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Autor: MRM
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Das Blut


Anatomie und Physiologie

Def..: Blut ist eine flüssige, undurchsichtige Masse in den Gefäßen und im Herzen

Zusammensetzung:
a )feste Bestandteile: geformte Elemente = Blutkörperchen
Erythrozyten ( rote Farbe des Eisen im Hämoglobin)
Leukozyten = weiße Blutkörperchen
Thrombozyten = Blutpltätchen

b) flüssige Bestandteile ( Transport und Trägerfunktion)

  • Plasma Serum, Fibrin / Fribinogen

Menge : 6 - 8 % des Körpergewichts ( Erwachsene ca. 4 - 6 l)
Blutverlust > 1/3 = Lebensgefahr
Ischämie: umschriebene Blutleere
Hyperämie: umschriebene, vermehrte Blutanhäufung
art.: bei Entzündung ; ven.: bei Stauung

» Aufgabe:

  • Transport von allen lebenswichtigen Stoffen in die Zellen
  • Abtransport von allen Stoffwechselabbauprodukten aus der Zelle
  • Abwehrfunktion ( Leukozyten, Antikörper )
  • Schutz vor Blutverlust ( Gerinnungsfaktoren, Thrombozyten, Engstellung der Gefäße )
  • Mileufunktion / Homöostase / Gleichgewichtsfunktion ( Niere, Haut, Lunge ), Wasserhaushalt, Säure-Base-Haushalt, Elektrolyte
  • Temperaturregulation

Feste Bestandteile ( ca. 45 % )

» Erythrozyten ( rote Blutkörperchen )
= runde, kernlose, scheibenförmige Zellen mit Delle in der Mitte, verformbar
Durchmesser: 7 m ; Menge: ca. 5 Mil Z/mm3 bei Männer ; ca. 4,5 Mil Z/mm3 bei Frauen
Rote Farbe durch roten Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb)
eisenhaltiges Hämatin + Globin
Hb wichtig für transport und austausch von O2 und CO2 ( Oxy-Hb , einfaches Hb)
Hb-Werte 14 - 16 g % bei Männer ; 12 - 14 g % bei Frauen
Bildungsort aus Stammzellen im Knochenmark, Lebensdauer ca. 120 Tage
Abbau vor allen in der Milz

» Leukozyten ( weiße Blutkörperchen)
Zellkern, Normalerte 6 - 9 tsd Z/mm3 ( 4 - 10 tsd Z/mm3 )
Aufgabe: ( zelluläre) Abwehr Lebensdauer: sehr unterschiedlich
Bildungsort: Stammzellen im Knochenmark, lymphatisches Gewebe, RES
3 Formen:

  • Granulozyten ( 60 -70 % ) Neutrophile Gr. , Eosinophile Gr. , Bosophile Gr.
  • Lymphozyten ( 20 - 30 % ) Bildung: Lymphknoten, lymph. Gewebe
  • Plasmazellen ( = "große Lymphozyten"
  • Monozyten ( 2 - 6 % ) Bildung im Knochenmark, RES

Granulozyten und Lymphozyten vor allen für Phagozytose verantwortlich (sog. Freßzellen)

Bei Infektion: unterschiedliche Stadien - unterschiedlich prozentuale Zusammensetzung Differenzialblutbild

» Thrombozyten = Blutplättchen
Kleine, unregelmäßig begrenzte Zellen
Größe: ca. 1,5 µm bis 3,0 µm , Menge: 150 - 300 tsd Z/mm3 , Aufgabe: zellulärer Teil der Blutgerinnung
Bildung: Stammzellen Riesenzellen ( Megakaryzythen ) im Knochenmark
Lebensdauer: 4 - 8 Tage

» Hämatokrit = HK = HKT
Normalwert: ca. 45 %
Gibt Anteil an festen Bestandteilen im Blut an ( entspricht Ery-anteil des Gesamtblutes in % )
Ermittlung ( nach Zentrifugen ) in einem spez., graduierten Röhrchen

» Flüssige Bestandteile

» Blutplasma - Serum + Fibrin Fibrinogen ca. 55 %
Fibrin (Eiweißfäden) Fibrinogen ( gelöste Vorstufe )
Aktivierung der Gerinnungsvorgänge ( durch äußere Verletzung u./o. innere Vorgänge. z.B. Gewebsverletzung / Thrombozytenanhäufung z.B. Arteriosklerose, Thrombose, Schock, äußere Wunden etc. )
Aktivierung von (12 - 13 ) verschiedenen Gerinnungsfaktoren von denen alle wichtig sind.
Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Fibrinogen und Fibrin.
Gewebsverletzungen bzw. kleine innere Blutungen werden durch das körpereigene Gerinnungssystem innerhalb von 2 - 3 Minuten gestillt. Auflösungen von Blutergüssen und kleineren Thromben durch körpereigenen Fibrinolyse möglich.

