Autor/in: Nicole

Histologie / Cytologie

Gewebelehre / Zellehre

Definition von Gewebe:

Gewebe sind Zellen gleicher Bauart und gleicher Funktion. Gleichartig differenzierte Zellen und deren Abkömmlinge.

Die Reihenfolge des Aufbaus ist:

Zelle – Gewebe – Organ – Organsystem – Organismus: Mensch.

2.) Gewebearten:

Es gibt insg . 4 Gewebearten, diese sind unterteilt in

  • Epithelgewebe
  • Binde- und Stützgewebe
  • Muskelgewebe
  • Nervengewebe

Epithelgewebe/Deckgewebe

Kennzeichen der Epithelie :

  1. Basalmembran (unten), Zellneubildung u. Stoffaustausch
  2. Interzellularraum (sehr, sehr schmal)
  3. keine Blutgefäße der Austausch findet über Diffusion / Osmose statt.

Diffusion : Austausch von gelösten Teilchen (Sauerstoff / Kohlenmonoxid)von der hohen Konzentration zur niedrigen Konzentration. Also immer bei unterschiedlichen Konzentrationen von gelösten Teilchen, um einen Ausgleich herzustellen. Im Fall hier findet der Austausch (Fusion) über die Blutgefäße der umliegenden Gewebe statt. Hauptsächlich bei der Atmung zu finden.

Osmose: Austausch von Lösungsmitteln ( zum verdünnen von Mineralstoffen) von der niedrigen Konzentration zur hohen Konzentration. Rest genau wie bei der Diffusion.

Die Gewebe haben in beiden Fällen eine semiperiable ( halbdurchlässige ) Membran, damit ein Energieloser Austausch stattfinden kann. Hauptsächlich in der Nierengegend zu finden.

Es gibt verschiedene Arten von Epithelien :

Einschichtig :

  • dazu gehören das einschichtige Plattenepithel (Lungenbläschen, Brust-, Bauchfell, Endothel )
  • einsch . isoprismatisches , kubisches Epithel ( Drüsenausführungsgänge , Niere)
  • einsch . hochprismatisches Epithel / Flimmerepithel (ohne Flimmerhärchen :Gallenblase, Darm; mit Flimmerhärchen : Atemwege). Die Besonderheit dieser Epithelform ist, das die Zellmembran (obere Schicht der Zelle) mit Mikrovilli ,das sind mit Zytoplasma ausgefüllte sog. Plasmalemm Ausstülpungen und dienen der Vergrößerung der Zelloberfläche . Dort findet die Resorption statt. Mit Flimmerhärchen ( Kinozilien ) dient es der Reinigung.

Mehrreihig :

  • dazu gehören mehrreihiges hochprismatisches Epithel / Flimmerepithel ( o. Flimmerhärchen : Atemwege, mit: Nasenschleimhaut)

Mehrschichtig :

  • mehrschichtiges hochprismatisches Epithel ( Drüsen), dient derStoffabsonderung.
  • mehrsch . Unverhorntes Plattenepithel (Mundhöhle, Speiseröhre, Stimmbänder, Schleimhaut der Geschlechtsorg .) dient zum Schutz der Körperhöhlen und ist die innere Abdeckung
  • mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel , ist auf der äußeren Haut zu finden und dient zum Schutz vor Austrocknung , Bakterien oder vor Krankheiten.

Es gibt eine Sonderform, das Übergangsepithel auch Urothel genannt es ist in Harnblase, Harnleiter, Nierenbecken zu finden. Es hat besondere Eigenschaften. So hat es die sog. Crusta um die Zellmembran vor dem sauren, somit aggressiven, Urin zu schützen. Eine weitere Besonderheit ist, das es reißfest (elastisch) ist und sich so dem Füllungszustand (Blase) anpassen kann.

  • Mehrreihig heißt: Alle Zellen liegen auf der Basalmembran , aber nicht alle Zellen berühren die Oberfläche.
  • Mehrschichtig heißt: Die unterste Zellschicht liegt auf der Basalmembran , aber nur die oberste Zellschicht erreicht die Oberfläche.

