Autor/in: Cordula

Atmungssystem:

Aufbau:

  • Nasen-Rachenrau (Nasopharynx)
  • Kehlkopf (Larynx)
  • Luftröhre (Trachea)
  • Biphorkation (Trennung der Trachea in die 2 Bronchien)

Lunge

Bronchien

  • Bronchiolen
  • Alveolen
  • Aufgaben der Nase:
  • Reinigung
  • Erwärmung
  • Befeuchten

Erfolgt durch die Zilien des Flimmerepithels

Trachea = weitlumiges , bindegewebiges Rohr mit hufeisenförmigen Knorpelspangen

Inspiration (aktiv)

Rippenmuskulatur hebt Rippen und Zwerchfell » über Pleuraspalt (Rippenfell, Pleuraflüssigkeit und Lungenfell) wird die Lunge mit gezogen (Effekt der 2 Glasscheiben, bei denen Wasser zwischen ist)

Exipration (passiv)

Muskulatur erschlafft » Rippen senken sich, Lunge entleert sich

Lungenvolumina:

Anatomischer Totraum (150ml)

Summe der Hohlräume bei der Atmung dienen der Luftleitung aber nicht dem Gasaustausch!

AtemZugVolumen * Frequenz = AtemMinutenVolumen

500                  16                    8000 ml

atemsystem-1

Beobachtung der Atmung auf:

  • Atemintensität (Hypoventilation, Hyperventilation)
  • Atemtyp (Bauch oder Brust)
  • Atemfrequenz (Tachypnoe » Herzerkrankung, Fieber, Lungenödeme , Bradypnoe » Tablettenvergiftung, Gehirndruck)
  • erschwerte Atmung (Dyspnoe)
  • normale Atmung (Eupnoe)
  • Atemstillstand (Apnoe)
  • Atemgeräusche (Brodeln, Klopfen)
  • Atemgeruch (Toetorxore)

Dyspnoe (Atemnot):

Ausdruck einer respiratischen Insuffizienz mit unterschiedlichen Ursachen:

  • pulmonale Ursachen (Pneumonie, Asthma bronchiale, chron . Bronchitis)
  • kardiale Ursachen
  • Atemmechanikstörungen (z.B. Rippenserienfraktur, Pneumo -Hämatothorax)

Grad 1

  • Atemnot nur bei größeren körperlichen Anstrengungen wie etwa schnellen gehen auf gerader strecke, Bergaufgehen oder Trepensteigen

Grad 2

  • Atemnot schon bei mäßiger Anstrengung, z.B. beim langsamen Gehen auf ebener Strecke

Grad 3

  • Atemnot   bereits bei geringen körperlichen Anstrengungen, wie An- und Ausziehen oder leichten Verrichtungen im Haushalt

Grad 4

  • Atemnot auch in Ruhe » Ruhedyspnoe (Orthpnoe)

Orthopnoe : Pat sitz fast andauernd aufrecht (Dyspnoe Grad 4)

Atemfrequenz:

 

Maßnahnmen bei Atemnot:

  • frische Luft
  • Hilfe rufen, Pat nicht alleine lassen
  • Oberkörper erhöhen
  • Beengende Kleidung entfernen
  • RR, P
  • Beruhigen
  • Zur ruhigen Atmung anleiten (Lippenbremse vor allem bei Asthmatikern)

Normalwerte:

  • Neugeborenes » 40 – 45 AZ/min
  • Kleinkind » 25 – 30
  • Erwachsener » 15 – 20

Normale Atmung = Eupnoe

Beschleunigte Atmung = Tachpnoe

Verlangsamte Atmung = Bradypnoe

Atem    :    Puls

1       :      4

Tachypnoe
Physiologisch:

  • Anstrengung
  • Stress
  • u.U. Hitzeeinwirkung

Pathologisch:

  • Fieber
  • Lungenerkrankung
  • Herzerkrankung
  • Anämie (ausgeprägt)
Bradypnoe
Physiologisch:

  • Schlaf
  • Tiefe Entspannung

Pathologisch:

  • Schädigung des ZNS (SHT)
  • Intoxikationen
  • Hypothermie

Je 1°C Temp-Erhöhung ,   steigt die Frequenz um ca. 7 AZ/min

Atemgeräusche:

  • Stridor : pfeifendes Atemgeräusch » entsteht bei verengten Atemwegen
  • inspiratorischer Stridor ( Problem im oberen teil der Atemwege)
  • expiratorischer Stridor (Problem im unteren Teil der Atemwege)
  • Rasselgeräusche

