Autor/in: K.Biesgen

Niere (Ren, Nephros)

Lage:

  • im Lendenbereich, links und rechts der Wirbelsäule
  • ihr oberer Rand liegt etwa in Höhe des 12. Brustwirbels
  • rechte Niere liegt unter der Leber (etwas tiefer als die linke)
  • linke Niere liegt unterhalb von der Milz
  • Die beiden Nieren liegen hinter dem Bauchfell
  • gehalten werden sie von einer Fettkapsel, wodurch die Organe gepolstert sind
  • bohnenförmiges Organ
  • ca 10- 12 cm lang
  • ca 5- 6 cm breit
  • 4 cm dick
  • 120- 300g schwer
  • Nebennieren liegen auf den Nieren

Nierenaufbau:

  • Niere besteht aus der Nierenrinde und dem Nierenmark
  • an dem Mark anschließend die Nierenkelche und Nierenbecken
  • das Nierenbecken geht in den Harnleiter über
  • das Nierenmark besteht aus mehreren Markpyramiden, die gestreift erscheinen durch viele nebeneinander liegenden Nierenkanälchen und Blutgefässe
  • die Spitzen werden Nierenpapillen genannt, enden in jeweils in einem Nierenkelch, der den austretenden Urin aufnimmt
  • in der Nierenrinde liegen u.a. die Nierenkörperchen (ca 1 Million pro Niere) und

das Röhrensystem

Harnbildung:
Die Harnbildung in den Nieren erfolgt in speziellen funktionellen Untereinheiten, den Nephronen. Das Nephron setzt sich aus einem Nierenkörperchen (Glomerulus) und einem Nierenkanälchen (Tubulus) zusammen und mündet schließlich zusammen mit anderen Kanälchen in einem Sammelrohr, das im Nierenkelch mündet. Jeweils mehrere Tausend Nephrone bilden die 8 Pyramiden  im Mark der Nieren.

Filterung und Konzentrierung

Die Nieren sind besonders gut durchblutet.
Es wirkt keine Schwerkraft, sondern als Antrieb dient der Blutdruck, durch die Nierenarterie.
Von der Blutmenge, die das Herz in 1 min in den Kreislauf pumpt, durchströmt etwa 1/5 (20%) die Nieren.
1440 L laufen den ganzen Tag durch den Körper, verloren gehen 180 L Erstharn  (Primärharn), die in den Nierenkörperchen ausgefiltert werden.
Damit diese große filtrierte Flüssigkeitsmenge mit den darin enthaltenen Substanzen dem Körper nicht verloren geht, wird der größte Teil in dem Röhrchensystem zurück gewonnen,
so dass am Tag ca 1,8 L Urin entstehen.
Durch die Kapillarwand werden durch feine Poren, kleine Teilchen und Wasser gedrückt, hängen bleiben große Eiweiße und Blutzellen, durch gehen z.B. Harnstoff, Glucose, Hormone, kl. Eiweiße, Salze und Wasser
Beide Nieren bilden also Harn, der nur noch die Stoffe enthält, die vom Körper ausgeschieden werden sollen.
Rückgewinnung und Absonderung
Im Röhrchensystem werden aus dem Primärharn Wasser, Salze und Zwischenprodukte des Stoffwechsels zurück gewonnen und wieder ins Blut aufgenommen.
Es wird Natrium (Na+) durch Energie (aktiv) aus der Wand rausgeschleust und das Chlorid (Cl-) geht passiv hinterher, durch den natürlichen Ausgleich +/-
Dadurch dass die Teilchen Na+ & Cl- durch die (Nierenkanälchen) Membrane raus gegangen ist, folgt auf osmotischem Wege (also passiv) ein großer Teil des Wassers, der ebenfalls in die Gewebeflüssigkeit ausströmt.
Eiweiße und Aminosäuren werden zurückgeholt
Zucker braucht Hilfe um aus den Nierenkanälchen raus zu kommen.
Die Trägermolekühle fangen den Zucker und gehen wieder in den Blutkreislauf über.
Wenn die Trägermolekühle (Fangärmchen) voll sind (über 160mg/dl), wird der Rest ausgeschieden (Nierenschwelle)

90% des Erstharns holt sich der Körper zurück.