IZR = Intrazellualrraum = Innenzellraum

EZR = Extrazellularraum = Interzellularraum = Interstitium = Zwischenzellraum =

Außenzellraum

Epithelgewebe sind flächenhafte Zellverbände , die sowohl die inneren als auch die äußeren Körperoberflächen bedecken. Insg . gibt es viele versch . Formen von Epithelgewebe , die sich ganz unterschiedlich spezialisiert haben ( Drüsenep . – Sekretion; Resorptionsep . – Aufnahme von Nährstoffen; Sinnesep . – z.B. Stäbchen und Zapfen; Transportep . – für transporte z.B. Staub aus dem Körper…)

Verbindungen von Zellen:

  • Desmosomen ( Haftorganellen )
  • gap-junctions (Zwischenzellen)
  • tight-junctions (Schlußleisten)

Zusätzliche Formen von Epithelien :

Drüsenepithelien :

Es gibt zwei Arten von Drüsenep ., die endokrinen Drüsen und die exokrinen Drüsen.

exokrine Drüsen : Sondern Sekrete in seröser und / oder muköser Form an die Oberfläche über Ausführungsgänge ab. Dabei wird unterschieden in merokrine ( ekkrine ) Sekretion – Stoffabgabe über exozytose (Schweißdrüsen), apokrine Sekretion ( Zellabschnürung ) bei Duft- und Milchdrüsen und der holokrinen Sekretion ist der Zellzerfall bei Talgdrüsen.

endokrine Drüsen: Heißen auch Hormondrüsen. Sie haben keinen Ausführungsgang, denn Ihre Sekrete (Hormone) diffundieren in die Blutkapillaren und erreichen über den Blutkreislauf die Zielzellen. Hormone werden auch Inkrete genannt.

Merokrine Sekretion : Zelle bildet umhüllte Substanz und scheidet diese dann aus.

Apokrine Sekretion : Zellmembran bildet Umhüllung für gebildete Substanz und gibt dies dann ab. Hierbei muß die Zelle selbst wieder regenerieren.

Holokrine Sekretion : Zellen werden komplett mit Zellsubstanz ausgeschieden /abgestoßen.

Sinnesepithelien :

Die Sinnesepithelien sind vorwiegend im Auge, in der Nase und dem Innenohr zu finden. Sinnesepithelien nehmen äußerliche Reize auf und leiten diese an das Gehirn weiter. In der Nase werden Reize über Duftpartikel ausgelöst, im Innenohr werden die Reize über Schwingungen der Kinozilien (die beweglich sind und in Flüssigkeit gelagert) der Schnecke über das Reizsystem weitergeleitet und im Auge werden die Lichtreize über die Stäbchen und Zapfen, Augennerv in das Gehirn weitergeleitet.

Einige Begrifferläuterungen :

Kubisch = isoprismatisch = würfelförmig

Sekretion = Stoffabgabe

Sezernieren = Stoff abgeben

Resorption = Stoffaufnahme

Resorbieren = aufnehmen

Kinozilien = bewegliche Härchen

Viskosität = Fließeigenschaft

2.2) Binde- und Stützgewebe

 

Bindegewebe:

Es dient der Formgebung, Formerhaltung des Körpers und speichert Wasser, Fett und erfüllt Aufgaben, die der Abwehr dienen. Es entwickelt sich fast ausschließlich aus dem mittl . Keimblatt, dem Mesoderm . Zu den Bindegeweben gehören, das Fettgewebe, das Knorpelgewebe , das Muskelgewebe und das Knochengewebe. Man unterscheidet in retikuläres (elastisches) BG ; kollagenes BG ( lockeres BG und straffes BG) und als Sonderform des ret.BG das Fettgewebe .

Es gibt zwei Arten von BG-Zellen, die Fibrocyten und die Histiocyten .

Die Aufgaben von BG sind:

  • Abwehrfunktion
  • Bindefunktion
  • Hohlräume ausfüllen
  • Stoffwechsel
  • Wasserhaushalt ( Ödeme )
  • Wundheilung — Granulationsgewebe

retikuläres (elastisches) BG : Dieses BG bildet Stammzellen zur spezifischen und unspezifischen Immunabwehr ( lymphatische Organe). Viele dieser Zellen sind zur Phagozytose (Freßvorgang), fähig, d.h. sie können Gewebstrümmer, Fremdkörper oder Mikroorganismen in das Zellinnere transportieren und vernichten. RES ( retikuloendotheliales System)=RHS( retikulohistiozytäres System)=MMS( Monozyten-Makrophagen-System ) sind die Abkürzungen für die Phagozytosefähigkeit eines Zellverbandes , der Immunregulation(Bildung AK, Lymphozyten ) und Zytotoxizität . Man findet das retikuläre BG z.B. im Knochenmark, lymphatischen Organen (Milz, Lymphknoten , Tonsillen ). Die Fasern (Gitterfasern) sind bedingt dehnbar. Bei der Wundheilung kann es zusammen mit den entstehenden Blutkapillaren das Granulutionsgewebe (Füllgewebe bei der Narbenbildung) bilden.

kollagenes BG:

lockeres BG : wird auch interstitielles BG oder Füllgewebe genannt. Es dient als Wasserspeicher, als Verschiebeschicht und beinhaltet viele Abwehrzellen. Es ist sehr elastisch und füllt in der Regel die Hohlräume zwischen den Organen und einzelnen Organen aus (z.B. Mediastinum=Mittelfellraum ). Auf diese Weise erhält es die Form der Organe.

straffes BG : Es ist sehr straff und fest. Man findet es z.B. bei Sehnen, Bändern und der Lederhaut am Auge. Man unterteilt es in geflechtartiges BG (z.B. Lederhaut des Auges, Organkapseln, Hirnhaut) und parallelfaseriges BG (z.B. Sehnen).