» Serum
Zusammensetzung: 90 % (100%) Wasser 10 % gelöste Stoffe ; Eiweiß/Proteine: 7,5 g/100ml
Albumine (60%) Wasserbindung
Globuline (40%) : Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren
Blutfette, Kohelenhydrate, Blutzucker, Stoffwechselprodukte(Harnstoff, Kreatimin, Harnsäure ), Farbstoffe (Bilirubin), Blutsalze/ Elekrolyte ( NA+ 132-135mMol/l, K+ 4-5 mMol/l, CA+2-2,9mMol/l, Mg+ 0,75-1mMol/l)
Sulfate, Phosphate, Bicarbonat ( H Cog+), H+-Ionen
Bedeutung: HsO-Bindungen, Muskelfunktion, Knochenbau, SBHH, Hormone, Vitamine, Enzyme, Spurenelemente

» Stoffaustausch im menschl. Organismus

1.) Diffusion
= Ausbreitung eines Stoffes bei Vorhandensein eines räumlichen Konzentrationsgefäß durch eine Membran, z.B. Gasaustausch ( von =2 u. CO2) zwischen Atemluft und den Lungenkapillaren über die Membran der Lungenalveolen bzw. zwischen Zellwand und Kapillaren. Die beiden Stoffe sind gelöst im Lösungsmittelwasser

2.) Osmose
= Ausgleich der Konzentration zweier, durch eine semipermeable Wand/Membran voneinander getrennten Lösungen durch Wanderung eines Lösungsmittels (z.B. H2O) in die konzentrierte Lösungen. Maßgeblich für die osmotischen Vorgänge ist die unterschiedliche Teilchenzahl in zwei durch eine Semipermeable (Zell-)-Wand getrennten Räumen.
Die unterschiedliche Teilchenzahl führt zum sog. osmotischen Druck.

» Der osmotische Druck
= Kraft mit der ein Lösungsmittel durch eine semipermeable Membran in eine konzentrische Lösung hineingezogen wird.
= Kraft mit der eine Salzlösung Wasser aufnimmt

isotonische Lösung ( Lösung mit gleichen osmot. Druck)
z.B. isotonische Salzlösung = isoton. Mit menschl. Blut
= 0,9 % Kochsalzlösung = 0,9 % / 100ml
= physiol. Kochsalzlösung

hypertonische Lösung: Lösung mit höherem osmot. Druck als Blut
erhöhter osmot. Druck im Blut Einstrom von Gewebsflüssigkeit ins Blut, aber auch von Flüssigkeitsaustritt aus Blutzellen Vorkommen: D.M. ( Exikose)
trinken von Meerwasser ( Exikose)
therapeutisch: bei Hirnödemen, als Abführmittel

hypotone Lösung: Lösung mit niedrigem osmot. Druck als Blut erniedrigen den osmot. Druck im Blut Flüssigkeitseintritt in Zellen Schwellung von Erys. Gewebszellen (= Ödembildung in den Zellen )
!! destilliertes Wasser !!

» Blutgruppen

» A: Antigen A auf Erys. Antikörper B im Serum
» B: Antigen B auf Erys. Antikörper A im Serum
» 0: kein Antigen auf Erys. Antikörper A u. B im Serum
» AB: Antigene A u. B auf Erys. Keine Antikörper im Serum
» Weitere Blutgruppenfaktoren: Rhesus Faktor (Rh+, rh-), ca. 18 weitere

