Autor/in: Fibula

Jahresarbeit Aktivierung

von Fibula

3BFA

1999

1. Biographie

– Gewohnheiten

– Vorlieben

– Diagnosen/Pflegeprobleme

– Medikamente

– Bedürfnisse und Probleme

2. Lernziele

– motorisch – sensomotorisch

– kognitiv – kreativ

– kommunikativ – sozial

– gefühlsmäßig – emotional

3. Aktivierungsmaßnahmen

– Mensch ärgere Dich nicht

– Obsttorte machen

– Alte Fotos anschauen

– Spaziergang im Schloßpark

– Volkslieder singen

– Sprichwörter vervollständigen

4. Resümee

1. Biographie

Frau B. wurde im Dezember 1916 als zweitjüngste von 6 Kindern in Rimbach im Odenwald geboren. Ihre Eltern waren liebevoll und Frau B. verstand sich gut mit ihnen. Die Mutter war Hausfrau und kümmerte sich viel um die 2 Jungen und 4 Mädchen. Auf einem Bauernhof verdiente sie etwas Geld für ihre Familie.

Der Vater war Lagerarbeiter in einer Fabrik. Später war er als Schlosser tätig. Der Vater war etwas strenger in der Erziehung als die Mutter, Frau B. fand ihn trotzdem einen guten Vater. Als Frau B. noch ein Kind war, geriet ihr Vater in Rußland für 1 Jahr in Gefangenschaft.

Frau B. verstand sich mit ihren Geschwistern sehr gut, besonders mit ihrem älteren Bruder Willi, der später an Krebs starb.

Frau B. war sehr familienorientiert, z.B. gingen sie gerne spazieren oder spielten abends „Mensch ärgere Dich nicht“. Sie verbrachte viel Zeit mit ihrer besten Freundin, sie halfen auf einem Bauernhof (sie ist sehr tierlieb, hatte aber leider keine eigenen Tiere).

Frau B. mußte auch daheim viel helfen, wenn die Mutter arbeiten ging.

1 x die Woche besuchte sie den deutschen Jugendbund. Sie stickte und strickte viel.

Von 1923-1931 besuchte sie die Volksschule Rimbach, wo sie auch für weitere 2 Jahre eine Fortbildungsschule besuchte. Im gleichen Ort nahm sie 1 Jahr lang Kochunterricht.

Am 12. 04. 1931 wurde sie in Rimbach konfirmiert.

Im Alter von 17 Jahren beendete sie ihre Schulausbildung und war anschließend 3 Jahre im Weinheimer Krankenhaus als „Mädchen für alles tätig“.

Danach zog sie für 6 Monate nach Darmstadt, wo sie sich um den Haushalt und die Kinder einer Professorin kümmerte.

Es gefiel ihr jedoch nicht in Darmstadt, daher zog sie zurück nach Weinheim, wo sie 1949 ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte.

Die beiden verlobten sich bald und zogen gemeinsam in die Weinheimer Weststadt. Im April 1950 feierten sie ihre Hochzeit.

Frau B. war nun schon 34 und fand sich daher zu alt um Kinder zu bekommen. Trotzdem verbrachte sie mit ihrem Mann eine glückliche Ehe. Ihr Mann hatte einen Sohn aus erster Ehe, dieser lebte in einem Heim bei Moosbach, weswegen sich keine nennenswerte Beziehung ergab.

Frau B. arbeitete 17 Jahre lang in der Firma „3 Glocken“.

Der Mann von Frau B. arbeitete in einem Lager in Weinheim, er kam 1968 bei einem Arbeitsunfall ums Leben.

Im August 1986 wurde sie im Bodelschwingh-Heim aufgenommen. Sie hatte zuvor 2 Oberschenkelhalsfrakturen erlitten und wurde 2 x operiert, worauf sie nicht mehr laufen konnte. Als ihr Hausarzt ihr riet in ein Heim einzuziehen, da sich in ihrer Wohnung niemand um sie kümmern konnte, brach für Frau B. eine Welt zusammen. Inzwischen lebt sie aber gerne dort. Sie wohnte erst viele Jahre lang auf der Geschlossenen (sie war dort freiwillig, weil es ihr gefiel/erzählt heute noch viel von dort), als sie aber erfuhr, daß ihre ehemalige Nachbarin auch in das Heim kommt, zog sie auf eine offene Station um mit der Dame in einem Zimmer zu leben.

Frau B. ist aufgeschlossen, fröhlich und kontaktfreudig. Frau B. erzählt gerne Witze die auch öfters unter die Gürtellinie gehen. Sie dichtet viel, singt gerne und spielt Mundharmonika. Sie mag deutsche Musik und unterhält sich gerne, vor allen Dingen mit ihrer Zimmernachbarin.

(Ab und an ist sie etwas traurig und heult ohne daß sie einen Grund nennen kann). Sie hat soziale Kontakte, denn sie bekommt Telefonanrufe und Besuche von ihrer Schwester und von Bekannten, das Heim allerdings, verläßt sie so gut wie nie. Allerdings ist sie im Heimalltag stark sozial integriert denn sie ist sehr kontaktfreudig.

Frau B. ist zeitlich, örtlich, situativ und persönlich voll orientiert. Sie kann nicht mehr laufen und sitzt daher im Rollstuhl, nach dem Mittagessen legt sie sich aber für gewöhnlich hin, da sie nicht länger sitzen kann. Sie hat einen Katheter, welchen sie sich immer dann ziehen läßt, wenn sie weiß, daß am nächsten Tag Schwester Marion da ist, denn die legt ihr dann immer einen neuen.

Frau B. wird morgens im Bett gewaschen und hilft dabei so gut wie es ihr möglich ist mit.