Fettgewebe:

Das Fettgewebe ist eine Sonderform des Bindegewebes. Durch das zwischen den Zellen liegende interstitielle BG erhält es eine Läppchengliederung . Es gibt zwei Arten von Fett

– Speicherfettgewebe : Aufnahme überschüssiger Energie = Energiespeicher

  • Kälteschutz
  • DarmgekröseUnterhautfettgewebe

– Baufettgewebe : prallelastische Eigenschaften.

  • an Stellen die mech. Beeinflußt werden (Handflächen, Gesäß, Fußsohlen)
  • Wärmeschutz
  • Erhaltung der Organlage (Niere, Auge)

Speicherung von Fett ist vom Alter und Geschlecht Abhängig.

Speicherfett variiert mit dem Ernährungszustand.

Ca. 16% des Körpers bestehen aus Fett; Schwankungen je nach Ernährungszustand.

  • Braunes Fett : sehr wenig beim Erwachsenen, eher Säuglinge, sehr leicht in Energie wandelbar
  • Weißes Fett : Hauptsächlich beim Erwachsenen

Die zwei Zellarten des BG :

  • Histiocyten : bewegliche Zellen; können sich lösen und eine Abwehrreaktion ausführen; z.B. Neubildung von Gewebe (Haut)
  • Fibrocyten : ortsständige Zellen z.B. Sehnengewebe

Knorpelgewebe :

– Stütz- und Schutzfunktion

– Allgemeiner Aufbau:

Interzellular substanz

  • Kollagenfasern : im ganzen Körper, hauptsächlich aber Sehnen und Bänder Hohe Zugfestigkeit, daher gut für Haltefunktionen geeignet
  • Elastische Fasern: hohe Elastizität(Reißfestigkeit), im Gefäßsystem, Lunge, Haut= hoher Gehalt von den elastischen Fasern.
  • retikuläre Fasern(Gitterfasern): auch elastisch, aber wenig zugelastisch ; Basalmembran ; rotes Knochenmark, Tonsillen , Lymphknoten , Milz = Stützfunktion

Elastischer Knorpel : viele elastische Fasern in Zwischenzellsubstanz biegsam

Vorkommen: Ohrmuschel; Kehldeckel

– Hyaliner Knorpel : glasklarer Knorpel, wenig Fasern in Zwischenzellsubstanz . Druckfest und elastisch

Vorkommen: Gelenke; Rippen; Nase, Kehlkopf, Spangen der Lüftröhre

– Faserknorpel : viele stabile ( kollagene BG-Fasern) Fasern in der Zwischenzellsubstanz Bes. widerstandsfähig gegenüber mech – Einwirkungen

Vorkommen: Bandscheiben, Meniskus, Verbindung Schambein

– Knorpelgewebe besitzt geringe Regenerationsfähigkeit und geringe Stoffwechselaktivitäten ; Verletzungen heilen schlecht, da es keine Blutgefäße besitzt

Ernährung erfolgt durch Diffussion

– Knorpelzellen = Chondrozyten , produzieren große Mengen an Knorpelgrundsubstanz ( Interzellularsubstanz )

2.3) Das Muskelgewebe :

glatte Muskulatur

  • nicht ermüdbar
  • unwillkürliche Innervation
  • schwach
  • langsam
  • innere Organe, wie Magen, Darm
  • Spindelförmige Zelle und in der Mitte 1 Kern
  • vegetatives Nervensystem
  • Myofibrillen ,
  • unregelmäßige Anordnung

quergestreifte Muskulatur

  • ist ermüdbar
  • willkürliche Innervation
  • Tempo
  • Kraft
  • Skelettmuskulatur wie Armmuskel
  • sehr lange Zelle
  • Faser, viele randständige
  • Zellkerne
  • ZNS
  • Myofibrillen , regelmäßige Anordnung

quergestreiftes Herzmuskelgewebe

  • nur im Herzen
  • nicht ermüdbar
  • unwillkürliche Innervation
  • kräftig
  • schnell
  • eigenständig
  • Sonderform der quer-
  • gestreiften Muskulatur
  • relativ große Zellen in der
  • Mitte 1 Zellkern
  • Myofibrillen , regelmäßige
  • Anordnung

Myofibrillen = Fadenförmige Strukturen innerhalb einer Muskelfaser die für die

Muskelfaserverkürzung verantwortlich sind.

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