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Mitglied im Pflegenetz
Autor: Teddy
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AUSSCHEIDUNG

Teil 1 / Teil 2

Blasenentleerungstechniken :

 

Credéscher Handgriff :

Durch pressen mit der flachen Hand auf dem Unterbauch, oberhalb des Schambeins
wird eine restharnfreie Entleerung der Blase ermöglicht.

Triggern :

Stimulation durch rhythmisches klopfen mit den Fingerspitzen auf der supropubischen Region. Innenseite der Oberschenkel ( bei Selbstanwendung ), führt zu einer reflexartigen Entleerung der Blase.

Inkontinenzversorgung :

 

Anforderung an eine gute Inkontinenzversorgung :

  1. komplette Aufnahme der Ausscheidungen und Gerüche, diese auch halten
  2. Geräuscharm
  3. Bequem zu tragen und optisch unauffällig
  4. Hautfreundlich, Luftdurchlässig
  5. Leicht zu verwenden und selbstständig zu handhaben
  6. Lässt sich leicht entsorgen oder reinigen
  7. Ist erschwinglich im Preis und leicht erhältlich

aufsaugende Materialien :

 

Aufbau :

  1. Wasserabweisender Vlies
  2. Saugkörper aus Zellstoff oder Superabsorber ( = Polymere oder Gelbildner )
  3. Wasserundurchlässige Folie

Vorlagesysteme, evtl. mit Netzhosen :

  1. von der Größe einer Damenbinde bis zu anatomisch geformten großen Vorlagen
  2. am besten mit Netzhose fixieren ( Unterhose darüber nicht vergessen ! )
  3. gibt es in verschiedenen Saugstärken : Neuere Produkte haben großes Saugvermögen bei geringer Größe

z. B. Daisy von Braun, Convee Saugstarke Einlagen, Moliform oder Molimed von Hartmann

- Inkontinenzslip :

  1. gibt es in verschiedenen Saugstärken und Größen
  2. sind geeignet bei kombinierte Urin – und Stuhlinkontinenz, oder bei unruhigen Bew. oder als Nachtversorgung
  3. Klebestreifen sollen ein zweites mal geschlossen werden können

z. B. Molicare von Hartmann

- Inkontinenzhosen :

werden nicht zugeklebt, sondern sind wie Unterhosen und können auch so runter und hochgezogen werden, erhöht die Selbstständigkeit

z. B. Molicare mobile von Hartmann

waschbare Inkontinenzhosen : bei leichter bis mittlerer Inkontinenz von Frauen, das Höschen selbst ist aus Baumwolle und von normaler Unterwäsche nicht zu unterscheiden

z. B. Kylie Lady

- Tropfenfänger :

  1. für den Tröpfchenweisen Harndrang beim Mann, besonders unauffällig
  2. umschließt den Penis oder bei retardiertem Penis umschließt es auch den Hodensack
z. B. Conveen Tropfenfänger, Licodrop von Braun

- Bettschutz :

  1. wasserundurchlässige Unterlage
  2. a) waschbar → sind mehrfach verwendbar, aber alte werden spröde und üben Druck

aus = Dekubitusgeschwür

  1. b) Einmalunterlagen werden nach Gebrauch verworfen

Pflege und Umgang :

Regelmäßige, rechtzeitige Kontrolle der Inkontinenzhilfen und deren Wechsel, sobald sie nass sind ( max. 3x tgl. )

Ausscheidungen sind aggressiv
Eine nasse Inkontinenzhilfe ist für den Bew. unangenehm und begünstigt Hautschäden ( Intertrigo, Pilze, … )