Trockene RG : Asthmatiker, chron . Bronchitis

Feuchte RG : Lungenoedeme , Flüssigkeit in den Luftwegen /Alveolen

Atemgeruch:

  • Ammoniakgeruch: bei schweren Lebererkrankungen
  • Eitergeruch (süßlich – faul): bakt . Infektionen z.B: Tonsilitis
  • Fäulnisgeruch: weißt auf Zerfallsprozesse in den Atemwegen hin (z.B. Bronchial-CA )
  • Aceton-/Obstgeruch: weißt auf diabeth . Koma hin (Coma diabeticum)
  • Uringeruch (Faetor urämicus): beim Endstadium des Nierenversagens

Atemqualität und Atemtiefe:

Pathologische Atmungstypen:

» Hypoventilation (Schonatmung nachgroßen OP´s )   ß O 2   Ý CO 2

» Behinderung der Atmung durch störung des Atemzentrums

» Hyperventilation (AMV Ý ; sehr schnell + oberflächlich, vermehrte Abgabe von CO 2 ) Ursachen: organisch (ZNS-Schädigung), psychische Gründe

Atemrythmus

Im Vergleich mit dem normalen Atemrhythmus eines gesunden Menschen lassen sich die pathologischen Atmungstypen ableiten:

•  Normale Atmung: gleichmäßiger Rhythmus, Ausatmung dauert etwas länger als die Einatmung

•  Cheyne- Stokes- Atmung : Periodisch wiederkehrendes An- und Abschwellen mit Pausen, z.B. bei schwere Schädigungen des Atemzentrums, schweren Herzerkrankungen (vor der Schnappatmung = Tod)

•  Schnapp- Atmung : einzelne schnappende Atemzüge mit langen Pausen, z.B. tritt es vor allem vor dem Tod auf, oft geht „Cheyne Stokes- Atmung“ voraus

•  Kussmaul- Atmung : abnorm vertiefte, aber regelmäßige Atmung, F >20/ min, z.B. bei diabetischen oder urämischen Koma, Versuch stoffwechselbedingte (metabolische) Azidose, über Atmung zu korrigieren

•  Biot- Atmung . Gleichmäßig tiefe und kräftige Atemzüge mit regelmäßigen Pausen, z.B. bei Patienten mit Hinterdrucksteigerung (Schädel- Hirn- Trauma, Hirntumor; Meningitis)

Husten

Schutzreflex, um Bronchialsekret oder Fremdkörper aus den Luftwegen zu entfernen

  • Unproduktiver Husten (trockener Reizhusten) entsteht durch trockener Luft, z.B. Keuchhusten
  • Produktiver Husten (Sekret wird abgehustet und gebildet)
  • Rezidivierender Husten (immer sich wiederholenden), z.B. Asthmatikern
  • Chronischer Husten , z.B. bei langjährigen Rauchern, Krebserkrankung im Bereich der Bronchien, Tuberkulose
  • Akuten Husten , z.B. Erkältung, akute Bronchitis, Lungenentzündung

Produktives Abhusten

  • Hinsetzen
  • Beine zusammen
  • Po anspannen
  • Hände auf den Bauch
  • Tief Ein- und Ausatmen

In kurzen Phasen abhusten

Sputum

  • Auswurf, Expektoration
  • Abgehustetes Bronchial- Sekret
  • Immer pathologisch
  • Bronchial- Sekret, z.B. bei Rauchern

Beobachtung auf

  • Farbe
  • Menge
  • Geruch
  • Beschaffenheit (z.B. zäh an einem stück)
  • Beimengungen (Blut, Eiter)

Bis zu 2l am Tag bei Bronchiektasen (Aussackungen an den Bronchien), hier sammelt sich extrem viel Sekret an, z.B. bei einer chronischen Bronchitis, erworben nicht angeboren (potentiell als infektiös zu betrachten)

Sputum ist grundsätzlich als infektiös zu betrachten und hygienisches Verhalten ist erforderlich.

