Autor/in: Patrick Vilmin

Hirn- und Rückenmarkshäute, äußere Liquorräume

Dura mater encephali:

Die harte Hirnhaut (Dura mater) besteht aus straffem, kollagenem Bindegewebe und kleidet den Schädelinnenraum aus. Sie unterteilt sich in 2 Blätter:

  • Stratum periostale ist mit dem inneren Periost des Schädelknochens verwachsen.
  • Stratum meningeale dient dem Gehirn als Schutzhülle und zur Arachnoidea hin mit einem einschichtigen endothelartigen Epithel, dem Neurothel, ausgekleidet. Dieses Neurothel bildet die Blut-Liquor-Schranke.

Zwischen diesen beiden Blättern liegen als weitlumige Venen die Sinus durae matris, die Aa. und Vv. Meningeae, welche die Dura und die Schädelknochen versorgen, nicht aber das Gehirn. Ein Cavum epidurale (Epiduralraum) zwischen diesen Blättern existiert in der Dura mater encephali nur unter pathologischen Bedingungen. In der Dura mater spinalis kommt ein Epiduralraum vor.
An der Schädelbasis (Basis cranii) setzt sich die Dura mater in die Nervenscheiden der Gehirnnerven fort.
Die Dura mater encephali versorgt die Schädelknochern mit Nährstoffen.
Zur Hirnseite hin bildet die Dura mater encephali 3 Durasepten, sowie 3 Aussackungen.

Durasepten:

Falx cerebri

Dieses Septum verläuft in sagittaler Richtung und trennt die beiden Großhirnhemisphären voneinander. Sie ist ventral an der Crista galli, dorsal an der Protuberantia occipitalis interna und kaudal am Schädeldach befestigt. Nach dorsal geht die Falx cerebri in das Tentorium cerebelli über.

Tentorium cerebelli

Es liegt als quer verlaufendes Septum zwischen dem Lobus occipitalis und dem Kleinhirn und trennt so die mittlere von der hinteren Schädelgrube. Es ist am Sulcus transversus befestigt. Am vorderen Rand befindet sich ein Schlitz, die Incisura tentorii, durch welche der Hirn-stamm hindurch tritt.

Falx cerebelli

Sie ist eine Fortsetzung der Falx cerebri, welche die beiden Kleinhirnhemisphären unvollständig voneinander trennt. Sie verläuft entlang der Crista occipitalis interna.

Aussackungen:

Diaphragma sellae

Es liegt als Duratasche über der Sella turcica und enthält die Hypophyse.

Cisterna trigemini (Cavum trigeminale)

Sie enthält das Ganglion trigeminale des N. trigeminus

Die im Gegensatz zum Gerhirn schmerzempfindliche Dura mater wird innerviert von:

  • sensibel: N. trigeminus, N. vagus, N. glossopharyngeus
  • sympathisch: Plexus caroticus externus
  • parasympathisch: N. petrosus major

Dura mater spinalis:

Die Hirnhäute setzen sich am Foramen magnum in die Rückenmarkshäute fort. Am Foramen magnum teilt sich die Dura mater encephali in 2 Blätter:

  • Lamina externa (Endorhachis) bildet das äußere Blatt des Rückenmarks, ist aber nicht mit Dem Periost der Wirbelkörper verwachsen.
  • Lamina interna liegt dem Rückenmark an und bildet den Durasack. Dieser Sack bildet Taschen, welche jeweils ein Spinalganglion mit der vorderen und hinteren Wurzel des Spinalnerven beinhalten.
    Zwischen den beiden Blättern liegt im Gegensatz zu der Dura mater encephali das Cavum epidurale, welches am Foramen magnum beginnt. Es ist mit Bindegewebe und Fett gefüllt und enthält die Plexus venosi vertebralis interni.
    Die beiden Blätter vereinigen sich zu einem Blatt auf Höhe S1-S3.
    Die Dura mater spinalis wird von den Spinalnerven innerviert.

Arachnoidea mater und Pia mater:

Die Arachnoidea, welche der Dura mater anliegt, bildet im Hirnbereich Ausstülpungen, die Granulationes arachnoideales, in den Subarachnoidalraum, welche den Liquor in den Sinus ableiten.
Die Pia mater liegt als Gefäßhaut der Hirnoberfläche direkt an und folgt somit den Furchen zwischen den Sulci. Durch die Membrana limitans gliae superficialis wird die Pia mater vom Nervengewebe getrennt.
Während die Arachnoidea fast gefäß- und nervenfrei ist, wird die Pia mater (wie auch die Dura mater) von vielen Nervenästen innerviert und ist daher sehr schmerzempfindlich.

In dem zwischen der Arachnoidea und Pia mater gelegenden Spatium subarachnoideale (Subarachnoidalraum) sind viele dünne Bindegewebsbälkchen ausgespannt, durch die das Gehirn und Rückenmark aufgehängt sind. Während die Arachnoidea wie die Dura mater an der Schädelbasis verläuft und die Pia mater den Hirnwindungen folgt, entstehen im Subarachnoidalraum im Bereich der Sulci cerebri weite Räume (Zisternen).

Zisternen:

Cisterna cerebello-medullaris

Zwischen dem Kleinhirn und der Medulla oblongata gelegene Zisterne, aus der bei der Suboccipitalpunktion der Liqour entnommen wird.

Cisterna ambiens

Sie liegt über der Crura cerebri. In ihr verlaufen der N. trochlearis, die A. cerebri posterior und die A. superior cerebelli

Cisterna chiasmatis

Liegt im Bereich des Chiasma opticum

Cisterna interpeduncularis

Liegt über der Crura cerebri. In ihr verläuft der N. oculomotorius

Cisterna pontis

Im Rückenmarksbereich ist die Dura mater mit der Pia mater über Ligg. Denticulata verbunden. Der Subarachnoidalraum reicht im Wirbelkanal bis zur Höhe des 2. Sakralwirbels. Die Zellen der Arachnoidea sind zur Phagocytose befähigt.

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