  1. Wegen Verdunstungskälte sollte die Inkontinenzhilfe eng am Körper anliegen ( Gefahr aufsteigender Blaseninfektion )
  2. Neue Einlagen und Höschen von vorne einlegen und beschmutzte von hinten wegziehen. Dadurch Vermeidung von Infektionen durch Kolibakterien, die sich im Darm befinden
  3. Beim Wechsel Haut mit klarem Wasser waschen und normal eincremen. Nicht mit fetten Cremes oder Pasten eine isolierende Schicht cremen : Gefahr der Mazeration und somit Hautschädigung. Ansonsten auf gute Hautpflege achten
  4. Bei Durchfall kann eine fette Creme als Hautschutz eingesetzt werden, muss mit Öl entfernt werden
  5. Inkontinente Bew. neigen dazu weniger zu trinken um das Problem zu “ vermeiden “, es droht eine Dehydratation, sowie durch konzentrierten Urin zu Hauptproblemen im Genitalbereich und Harnwegsinfekten, daher auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten

ableitende Inkontinenzsysteme :

= nichtinvasive Ableitungssysteme mit Schlauchverbindung zu einem Auffangsystem

Kondomurinal und Urinbeutelsysteme für Männer :

  1. Latex – oder Gummikondom, der über dem Penis ( auch mit Anziehhilfe erhältlich ) an dem Urinableitsysteme befestigt werden, wie Beinbeutel für den Tag oder auch größere Bettbeutel für die Nacht
  2. Die Kondome sind selbstklebend oder werden mit Haftstreifen an der Peniswurzel fixiert ( spiralförmig → Erektion )
  3. Die Kondomspitze ist verstärkt oder hat eine Zieharmonikastruktur, evtl. auch mit Antirefluxschutz

Anbringen eines Kondoms :

  1. bei retardierten Penis nicht möglich
  2. Schambehaarung evtl. kürzen oder täglich abrasieren ( evtl. aus Papier eine Krause schneiden und über den Penis ziehen, dann das Kondom befestigen und Krause zerreißen )
  3. Kondom überziehen und dabei zwischen Penisspitze und Kondom 1 – 2 cm Platz lassen → bei schwierigem Urinablassen wird die Menge von der Leitung nicht sofort aufgenommen
  4. Kondom alle 24 Stunden wechseln
  5. Bei Hautkomplikationen Hautschutzplatte anwenden :

Hydrokoloidplatte klein schneiden, auf den Penis kleben und darüber das Kondom abrollen

instrumentelle Harnableitung mittels Katheter :

→ Katheterisieren der Blase
Indikation für die instrumentelle Harnableitung : streng ärztliche Indikation

  1. Postoperative z. B. an Harnröhre / Blase um Restharn zu entfernen
  2. Zur Flüssigkeitsbilanzierung / Überwachung, z. B. Bewusstlosigkeit
  3. Akutes Harnverhalten unterschiedlicher Genese
  4. Harngewinnung zu diagnostischen Untersuchungen
  5. Schwerer Harninkontinenz → Restharnbildung bei Blasenentleerungsstörungen
  6. Bei ausgeprägten Dekubitalgeschwür

Ableitungsmöglichkeiten :

→ supravestikate Ableitung
= Oberhalb der Blase = Nierenfistel
→ durch den Arzt
→ suprapubische Ableitung
= Os pubis = Oberhalb des Schambeins ( direkt in die Blase )
→ durch den Arzt
→ transurethrale Ableitung
= durch die Harnröhre in die Blase ( als Einmalkatheterismus, intermittierender
Einmalkatheterismus, Verweil - / Dauerkatheter )
→ durch den Arzt, Patienten selbst oder ex. Pflegepersonal

Technik des transurethralen Blasenkatheterismus :

 

Richtlinien :

  1. nur nach ärztl. Anordnung
  2. klare Indikation
  3. Intimsphäre wahren ! Sichtschutz, intime Atmosphäre, ungestört
  4. Aufklärung des Bew. / Pat
  5. Sachkunde / praktische Erfahrung
  6. Asepsis → aseptische Technik und sterile Arbeitsmaterialien
  7. Standart Technik und Standarisierte Arbeitsmittel ( Set )
  8. Auswahl der richtigen Kathetergröße

