Autor/in: Fibula

Schweiß

Definition:

Schweiß, lat. Sudor, ist eine aus den Schweißdrüsen der Haut ausgeschiedene Flüssigkeit.

Transpiration:

Schweißsekretion, schwitzen

Perspiratio insensibilis:

Unmerkliche Flüssigkeitsabsonderung (Haut/Lunge)

Perspiratio sensibilis:

Merkliche Schweißabsonderung
(Schwitzen)

Anhidrosis:

Fehlende Schweißabsonderung

  • durch angeborenes Fehlen der Schweißdrüsen
  • Durch Zerstörungen der Schweißdrüsen (Verbrennungen, Drucknekrosen)
  • Führt zu Wärmestauung

Hypohidrosis:

Verminderte Schweißproduktion

  • Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit
  • Nach Atropinapplikation
  • Führt zu Wärmestauung (Hitzschlag)

Hyperhidrosis:

Vermehrte Schweißproduktion

  • Bei Fieberabfall
  • Hoher Außentemperatur
  • Starker, körperlicher Belastung
  • Fettleibigkeit
  • Nervosität
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Fehlregulationen des Zentralnervensystems
    Langanhaltende, vermehrte Schweißproduktion führt zum Kochsalzverlust.

Merke:
Kalter, klebriger, kleinperliger Schweiß sind Anzeichen für einen Schock.

Ekkrine Schweißdrüsen

  • Befinden sich Überall in der tiefen Lederhaut
  • Haben einen eigenen Ausführungsgang
  • Produzieren saures Sekret

Apokrine Schweißdrüsen

  • Zu finden im Bereich der Achselhöhlen und der Schamgegend
  • Ausführungsgänge münden in den Haarkanal
  • Produzieren alkalische, geschlechtsspezifische Duftstoffe

Vermehrte Schweißdrüsen findet man:

  • an den Füßen
  • den Handinnenflächen
  • auf der Stirn
  • in den Achselhöhlen

Die Schweißabsonderung bei normaler Außentemperatur beträgt 500ml innerhalb von 24h.

Schweißzusammensetzung:

  • Wasser
  • Kochsalz
  • Kalium
  • Stickstoffhaltige Substanzen
  • Flüchtige Fettsäuren

Unangenehmer Schweißgeruch entsteht bei:

  • Bakterieller Zersetzung (mangelhafte Körperpflege)
  • Bei Fettsüchtigen (Achselschweiß, Dammschweiß, Fußschweiß)
  • Tuberkulose (säuerlicher Geruch)
  • Urämie (urinöser Geruch)
  • Koma diabetikum (azetonämischer Schweißgeruch)

Pathologische Veränderungen der Transpiration:

Kleinperlig, klebrig, kalt bei:
• Schock, Erbrechen, vegetativen Störungen

Fettiger Schweiß bei:

  • vermehrter Talgsekretion (Seborrhoe)
  • Parkinson

Nachtschweiß bei:

  • Tuberkulose
  • Hypertthyreose
  • Nierenfunktionsstörungen

Einseitig übermäßige Transpiration bei:

Physiologisch

  • nach Genuß von sauren Speisen
  • nach Genuß von Senf

Pathologisch

  • bei Hemiplegie
  • Affektionen des Halssympathikus
  • Tabes dorsalis
  • Enzephalitis
  • Zwischenhirntumoren

Wichtige pflegerische Maßnahmen bei starker Transpiration:

  • Patient vor Zugluft schützen
  • Gute Körperpflege
  • Waschen mit Wasser und Seife
  • Benutzung von Deo evt. Puder
  • Häufiger Wechsel von Kleidung und Bettwäsche
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Dekubitusprophylaxe
  • Intertrigoprophylaxe

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