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Arzneimittelwirkung / Verabreichungsarten
Bei den Verabreichungsarten unterscheidet man zwischen der lokalen
und den systemischen Formen. Die Verabreichung von Medikamenten
heißt in der Fachsprache Applikation.
Die lokale oder topische Applikation
Beispiel:
Augen-, Ohren- & Nasentropfen, Vaginaltabletten oder Zäpfchen,
Abführzäpfchen, Salben und Pasten. Medikamente, die lokal
angewendet werden.
Vorteil:
Maximaler örtlicher Nutzen mit wenig Nebenwirkungen. Mitunter
können jedoch auch hier minimale Mengen in die Blutbahn gelangen.
Daher Vorsicht bei langem Anwendungszeitraum und hoher Dosierung!
Die systemische Applikation
Systemisch wirkende Arzneimittel sind Medikamente, die in die
Blutbahn gelangen und sich über den Kreislauf im gesamten
Organismus verteilen.
Man unterscheidet hierbei verschiedene Applikationsmöglichkeiten:
Die enterale Applikation (über den
Magen-Darm-Trakt)
Hierbei handelt es sich meist um Medikamente, die durch den Mund
(per os, oral, peroral) aufgenommen werden: Tabletten, Dragees,
Kapseln, Säfte, Tropfen ect. Diese Medikamente werden ähnlich
wie bei der Nahrung im Magen-Darm-Trakt ins Blut resorbiert und
gelangen über das Pfortadersystem zunächst zur Leber
und dann über die Lebervene in den Blutkreislauf. Resorptionszeit
ca. 30 Min.
Parenterale A pplikation (par / para =
neben, außen)
Applikation unter Umgehung des Magen-Darmtrakts. Dazu gehören
Injektionen und Infusionen. Abkürzungen für Injektions-
und Infusionsarten siehe Kopie!
(i.m., s.c., i.a., i.c., usw.)
Weiterhin zählen zu den parenteralen Applikationsformen die
sublinguale (unter der Zunge) oder bukkale (in der Wangentasche)
Applikation. Die Resorption erfolgt über die Mundschleimhaut
(rascher Wirkungseintritt z.B. Nitrokapseln bei Angina pectoris)
Die rectale Applikation (Rektum=Mastdram)
Der Unterschied zur oralen Aufnahme besteht darin, daß sie
den gleichen Weg nehmen, wie i.v. verabreichte Stoffe, d.h. rascherer
Wirkungseintritt!!!
Die Resorption erfolgt über die Darmschleimhaut.
Diese Art der Applikation eignet sich besonders bei Schluckstörungen
und Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen.
In der Altenpflege werden manchmal auch rektale Infusionen verordnet
(bei Dehydration)
Nachteil: starke Schwankungen der Wirkstoffmenge!
Die transdermale Applikation (trans=durch, dermal=von der Haut)
Bei dieser Verabreichung werden die Arzneistoffe über die
Haut resorbiert.
Beispiel:
Bestimmte Salben, Pflaster mit Wirkstoffdepots (z.B. bei Hormonbehandlungen,
Nikotinentwöhnung, rheumatischen Erkrankungen)
Die pulmonale Applikation (über die Lunge)
Hierfür eignen sich insbesondere gasförmige Stoffe,
wie zum Beispiel Narkotika, Berotec Aerosolspray, Nitrospray, ect.
Die Resorption erfolgt über das Lungengewebe.
Die nasale Applikation
Die Wirkung ist ähnlich wie sublingual. Die Resorption erfolgt über
die Nasenschleimhaut.
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