In diesem Prozess greifen viele Hormone ein!
ADH (Antidiuretisches Hormon)

A – Anti
D – diuretisches                                              reduziert die Harnbildung
H – Hormon (Adiuretin)

Wird bei Wasserverlust & dem damit verbundenen Anstieg des osmotischen Drucks abgegeben.
Es kommt zu einem Anstieg des Blutdrucks.
Darüber hinaus wird ein Durstgefühl ausgelöst.

Wenn das Hormon nicht gebildet wird scheidet man 30- 40 L Wasser aus (Diabetes insipidus).

Renin
Reninwird bei Abfall des Blutdrucks in der Niere abgegeben.
Es hat mehrere Wirkungen im Körper, es löst das Durstgefühl aus.

Renin Übersicht

Übersicht

was bewirkt: ADH

  • Rückresorption von Wasser steigt
  • Wasserausscheidung sinkt
  • Blutdruck steigt

was bewirkt: Renin

  • Rückresorption von Wasser steigt (durch vermehrte Ausschüttung von Aldosteron)
  • Wasserausscheidung sinkt
  • Blutdruck steigt

was bewirkt: Aldosteron

  • Rückresorption von Natrium und damit Wasser steigt
  • Wasserausscheidung sinkt
  • Blutdruck steigt

Aufgabe der Niere:

  • Ausscheidung von Stoffwechsel/ Abfallprodukte
  • Regulation des Salzhaushaltes
    • Salze: Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium
    • Salze haben eine Aufgabe » elektrische Leitungen und Muskulatur
    • Salz besonders Kalium ist wichtig fürs Herz
    • Magnesium wichtig bei SS & z.B. Wadenkrämpfe
  • Beteiligung an Kreislauf/ Blutdruckregulation
  • Niere arbeitet mit Blutdruck
  • Niere hat die Fähigkeit mit Renin den Blutdruck zu steigern
  • Regulation des Wasserhaushaltes
  • Regulation des Säure- Bases- Haushaltes
  • Vitamin D- Stoffwechsel
  • Hormon für Blutbildung (Erythropoetin)

Erkrankung der Niere:
durch Abfall (Vergiftung)

  • zunehmende Eintrübung
  • Wahrnehmungsstörungen bis hin zum Koma

Wenn die Niere noch teilweise arbeitet, lagert sich Abfall im ganzen Körper ab Ä                   – Ablagerungen von Abfallprodukten und es entstehen Entzündungen

  • in der Magenschleimhaut
  • im Herzbeutel

Ursachen die,…

… nichts mit der Funktionsfähigkeit der Niere zu tun haben, also
prärenale Ursachen

  • Durchblutungsstörungen z. B. bei Schock, Arteriosklerose, Wasserverlust und niedrigem Blutdruck

…durch die Niere selbst verursacht werden, in der Niere, also
renale Ursachen

  • Niereninfakt (Arteriesklerose in den kleinen Gefäßen oder Verhärtungen, Verkalkungen der Gefäße)
  • Veränderungen der Nierenkörperchen (z.B. Mikroangiophatie bei Diabetes mellitus)

(d. h. das der Filter verstopft oder geschädigt ist, das die großen Teile durch gehen)

  • Chronische Entzündungen der Nierenkörperchen
  • Vergiftung (Cadmium, Harnsäure, Medikamente besonders bestimmte Schmerzmittel)

 

… im Bereich des Harnabflusses auftreten, hinter der Niere, also
postrenale Ursachen

  1. Ansteigende Infekte (Blase, Nierenbeckenentzündung)
  2. Harnabflussstörungen
  3. Nierensteine (schmerzen, Harnleiter verstopft)

Niereninsuffizienz (= chronisches Nierenversagen)
Niere kann eingeschränkt sein, aber der Körper kommt damit klar
» Blutkontrollen durchführen
chronisches Nierenversagen (schleichend) / akutes Nierenversagen (plötzlich)

Es gibt sehr viele verschiedene Ursachen und Symptome bei Nierenerkrankungen, wie z.B.