Gewohnheiten:

  • Alles muß am richtigen Platz stehen
  • Auf dem Rücken einschlafen
  • Kissen unter die Füße
  • Bettdecke über den Bettrand hängen
  • Bettdecke mit der Knopfleiste nach oben
  • Telefon muß nachts vom Nachttisch auf den Tisch verlegt werden
  • Vorhänge müssen richtig zugezogen sein
  • Tasche mit persönlichen Dingen muß immer am Rollstuhl mitgenommen werden oder an der Heizung hängen
  • Trägt ihre langen Haare geflochten und zum Dutt hochgesteckt
  • Hält die Hand ganz fest wenn man mit ihr spricht und läßt einem nicht gehen

Vorlieben:

  • Lieblingsfarbe: blau
  • Lieblingstiere: kleine Hunde
  • Lieblingsessen Spargel, Kartoffel, Schnitzel
  • Lieblingsblume: Osterglocken

Diagnosen/Pflegeprobleme

  • Zustand nach Schenkelhalsfraktur rechts
  • Totalendoprothese rechte Hüfte
  • Kniegelenksarthrose rechts und links
  • Hypertonie
  • Herzinsuffizienz
  • Kann nicht mehr laufen
  • Kann nicht den ganzen Tag im Rollstuhl sitzen

Medikamente

  • Novodigal 0,2 (wegen Herzinsuff.)
  • Lefax (gegen Blähungen)
  • Godamed (blutverdünnend)
  • Nitrendepat 20 (blutdrucksenkend)
  • Lasix (zur Entwässerung)
  • Lactulose Stada (zum Abführen)
  • Adumbran (zum Schlafen)

Bedürfnisse und Probleme:

  • Kommunikationsbedürftig
  • Braucht körperl. Nähe (Hände halten
  • Ist immobil (Rollstuhl weil siehe Erkrankungen)
  • Rutscht im Rollstuhl, so daß man sie immerwieder hochziehen muß
  • Feinmotorik ist leicht beeinträchtigt
  • Hat manchmal Heulkrämpfe ohne Grund
  • Trägt Katheter
  • Verlust des Bruders
  • Verlust des Ehemanns
  • Kann nicht allzulange im Rollstuhl sitzen (muß Mittags ins Bett)

Anlagen und Fähigkeiten:

  • Erzählt gerne
  • Singt viel (Volkslieder)
  • Hört Musik im Radio (Schlager)
  • Dichtet viel
  • Erzählt Witze
  • Ist freundlich
  • Hilft bei der Grundpflege mit
  • Spielt Mundharmonika
  • Erklärt Kochrezepte
  • Ist völlig orientiert
  • Hat soziale Kontakte

2. Lernziele:

Motorisch – sensomotorisch

  • Resensibilisierung der 5 Sinne
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Mobilität
  • Reaktionsvermögen
  • Gangsicherheit
  • Kontrakturenprophylaxe
  • Schulung der Koordination
  • Förderung der körperl. Belastbarkeit
  • Förderung von grob- und Feinmotorik
  • Verbesserte Körperhaltung

Kognitiv – kreativer Bereich

  • Resensibilisierung geistiger Abläufe
  • Förderung von KZ- und LZ-Gedächtniß
  • Förderung von pers.-, örtl., zeitl. und situativer Orientierung
  • Förderung der Konzentration
  • Förderung der Vorstellungskraft
  • Förderung der Phantasie
  • Förderung des Reaktionsvermögens
  • Förderung des Abstraktionsvermögens
  • Förderung des Kombinationsvermögens
  • Förderung des Koordinationsvermögens

Kommunikativ – sozialer Bereich

  • Stärkung des Selbstbewußtseins
  • Vermeidung von Isolation
  • Schaffung, Förderung, Vertiefung sozialer Kontakte
  • Lernen von Geduld und Ausdauer
  • Rücksichtnahme

Gefühlsmäßig – emotionaler Bereich

  • Erhöhung der Lebensfreude
  • Erleben von Stolz
  • Bewältigung von Alltagsproblemen
  • An positive Gedanken und Gefühle heranführen
  • Verbesserung der Lebensqualität

3. Aktivierungsmaßnahmen:

  • „Mensch ärgere Dich nicht“ (wurde schon in der Kindheit gespielt)
  • Volkslieder singen (macht sie heute noch gerne, spielt auch Mundharmonika)
  • Spaziergang/fahrt im Schloßpark (dann kommt sie mal raus an die frische Luft und Spaziergänge wurden früher schon mit Familie gemacht)
  • Alte Fotos anschauen (ist biographiebezogen, regt Gespräche an, weckt Erinnerungen)
  • Obstkuchen machen(biographiebezogen – Kochschule)
  • Sprichwörter vervollständigen (biographiebezogen und Gedächtnisförderung)

Durchführung der Aktivierungsmaßnahme „Mensch ärgere Dich nicht“

Motivation

  • Begrüßung
  • Verschiedene Spielfiguren auf den Tisch gelegt (von Mensch ärgere dich nicht, Mühle/Dame, Schachfiguren, Halmahütchen)
  • Hb gefragt was das ist
  • Hb Figuren sortieren lassen und die entsprechenden Spiele benennen lassen
  • Hb informiert das wir „Mensch ärgere Dich nicht spielen wollen“
  • Abklärung der Spielregeln (waren bekannt)
  • Auswählen der Farben (sie nahm blau – Lieblingsfarbe)

Hauptteil

  • 2 Runden „Mensch ärgere Dich nicht“ gespielt (wird nicht näher erläutert, da ich mal annehme daß das Spiel bekannt ist)

Abschluß

  • Spielfiguren und Spielbrett in die Schachtel aufräumen lassen
  • Bedankt für das Spiel
  • Verabschiedet

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