» Erkrankung des Blutes

a) Erkrankung der Erythrozyten
Anämie = Blutarmut
Def.: Erniedrigung der Erys- Zahl u./o. des Hömoglobinwert
Hb </= 12 bei Frauen / </= 14 bei Männern (g/100ml )
Erys </= 4 Mil. Z/mm3
Farbindex = Färbekoeffizient ( =Fi ) gibt an: Hb- Konzentration / Ery = wieviel Hb in einem einzelnem Ery.
MCH = HbE = mittleres korpuskuläres Hb = mittl. Hb-Gehalt des einzelnen Ery. ( Hb/Erys-Zahl)
MCV = mittleres korpuskuläres Erys- Volumen ( Hk/Erys-Zahl)

» Einteilung der Anämie nach Ursachen
1.)
durch übermäßigen Blutverlust a) akut b) chronisch
2.) durch verminderte oder schlechte Ery-neubildung u./o. Störung des Hb- Aufbau z.B. bei Vit B12 Mangel = perniziöse Anämie ; aplastische Anämie bei Knochenmarksschädigung, Nierenerkrankungen, Eiweißmangel, Eisenmangel, Eisenverwertungsstörungen
3.) Anämie durch vermehrten Ery- Abbau = gesteigerter Blutzerfall = hämolytische Anämie

  • immunologisch bedingt: Antikörper im Serum gegen körpereigene Erys.
  • mech. Schädigung der Erys.: Gefäßveränderung, Herzklappen
  • Strukturdefekte an Erys (selbst): Zellmembran, Zellinneres
  • Störung der Erys. Stoffwechsels, z.T. angeboren
  • tox. Schädigung

» Formen der Anämie
1.)
monochrome Anämie: Erys und HbE gleichermaßen = MCH gleich
2.) hypochrome Anämie: Hb stärker als Erys. = MCH
3.) hyperchrome Anämie: Erys. Stärker als Hb = MCH

» allgemeine Symptome

  • Blässe der Haut und Schleimhäute (Auge)
  • Leistungsabfälle, körp. Schwäche, Müdigkeit, Appetitmangel, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen, ohnmacht, Pulsbeschlaunugung ( Tachykardie),
    Atemnot bei Belastung, Infektanfälligkeit

» Monochrome Anämie
Ursache: 1.) akuter Blutverlust
2.) hämolyse falsche Infusionlösung (z.B. hypot. Lösung)
Transfussion
Sy.: Unruhe, Hitzegefühl, Fieber, Schütelfrost, Kreuzschmerzen, Bewußtlosigkeit
Schock
Th.: sofort !! Transfusion abstellen, Arzt rufen, Schochtherapie, !! Lebensgefahr !!
Gifte, Medikamente
Symptome: allg. Symptome (s..o), Ikterus (b. Hämolyse), Milzvergrößerung

» Hypochrome Anämie
z.B. Eisenmangelanämie - häufig bei alten Menschen
Ursache: 1.) chron. Blutverlust
2.) Resorbtionsstörungen Aufnahme von Fe
Angebot von Fe in Nahrung
fieberhafte Erkrankung, Nierenerkrankung
Path.: zu wenig Fe Erys mit Hb bzw. Fe Erys. Normal o. aber immer Hb , Fe
Symptome: 1.) allg. Symptome
2.) Fe - trockene, schuppige Haut
- brüchige Fingernägel
- trockenes, schuppiges Haar
3.) Labor: Erys. Normal o. , Hb , Fe
Therapie:
1.)
Eisenpräperate / Eisenhaltige Ernährung für mehrere Monate - BB-Kontrolle -
2.) Je nach Ursache: Blutungen beseitigen
Bei Resorbtionsstörungen u.U. Transfusion, Ery-Konzentrat

» Hyperchrome Anämie

» Perniziöse Anämie

z.B. Erys
Hb MCH , MCV
Ursache: Vit B12-Mangel = extrinsic Faktor
- notwendig für Zellkernstoffwechsel
- Resorption nur wenn intrinsic Faktor ( + HCl) = Faktor in Magenschleimhautzellen vorhanden Ursache für einen Mangel an intrinsic Faktor und HCl: atrophischer, chron. Gastritis, Operative Entfernung des Magens
Symptome: allg. s.o., Nervenfunktionstörungen, Fingerkribbeln, Striche, Zungenbrennen !!
Therapie: lebenslange parenterale ( Umgehung des M.-D.-Trakt) Gabe (i.m.) und Vit B12 ;
Regelmäßige BB-Kontrolle
Prognose: früher tödlich ; heute gut