Konsistenz: Schleimig/ fadenziehend
Farbe: weißlich
Erkrankungsbeispiele: Katarrhalische Erkrankungen der Atemwege
Konsistenz: Zäh/ glasig
Farbe: Durchsichtig
Erkrankungsbeispiele: nach Asthma bronchiale Anfall
Konsistenz: Schleimig/eitrig
Farbe: gelblich
Beimengungen: Eiter
Erkrankungsbeispiele: Akute Bronchitis
Konsistenz: Zähflüssig/ eitrig
Farbe: Gelb-grün
Beimengungen: Eiter
Erkrankungsbeispiele: Eitrig Bronchitis, Tuberkulose, Lungenabzeß
Konsistenz: Eitrig/zäh/ dünnflüssig/ schaumig = 3 schichtig
Farbe: gelblich
Beimengungen: Eiter /Zelltrümmer
Erkrankungsbeispiele: Bronchiektasen (besonders beim morgendlichen Abhusten   beobachtbar)
Konsistenz: zähflüssig
Farbe: rostfarben
Beimengungen: Blut und evtl. Eiter
Erkrankungsbeispiele: Pneumonie
Konsistenz: Schaumig /serös dünnflüssig
Farbe: Rötlich
Beimengungen: Blut
Erkrankungsbeispiele: Blut
Konsistenz: Schaumig
Farbe: Hellrot
Beimengungen: Blut
Erkrankungsbeispiele: Blutsturz (Z.B: Bei tuberkulose )
Konsistenz: Spärlich auftretend
Farbe: Rote bis rostbraune fasern
Beimengungen: Blut
Erkrankungsbeispiele: Bronchial-CA

Hygieneregeln

  • Grundsätzlich mit Handschuhen
  • Sich nicht vom Pat. Anhusten lassen
  • Bei Kontaminationen betroffene Hautparteien und Flächen desinfizieren
  • Sputumbecher mit Desinfektionslösung füllen (Ausnahme: wenn Sputum zur Untersuchung gebraucht wird)
  • Zur Probe muss das Sputum nüchtern sein, also vorher nicht Zähneputzen und Essen.

Geruch

Sputum ist normalerweise geruchlos. Durch bakterielle Zersetzung und/ oder Gewebszerfall kann es unangenehm jauchig und faulig riechen.

Es gibt auch beobachtbare pathologische Atmungsformen :

•  Kußmaul-Atmung (bei Azidose (Übersäuerung) : zuviel Kohlendioxid sorgen für eine Übersäuerung des Blutes. Der Körper versucht dieses abzugeben [z.B. Diabetiskoma (hoher Zucker), urämisches Koma (Nierenversagen)])

•  Cheyne-Stokes-Atmung (An – und abschwellender Atem, wo zwischendurch Pausen sind; keuchend durch Störung der Erregbarkeit des Atemzentrums [z.B. Hirnschädigung, Sterbenden, Bewußtlosen , Intoxikationen ])

•  Biot-Atmung (Schwere Störung des Atemzentrums; Es reagiert nur noch auf Sauerstoffmangel, nicht mehr auf zuviel Kohlendioxid [z.B. Ödeme, Blutungen oder Tumore im Gehirn, Meningitis])

•  Schnapp-Atmung (Unterversorgung des Gehirns; nur noch durch die Zwerchfellkontraktion wird die geringe Sauerstoffversorgung sichergestellt. Diese bekommt die Impulse automatisch durch das Nervenzentrum [z.B. Atemzentrum ist nicht entwickelt {Säuglinge}, kurz vor dem Sterben])

Generelle Beobachtung bei Atemprobleme:

  • Mund – Nasenatmung
  • verstärkt Atemhilfsmuskulatur einsetzten
  • Atemgeräusche

1) Giemen , Brummen

  • Stridor (inspiratorisch und exspiratorisch [pfeifend im Hals

sitzend])

3) Rasseln (Sekretsammlung [z.B. die Bronchitis])

  • Brodeln (schaumartiges Sputum [z.B. bei Lungenödemen])
  • Atemgeruch (übler Mundgeruch [Foetor ex ore ])
  • mangelnde Mundhygiene
  • Acetongeruch [sauer] (Hunger, Diabetes]
  • Fäulnisgeruch (eitriges Sekret)
  • Foetor hepaticus (Leber)
  • Foetor renämicus (Urin)
  • Ammoniakgeruch (Eiweißzerfall)
  • allgemeine Körperhaltung (Befreiung des Brustkorbs durch Aufrichtung des Oberkörpers, Aufstützen der Arme)
  • Schmerzen ( Pleuritis [Zwerchfellentzündung], Luftröhrenentzündung)
  • angespannte Mimik
  • Zyanose (Lippen, eventuell Haut, unter den Nägeln)
  • Tachycardie
  • Hypertonie

Husten (tussis)

Er ist ein Abwehrmechanismus, der in zwei Rubriken aufgeteilt wird.