Frauen : 12 – 14 / 16 Ch
Männer : 14 – 18 Ch

  1. Vor und nach Blasenkatheterismus → spezielle Intimpflege mit desinfizierender Waschlösung ( z. B. Betaisodonaseife )
  2. Periodische Fortbildung der Ärzte und Pflegenden
  3. Dokumentation

Katheterisierungsset :

  1. 1 Einschlagtuch als sterile Arbeitsunterlage
  2. 1 Schlitztuch zur Abdeckung des Genitalbereichs
  3. 1 geteilte Außenschale zum Abwurf
  4. 1 Urinauffangschale
  5. 6 Kugeltupfer
  6. 30 ml Schleimhautdesinfektionsmittel ( Betaisodona ®, Braunol ® )
  7. 1 Spritze mit anästhesierendem Gel ( Instillagel® )
  8. 1 Blockerspritze mit Aqua destilata
  9. 1 – 2 anatomische Pinzetten

Kathetermaterialien :

    zur kurzfristigen Anwendung :
  • Latex, Weichgummi
  • raue Oberflächenstruktur begünstigt das Einnisten von Bakterien
  • Neigung von Inkrustationen
  • max. 5 Tage
  • Allergiegefahr
  • polyvenylchlorid ( PVC )
  • Auslaugen der Weichmacher und Verhärtung des Katheters
  • hohe Inkrustationsneigung
  • nur zum Einmalkatherismus anwendbar

  • bei längerer Liegedauer :

  • Silikon oder Polyurethan
  • hohe Gewebsverträglichkeit, glatte Oberflächenstruktur
  • Wechsel nach 4 – 6 Wochen
  • Hydrogel und Silberbeschichtung
  • wirkt hemmend auf die Bakterienadhärenz ( = anhaften, kleben )

Komplikationen beim Legen eines Dauerkatheter und beim liegendem Dauerkatheter

  • Harnröhrenreizung allergische Reaktion
  • Blutungen
  • Harnröhrenruptur ( einreißen / zerreißen der Harnröhre )
  • Zystitis ( Blasenentzündung )
  • Harnröhrenstriktur ( Verengung der Harnröhre )
  • Pyelonephritis ( Nieren – und Nierenbeckenentzündung )
  • Prostatitis ( Prostataentzündung )
  • Epidiolyemitis ( Nebenhodenentzündung )
  • Schrumpfung der Harnblase
  • Drucknekrose

10 Prinzipien im Umgang mit Katheter

  • regelmäßige, sorgfältige Intimpflege
  • maximal mögliche Flüssigkeitszufuhr → Minimierung von Keimen
  • geschlossenes Ableit – und Auffangsystem benutzen → Vermeidung von aufsteigenden Infektionen
  • keine unnötige Diskonnektion ( öffnen / trennen ) des Ableit – und Auffangsystems
  • Urinbeutel regelmäßig entleeren → Vermeidung von Keimvermehrung, Vermeidung des Rückflusses von Urin in die Blase, Nieren
  • Katheterbeutel nie über Blasenniveau halten → Rückfluss des Urins vermeiden, aufsteigende Infektionen ( Urinbeutel für Transfer, Umlagern, … abklemmen )
  • Zug am Katheter vermeiden → Verletzungsgefahr
  • lokale Kältereize vermeiden → Gefahr einer Blasenentzündung ( Unterhose anziehen )
  • gute Krankenbeobachtung → frühzeitiges erkennen von Krankheiten ( z. B. Zystitis ), Reizungen, Entzündungen, Anzeichen von beginnenden Komplikationen, genügend Flüssigkeitszufuhr / Urinausscheidung, …
  • Verwendung ausschließlich steriler Materialien und aseptischer Arbeitstechnik ( Set )

AUSSCHEIDUNG

Teil 1 / Teil 2

Autor: Teddy
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