  • Fieber mit Schmerzen im Unterbauch bei einem Harninfekt
  • aber auch Kolikschmerzen ohne Fieber bei Steinen in den Harnwegen.

Die Niereninsuffizienz ist ein Zustand, bei dem die Funktionen der Nieren weitgehend und auf Dauer verloren gegangen sind.

Anurie »         weniger als 100 ml/Tag
Oligurie »       weniger als 500 ml/ Tag

Symptome

  • drastische Reduktion von Urin
  • Kreislauf wird überlastet » Herzinsuffizienz
  • Wassereinlagerungen in Beinen oder Lunge (rasseln auf der Lunge)
  • Vergiftungen (Urämie) Ansammlung von Giftstoffen im Blut

Urämie » Harnvergiftung, ausgelöst durch eine Niereninsuffizienz

  • chronische Niereninsuffizienz ist eine Ursache einer Urämie
  • es besteht eine Abnahme der Leistungsfähigkeit der Niere
  • Im Vordergrund steht die Abnahme der Filtrationsfunktion der Glomerula
  • es entwickelt sich bei einer Niereninsuffizienz schließlich ein Versagen des gesamten Nephrons

Die Harnvergiftung entsteht dadurch, daß harnpflichtige Substanzen (Stoffwechselprodukte), die im Blut transportiert weder, nicht mehr ausgeschieden werden können.

Nierenerkrankungen, die zu einer Urämie führen können:

  • chronische Glomerulonephritis
  • pyelonephritische Schrumpfniere
  • Analgetika- Nephropathie (Missbrauch bestimmter Schmerzmittel)
  • Arteriosklerose
  • Diabetische Nephropathi
    – Nierenschäden bei schlecht eingestelltem                                                      Diabetes oder  Nichtbefolgen ärztlicher Anweisungen

Symptome:

  • chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich häufig über viele Jahre
  • Zunächst fehlen klinische Symptome (keine „Nierenschmerzen“, kein Brennen beim Wasserlassen, keine Farb- oder Geruchsänderungen des Urins)
  • bei Verdacht können allerdings Laboruntersuchungen auf beginnende Niereninsuffizienz hinweisen
  • Untersuchung von Kreatin und Harnstoff im Serum zeigen erhöhte Werte
Mit zunehmender Niereninsuffizienz treten folgende Symptome auf:
  • Hypertonie- Herzinsuffizienz
  • Lungenödem
  • Übelkeit – Erbrechen – Gastritis (Symptome der Magenschleimhautentzündung)
  • Anämie (Folge gestörter Blutbildung)
  • trockene juckende Haut (Giftstoffe werden in der Haut abgelagert)
  • Ödeme
  • Polyneuropathie (Empfindungsstörungen, Lähmungen) Giftstoffe in den Nerven abgelagert

Es sind fast alle Organe betroffen. Schließlich endet dieser Zustand im Urämischen Koma

Symptome:

  • zunehmende Wesensveränderung
  • Bewusstseinstrübung
  • Krampfneigung
  • tiefe Bewusstlosigkeit
  • Uringeruch (Atemluft, Hautausdünstungen)

Therapie:

  • Behandlung des Grundleidens und der Komplikationen
  • als rettende Therapie die Dialyse

Pflege

  • eiweißarme Kost
  • kein Obst (Kalium)
  • Flüssigkeitsmenge nach Anordnung des Arztes
  • sorgfältige Körperpflege (Uringeruch)
  • feuchte Umschläge bei Juckreiz

Dialyse
ist ein Blutreinigungsverfahren.
Sie wird angewandt, wenn es zu einem akuten oder chronischen Nierenversagen kommt.
Aufgabe der Dialysebehandlung ist es, die Ausscheidungsfunktion der Nieren so weit wie möglich zu übernehmen.
Grundvoraussetzung für die Durchführung einer Dialyse ist ein ausreichendes Blutangebot beim Patienten.
Dies kann erreicht werden durch das Anlegen eines Shunts
oder durch das Einbringen eines Katheters in eine entsprechend große Körpervene (Leiste,Hals). Dialyse muss ca. 3-5 Stunden pro Sitzung und dreimal in der Woche durchgeführt werden.