» Symptomatische perniziösa-ähnliche Anämie
ähnliches Krankheitsbild wie perniziösa aber andere Ursache Alkohollabusus Infektion mit Fischbandwurm

» Anämien bei alten Menschen

1.) bei leichten chron. Blutungen meist im M.-D.-Trakt, v. a. Karzinome, Medikamente die im Magen zu Blutungen führen
2.) Altersveränderungen der Magen-Darm-Schleimhaut Aufnahme von Fe Hb
3.) Unzureichendes Fe-Angebot in Nahrung
4.) Antikoagulanzien Überdosierung (z.B. Marcomar) Hemmung der Gerinnung Blutungen
Symptome: Melaena ( Blut im Stuhl )
Hämaturie ( Blut im Urin ) Verblutung möglich !
Therapie: Konakion ( = Antidot )

» Tumoranämie bei malignen Tumoren
Infektanämie bei chron Infektionen bzw. Entzündungen - meist leichte normochrome oder gering hypochrome Anämie
Path: mäßig gesteigerte Erys-Abbau bei fehlender Erhöhung der Erys-Neubildung, Störung der Wiederverwertung des beim Erys-Abbau frei werdenden Fe. Fe werte im Blut ( Retikulozyten im Knochenmark).

~ penie = Armut

» Zytopenie = Verminderung der Zellzahl im Blut z.B.

  • Erytro(zyto)penie Erys.-Armut
  • Leuko(zyto)penie Leuko-Armut Thrombo(zyto)penie Thrombo-Armut

» Zytose: Erhöhung der Zellzahl im Blut z.B.

  • Erythrozytose = Polyglobulie
  • Leukozytose Thrombozytose

Zu viele Erys.: Polyglobulie > 6 Mil. Z/mm3 (Erythrozytose )
( Polyzythämie = zusätzlich Leukos , Thrombos
zu wenig Erys.: Erytrozythopenie < 4 Mil. Z/mm3
zu viele Thrombos: Thrombozytose 300.000 - 1 Mil. Z/mm3
zu wenig Thrombos: Thrombozytopenie < 100.000 Z/mm3
zu viele Leukos: Leukozytose 10.000 - 30000 Z/mm3
Leukämie 25.000 - 100.000 Z/mm3
Zu wenig Leukos: Leukozytopenie < 4.000 Z/mm3

1.) Polyglobulie: Erys > 6 Mil. Z/mm3
Urs.: bei bestimmten Krankheiten chron. Lungenerkrankung, bestimmte Herzfehler
(Insuffizienz), best. Nierenerkrankungen, O2-mangel in Höhenlagen
Krankheitsbild bei Bluteindickung (Exikose) und relative Polyglobulie

2.) Polyzythämie vera rubra

- Erys.: 7 - 9 Mil. Z/mm3
- Leukos.: 10 - 20 tsd Z/mm3
- Thrombos.: ca. 1 Mil. Z/mm3
Ursache: unbekannt
Path.:
Fehlfunktion des Knochenmarks Vermehrung aller Blutzellen
Symptome: Vermehrung aller Blutzellen, Hk , Viskosität , Durchflußgeschwindigkeit , Herzbelastung ,
Tachykardie, Kurzatmigkeit, Atemnot, schnelle körperliche Erschöpfung, prallgefüllte Gefäße, rotblaue Zyanose, Haut und Schleimhäute tiefrot, Thrombosegefahr
Therapie: Symptome, Aderlaß + Flüssigkeitszufuhr, radioaktives Phosphor 32, Zytostatika
Prognose: ungünstig, mittl. Überlebenszeit bei Therapie: 10 Jahre, Spätfolgen: Leukämierisiko

» Leukozytose 10.000 - 30.000 Z/mm3
Kein Krankheitsbild sondern Reaktion auf bestimmte Krankheiten z.B. bakt. Infektion, Tumore, Herzinfarkt, Streß, u.a.

