit die Bewohner mich nicht als Leiter, sondern als Individuum ihrer Gruppen empfinden.

Zur Durchführung gebe ich die einzelnen Dosen an die Bewohner öffne sie, hebe die Watte ein Stück hoch und fordere zunächst Frau K. auf daran zu riechen. Nun gibt Frau K. die Dose an Herrn G. Dieser riecht ebenso daran und gibt dann weiter an Frau R. Diese macht es den beiden gleich. Wenn nun alle an der Dose gerochen haben, werde ich fragen, ob die Bewohner mir sagen können, was sich für ein Gewürz in der Dose befindet.

Falls der Inhalt erkannt wurde, stelle ich einige Fragen zu dem ersten Gewürz. Wie zum Beispiel, ob die Bewohner schon damit gekocht haben und welche Gerichte. Aus diesen Fragen soll sich ein Gespräch entwickeln.

Sollten die Bewohner Schwierigkeiten haben mit dem Erkennen, werde ich den Vorgang wiederholen bzw. Hilfestellung geben.

Sind die Bewohner dann in einem Gespräch vertieft, werde ich die zweite Dose nehmen und die Bewohner – wie beim ersten Durchgang – daran riechen lassen.

Auch hiernach werde ich das Gespräch in die Richtung lenken, dass die Bewohner von früher und ihren eigenen Erfahrungen mit den Gewürzen berichten.

Zuletzt bringe ich dann die dritte Dose ins Spiel. Auch hier ist dieselbe Vorgehensweise.

Notwendige Korrekturen werde ich positiv formulieren, um die Motivation der Bewohner und ihr Selbstvertrauen nicht zu stören. Die Bewohner sollen nicht das Gefühl haben beim Nicht-Erraten, dass sie versagt haben.

Bei dieser Gruppenstunde werde ich die Bewohner an einen Tisch setzen. Wir werden nur zu viert in dem Raum sein. An einem Tisch herrscht mehr Gemütlichkeit. Frau K. sitzt links außen, in der Mitte sitzt Herr G. und links außen sitzt Frau R. Ich werde mich gegenüber von den Bewohnern setzen.

Ich habe diese Sitzordnung gewählt, weil ich denke, wenn die beiden „Hausfrauen” nebeneinander sitzen, werden sie sich nur unterhalten und Herr G. kann nicht so recht am Gespräch teilnehmen.

Da ich davon ausgehe, dass Frau R. und Frau K. zunächst mehr erzählen werden, wird Herr G. gleich mit ins Gespräch einbezogen.

Ich sitze gegenüber, da ich so die Gespräche besser lenken kann.

6. Stundenverlaufsschema

 

Zeit 20 min.

Tätigkeit

  • Geburtstagszimmer vorbereiten dazu gehört:
  • – einen Tisch hinstellen mit, so dass die Bewohner problemlos mit dem Rollstuhl daran nebeneinander sitzen können
  • – in dem Raum wird für eine angenehme Zimmertemperatur gesorgt
  • – auf einem extra Tisch lege ich mir meine Materialen zurecht
  • – Getränke und Gläser auf den extra Tisch stellen

Medien: vorbereitete Filmdosen mit Inhalt

Zeit: 15 min.

Tätigkeit:

  • Bewohner in das Geburtstagszimmer begleiten und an die für sie bestimmten Plätze setzen

Zeit: 10 min.

Tätigkeit:

  • Begrüßung vom mir als Gruppenleiter,
  • Vorstellen der Praxisanleiterin
  • fragen nach Getränken

Zeit 10 min.

Tätigkeit:

  • Verlauf erklären, Information über das Vorhaben und grobe Erklärung über das Vorgehen

Zeit: 30 min.

Tätigkeit:

Ablauf:

  1. Schritt: Frau K. bekommt 1. Filmdose und riecht dran und wird aufgefordert diese dann an Herrn G. zugeben und dieser gibt nach dem riechen weiter an Frau R.
  2. Schritt: nachdem alle gerochen haben, wird über den Inhalt diskutiert
  3. Schritt: 2. Filmdose wird an Frau K. gegeben und das Vorgehen ist wie bei Schritt 2
  4. Schritt: 3. Filmdose wird an Frau K. gegeben und das Vorgehen ist wie bei Schritt 2 + 4
  5. Schritt: nun werden vom Gruppenleiter Leitfragen gestellt, z. B. „Wofür braucht man diese Gewürze?”, „Kennen sie diese Gewürze?”, etc.

Medien: Filmdosen

Zeit: 10 min.

Tätigkeit:

  • Ende der Stunde:

    Ich bedanke mich bei den Bewohnern für ihr Interesse und bringe die Bewohner nun in ihre Zimmer zurück.

Zeit: 5 min.

Tätigkeit:

  • Tische werden nun zurückgestellt, das Zimmer wird kurz durchgelüftet und alle benötigten Materialen und benutzte Gläser werden entfernt.

7. Literatur

Informationen über die Gewürzen + Kochzutaten aus dem Internet.

Gewürznelke – www.net-lexikon.de/Gewürznelke.html

Gewürzvanille – www.net-lexikon.de/Gewürzvanille.html

Knoblauch – www.net-lexikon.de/Knoblauch.html / www.chefkoch.de/artikel.php?artikel=knoblauch-1

 

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