Dialysegerät arbeitet wie die menschliche Niere, giftige Stoffe werden raus genommen
Dauer 10- 20 Jahre
Nephrologe nimmt vor der Dialyse Blut ab,
es wird kontrolliert, Wert wird eingestellt, Blut wird nach der Dialyse wieder kontrolliert

  1. körperliche Anstrengung
  2. geringe Infektionsgefahr
  3. psychische Belastung (mein Leben hängt von der Dialyse ab)
  4. Magenschleimhautentzündung

Pflege wie bei Urämischen Koma

Pfleger muß beachten:
Transport organisieren, Ernährung, Gewichtskontrolle, Einfuhr, Waschzusätze / Lotion, Uringeruch » Creme, regelmäßige Körperpflege

Urinbildung

Die im Darm aufgenommene (absorbierte) Flüssigkeit, Salze und andere Substanzen (z.B. Medikamente) gelangen in das Blut. In den Nierenkörperchen wird durch den Blutdruck ein Teil des in der Blutflüssigkeit enthaltenen Wassers und die darin gelösten Stoffe abgepresst (filtriert). Die als Filter wirkenden Gefäßknäuelchen sind durchlässig für Wasser und die darin gelösten Stoffe. Für die Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) sowie größere Eiweißkörper ist die Filtermembran jedoch undurchlässig. Deshalb fließen die Blutzellen und Eiweißkörper zusammen mit dem nicht abfiltrierten Wasser und den darin gelösten Stoffen – wenn sie das Gefäßknäuelchen passiert haben – über die zahlreichen kleinen Blutgefäße ab, die später in die Nierevene münden. Die durch die Gefäßknäuelchen abfiltrierte Flüssigkeit enthält also außer Blutzellen und Eiweißkörper alle Stoffe, die auch in der Blutflüssigkeit (Plasma) vorhanden sind. Diese abgepresste Flüssigkeit wird auch Primärharn genannt. Auf diese Art und Weise werden pro Tag in beiden Nieren ca. 180 Liter Primärharn abgefiltert. Der abgepresste Primärharn wird nun von der trichterförmigen Kapsel des Glomerulus aufgefangen und fließt durch das Harnkanälchen (Tubulus): Bei der Passage durch die Kanälchen entsteht der endgültige Urin: Während der Primärharn durch die Tubuli der Nephrone läuft, werden der größte Teil des Wassers sowie die für den Körper lebenswichtigen Salze durch die Wände bestimmter Abschnitte der Tubuli aufgesogen (resorbiert) und an die kleinen Blutgefäße, die die Tubuli begleiten, wieder abgegeben. Dieses ist die Erklärung dafür, weshalb von den 180 Litern Primärharn, die pro Tag gebildet werden, nur ca. 1,5 – 2 Liter als endgültiger Urin erscheinen. So gelangt auch der größte Teil des im Primärharn gelösten Kochsalzes wieder in die Blutbahn zurück, während nur das vom Körper nicht benötigte Salz mit dem Urin ausgeschieden wird. Auch die aus dem Blut zunächst abfiltrierte Glukose (Traubenzucker) wird im Verlaufe der Harnkanälchen wieder vollständig resorbiert (aufgesogen), gelangt zurück in die Blutbahn und steht damit den Körperzellen wieder als Energiequelle zur Verfügung.
Vom Sammelrohr aus, fließt der Urin in das Nierenbecken, dann in den Harnleiter und sammelt sich in der Blase. Nachdem die Blase voll ist wird der Urin durch die Harnröhre abgegeben.

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+