» Leukozytopenie < 4.000 Z/mm3

  • bei Virusinfektionen und toxisch bei Zytostatika und Benzol
  • krankhaft erhöhte Leukozytenzahl
  • Leukämie: > 25.000 - 100.000 Z/mm3
  • myeloische Leukämie
  • lymphatische Leukämie
  • Plasmazytom: Plasmazellen v.a. im Knochenmark

» Leukämie

Def.: bösartige (=malignen) Erkrankung der weißen Blutkörperchen = Blutkrebs
Urs.: unbekannt Risikofaktoren ? (onkogene Viren), erbl. Faktoren
Vork.: Kinder, Erwachsene Männer > Frauen
Path.: Im Knochenmark, überschießende Bildung weißer bösartiger veränderter BK ohne normale Funktion,
schließlich werden nur noch " weiße" BK gebildet Anämie (andere BK werden verdrängt)

» Thrombozytopenie
Formen: Myeloische L. granulozyten u. monozytenähnliche Zellen
akut
chronisch
Lymphatische L. lymphozytenähnliche Zellen
akut: v.a. bei Kindern
chronisch: v.a. in höherem Lebensalter
akut Form: plötz. Beginn mit deutlicher Symptomatik und schnelle BB- Veränderung
chron. Form: schleichend, allmählich auftretend, wenig akute Symptome, langsam BB - Veränderung
Symp.: Fieberschübe, Infektionsanfälligkeit , verzögerte Abheilung eines banalen Infekt, Hämatombildung,
blutige Gelenkergüsse, typ. Anämie - Symptome, Leistungsknick bzw. Leistungsabfall,
typisch bei alten Menschen: Lymphknotenschwellung und Milzvergrößerung
Diagnose: 1.) Symptome 2.) Differenzialblutbild 3.) Knochenmarkspunkion
Therapie: 1.) Chemotherapie: Zytostatika (stoppen Wachstum der Zellen)
2.) Strahlentherapie
3.) evtl. Knochenmarkstransplantation
Therapiekontrolle: Knochenmarksuntersuchungen
Prognose: abhängig von Art und Stadium der Leukämie
z.T. relativ gut (v.a. bei Kindern ), z.T. schlecht

» Plasmazytom

Def.: Geschwulst durch Plasmazellen; Wucherung von bösartigen Plasmazellen
Urs.: unbekannt
Vork.: >50 Jahre, Frauen > Männer
Path.: Plasmazellenwucherung im Knochenmark Verdrängung der Knochensubstanz = sog. osteolytische
Knochendefekte Entkalkung des Knochens v.a. Schädel Schrotschußschädel, Wolkenschädel und WS-Skelett Spontanfraktur, path. Fraktur
- Druck auf Knochenmark Knochenschmerzen
- Produktion von path. Immunglobuline ( sog. Paraproteine) ohne Abwehrfunktion
Symp.: Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, rezidive Infekte, Knochenschmerzen, Rö: herdförmige
Knochendefekte v.a. Schädeldecke, diffuse Knochendefekte Frakturgefahr , Spontanfraktur, path. Fraktur, Plasmazellen im Blut, path. Plasmazellen im Blut und im Knochenmark, Gesamteiweiß im Blut , path. Eiweißkörper im Blut

Therapie:

  • abhängig vom Stadium und von Symptomen
  • Bestrahlung ( bei isolierten Knochenherden) Zytostatika, Glukokortikode Symp. Schmerzbekämpfung, OP ( bei Frakturen)

Verlauf: akut (primär)
schleichen kann u.U. in akute Form übergehen

Prognose: Plasmazytom
Ungünstig, mittlere Überlebenszeit (bei Therapie) 3 - 4 Jahre,

» Agranulozytose = maligne Neutrozytopenie = perniziöse Neutrozytopenie
Def.: Erkrankung durch Medikamente mit massiver Verminderung der Granulozyten mit schweren
Krankheitssymptomenen, kann akut oder chron. Verlaufen
Urs.: Medikamente ( Nebenwirkung): toxisch oder allergische Überempfindlichkeitsreaktion z.B. Analgetika,
Sedativa, Antidiabetika, Antibiotika, Diuretika, Goldpräperate, ...
Klein. Symp.: anfangs Schüttelfrost, dann kontinuierliches Fieber, Tachykardie, allg. schweres Krankheitsgefühl, Schleimhautnekrose im Rachen, Anal und Genitalbereich mit lokalen Schwellungen, Abwehrschwäche, hohe Infektanfälligkeit, Gefahr der Abzeßbildung = keine i.m. Spritze
Therapie: SOFORT: entsprechendes Medikament absetzen, symp. Evtl. Antibiotika, evtl. Kortison

» Thrombozytenerkrankungen
Thrombozytopenie < 100.000 Z/mm3 hämorrhagische Diathese (H.D.)
Thrombozytose > 300.000 Z/mm3 (-400.00 Z/mm3)
Thrombozytämie >/= 1 Mil. Z/mm3 gestörte Funktion oft bei Thr.-penie
bei Thr.-zytämie H.D.
andere Ursache s.u.