  • trockener Husten (ohne Sekret, er ist ein Reizhusten bei z.B. Erkältung, er kann auch ein Frühsymptom einer Bronchial-Ca sein.)
  • produktiver Husten (mit Sekret [Auswurf, Sputum , Expektoration ])

Sputum

Beobachtungskriterien:

  • Farbe
  • Konsistenz
  • Beimengung
  • Geruch
  • Menge

Ausehen und Geruch von Sputum

  • Bei Keuchhusten ist der Sputum zäh, schleimig
  • Bei Asthma ist der Sputum zäh, farblos, glasig
  • Bei Entzündungsprozessen ist der Sputum gelbgrün
  • Bei Bronchiekstase ist der Sputum schleimig, eitrig, morgens „Maul voll“
  • Bei Lungenödem ist der Sputum dünnflüssig, schaumig (z.T hellrot)
  • Bei TBC, Karzinom Verletzung ist der Sputum blutig (Hämoptoe)
  • Bei bakterielle Zerfallsprodukte ist der Sputum süßlich riechend
  • Bei Eiweißzerfallsprodukt
    ist der Sputum übe riechend

Bei der Bronchioekstase setzt sich der Sputum dreischichtig ab. Oben ist er schaumig, in der Mitte trüb, gelbgrün und unten eitrig.

Hustengeräusche

  • rauh aufeinanderfolgend (anfallaritg) z.B. bei Keuchhusten
  • bellend, rauh , kratzig z.B. bei Pseudokrup , Diphtherie (Kehlkopfenge)
  • aphonosch (heiser, klanglos) z.B. bei Lähmung oder Schwellung des Stimmbandnerves , bzw. der Stimmbänder
  • kupiert (unterdrückt) z.B. bei schmerzenden Erkrankungen
  • brodelnd z.B. bei starker Verschleimung der Lunge

Umgang mit Atemproblemen

  • keine Preßatmung
  • kein langes und lautes Sprechen
  • kein unkontrolliertes Husten
  • Keine Übererregung oder Streß
  • Lippenbremse (Ausatmung durch einen kleinen Spalt)
  • Bauchatmung (Übbar durch Luftballons, Strohhalm mit Wasserglas, Hand auf Flanke oder Bauch legen / bzw. legen lassen)
  • physikalische Hilfsmittel (Totraumvergrößerung durch Giebelrohr)   15 – 20 Min. 8 – 10x tägl.{nicht bei Lungenemphysem, Asthma, Herzinsuffizienz, Hypoxie }
  • Triflo – Atemtrainer (sekretlösend)
  • Sekretentleerung
  • mechanisch
  • Seitenlage oder sitzend (Oberkörper nach vorne)
  • Mit ätherischer Salbe Brust einreiben
  • Abklopfen mit hohler Hand von unter nach oben (mindestens 5 Minuten)
  • Nieren und Wirbelsäule aussparen; Richtung Hilius
  • apperativ
  • Vibrax-Gerät (Vibrationsgerät)
  • In Seitenlage Richtung Hilius
  • inhalieren
  • rhythmisches Einreiben (atemstimulierendes Einreiben)
  • Dampfbäder
  • klein (Schüssel mit 100 ml Wasser und bis 10 Tropfen ätherische Öle)
  • groß (Schüssel mit 2 Liter Wasser und 50 ml Kamillosan ; 10 min mit Kopfabdeckung)
  • anfeuchten der Atemluft (NaCl, ätherische Öle [durch Kaltvernebler oder Kompressor]

Zusätze

  • NaCl 0,9%
  • Broncholytika (sekretlösend und schleimhautabschwellend)
  • Sekretolytika (Verflüssigung vom Schleim)
  • Pantothensäure (zum Schutz der Schleimhäute) [Bepanthen]
  • Beatmungsinhalation (mit Überdruck)
  • Dosieraerosol (zur Schleimhautabschwellung)
  • Flüssigkeitszufuhr ab 1500 ml
  • Einfuhrkontrolle
  • Kontraindikation
  • Lungenembolie
  • Herzinfarkt
  • Rippenbrüche
  • Lungenemphysem
  • Wirbelbrüche
  • Knochenmetastasen

Abhusten

  • mehrmals täglich (Vermeidung von Sekretanschoppung )
  • Pflege
  • produktives Abhusten fördern
  • nicht unkontrolliert, sondern warten, bis das Sekret im Kehlkopf gespürt wird
  • Unterstützend warme Getränke oder Lutschtabletten reichen
  • Im Bett
  • Material
  • Zellstoff
  • Abwurfsack
  • Nierenschale
  • aufrechte Körperhaltung
  • Knie und Gesäß anspannen lassen
  • Tief einatmen lassen
  • Kräftig, stoßweise ausatmen lassen
  • eventuell einen Gegendruck erzeugen
  • Im Stuhl
  • durch die Nase einatmen
  • uf „Po – Ho“ husten

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