» Thrombozytose
Def.: >300.000 Z/mm3; reaktive, vorübergehende Erhöhung der Thrombose
Urs.: nach größeren Blutverlusten, nach OP, nach Regenerationsphase des Knochenmarks (nach
Zytostatikabehandlung, nach Therapie der Leukämie), nach Infektionskrankheiten

» Thrombozytämie
Def.:
>/= 1 Mil. Z/mm3 ; Dauerende Erhöhung des Thrombus, oft gestörte Funktion
Urs.: Wucherung der Knochenmarkszellen, Polyzythämie, Begleitung anderer Erkrankungen z.B.
Knochenmetastasen
Path.: Störung der Blutgerinnung ( mangelnde Funktion)
Symp.: Hämorrhagische Diathese ( Splemomegalie = Vergrößerung der Milz)
Th.: 32-Phosphor, Zytostatika

» Gestörte Thrombozytenfunktion u./o. verminderte Thrombozytenzahl
»
Störung der Blutgerinnung Blutungsneigung
Urs.:
a) Medikamente, z.B. Salicylsäurederivate
b) Bildungsstörungen im Knochenmark
angeboren
Thrombozytämie, Leukämie, Polyzythämie, Plasmazytom
allerg.- tox.: Zytostatika, best. Antikörper
c) Verbrauchskoagulopathie ( Schock)
Symp.: petechiale Blutungen ( = keine, punktförmige Blutungen)
Verletzungsblutungen , kleine Hämatome, Schleimhautblutung
Th.: je nach Ursache und Ausmaß ; z.B. Absetzen auslösender Medis ( Zytostatika) ; Bluttransfusion o.
Thrombozytenkonzentrat (siehe Thrombozytämie)

» Hämorrhgische Diathese
= erhöhte Blutneigung = Blutungsübel
Urs.:
1.) Koagulopathie = Störung bei der Blutgerinnung (Plasma)
2.) Erkrankung der Thrombozyten z.B. Thrombozytopenie u./o. gestörte Funktion
3.) Erhöhte Gefäßbrüchigkeit = erhöhte Gefäßfragilität

» Koagulopathie
Def.: Störung bei der Blutgerinnung
Urs.: 1. Störung bei den Gerinnungsfaktoren ( Bildung o. Umsatz)
Typ.: Hämophilie = Bluterkrankheit Fakt. VIII fehlt i.d.R. Frauen, erblich
2. therapeutische Anwendung von a) Antikoagulanzien ( z.B. Marcomar Konakion Antidot)
Quicktest: 17 - 25 %
< 17 % Blutungen
> 25 % Thromboseneigung
b) Fibrinolytika = Thrombolytika = Lyse
(z.B. Streptokinose, Urokinase, ...)
= Thrombus auflösende Medis nach Herzinfarkt, Extremembolie
Symp.: - flächenhafte, scharf begrenzte Blutungen ( = Sugikation)
- "unstillbare Blutungen"
Th.: je nach Ursache und Ausmaß z.B. Frischblut ; Injektion von fehlenden Faktoren ; Konakion als
Gegenmittel zu Marcomar

» Erhöhte Gefäßbrüchigkeit = erhöhte Gefäßfragilität
Def.:
vaskulärer Prozeß = Veränderung der Gefäßwand Gefäßwand vermehrt durchlässig = porös
Urs.: angeboren oder degenerativ - Purpura senilis -
Symp.:

  • Petechien =kleinste, punktförmige Blutungen unter Haut, Schleimhäute (z.B. RR-Messung )
  • Evtl. Hämaturie Evtl. Melaena

Th.: ? ; Purpura senilis = kosmetisches Problem ; andere Erkrankungen ausschließen
Evtl. symptomatische Therapie

Autor: MRM
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